STEREO GUIDE Testurteil
Der Teufel Motiv Go 2 tritt als Nachfolger eines der beliebtesten kompakten Bluetooth-Lautsprecher an. Im Test zeigt sich schnell: Das Update bringt moderne Features wie PartyLink, App-Steuerung und Bluetooth 5.3 – verzichtet aber auf AUX und Mikrofon.
Vorteile
- Ausgewogene Abstimmung mit solidem Bassfundament
- App-Steuerung mit Klang-Presets
- Audio-Wiedergabe und Laden via USB-C-Anschluss
- Hohe Anfassqualität
Nachteile
- Kein Netzteil mehr beigelegt und kein Analogeingang mehr
- Keine Trageschlaufe
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Natürlichkeit / Transparenz8
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Bass / Dynamik7.2
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Praxis / Connectivity8.5
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Preis/Leistung8.7
Mit dem Motiv Go 2 geht Teufel einen Schritt, der über ein klassisches Update hinausgeht. Der kompakte Bluetooth-Lautsprecher bleibt sich äußerlich treu, setzt konzeptionell aber neue Schwerpunkte. So ist die zweite Generation von 2026 (unseren Test des Vorgängers finden Sie hier) stärker auf kabellose Nutzung und Fernsteuerung per App ausgelegt. Und damit rückt sie näher an Rivalen wie den wie den JBL Charge 6 oder den Bose SoundLink Flex heran. Dafür strich der Berliner Lautsprecher-Spezialist bewusst einige Funktionen, die den Entwicklern offenbar obsolet erschienen. Das macht den mobilen Bluetooth-Speaker moderner, aber auch weniger universell.
Das Konzept der 2. Generation des Motiv Go setzt neue Prioritäten
Der neue Ansatz wird schon bei der Konnektivität deutlich. Der Wechsel von Bluetooth 5.0 auf Bluetooth 5.3 sorgt für eine stabilere Verbindung und entspricht dem aktuellen Stand der Technik. Gleichzeitig ersetzt Teufel aptX durch AAC. Für Apple-Nutzer ist das ein Vorteil, weil deren Smart-Devices den aptX-Codec nicht unterstzützen und bisher auf den SBC-Standard-Codec ausweichen mussten. Jetzt können die beispielsweise von Apple Music genutzen Audio-Daten ohne Formatwandlung direkt zu dem kleinen Bluetooth-Lautsprecher übertragen werden. Dafür müssen sich jetzt Android-User mit dem SBC begnügen. Allerdings sollte man den Effekt bei einem mobilen Bluetooth-Speaker dieser Größe nicht überbewerten. Er dürfte in der Praxis den meisten kaum auffallen.
Wie bisher ermöglicht der Motiv Go 2 die Multipoint-Konnektivität und lässt sich drahtlos parallel mit zwei Geräten verbinden. Mit dem neu hinzugekommenen Google Fast Pair klappt die Kopplung jetzt zudem besonders schnell. In dieser Disziplin zieht Teufel mit der Konkurrenz gleich, statt wie früher etwas hinterherzulaufen.

Ade, Analog-Anschluss!
Deutlich klarer fällt die Neuausrichtung bei den Anschlüssen aus. Den analogen AUX-Eingang mit seiner 3,5-mm-Klinkenbuchse hat Teufel komplett gestrichen. Das integrierte Mikrofon fiel ebenfalls dem Modellwechsel zum Opfer. Telefonate oder Aufrufe des Sprachassistenten direkt über den Lautsprecher sind damit nicht mehr möglich. Das ist ungewöhnlich, denn gerade Modelle wie der Bose SoundLink Flex setzen weiterhin auf solche Alltagsfunktionen. Teufel geht hier bewusst den Weg in Richtung reines Streaming-Gerät.
Auch beim Laden des integrierten Lithium-Ionen-Akkus für bis zu rund 14 Stunden Spielzeit im Normalbetrieb ohne Eco-Modus folgt der Motiv Go 2 dem aktuellen Trend: USB-C ersetzt den alten Hohlstecker. Allerdings liefert Teufel kein Netzteil mehr mit. Das ist heute zwar keine Seltenheit mehr, lässt aber den geringfügig günstigeren Preis gegenüber dem Motiv Go der ersten Generation relativ erscheinen. Wer kein USB-Netzteil für den Motiv Go 2 übrig hat, muss sich eines mit einer Ladeleistung von 7,5 bis 30 Watt als Zubehör besorgen. Bei Teufel kostet ein solcher USB-C Power-Adapter mit 30 Watt rund 20 Euro.

USB-Audio-Wiedergabe
Ein echter Fortschritt gegenüber der Vorgängergeneration ist hingegen die Möglichkeit, über den USB-Eingang auch Musik in hoher Qualität wiederzugeben. Das klappte zuverlässig am aktuellen MacBook Pro M5. Am iPhone hingegen verweigerte der Speaker den USB-Sound nach einem kurzen erfolgreichen Versuch komplett. Das erschien im ersten Moment wie ein kleiner Bug der frühen Firmware-Variante des Teufel-Speakers, den wir schon vor Markteinführung zum Test in den Händen hielten. Doch ein Neustart meines iPhones zeigte, dass dieses Problem allein auf die geballte Apple-Intelligenz aus Cupertino zurückging, die mich als langjährigen Nutzer die letzte Zeit viel Nerven und Vertrauen gekostet hat… Im Laufe des Test der Kabelwiedergabe vom Smartphone kappte ich mehrmals die Verbindung und steckte den Stecker wieder in die USB-Buchse, ohne dass das Problem wiederholt auftrat.
Praktisch: Die Smartphone-App funktioniert auch, wenn Audio via USB vom Rechner wiedergegeben wird. So konnte ich vom iPhone etwa die Sound-Presets für die Wiedergabe vom MacBook ändern. Allerdings machte dabei die Lautstärkeregelung der Teufel Go App grobe Sprünge oder blieb hängen. Hier sehe ich noch Update-Potenzial. Übrigens ließ sich der Teufel im Test nicht als Powerbank nutzen. Das via USB verbundene iPhone wurde nicht geladen.
Was ebenfalls nicht gelang, war die Benutzung der USB-Wiedergabe mit dem iPhone und die gleichzeitige Steuerung des Motiv Go 2 über die Teufel App, weil in diesem Fall die Bluetooth-Verbindung gekappt wurde. Das sollte man im voraus bedenken, weil man dann auf viele, nur über die App zugängliche Einstellungen nicht mehr zugreifen kann.

Party-Tauglichkeit als Teil des neuen Konzepts
Ein Plus ist auf jeden Fall die neue PartyLink-Funktion. Mehrere Geräte der Berliner Marke lassen sich kabellos koppeln, entweder als größere Gruppe oder als Stereo-Paar. Dazu zählen etwa der Rockster Go 2 oder der recyclingfreundliche Teufel MYND, die beide schon bei STEREO GUIDE zum Test antraten.
Gerade hier hatte Teufel bislang Nachholbedarf gegenüber JBL oder Bose, die Multi-Speaker-Setups schon länger konsequent umsetzen. Mit dem Motiv Go 2 schließt der Berliner Direktversender diese Lücke deutlich.
Bedienung und App
Neu ist auch die bereits erwähnte Integration in die Teufel Go App, die den Bluetooth-Lautsprecher auch über Firmware-Updates auf dem neusten Stand hält. Dafür sind etwas über 10 Minuten zu veranschlagen und der Motiv Go 2 muss während des gesamten Updates über ein Netzteil mit Strom versorgt werden.
Nutzer können jetzt in der App Klangparameter wie Bass und Höhen anpassen oder auf verschiedene Soundmodi zugreifen. So stehen in der für iOS und Android in den entsprechenden Download-Stores kostenlos angebotenen App gleich neun Sound-Presets zum Abruf bereit. Dazu zählen eine Neutral-Abstimmung, ein Party- und ein Nacht-Modus und eine vom Nutzer speicherbare Abstimmung der Klangregelung. Auf einen Mehrband-Equalizer wie er bei JBL und Co. üblich ist, verzichtet Teufel auch beim Motiv Go 2. Doch gebenüber dem Vorgänger, der gänzlich ohne App auskommen musste, bedeutet die zweite Auflage des Klassikers einen sinnvollen Schritt nach vorne.
Nun gibt es auch einen Eco-Modus, der Punch, Tiefgang und Dynamik des kleinen Bluetooth-Speakers beschneidet, um die Laufzeit zu verlängern. Der Einschnitt erscheint zwar deutlich, aber beeinträchtigt die klangliche Ausgewogenheit nicht ganz so drastisch wie etwa der Öko-Modus beim JBL Flip 7.






Dynamore jetzt mit mehr Räumlichkeitsgefühl
Ergänzt wird das Ausstattungspaket durch eine überarbeitete, wie üblich auch direkt am Gerät über eine eigene Taste aktivierbare Dynamore-Funktion, die für eine breitere Stereoabbildung sorgt. (Achtung, Spoiler): Im direkten Eindruck wirkte die Bühne im Hörtest tatsächlich breiter, höher und plastischer als beim Vorgänger. Ein Fortschritt in einenm Bereich, in dem derart kompakte Lautsprecher gewöhnlich an ihre Grenzen stoßen.
Die Bedienung erfolgt weiterhin über Tasten auf der Oberseite unter einer Gummiabdeckung. Teufel spricht von einer verbesserten Erkennbarkeit. An unserem Testmuster war das jedoch nicht nachvollziehbar. Die Tasten unterscheiden sich hauptsächlich durch ihre glatte Oberfläche, nicht durch Farbkontrast oder Beleuchtung. Bei schlechtem Licht ist das gerade bei unserer schwarzen Ausführung wenig hilfreich. Beim Ertasten war sogar die bisgerige Anordnung mit dem durch Wölbung gervorgehobenen, zentrale angeordneten Play/Pause-Button und den links und rechts davon angeordneten Skipt-Tasten zumindest nach meinem Eindruck eindeutig besser. Allerdings scheint das, den heute erschienenen Pressefotos nach, nur unser vorab produziertes Testmuster zu betreffen.


Teufel bleibt Treiber-Konzept treu
Am akustischen Grundkonzept des Motiv Go hat Teufel nichts verändert. Zwei 2-Zoll-Breitbandtreiber mit Aluminium-Membranen und zwei Passivmembranen kommen weiterhin in dem, durch einen Alurahmen stabilisierten Gehäuse zum Einsatz. Die beiden ovalen Passiv-Radiatoren sitzen Rücken an Rücken zwischen den Breitbändern, die weiterhin mit 20 Watt Gesamtleistung angetrieben werden. Laut Hersteller wurde die Abstimmung verfeinert, was sich in einem ausgewogeneren und detailreicheren Klangbild zeigen soll.
Optisch bleibt sich der Lautsprecher treu. Das robuste Metallgehäuse wirkt hochwertig und soll nach IPX5-Norm Strahlwasser widerstehen. Neu ist eine zusätzliche Farbvariante in Lavendel, die das ansonsten klassische Design etwas auflockert.
Sound-Test: So klingt der Teufel Motiv Go 2
Leider hatten wir in der Redaktion den Vorgänger zum direkten Vergleich nicht mehr zur Hand. Doch lässt sich aus den Aufzeichnungen und Erinnerungen sagen, dass die Grundabstimmung dem gleichen Vorbild folgt: Ausgewogenheit im Mittel-Hochtonbereich, gestützt auf ein, für die vergleichsweise kompakten Abmessungen stattliches Bass-Fundament.
Was mir sofort auffiel, war die gesteigerte Wirkung von Dynamore. Die Stereo-Basisverbreiterung arbeitet jetzt so gut, dass man den Klang nicht als zu diffus empfindet, wenn man sie anschaltet. Wichtiger noch: Nach dem Abschalten fehlt einem erst mal etwas – etwas von allem, was Raum und Tiefe ausmacht. Das Klangbild scheint dann im ersten Moment regelrecht in sich zusammenzufallen. Ein besseres Kompliment kann man einer derartigen Trickserei in einer Bluetooth-Box dieser Größe gar nicht machen.

Mit aktiviertem Dynamore löst sich der Klang gerade bei freier Aufstellung seitlich deutlich vom Gehäuse. Bei „Money“ von Pink Floyd stehen Effekte wie Münzen oder Spielautomaten hörbar außerhalb des Lautsprechers. Das funktioniert so gut, dass man fast vergisst, wie kompakt das Gehäuse eigentlich ist. Entsprechend bleibt die Funktion im Alltag im Normalfall bei den meisten Nutzern sicher dauerhaft aktiviert. Wer ein richtiges Panorama erwartet, muss allerdings einen zweiten Motiv Go 2 mit der neuen Stereo-Pairing-Funktion über Bluetooth koppeln.
Tolle Bass-Performance
Wenn es neben Räumlichkeit eine Disziplin gibt, in der viele portable Lautsprecher dieser Größe traditionell schwächeln, dann ist es der Bass. Genau hier setzt der Motiv Go 2 ein Ausrufezeichen. Schon beim Vorgänger war das eine Stärke – und das gilt weiterhin. Tracks wie „Africa“ in der Live-Version von Toto profitieren von einem Bass, der nicht nur präsent ist, sondern auch Struktur und Druck mitbringt. Die Drums haben Punch, wirken körperhaft und bleiben dabei erstaunlich differenziert.
Noch deutlicher wird das bei elektronischer Musik. Die tiefen, druckvollen elektronischen Sounds in „Ratchets“ von Hedegaard kommen mit einer Selbstverständlichkeit, die man einem Lautsprecher dieser Größe kaum zutraut. Das wirkt nicht aufgebläht, sondern kontrolliert und erstaunlich erwachsen.
Eigenet sich für alle Musikarten gleichermaßen
Im Mittel- und Hochtonbereich zeigt sich der Motiv Go 2 von seiner angenehmen Seite. Stimmen werden sauber und mit einem gewissen Ausdruck dargestellt, ohne Härten oder künstliche Schärfe. Gerade bei reduzierten Arrangements kommt das gut zur Geltung, weil nichts vordergründig wirkt. Stattdessen ergibt sich ein stimmiges Gesamtbild, das länger hören lässt, ohne zu ermüden.
Ein weiterer Pluspunkt sind die Dynamikreserven. Der Motiv Go 2 spielt überraschend souverän auf, auch wenn man die Lautstärke deutlich erhöht. Selbst bei gehobenenPegeln wirkt er nicht angestrengt. Für kleine bis mittelgroße Räume reicht das locker aus – und ersetzt im Alltag durchaus eine klassische Kompaktanlage, solange es nicht um die perfekte Stereo-Abhörposition geht, sondern um musikalische Präsenz im Raum.
Unterm Strich zeigt der Motiv Go 2 im Hörtest genau das, was man sich von einem modernen Bluetooth-Lautsprecher wünscht: Er kombiniert erwachsene Klangbalance mit für die Größe erstaunlichem Bass, überzeugender Räumlichkeit und hoher Alltagstauglichkeit.
Fazit und Alternativen: Teufel Motiv Go 2
Unterm Strich zeigt der Motiv Go 2 eine klare Entwicklung: weg vom vielseitigen Allrounder, hin zum modernen Streaming-Lautsprecher mit Fokus auf App, Multi-Speaker-Betrieb und kabellose Nutzung. Damit rückt er näher an die Nutzungsszenarien von JBL und Bose heran, setzt aber eigene Schwerpunkte. Nicht zuletzt durch das weiter optimierte Dynamore-Verfahren klingt er deutlich räumlicher als die Alternativen JBL Flip 7 oder Bose SoundLink Flex.
Was den Vergleich mit dem Vorgänger betrifft, kann die 2. Generation des Motiv Go ebenfalls durch ihre für die Größe auffallend gute Bühnendarstellung punkten. Auch Party-Modus und Stereo-Pairing plus USB-Wiedergabe dürften neben der App für die meisten Nutzer stichhaltige Argumente sein. Den Verzicht auf den analogen AUX-Eingang und das Freisprech-Mikrofon sollte das für die meisten Nutzer kompensieren. Allerdings könnten einige das serienmäßige Netzteil vermissen, auch wenn man jetzt dem Einheitstrend folgend über USB-C-Buchse laden kann.
Weitere Alternativen in der Bluetooth-Lautsprecher-Bestenliste von STEREO GUIDE
Technische Daten Teufel Motiv Go 2
- Preisempfehlung des Herstellers: 230 Euro
- Abmessungen (B x H x T): 21,1 x 6,6 x 11,5 cm
- Gewicht: 935 g
- Akkulaufzeit bis zu 14/15 Stunden (ohne/mit Eco-Modus)
- Besonderheiten: Bluetooth 5.3, Schutz gegen Strahlwasser gemäß IPX5, Multipoint-Verbindung, Party-Modus, Stereo-Pairing,
- Mehr unter: teufel.de
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