STEREO GUIDE Testurteil
Der kleinste Party-Lautsprecher aus Sonys neuer ULT-Tower-Reihe tritt mit 300 Watt, 23-cm-Woofer, Lichtshow und Karaoke-Funktionen an. Im Test punktet der ULT Tower 5 mit verblüffendem Tiefgang und für Partyboxen-Verhältnisse natürlichen Stimmen – doch in normalen Wohnräumen kann sein Bass schnell zu viel des Guten werden.
Vorteile
- Für die Größe außergewöhnlich tiefer und mächtiger Bass
- Homogene Mitten und frische Höhen
- Sehr gute App mit 10-Band-EQ, Licht-, DJ- und Karaoke-Funktionen
- USB-C-Audio, Cinch sowie XLR-Ein- und -Ausgang
Nachteile
- Gerade ULT 2 neigt in kritischen Räumen zum Wummern
- Trotz vier Griffen allein nicht bequem zu bewegen
- IPX4 gilt nur bei senkrechter Aufstellung
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Natürlichkeit / Transparenz8.6
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Bass / Dynamik9.3
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Praxis / Connectivity9.3
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Preis/Leistung9.3
Sonys neuer ULT Tower 5 ist der kleinste von drei neuen Tower-Lautsprechern der ULT Power Sound Serie. Klein wirkt an ihm allerdings wenig. Das gilt bereits für die dynamische Beleuchtung, vor allem aber für den Bass, der selbst ohne ULT-Boost tief in den Keller steigt. Und genau dort musste sich die neue Partybox auch beweisen: in einem großen Kellerraum, wo wir sie bis ans Limit aufdrehen konnten, ohne uns um die Nachbarn sorgen zu müssen.
Der Vergleich zur JBL PartyBox Club 120 drängt sich besonders auf. Beide starteten für rund 400 Euro, liegen bei Größe und Gewicht nahe beieinander und verbinden Akkubetrieb mit Lichtshow, App sowie Karaoke-Funktionen. Klanglich setzen sie jedoch unterschiedliche Prioritäten.
Neuer Look: Der kleinste Tower macht groß was her
Schon optisch bedeutet die neue ULT-Tower-Generation für Sony einen großen Schritt. Der ULT Tower 5 wirkt moderner und eigenständiger als frühere Party-Lautsprecher der Marke. Der umlaufende Lichtrahmen, das große leuchtende ULT-Symbol und die klar gegliederte Form schaffen hohen Wiedererkennungswert. Auch Materialwahl und Verarbeitung hinterlassen für die Preisklasse einen sehr guten Eindruck.
Mit 35,8 Zentimetern Breite, 53,4 Zentimetern Höhe und 28 Zentimetern Tiefe bleibt der Sony noch vergleichsweise kompakt. Seine 12,7 Kilogramm wollen dennoch bewegt werden. Sony integriert dafür an beiden Seiten oben und unten insgesamt vier Griffmulden. Beim Verladen zu zweit ist das praktisch, allein muss man den Lautsprecher aber mit beiden Händen quer vor dem Körper tragen. Der ausklappbare, trolleyartig wirkende Bügel der vergleichbaren JBL PartyBox Club 120 macht den Transport für eine Person angenehmer.
Gummifüße an der Unterseite und an der rechten Gehäuseseite erlauben wahlweise den stehenden oder liegenden Betrieb. Die Elektronik passt die Wiedergabe an die Ausrichtung an. Klanglich würden wir dennoch die vertikale Position bevorzugen: Dann strahlt einer der beiden Hochtöner schräg nach links, der andere nach rechts. Das verteilt die Höhen besser im Raum und lässt die Abbildung breiter erscheinen.
Echtes Stereo entsteht dadurch nicht. Dafür stehen die beiden Hochtonkanäle zu dicht beieinander, während sich beide den einzelnen Tief-Mitteltöner teilen. Wer eine belastbare Stereo-Bühne möchte, kann zwei ULT Tower 5 drahtlos als linke und rechte Box koppeln.

23-cm-Woofer und 300 Watt: Sonys Rezept für Tiefgang
Unter dem stabilen Frontgitter arbeitet ein neu entwickelter runder Tieftöner mit 23 Zentimetern Durchmesser. Darüber sitzen die beiden seitlich angewinkelten 6-cm-Hochtöner. Einen separaten Mitteltöner gibt es nicht; der große Woofer muss deshalb neben dem Bass auch den Grund- und Mitteltonbereich übernehmen. Genauer betrachtet handelt es sich also um einen kräftigen Tiefmitteltöner.
Für zusätzlichen Tiefgang setzt Sony auf einen strömungsoptimierten Bassreflexkanal namens ULT DUCT. Den Antrieb übernimmt ein speziell abgestimmter Verstärker, dessen Ausgangsleistung der Hersteller mit bis zu 300 Watt angibt. Über die große ULT-Taste lassen sich vier Klangprofile abrufen: FLAT, ULT 1, ULT 2 und LIVE. Zusätzlich steht in der Sony Sound Connect App ein 10-Band-Equalizer zur Verfügung.
Bedienung: Der ULT-Regler ist immer oben
Die beste Bedienidee ist gleichzeitig das optische Markenzeichen des Lautsprechers. Um das beleuchtete ULT-Symbol verläuft ein griffiger Drehring für die Lautstärke. Ein Druck auf die Mitte wechselt durch die Klangmodi; die wechselnde Farbe des Symbols zeigt die Auswahl an. Weil der Regler in einer Gehäuseecke sitzt, bleibt er sowohl im stehenden als auch im liegenden Betrieb oben und gut erreichbar.
Das ist einfacher, als für jede Funktion ein eigenes Bedienelement vorzusehen, und im Halbdunkel einer Party schnell verstanden. Welche der vier Einstellungen beim Drücken überhaupt durchlaufen werden, lässt sich in der App festlegen. Wer etwa nur FLAT und ULT 1 nutzt, kann ULT 2 und LIVE in der App abwählen und erspart sich unnötiges Weiterklicken.


Anschlüsse: Partybox trifft kleines DJ-Werkzeug
Sony beschränkt den ULT Tower 5 nicht auf Bluetooth. Ein Stereo-Cinch-Eingang nimmt das analoge Signal eines Zuspielers oder DJ-Mischpults entgegen. Noch ungewöhnlicher in dieser Klasse sind ein XLR-Eingang und ein XLR-Ausgang. Darüber lässt sich professionelleres DJ-Equipment anschließen oder das Signal an weitere Lautsprecher durchschleifen.
USB-C überträgt digitales Audio direkt von einem Smartphone oder Computer. Der USB-A-Port spielt Musik von einem Speicherstick und kann ein Mobilgerät laden. Für ein kabelgebundenes Mikrofon gibt es eine 6,3-mm-Klinkenbuchse. Bluetooth 5.3 unterstützt neben SBC und AAC auch Sonys höherwertigen LDAC-Codec. Zwei gleiche Lautsprecher lassen sich als Stereopaar betreiben; Party Chain synchronisiert per Auracast Musik und Beleuchtung auf bis zu 100 kompatiblen Sony-Boxen.
Die Anschlüsse sitzen geschützt hinter einer Abdeckung auf der Rückseite. Das mitgelieferte Stromkabel verwendet allerdings keinen üblichen Standardanschluss. Diese Sonderlösung dürfte der Abdichtung geschuldet sein, macht Ersatz unterwegs aber unnötig kompliziert. Die Schutzklasse IPX4 gilt ohnehin nur bei korrekt geschlossener Abdeckung und senkrechter Aufstellung. Wasserdicht ist die Box damit nicht, gegen Spritzwasser bei einer Gartenparty aber gewappnet.









Sound Connect: Eine App reicht
Erfreulich: Anders als bei manchen älteren Sony-Partyboxen ist keine zusätzliche Fiestable App mehr nötig. Die Sony Sound Connect App bündelt Klang, Licht und Partyfunktionen an einem Ort. Selbst ihre Startansicht lässt sich teilweise anpassen. Wer die ULT-Umschaltung ausschließlich am Lautsprecher erledigt, kann sie aus dem Basismenü entfernen.
Der 10-Band-Equalizer erlaubt deutlich gezieltere Korrekturen als die oft üblichen drei Regler für Bass, Mitten und Höhen. Das ist bei einer derart basskräftigen Box mehr als Spielerei: Schon ein kleiner Eingriff im problematischen Bassbereich kann zwischen mächtig und wummernd entscheiden.
Auch die Lichtshow lässt sich in der App steuern. Sony bietet unter anderem die Programme BEAT, WAVE und MELLOW. Im Party-Pad-Menü warten unter „Sampler“ Effekte wie Phaser oder Robot. Unter „Isolator“ lassen sich durch Wischen über eine Touchfläche einzelne Frequenzbereiche beeinflussen und Effektverläufe erzeugen.
Für Karaoke stehen Echo, Key Control, Voice Changer und Vocal Removal bereit. Damit lässt sich die Tonart an die eigene Stimmlage anpassen oder der Gesang in vielen Aufnahmen abschwächen. Mikrofonlautstärke, Echo und Tonart sind für den schnellen Zugriff auch direkt am Lautsprecher regelbar.
Akku: 20 Stunden und ein brauchbarer Sparmodus
Sony verspricht bis zu 20 Stunden Akkulaufzeit. Dieser Wert gilt bei eingeschaltetem ULT-Modus, moderater Lautstärke und deaktivierter Beleuchtung; im Partyeinsatz mit hohem Pegel und Licht fällt die Laufzeit naturgemäß kürzer aus. Zehn Minuten Schnellladen sollen für weitere 100 Minuten Wiedergabe reichen.
Hinter STAMINA verbirgt sich der Energiesparmodus. Er reduziert vor allem den Bass und verlängert damit die Spielzeit. Bei kleinen Bluetooth-Boxen bleibt nach solchen Eingriffen häufig nur ein dünner Klang übrig, der kaum noch für Musik taugt. Der ULT Tower 5 startet mit so viel Tieftonsubstanz, dass selbst STAMINA noch ordentlich Körper und Rhythmus übrig lässt. Für Hintergrundmusik ist der Modus deshalb absolut brauchbar.


Sony ULT Tower 5 im Sound-Test: Schon FLAT geht in den Keller
Der große Kellerraum des FAZ Kaufkompass, für den ich die Kategorie Partyboxen betreue, dient normalerweise als Waschküche für Waschmaschinentests. Mit seinem massiven Boden und den ebenso soliden Wänden erwies er sich aber auch als ideales Revier, um den ULT Tower 5 einmal richtig von der Leine zu lassen.
Bei „INFERNO“ von HEDEGAARD aus unserer Extreme-Bass-Testauswahl machte der Sony den Unterschied zwischen Tiefgang und bloßem Punch deutlich. Viele Partyboxen betonen den oberen Bass, weil das unmittelbar schnell und druckvoll wirkt. Der ULT Tower 5 steigt tiefer hinab und vermittelt dadurch mehr Größe. Gleichzeitig bleibt FLAT von allen Einstellungen die ausgewogenste Wahl für gemischte Musikprogramme.
Genau hier setzt die JBL PartyBox Club 120 einen anderen Akzent. Sie schiebt stärker im Oberbass, wodurch Kickdrums direkter anspringen und Beats rhythmisch besonders mitreißend wirken. Bei Depeche Modes „Enjoy the Silence“ besitzt die JBL deshalb auf Anhieb mehr Vorwärtsdrang. Der Sony hält mit mehr Fundament dagegen: Sein Bass reicht tiefer und besitzt mehr schwarze Substanz.
ULT 1 oder ULT 2? Tiefgang gegen Punch
ULT 1 legt vor allem im Tiefbass nach. Frei aufgestellt oder draußen kann das eindrucksvoll sein, denn der Sony erzeugt dann ein Bassfundament, das man eher von einer deutlich größeren Box erwartet. In normalen Wohnräumen sollte man sich langsam herantasten. Wände verstärken den Tiefton, Raumecken noch drastischer. Was im großen Kellerraum mächtig klingt, kann im Wohnzimmer bereits zu viel des Guten sein.
ULT 2 betont stärker den Oberbass und zielt damit auf das körperliche Gefühl von Kick und rhythmischem Punch. Mit einfachen Dance-Beats kann das Spaß machen. Bei komplexerer Musik und höheren Lautstärken gerät die Abstimmung allerdings ins Dickliche. Basslinien verlieren Kontur, einzelne Schläge fließen ineinander und in kritischen Räumen beginnt es schneller zu wummern. ULT 2 ist deshalb kein grundsätzlich „besserer“ Modus, sondern ein Effekt für die passende Aufnahme, Aufstellung und Stimmung.
Auch der 23-cm-Tiefmitteltöner kann die Physik nicht außer Kraft setzen. Bei bassreicher Musik und sehr hohen Pegeln greift die Schutzschaltung hörbar ein, um zu große Membranauslenkungen zu vermeiden. Dann wächst der Bass nicht mehr proportional mit der eingestellten Lautstärke. JBL sichert sich durch die stärkere Konzentration auf den Oberbass etwas mehr nutzbare Pegelreserve. Der Sony tauscht einen Teil davon gegen echten Tiefgang. Das ist eine nachvollziehbare und aus unserer Sicht durchaus reizvolle Priorität.

Natürliche Stimmen statt Partybox-Schärfe
Die eigentliche Überraschung liegt oberhalb des Bassbereichs. Sonys kleinere ULT-Modelle gefielen uns bereits mit ihrer homogenen Mitten- und Höhenwiedergabe – vom ULT Field 1 über den ULT Field 5 bis zum ULT Field 7. Der ULT Tower 5 führt diese Familienabstimmung fort, verleiht ihr aber etwas mehr Disco-Glanz.z.
Selbst bei audiophilen Aufnahmen wie Anette Askviks „Liberty“ blieb die Stimme angenehm körperhaft und natürlich. Die beiden Hochtöner zeichneten die atmosphärischen Details frisch und relativ fein nach, ohne Zischlaute unnötig zu verschärfen. Trotz des breiten Abstrahlverhaltens entstand aus einer Box keine echte Stereo-Bühne, doch auch Hörer seitlich der Mittelachse bekamen noch ein ausgewogenes Klangbild.
„Till Tomorrow“ von Yello und Till Brönner bestätigte den Eindruck. Die Höhen wirkten lebendig und sauber genug, um den Glanz der Trompete klar, aber unaufdringlich herauszuarbeiten. Stimmen und Instrumente blieben besser ausbalanciert, als man es von vielen auf maximalen Showeffekt getrimmten Partyboxen kennt.
Gegenüber den kleineren ULT-Field-Lautsprechern rückt der Tower Präsenz und Höhen etwas stärker nach vorn. Das passt zum Einsatz auf einer Feier, bleibt aber weniger exzessiv als bei der JBL PartyBox Club 120. Die JBL kann abhängig von Aufnahme und Aufstellung vergleichsweise kühl und bisweilen harsch wirken. Der Sony wird erst dann etwas rau, wenn bassreiche Musik sehr laut läuft und der gesamte Lautsprecher an seine Grenzen kommt.
Sony ULT Tower 5 oder JBL PartyBox Club 120?
Die beiden Partyboxen verfolgen in derselben Preisklasse unterschiedliche Klangideale. Die JBL PartyBox Club 120 wirkt durch ihren betonten Oberbass und die hohe Impulsfreude besonders rhythmisch. Sie bewahrt bei extremen Pegeln etwas mehr Reserven und lässt sich dank ihres zentralen Klappgriffs allein leichter bewegen.
Der Sony ULT Tower 5 kontert mit tiefer reichendem Bass, natürlicheren Stimmen und einem weniger scharfen Hochton. Seine Anschlussvielfalt mit Cinch, USB-C-Audio sowie XLR-Ein- und -Ausgang ist für 400 Euro bemerkenswert. Wer maximalen Kick und unkompliziertes Einhand-Handling sucht, dürfte bei JBL landen. Wer mehr Tiefgang, kultiviertere Stimmen und flexiblere DJ-Anbindung möchte, bekommt mit dem Sony das spannendere Paket.
Fazit und Alternativen: Viel Partybox fürs Geld – manchmal sogar zu viel Bass
Viele Partyboxen täuschen Größe mit einer kräftigen Oberbassbetonung vor. Der Sony ULT Tower 5 hat solche Tricks nicht nötig. Sein 23-cm-Woofer erzeugt schon in FLAT ein tiefes, dunkles und körperlich spürbares Fundament. Gleichzeitig klingen Stimmen erstaunlich natürlich und die Höhen frisch, ohne unnötig scharf zu werden. Damit verbindet der kleinste neue ULT Tower Party-Spaß und HiFi-Tugenden überzeugender als viele direkte Konkurrenten.
Seine größte Stärke ist zugleich die wichtigste Warnung: Der Bass verlangt nach einer vernünftigen Aufstellung. Abstand zu Wänden und besonders zu Raumecken ist Pflicht, ULT 1 und besonders ULT 2 sollte in Innenräumen gezielt eingesetzt werden. Wer diese Regeln beachtet, erhält für 400 Euro eine hochwertig wirkende, ausdauernde und enorm vielseitige Partybox mit Lichtshow, Karaoke, DJ-Anschlüssen und echtem Tiefgang.
Die JBL Partybox Club 120 kontert mit mehr Transparenz und einer Extraportion Frische. Und sie wirkt klarer, transparenter, weil der eher „schnelle“ als tiefe Bass nicht so viel Details im Mitteltonbereich verdeckt. Ihr größtes Plus ist allerdings das vom Trolley inspirierte Konzept mit Teleskopgriff und Rollen.
Weitere Alternativen finden Sie in unserer Bluetooth-Lautsprecher-Bestenliste
Technische Daten: Sony ULT Tower 5
- Preisempfehlung des Herstellers: 400 Euro
- Abmessungen (B x H x T): 35,8 × 53,4 × 28 cm
- Akkulaufzeit: bis zu 20 Stunden laut Herstelle
- Schnellladen: 10 Minuten für bis zu 100 Minuten Wiedergabe
- Gewicht: 12,7 kg
- Farbe:Schwarz
- Besonderheiten: Bluetooth 5.3, Analogeingänge (Cinch-Eingang, XLR-Eingang, XLR-Ausgang, USB-A, USB-C-Audio, 6,3-mm-Mikrofoneingang), Stereo-Pairing, Partymodus via Auracast, App-Steuerung, LED-Partylicht
- Mehr unter: www.sony.de






