STEREO GUIDE Test-Urteil
Ideal für alle, die einen mobilen Lautsprecher mit kräftigem Bass, langer Akkulaufzeit und hoher Alltagstauglichkeit suchen. Bis auf das hohe Gewicht gut geeignetl für Outdoor-Einsätze oder einfach lauten Musikgenuss.
Vorteile
- Hohe Lautstärkereserven und kräftiger Bass
- Praktische Features: Schnellladen, Powerbank, Stereo-Pair
- App-Steuerung und Equalizer
- Analoger AUX-Eingang
Nachteile
- Mittenwiedergabe bei hoher Lautstärke leicht rau
- Etwas schwer für unterwegs (3,3 kg)
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Natürlichkeit / Transparenz8
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Bass / Dynamik8.4
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Praxis / Connectivity9.2
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Preis/Leistung9
Konzeptionell ist der neue Sony ULT Field 5 eine zwei Nummern größere Variante des im letzten Jahr getesteten ULT Field 1. Doch die Japaner verwandelten das Runde in das Eckige, was die Gehäuseform betrifft. Entsprechend bekamen auch die beiden seitlichen Bass-Radiatoren eine eckige Form. Die darin integrierten LED-Lichteffekte lassen sich über einen Knopf unter der Klappe für das rückseitige Anschlussfeld oder über die App regeln. Damit macht der 3,3 Kilogramm schwere Bluetooth-Lautsprecher aber nur sehr dezent auf Party. Richtiges Licht-Orgel-Feeling wie bei der größeren XV800 oder gar der Sumo-Partybox ULT Tower 10 sollte man von den seitlichen LED-Lichtern des in Schwarz, Weiß, Orange und Grau angebotenen ULT Field 5 nicht erwarten.
Technik: Treiber, Bass-System & Schutzklasse
In dem 32 x 14,4 x 12,5 cm großen Gehäuse des Sony ULT FIELD 5 arbeitet ein leistungsstarkes 2-Wege-System. Herzstück ist der sogenannte X-Balanced Speaker Unit – ein speziell geformter, nicht-runder Tief-Mitteltöner mit den Maßen 7,9 x 10,4 Zentimeter. Diese Bauform maximiert die Membranfläche und reduziert damit Verzerrungen, was sich besonders bei hohen Lautstärken bemerkbar macht. Ergänzt wird der Treiber durch zwei separate 4,6 Zentimeter große Hochtöner. Den Tieftonbereich unterstützen zwei seitlich integrierte Passivradiatoren, die wie ein Bassreflex-System den Tieftonbereich voluminöser erscheinen lassen. Was die gängige Frage nach der Watt-Zahl betrifft, hüllt sich Sony bei dieser Bluetooth-Box in vornehmes Schweigen.
Die Akkulaufzeit beträgt bis zu 25 Stunden – abhängig von Licht, Lautstärke, Klangmodus und verbundenem Gerät. Die integrierte Schnellladefunktion liefert innerhalb von nur 10 Minuten Ladezeit eine Nutzungsdauer von rund 100 Minuten – ein praxisnaher Vorteil bei spontanen Einsätzen. Mit dem Stamina-Modus lässt sich die Wiedergabezeit noch verlängern. Der Preis dafür ist ein nicht mehr ganz so üppiger Bass. Zudem sind dann die LED-Licht-Funktion und die Klang-Effekte, einschließlich ULT POWER SOUND, deaktiviert.
Das Gehäuse selbst ist von einem widerstandsfähigen Mesh-Gewebe umhüllt, das robust wirkt. Während sich Sony über die Verstärker-Leistung ausschweigt, geben die Japaner in den technischen Daten auf der Website gleich zwei Werte für Wasser- und Staubdichtigkeit an: Schutzklasse IP66 und IP67 (mehr zu diesem Thema finden Sie hier). Korrekt ist Schutzklasse IP67, also eine temporäre Tauchfähigkeit (1 Meter) und Staubdichtigkeit. Unter zwei Silikonklappen auf der Oberseite des Bluetooth-Lautsprechers verbergen sich stabile Ösen zur Befestigung des mitgelieferten Trageriemens – ein praktisches Detail für den mobilen Einsatz.

Bluetooth und Konnektivität
Der ULT FIELD 5 ist mit Bluetooth 5.3 ausgestattet und unterstützt Google Fast Pair für eine besonders schnelle und unkomplizierte Verbindung mit Android-Geräten. Die Audioübertragung erfolgt je nach kompatibler Hardware über die Codecs SBC, AAC oder LDAC, wobei letzterer Hi-Res-Audio bis 990 kbit/s überträgt. Unter der Klappe auf der Rückseite hält der Sony sogar einen 3,5-Millimeter-Klinken-Anschluss für analoge Verbindungen bereit.
Ein weiteres Komfortmerkmal ist die Möglichkeit, zwei Bluetooth-Quellen gleichzeitig zu koppeln. Der Lautsprecher erkennt automatisch, welches Gerät gerade ein Signal sendet – etwa bei eingehenden Anrufen oder Medienwiedergabe – und wechselt entsprechend die Quelle, ohne manuelles Umschalten.
Geladen wird der ULT FIELD 5 über einen USB-C-Anschluss, der zugleich auch als Ausgang fungiert. Der Lautsprecher kann somit als mobile Powerbank genutzt werden, um etwa Smartphones oder Kopfhörer mit Strom zu versorgen.
Für größere Setups bietet Sony zwei Optionen: Einerseits lässt sich der Lautsprecher im Stereo-Modus mit einem zweiten ULT FIELD 5 koppeln, um echten Zweikanal-Sound zu erzeugen. Andererseits ist er Teil des Party-Connect-Systems, bei dem sich bis zu 100 kompatible Lautsprecher miteinander synchronisieren lassen – ganz ohne App, ausschließlich über eine dedizierte Taste am Gerät.

App-Steuerung & Zusatzfunktionen
Über die Sony Sound Connect App lassen sich weitere Einstellungen vornehmen. Dazu zählen der 10-Band-Equalizer mit einer Reihe von Sound-Preset sowie Steuerungsoptionen für die integrierte Beleuchtung. Dazu kommen noch DJ-Sound-Effekte, wie wir sie vom Test des größeren ULT Tower 9AC kennen.
Eine Besonderheit ist die automatische Klangfeld-Optimierung. Sie optimiert mit ihren, in die Bluetooth-Box integrieren Messmikrofonen während der Musikwiedergabe den Frequenzgang um sich an die Umgebung – Wohnzimmer oder grüne Wiese – anzupassen. Sie ist ab Werk aktiviert, lässt sich aber in der App abschalten.
Was mich an der App etwas nervte: Musste mich erst einmal durch eine gefühlt endlose Reihe von Lizenzvereinbarungen und teilweise irritierende Anfragen nach Zugriffsrechten klicken. Etwa: „Darf Sound Connect deine Aktivitäten in Apps und auf Websites anderer Unternehmen erfassen?“
Alles nur, um mich dann beim Versuch, das bei neuen Geräten inzwischen übliche Update aufzuspielen, ausbremsen zu lassen. Obgleich der Akku noch einiges an Ladung hatte, ermahnte mich die für iOS- und Android-Geräte erhältliche App, den Bluetooth-Lautsprcher an ein Ladegerät anzuschließen. Als das erledigt war, konnte ich immer noch nicht loslegen, denn auch die über 20 Prozent Akkuleistung meines iPhones waren für Sony nicht genug, um mich mit dem Update starten zu lassen. Das hatte ich in dieser geballten Form noch nicht erlebt.




Sony im Sound-Test: Bass muss sein
Im Sound-Test kam sehr schnell die Erkenntnis: Der Sony ULT Field 5 ist nicht nur ganz schön schwer für seine Größe. Er spielt für seine Klasse auch erstaunlich satt und sonor. Sein Klangvolumen im Bassbereich erinnert an deutlich größere Lautsprecher. Selbst bei sehr hohen Lautstärken bleibt er noch relativ entspannt und beginnt nicht gleich beim überschreiten der Mitte des Lautstärke-Regelbereichs den Bass auszublenden und zu schreien. In einem mittelgroßen Raum lässt sich damit durchaus eine Party beschallen – ganz besonders, wenn man auch noch zwei dieser Bluetooth-Boxen zu einem Stereo-Paar koppelt oder gar mehrere Sony-Lautsprecher im Party-Modus betreibt.
Was den Bass betrifft, bietet der Sony nicht nur reichlich Volumen. Er offeriert auch ein gewisses Maß an Präzision. Wenn man die ULT1-Einstellung wählt, liegt er sogar beim Bassvolumen noch mal eine Schippe drauf. Je nach Musikart, Pegel und Aufstellungsort kann das aber schnell zu viel des Guten sein und Präzision kosten. Man hat dann immer noch zünftige Lautstärke-Reserven. Mit Stellung ULT2 klingt es allerdings etwas dünner unten und betont statt dessen den Oberbass für das Gefühl von gutem Punch bei elektronischen Beats. Diese Stellung ist gedacht, um besonders laut spielen zu können, sie kostet aber – da kann Sony die Physik natürlich auch nicht überlisten – ganz unten einiges an Klangvolumen. Je nach Situation kann das aber ein sinnvoller Kompromiss sein, um Dröhnen zu vermeiden. Am besten, sprich ausgewogensten, klingt auf jeden Fall die Standardeinstellung.


Bässe sind eindeutig die Schokoladenseite des Sony. Was Stimmen betrifft, bewegt er sich innerhalb seiner Preisklasse durchaus im grünen Bereich. Der tragbare Lautsprecher fällt aber schon ein ganzes Stück hinter seine bemerkenswerten Bass-Qualitäten zurück. Stimmen ganz gleich, ob von Frauen oder Männern, klingen etwas rau und damit mit steigendem Pegel auch eine Spur künstlich. Bei Zimmerlautstärke lässt die Mitten- und Höhenwiedergabe aber wenig zu wünschen übrig.
Breite Bühne bis über die Box hinaus
Was der ULT Field 5, allerdings ausgesprochen gut beherrscht: Die gesamten Klänge lösen sich sehr gut vom Gehäuse, die Klangbühne reicht auf beiden Seiten über den Lautsprecher hinaus. Das Gebotene liegt auf einem Niveau, dass mancher Mitbewerber schon als Raumklang anpreisen würde. Das unterstreicht den äußerst lebendigen Klang Eindruck, den man salopp so zusammenfassen könnte: Mit dem Sony geht richtig die Post ab. Aufnahmen von Live Konzerten wirken damit sehr lebendig und kommen richtig aus dem Lautsprecher hervor Und Dance Music mit Synthesizer Effekten beginnt so richtig zu leben. Es gibt so schnell keinen zweiten Lautsprecher in dieser Größe, dessen Klang so anspringend und mitreißend ist.
Sony ULT Field: Fazit und Alternativen
Bleibt zum Schluss die Frage: Für wen lohnt sich der Sony ULT Field 5? Für alle, die einen mobilen Lautsprecher mit kräftigem Bass, langer Akkulaufzeit und hoher Alltagstauglichkeit suchen. Ideal für Outdoor-Fans, spontane Partys oder einfach lauten Musikgenuss und für jene, die keine Kompromisse bei der Verarbeitung eingehen möchten. Neben dem JBL Xtreme 4, der sich preislich und funktionell auf vergleichbarem Level bewegt lohnt es sich für Preissensible ein Blick auf die nach Erscheinen des Nachfolgers bei vielen Händlern noch mal ein ganzes Stück günstiger angebotene Tribit Stormbox Blast.
Technische Daten: Sony ULT Field 5
- Preisempfehlung des Herstellers: 300 Euro
- Abmessungen (B x H x T): 32 x 14,4 x 12,5 cm
- Gewicht: 3,3 kg
- Akkulaufzeit bis zu 25 Stunden
- Besonderheiten: wasserdicht und staubfest gemäß Schutzklasse IP67, 1 x USB-C, 1 x 3,5-mm-Klinke, Stereo-Pairing, Partymodus, App-Steuerung. LED-Leuchtringe, Tragegurt
- Mehr unter: www.sony.de






