STEREO GUIDE Testurteil
Der Sony ULT Tower 7 überzeugt mit mächtigem Tiefbass, angenehm runden Mitten und Höhen sowie einer guten Schallverteilung durch zusätzliche rückwärtige Hochtöner. App, Lichtshow und Anschlüsse bis hin zu XLR und USB-C-Audio runden die Ausstattung ab. Die starke Bassfülle kostet allerdings Transparenz, und die 22,8-Kilo-Box lässt sich trotz Rollen wenig komfortabel bewegen. Der handlichere ULT Tower 5 bietet einen überraschend ähnlichen Klangeindruck; JBL punktet mit Trolley-Komfort und Wechselakku.
Vorteile
- Tiefer, voluminöser Bass
- Angenehm runde Abstimmung in Mitten und Höhen
- Umfangreiche App mit 10-Band-EQ sowie vielseitige Anschlüsse
- Gute Schallverteilung durch rückwärtige Hochtöner
Nachteile
- Starke Bassfülle überlagert Mitten und kostet Transparenz
- Bei sehr hohen Pegeln, besonders in ULT 2, harschere Mitten
- Hohes Gewicht und zu niedriger hinterer Griff beim Ziehen auf Rollen
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Natürlichkeit / Transparenz8.7
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Bass / Dynamik9.6
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Praxis / Conncetivity9.2
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Preis/Leistung9.2
Mit Dreiwege-Technik, rückwärtigen Hochtönern und bis zu 30 Stunden Akkulaufzeit erweitert der Sony ULT Tower 7 das Konzept des kleineren Tower 5. Im Hör- und Praxistest beeindruckt die Partybox durch mächtige Bässe und eine breite Schallverteilung. Ihr Gewicht und die wenig überzeugende Handhabung auf Rollen bremsen allerdings die Mobilität.
Nach dem Sony ULT Tower 5 lag die Messlatte für den größeren Bruder hoch. Schon das Einstiegsmodell der neuen ULT-Tower-Serie erzeugt ein Bassfundament, das man ihm angesichts seiner Abmessungen kaum zutrauen würde. Der Tower 7 legt bei Gehäusevolumen, Treiberbestückung und Verstärkerleistung nach. Ob daraus auch ein entsprechend großer klanglicher Fortschritt entsteht, klärten wir im direkten Vergleich.
Für 600 Euro bringt Sony einen 28-cm-Woofer, zwei separate Mitteltöner und vier Hochtöner unter. Hinzu kommen Lichtshow, Karaoke, eine vielseitige App und Anschlüsse, mit denen sich die Box auch in ein DJ-Setup integrieren lässt. Die Ausstattung macht neugierig. Beim Transport machen sich zunächst einmal 22,8 Kilogramm bemerkbar.
Design und Bedienung: Ein Tower mit eigenem Gesicht
Das eigenständige Design gehört zu den Stärken der neuen Sony-Serie. Die klar gegliederte Front mit ihrem umlaufenden Lichtrahmen wirkt modern und besitzt hohen Wiedererkennungswert. Das große, beleuchtete ULT-Symbol in der oberen Gehäuseecke setzt einen zusätzlichen Akzent und übernimmt zugleich eine praktische Aufgabe.
Ein Druck auf die für stehenden wie liegenden Betrieb gut positionierte ULT-Taste wechselt den Klangmodus, mit dem umlaufenden Drehring regelt man die Lautstärke. Die Kombination lässt sich auf einer Party schnell bedienen. Welche Klangprofile die Taste durchschaltet, kann man in der Sony Sound Connect App festlegen. Neben FLAT, ULT 1 und ULT 2 steht LIVE zur Verfügung.
Wie der kleinere Tower lässt sich der 7er stehend oder auf der Seite liegend betreiben. Die Elektronik passt die Klangabstimmung an die Ausrichtung an. Der Spritzwasserschutz nach IPX4 gilt allerdings nur bei senkrechter Aufstellung und vollständig geschlossener Anschlussabdeckung. Für den Garten ist das eine wichtige Unterscheidung.



Drei Wege und sieben Chassis für die Tanzfläche
Den größten technischen Unterschied zum Tower 5 findet man hinter der Front. Dort übernimmt ein 28 Zentimeter großer Tieftöner die Bassarbeit. Zwei 12-cm-Mitteltöner kümmern sich um Stimmen und Instrumente oberhalb des Tieftonbereichs. Beim kleineren Modell muss dessen 23-cm-Tiefmitteltöner beide Aufgaben erfüllen.
Zu den beiden vorderen Hochtönern kommen beim Tower 7 zwei weitere Hochtonlautsprecher auf der Rückseite. Die in Waveguides sitzenden Treiber sollen den Hochton breiter verteilen und auch die Gäste hinter der Box erreichen. Sony fasst das unter dem Namen „360° Party Sound“ zusammen. Insgesamt arbeitet der größere Tower damit als Dreiwege-System mit sieben Chassis.
Der Bassreflexkanal trägt die Bezeichnung ULT DUCT. Sony hat ihn auf hohen Luftdurchsatz und geringe Strömungsstörungen ausgelegt. Die Verstärkerleistung beziffert der Hersteller mit bis zu 420 Watt. Diese Angabe ist auf der Produktseite nicht als RMS-Dauerleistung ausgewiesen.
Die Schallverteilung erweist sich im Hörtest als gelungen. Gerade wenn die Gäste rund um den Lautsprecher stehen oder sich auf der Tanzfläche bewegen, sind die zusätzlichen Hochtöner sinnvoll. Mehr Leute bekommen etwas von den oberen Frequenzen mit. Der technische Mehraufwand bietet hier einen gut nachvollziehbaren Nutzen.

Anschlüsse: Vom Smartphone bis zum DJ-Pult
Der Tower 7 bietet deutlich mehr Möglichkeiten als die bloße Bluetooth-Wiedergabe. Sein Anschlussfeld verbirgt sich unter einer Klappe auf der Rückseite und entspricht dem kleineren ULT Tower 5. Über einen Stereo-Cinch-Eingang nimmt die Partybox analoge Musiksignale entgegen. Ein XLR-Eingang erlaubt die symmetrische Verbindung mit entsprechend ausgestatteten Mischpulten. Ein XLR-Ausgang kann das Signal an weitere Lautsprecher weiterreichen.
USB-C überträgt digitales Audio von einem kompatiblen Smartphone oder Computer. USB-A dient zur Musikwiedergabe von einem Speicherstick und kann ein Mobilgerät laden. Für ein dynamisches Mikrofon steht eine 6,3-mm-Klinkenbuchse bereit. Mikrofonpegel, Echo und Tonart lassen sich direkt am Gerät einstellen.
Bluetooth 5.3 unterstützt SBC, AAC und LDAC. Multipoint erlaubt die Verbindung mit zwei Zuspielern. Zwei Tower 7 lassen sich drahtlos als Stereopaar betreiben. Party Chain verwendet Auracast, um Musik und Beleuchtung auf bis zu 100 kompatiblen Sony-Lautsprechern zu synchronisieren.






Die Sony Sound Connect App bündelt Klang- und Lichtsteuerung sowie Party- und Karaoke-Funktionen. Besonders nützlich ist der 10-Band-Equalizer. Angesichts der kräftigen Bassabstimmung bietet er die Möglichkeit, den Tiefton gezielter an den Raum anzupassen. Dazu kommen die Beleuchtungsprogramme BEAT, WAVE und MELLOW sowie weitere Einstellungen für den Partybetrieb. Eine automatische Klangfeldoptimierung soll die Abstimmung an die Umgebung anpassen.


Mobilität: Rollen allein machen noch keinen Trolley
Mit 42,1 Zentimetern Breite, 71 Zentimetern Höhe und 34,7 Zentimetern Tiefe ist der Tower 7 ein stattliches Stück Partytechnik. Seine 22,8 Kilogramm liegen gut zehn Kilo über dem Tower 5. Vier seitliche Griffmulden helfen beim Anheben und Verladen. Auf längeren Wegen wünscht man sich dennoch Unterstützung.
Sony hat dem 7er dafür Rollen auf der Rückseite spendiert. Zum Ziehen gibt es zusätzlich eine kleine Griffmulde an der oberen Rückwand. Die seitlichen Mulden dienen vor allem zum Anheben und Tragen.
Leider sitzt auch der hintere Griff für bequemes Ziehen zu tief. Kippt man den Tower auf die Rollen, sinkt die Griffposition weiter ab. Im Praxistest mussten wir uns bücken, um die schwere Box zu bewegen. Man wünscht sich schnell einen Griff ausziehen; die seitlichen Mulden bieten beim Rollen ebenfalls keine komfortable Alternative.
Wie komfortabel sich eine schwere Partybox bewegen lässt, zeigt die JBL PartyBox Stage 320 mit ihrem Teleskopgriff und den größeren Rädern mit mehr Bodenfreiheit beim Bewegen. Der Griff bringt die Hand auf eine angenehme Höhe, und die Box lässt sich wie ein Trolley ziehen. Der Sony bleibt trotz seiner Rollen ein schweres Gepäckstück.
Akku: 30 Stunden mit klaren Bedingungen
Sony nennt für den Tower 7 bis zu 30 Stunden Wiedergabe. Die Betriebsanleitung erläutert erfreulich genau, unter welchen Bedingungen dieser Wert zustande kommt: Bluetooth-Verbindung, ULT 1 oder ULT 2, Lautstärkestufe 17 von 50 und ausgeschaltete Beleuchtung. Bei „Vollgas“ und Lichtshow sind in der Praxis immer noch vier bis fünf Stunden möglich. Das ist besser als bei den meisten Mitbewerbern.
Mit eingeschaltetem Licht nennt Sony bei derselben Lautstärke rund 15 Stunden. Bei maximaler Lautstärke und aktivierter Beleuchtung bleiben laut Anleitung etwa drei Stunden. Die 30 Stunden lassen sich deshalb kaum auf einen lauten Partyabend mit voller Lichtshow übertragen. Alle Laufzeiten sind Herstellerangaben.
Eine vollständige Ladung soll bei ausgeschaltetem Gerät ungefähr drei Stunden dauern. Zehn Minuten Schnellladen sollen unter den genannten moderaten Wiedergabebedingungen für weitere drei Stunden Musik reichen. STAMINA spart Energie, indem Licht und Klangeffekte deaktiviert werden.
Beim Akkuwechsel fällt der Vergleich zur JBL kompliziert aus und lässt sich nicht ohne Werkzeug auf die Schnelle erledigen. Sony beschreibt einen integrierten Lithium-Ionen-Akku und verweist bei deutlich nachlassender Kapazität an den Support oder einen Händler. Einen schnellen Austausch durch den Nutzer erklärt die Anleitung nicht. Bei der Stage 320 sitzt der Akku hingegen in einem ohne Werkzeug zugänglichen Fach auf der Rückseite und lässt sich an einem Band herausziehen. Ein separat erhältlicher, geladener Ersatzakku lässt sich auch von technischen Laien in wenigen Handgriffen einsetzen. So kann die Feier abseits der Steckdose mit kurzer Unterbrechung weitergehen. Damit relativiert sich Sonys Vorteil der etwas längeren Akkulaufzeit.
Sony ULT Tower 7 im Hörtest: Mehr Volumen, vertrauter Charakter
Klanglich spielt der große Sony überraschend nah am Tower 5. Der größere Woofer und das zusätzliche Gehäusevolumen machen sich vor allem durch etwas mehr Bassfülle bemerkbar. Der Tiefton gewinnt an Volumen, seine Qualität hebt sich aber kaum vom kleineren Modell ab. Schon der Tower 5 hatte in dieser Disziplin viel zu bieten.
Auch beim 7er stellt FLAT für viele Innenräume die sinnvollste Ausgangsbasis dar. Selbst ohne zusätzlichen ULT-Schub kann das Bassfundament fast schon zu üppig ausfallen. In Wandnähe oder gar einer Raumecke verstärkt sich dieser Eindruck weiter. Abstand zu den Begrenzungsflächen und eine gezielte Korrektur per Equalizer helfen, die mächtige Tieftonfülle in den Raum einzupassen.
ULT 1 legt beim Tiefbass nach. ULT 2 steigert den körperlichen Eindruck noch einmal und macht aus der Box einen ausgesprochen wuchtigen Partymacher. Doch die zusätzliche Bassbetonung hat ihren Preis: Bei sehr hohen Pegeln und bassreicher Musik muss auch der große Tower seinen Tieftöner schützen. Der Bass wächst dann nicht mehr entsprechend mit, während die Mitten etwas harsch werden. Die angenehm runde Abstimmung verliert an Gelassenheit.
Der aufwendigere Dreiwege-Aufbau verschafft dem 7er damit keinen so deutlichen Vorsprung bei hohen Lautstärken, wie die größere Erscheinung zunächst erwarten lässt. Im praktischen Hörvergleich bleibt der Tower 5 bei Pegelfestigkeit und Basswirkung erstaunlich dicht dran.
Gerade beim Einsatz des zweistufigen ULT-Boosts sollte man einen Partyraum haben, der mitspielt. Vor allem gilt das für ULT 1, das die untersten Oktaven so weit aufbläht, dass sich der Party-Lautsprecher im Bass bei höheren Pegeln manchmal zu verschlucken scheint. Die Gefahr von stehenden Wellen und entsprechendem Gewummer macht auch die Aufstellung zu einem entscheidenden Schlüssel zu sauberer Basswiedergabe. In dieser Hinsicht ist der größere Tower noch anspruchsvoller als der unter den gleichen Bedingungen in einem großen Keller mit massiven Wänden getestete ULT Tower 5.
Sony gegen JBL: Rund und mächtig oder klar und direkt
Bei normalen bis gehobenen Lautstärken wirken Mitten und Höhen des Sony angenehm rund. Stimmen springen einen weniger an als bei der JBL PartyBox Stage 320, und der Hochton fügt sich harmonisch ins Klangbild ein. Diese Abstimmung kann gerade bei längeren Hörsessions angenehm sein.
Eine gewisse Verhangenheit bleibt allerdings hörbar. Die enorme Bassfülle überlagert die Mitten und nimmt dem Klangbild Transparenz. Stimmen und Instrumente lassen sich weniger mühelos auseinanderhalten, als man es sich vom größeren Dreiwege-Modell wünschen würde.
Die Stage 320 klingt im direkten Vergleich etwas harscher, öffnet das Geschehen aber deutlicher. Sie wirkt klarer und transparenter durchhörbar. Der Sony kontert mit einem tieferen, voluminösen Bassfundament und seiner angenehmeren Abstimmung oberhalb des Tieftons. Damit setzen die beiden Boxen unterschiedliche Schwerpunkte.
Einen überzeugenden Vorteil besitzt der Tower 7 bei der Schallverteilung. Die hinteren Hochtöner erweitern den Bereich, in dem die Musik ihre Brillanz behält. Auf einer Tanzfläche profitieren davon mehr Gäste als bei einer Box, deren Hochton ausschließlich nach vorne abstrahlt.
Fazit und Alternativen: Der kleinere Sony macht es dem großen schwer
Der Sony ULT Tower 7 verbindet ein sehr gelungenes, eigenständiges Design mit vielseitigen Anschlüssen, einer umfangreichen App und einer guten Schallverteilung. Sein tiefer, voluminöser Bass schafft viel Partystimmung. Die angenehm runden Mitten und Höhen wirken weniger anspringend als bei der direkten JBL-Konkurrenz.
Die große Bassfülle überlagert allerdings einen Teil der Mitten und kostet Transparenz. Die JBL PartyBox Stage 320 zeichnet klarer und offener, kann dabei aber auch etwas harscher wirken. Bei der Mobilität fährt JBL mit seinem Party-Trolley förmlich davon. Ihr schnell wechselbarer Akku bietet einen weiteren praktischen Vorteil für Feiern ohne Netzanschluss.
Das wenig überzeugende Transporterlebnis mindert beim Sony etwas die Freude über das schöne Design. Sein stärkster Konkurrent kommt zudem aus dem eigenen Haus: Der ULT Tower 5 ist handlicher und liefert eine ähnliche Pegelfestigkeit sowie kaum weniger eindrucksvolle Bassfülle. Wer vor allem für die zusätzliche Schallverteilung und die längere nominelle Akkulaufzeit zum 7er greift, bekommt nachvollziehbare Extras. Allein für den klanglichen Zugewinn sind 200 Euro Aufpreis und gut zehn zusätzliche Kilogramm dagegen eine beträchtliche Zulage.
Weitere Alternativen finden Sie in unserer Bluetooth-Lautsprecher-Bestenliste
Technische Daten: Sony ULT Tower 7
- Preisempfehlung des Herstellers: 600 Euro
- Abmessungen (B x H x T): 42,1 × 71 × 34,7 cm
- Akkulaufzeit: Bis zu 30 Stunden ohne Licht; rund 15 Stunden mit Licht
- Laden: Vollständig ca. 3 Stunden bei ausgeschaltetem Gerät; 10 Minuten Schnellladen für bis zu 3 Stunden Wiedergabe
- Gewicht: 22,8 kg
- Farbe:Schwarz
- Besonderheiten: Bluetooth 5.3; SBC, AAC, LDAC; Multipoint, Analogeingänge (Cinch-Eingang, XLR-Eingang, XLR-Ausgang, USB-A, USB-C-Audio, 6,3-mm-Mikrofoneingang), Stereo-Pairing, Partymodus via Auracast, App-Steuerung, LED-Partylicht, PX4 bei senkrechter Aufstellung
- Mehr unter: www.sony.de






