STEREO GUIDE Test-Urteil
Der Tronsmart Fiitune X30 ziel weniger auf Party-Sound: Mit natürlicher Stimmen-Wiedergabe und sattem Bass-Fundament, Bluetooth 5.3 und IPX6-Schutz ist er für Wohnzimmer, Garten und Terrasse gleichermaßen geeignet. Im Test überzeugt er mit starkem Bass, klaren Stimmen und edlem Design. Nur vom Spatial-Audio-Effekt sollte man nicht zu viel erwarten.
Vorteile
- Natürliche Klangfarbem
- Sehr satter Bass
- Hohe Qualitätsanmutung
- Gute Bedienung
Nachteile
- Spatial-Audio-Funktion äußert sich hauptsächlich in einem Bass-Boost
-
Neutralistät / Transparenz8.2
-
Bass / Dynamik8.4
-
Praxis / Connectivity9
-
Preis/Leistung8.9
Der Tronsmart Fiitune X30 will vieles zugleich sein: ein leistungsstarker Bluetooth-Lautsprecher fürs Wohnzimmer, ein flexibler Musikbegleiter für den Garten oder die Terrasse und ein portabler Party-Speaker, der dank Akku und Tragegriff auch unterwegs einsetzbar ist. Mit IPX6-Schutz gegen starkes Strahlwasser, einer Treiberkonfiguration mit nach oben abstrahlendem Effekt-Lautsprecher und Hi-Res-Audio-Unterstützung bringt er einige technische Merkmale mit, die im Alltag spannend sein könnten. Was man von diesen verheißungsvollen Features wirklich benötigt, klärt der folgende Test.
Erster Eindruck, Verarbeitung und Treiber-Bestückung
Schon beim Auspacken fällt auf, dass der X30 deutlich massiver wirkt als viele andere portable Lautsprecher. Das liegt maßgeblich am Look & Feel des soliden Tragebügels aus hochwertigem Metall mit seidenmatter Oberfläche und an dem kunstvoll gestalteten Lautsprechergrill des Höhen-Kanals in der Mitte der nach vorne geneigten Oberseite. (Er erinnert ein wenig an die Grills der Burmester-Systeme im Mercedes). Der Rest des Gehäuses besteht zwar aus Kunststoff, doch durch die verblüffend echt wirkenden Obeflächen mit Metall-Optik strahlt die Anfassqualität des Bügels auf das gesamte Gerät ab. Mit seinen gut 3,6 Kilo steht er stabil. Die Stoffbespannung ist sauber verarbeitet, die ganze Bluetooth-Box wirkt solide.

Die beleuchteten Bedienelemente auf der Oberseite reagieren zuverlässig auf Berührungen, wobei das Layout der Tasten übersichtlich bleibt. Wer lieber mit dem Smartphone arbeitet, erhält mit der Tronsmart App für iOS und Android zusätzliche Funktionen wie EQ-Anpassung oder LED-Lichtsteuerung. Die wichtigsten Funktionen, wie Lautstärkeregelung, Wiedergabe-Steuerung, Stereo-Pairing und sogar das Aufrufen des Spatial-Audio-Modus‘ lassen sich auch direkt am Fiitune X30 bedienen.
Wer den Klang nach invividuellen Wünschen anpassen möchte, der findet dafür in der Tronsmart App fünf Presets (Standard, SoundPulse, Tiefer Bass, Klassisch, Rock („Felsen“, eine Art unfreiwilliger Running Gag des Herstellers) sowie einen grafischen 5-Band-Equalizer. Während der bereits von vorangegangenen Tronsmart-Tests bekannte Übersetzungsfehler zum Schmunzeln anregt, kann ein anderer Umstand schon mal etwas lästig werden. Wenn die Verbindung getrennt war, fand die App im Test beim nächsten Einschalten den Lautsprecher nicht von alleine, ich musste ihn jedes Mal in der Geräteübersicht manuell anwählen.



Spatial Audio zum Mitnehmen
Im Inneren des Tronsmart Fiitune X30 arbeitet eine 3-Kanal-Konfiguration, die für ein Gerät dieser Größe bemerkenswert üppig bestückt ist. Die Basis-Arbeit verrichten zwei 2-Wege-Systeme. Deren Kalotten-Hochtöner und die Mitteltöner sitzen links und rechts in der gewölbten vorderen Schallwand. Den Raum dazwischen nehmen zwei ovale Passiv-Radiatoren für den Bass ein. Zwei weitere finden sich in der ebenfalls gewölbten hinteren Schallwand. Das allein, wäre schon stattlich für einen Bluetooth-Lautsprecher dieser Klasse. Doch auf der Unterseite fand Tronsmart noch einen Platz für einen ovalen Racetrack-Subwoofer, der sich hinter einer ovalen Perforation versteckt. Seiner ovalen Form verdankt der Downfire-Tieftöner den Namen, der auf typische US-Hochgeschwindigkeits-Kurse der Stockcar-Rennen anspielt. Diese Formgebung ermöglicht eine bessere Raumausnutzung.

Spatial-Audio als Eyecatcher
Das war aber längst nicht alles. Das Filetstück bildet ein nach oben gerichteter Treiber, der Schall gezielt an die Decke abstrahlt, um ihn von dort in den Raum zurückzuwerfen. Dieses Spatial-Audio-Feature Technik soll das Klangbild nicht nur seitlich erweitern, sondern auch eine wahrnehmbare vertikale Dimension hinzufügen. Das kennt man sonst eher von teureren WLAN-Lautsprechern wie dem Sonos Era 300 oder Heimkino-Lautsprechern wie dem Bose Smart Soundbar 600. Allerdings können diese beiden Mehrkanal-Aufnahmen mit Dolby Atmos verarbeiten.
Dagegen vertraut der Tronsmart auf seinen hochwertigen DSP, der das Signal für den Höhen-Kanal (im Sinne von Height) aus einem normalen Stereo-Signal generiert. Aber macht nichts, bisher hat mich kein virtueller Height-Effekt überzeugt, bei dem die dafür verwendeten Lautsprecher nicht im 45-Grad-Winkel in den Raum gerichtet sind.
Der nach oben abstrahlende Treiber ist beim Fiitune X30 jedenfalls mehr als nur ein technisches Detail – er prägt nicht nur den Raumeindruck, sondern auch das edle Erscheinungsbild des erschwinglichen Bluetooth-Lautsprechers. Das liegt nicht nur am bereits erwähnten Metallgrill aus Aluminium, sondern auch am LED-Leuchtring um das Lautsprecher-Chassis herum.
Zusammengenommen steht für die 3-Kanal-Lautsprecher-Anordnung eine Gesamtleistung von 80 Watt bereit. Diese Konstellation soll im Zusammenspiel mit dem integrierten DSP nicht nur für ausreichende Lautstärke, sondern auch für eine gleichmäßige Rundum-Verteilung der Klanganteile im Raum sorgen.
Akkuleistung und Alltagstauglichkeit
Mit einer Laufzeit von bis zu 14 Stunden (bei moderater Lautstärke und ohne LED-Lichtshow) eignet sich der X30 für einen ganzen Tag Musik, ob beim Filmabend oder der Gartenparty. Die Ladezeit von etwa fünf Stunden ist akzeptabel, und während des Ladens kann der Lautsprecher weiter genutzt werden. Der stabile Tragegriff macht ihn mobil, und die Kombination aus Wasser- und Stoßschutz sorgt dafür, dass er auch bei weniger vorsichtigem Einsatz nicht gleich Schaden nimmt.

Konnektivität
Zur drahtlosen Verbindung mit einer Klangquelle steht Bluetooth 5.3 mit den Codecs AAC, SBC und LDAC zur Nutzung mit Hi-Res-Streams von kompatibeln Quellen zur Verfügung. Zur Verbindung via Kabel hält der X30 unter einer Abdeckung auf der Rückseite noch einen AUX-Eingang mit 3,5-mm-Klinkenbuchse bereit. Unter der Gummiklappe verbirgt sich auch der USB-C-Anschluss zum Aufladen des Akkus.
Sound-Test: Der Fiitune X30 lässt aufhorchen
In der Standard-Einstellung und dem SoundPulse-Modus wirkt der Fiitune X30 ausgewogen. Der Bass ist präsent, ohne zu dominant zu werden, und stützt das Klangbild bei Pop, Elektro oder Filmton solide ab. Die Mitten geben Stimmen klar wieder, sodass sowohl Podcasts als auch Singer-Songwriter-Tracks wie „Liberty“ von Anette Askvik neutral und angenehm klingen. Im Hochtonbereich bringt der Lautsprecher genug Brillanz für Details wie Becken, Hallfahnen oder Anschläge von Klaviersaiten mit, ohne ins Schrille zu gehen. Wer LDAC-fähige Zuspieler nutzt, kann mit Hi-Res-Streams noch einen Hauch mehr Offenheit und Feinzeichnung heraushören.
Ich muss gestehen, dass mich nicht nur die ausgesprochen prallen, dennoch gut eingebundenen und ausreichend konturierten Bässe beeindruckten. Auch die Stimmen-Wiedergabe überzeugte selbst mit audiophilen Tracks wie besagtem „Liberty“. Sowohl für Größe als auch für den Preis lieferte der Tronsmart Fiitune X30 eine starke Performance. Weniger begeistert war ich vom Spatial-Audio-Effekt. Obwohl ich mir Mühe gab, an unterschiedlichen Lautsprecher-Positionen eine Erweiterung der Klangbühne nach oben wahrzunehmen, änderten sich in dieser Hinsicht allenfalls Nuacen.
Spatial-Audio wirkt – aber anders, als man denkt
Dafür hatte die Aktivierung der Spatial-Audio-Funktion einen erheblichen Booster-Effekt im Bass. Das ging von der Sauberkeit für elektronische Musik gerade noch in Ordnung, was den Rest von Kontur betrifft. Aber von Ausgewogenheit und Lässigkeit konnte dann keine Rede mehr sein. Es klang etwas bemüht und auch die Stimmen verloren an Klarheit und Klangfarbenstreue. Das klang dann für die Klasse immer noch ganz ordentlich, aber auch etwas synthetisch und verwaschen.
Der Fiitune X30 reagiert auf dynamische Unterschiede in der Musik recht direkt: Leise Passagen bleiben gut verständlich, während plötzliche Impulse wie Schlagzeugattacken oder Orchesterakzente genügend Energie haben, um lebendig zu wirken. Die Pegelreserven reichen aus, um mittelgroße Räume oder eine Terrasse auch bei höheren Lautstärken gleichmäßig zu beschallen. Erst im oberen Grenzbereich wird der Bass dank DSP-Eingriffen etwas vorsichtiger.
Tronsmart Fiitune X30: Fazit und Alternativen
Der Tronsmart kombiniert eine solide Bauweise mit flexiblen Einsatzmöglichkeiten. Der Fiitune X30 ist trotz Wasserschutz nach IPX6-Norm eher ein portabler Heimlautsprecher, den man auch mal im Garten verwenden kann, als eine ambitionierte Outdoor-Box. In der Summe hat Tronsmart hier eine rundum gelungene Packung zu einem angemessenen Preis geschnürt, die auch durch haptische und visuelle Qualität überzeugt.
Wem es rein auf den Klang ankommt, der kann mit der Hama Canton Ultimate Pro vom Listenpreis her sogar noch etwas Geld sparen und noch kräftigere Bässe und Pegel erleben. Allerdings würde ich die vergleichsweise klobige, schwarze Canton nicht unbedingt in meinem Wohnzimmer oder der Diele auf ein Board oder in einen Schrank stellen wollen. Wenn das Auge mithört, ist die Fiitune X30 unterhalb der kostspieligen Bang & Olufsen Beosound A5 ziemlich konkurrenzlos.
Technische Daten Tronsmart Fiitune X30
- Preisempfehlung des Herstellers: 280 Euro
- Abmessungen (B x H x T ): 37 x 19,5 x 13 cm
- Gewicht: 3,6 kg
- Akkulaufzeit bis zu 14 Stunden bei halber Lautstärke (ohne Licht), Ladezeit ca. 5 Stunden
- Besonderheiten: Bluetooth 5.3, AUX-Eingang, IPX6 Wasserschutz, Stereo-Pairing, LED-Lichteffekte
- Mehr unter: www.tronsmart.com






