Bose übernimmt Skullcandy und erweitert damit sein Geschäft mit Kopfhörern, In-Ears und Lautsprechern um eine Marke mit engen Verbindungen zu Sport, Musik und Gaming. Die am 21. Oktober 2026 bekanntgegebene Übernahme folgt auf einen weiteren Zukauf: Bereits am 1. Oktober meldete Bose den Kauf des australischen FMOD-Entwicklers Firelight Technologies. Beide Schritte unterstreichen den Anspruch, neue Zielgruppen und zusätzliche Einsatzfelder für die eigene Audiotechnik zu erschließen.
Skullcandy bleibt eine eigenständige Marke
Skullcandy wird Teil von Boses Geschäftsbereich Premium Consumer Audio, soll aber seine eigene Identität behalten. Auch der Sitz in Park City im US-Bundesstaat Utah bleibt bestehen. Die 2003 gegründete Marke ist in der Boardsport-Szene verwurzelt und pflegt Verbindungen zu Musik, Gaming und Fitness. Genau diese Gemeinschaften sind für Bose interessant: Nach eigenen Angaben möchte das Unternehmen damit Menschen erreichen, bei denen es bisher weniger präsent ist.
Bose erwarb Skullcandy von einem durch Mill Road Capital Management verwalteten Fonds. Der Kaufpreis und weitere finanzielle Einzelheiten bleiben vertraulich. Für Skullcandy sind Investitionen in das weitere Wachstum vorgesehen. Die Marke soll Zugang zu zusätzlichen Technologien, Ressourcen und dem weltweiten Vertriebsnetz von Bose erhalten und zugleich ihren eigenen Stil weiterentwickeln können.
Aus „Sound by Bose“ wird mehr
Die beiden Unternehmen kennen sich bereits aus einer mehrjährigen Zusammenarbeit. Unter dem Namen „Sound by Bose“ floss Audiotechnik des neuen Eigentümers schon bisher in In-Ears und Kopfhörer von Skullcandy ein. Die Übernahme führt diese Partnerschaft nun unter einem gemeinsamen Unternehmensdach fort.
Bose-Chefin Lila Snyder beschreibt den Zukauf als Teil einer langfristigen Strategie: Mehr Menschen sollen über eigene Produkte, Technologiepartnerschaften und eine wachsende Markenfamilie erreicht werden. Skullcandy bringt dafür seine Gestaltung, die Kenntnis seiner Kundschaft und die Verbindungen zu unterschiedlichen Szenen mit. Bose steuert Audiotechnik, Entwicklungsressourcen und internationale Reichweite bei.
Firelight und FMOD bringen Bose näher an die Spieleentwickler
Eine andere Seite dieser Expansion zeigt die am 1. Oktober 2026 angekündigte Übernahme von Firelight Technologies. Das Unternehmen aus Melbourne entwickelt FMOD, eine Softwareplattform für interaktiven Ton. Damit lassen sich Musik und Geräusche gestalten, die in Echtzeit auf das Geschehen in einem Spiel reagieren.
FMOD verbindet die Gestaltungswerkzeuge von FMOD Studio mit einer plattformübergreifenden Engine für die Wiedergabe. Die Software lässt sich unter anderem in die Spiele-Engines Unity und Unreal integrieren und kommt auf Konsolen, Computern und Mobilgeräten zum Einsatz.
Bose ordnet den Zukauf seinem Geschäftsfeld Audio Technology zu und bezeichnet Gaming ausdrücklich als Wachstumschance. FMOD soll für Entwickler und Partner weiterhin zugänglich bleiben und weiterentwickelt werden. Langfristig will Bose auch Möglichkeiten für Virtual und Augmented Reality, Anwendungen im Auto und weitere Bereiche mit interaktivem Audio prüfen. Finanzielle Details dieser Übernahme wurden ebenfalls nicht veröffentlicht.
Vom Luxus-HiFi bis zur Gaming-Szene
Mit der Übernahme der McIntosh Group hatte Bose bereits im November 2024 die Traditionsmarken McIntosh und Sonus faber ins Unternehmen geholt. Während diese den Zugang zu anspruchsvollen HiFi-Kunden und zum Luxussegment erweitern, bringt Skullcandy seine eigene Lifestyle- und Sportkundschaft mit. Firelight wiederum erschließt die Werkzeuge, mit denen Entwickler interaktive Klangwelten gestalten.
Zusammengenommen ergibt sich daraus eine klare Richtung: Bose baut seine Rolle als Mehrmarkenunternehmen und Technologieanbieter aus. Neue Hörer sollen über unterschiedliche Marken angesprochen werden, während die eigene Audiotechnik zugleich in weitere Produkte und Anwendungen einzieht.






