STEREO GUIDE Testurteil
Die Sonos Play ist ein echtes Multitalent. Sie spielt zu Hause im Multiroom-System ebenso souverän auf wie im Garten oder auf der Terrasse und ersetzt im Stereo-Paar sogar eine kleine HiFi-Anlage. Angesichts der vielseitigen Einsatzmöglichkeiten, der guten Verarbeitung und des gelungenen Klangs geht der Preis absolut in Ordnung.
Vorteile
- Ausgewogener Klang
- Für die Größe ausgezeichnetes Bassfundament
- WLAN und Bluetooth
- Sprachsteuerung auch im Bluetooth-Betrieb
Nachteile
- Sonos Control versteht nur Englisch und Französisch
- Netzteil nicht enthalten
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Natürlichkeit / Transparenz7.5
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Bass / Dynamik7.3
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Praxis / Connectivity9.5
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Preis/Leistung8.9
Mit dem Play erweitert Sonos sein Portfolio um einen kompakten Lautsprecher, der die Grenzen zwischen stationärem Multiroom-Speaker und mobilem Bluetooth-Lautsprecher bewusst verwischt. Während Modelle wie der Move 2 bereits den Spagat zwischen Zuhause und unterwegs beherrschen, positioniert Sonos den Play als besonders vielseitigen Allrounder für den täglichen Einsatz.
Dank integriertem Akku, robustem Gehäuse und vollständiger Einbindung ins Sonos-Ökosystem soll der Lautsprecher sowohl als Einstieg in die Multiroom-Welt als auch als mobiler Begleiter funktionieren. Besonders interessant: Erstmals lassen sich mehrere kompatible Sonos-Lautsprecher auch über eine Bluetooth-Verbindung miteinander koppeln, ohne dass ein WLAN-Netzwerk vorhanden sein muss. Ob das Konzept aufgeht, klären wir im ausführlichen Test.
Chassis und Aufbau
Trotz seiner kompakten Abmessungen von 192 x 113 x 77 Millimetern setzt Sonos auf einen vergleichsweise aufwendigen Treiberaufbau. Im Inneren arbeiten drei Class-H-Digitalverstärker, die speziell auf die akustische Architektur des Lautsprechers abgestimmt wurden.
Für den Hochtonbereich kommen zwei nach außen angewinkelte Hochtöner zum Einsatz. Sie sollen nicht nur eine präzise Wiedergabe hoher Frequenzen ermöglichen, sondern auch für eine breitere Stereoabbildung sorgen. Den Mittel- und Tieftonbereich übernimmt ein einzelnes Lautsprecher-Chassis.
Zusätzlich verbaut Sonos zwei gegenläufig arbeitende Passivmembranen. Diese sollen trotz des kompakten Gehäusevolumens für eine tiefreichende Basswiedergabe sorgen und gleichzeitig unerwünschte Gehäusevibrationen minimieren.
Zur automatischen Raumanpassung verfügt der Play über ein Mikrofon-Array mit Beamforming-Technologie und Mehrkanal-Echounterdrückung. Darüber wird die automatische Trueplay-Einmessung realisiert, die den Klang kontinuierlich an die jeweilige Umgebung anpassen soll. Wer sie aktiviert, sorgt dafür, dass sich der kleine Wireless-Lautsprecher nach jedem Transport auf die neue Position einmisst.
Mit einem Gewicht von lediglich 1,3 Kilogramm bleibt der Lautsprecher dabei angenehm transportabel. Das Gehäuse ist nach IP67 zertifiziert und damit vollständig gegen Staub geschützt sowie gegen zeitweiliges Untertauchen in Wasser abgesichert.

Beim Akku äußert sich der Trend zur Nachhaltigkeit
Ein zentrales Merkmal des Sonos Play ist sein integrierter 35-Wh-Akku. Laut Hersteller sind bis zu 24 Stunden Musikwiedergabe mit einer Akkuladung möglich. Die tatsächliche Laufzeit hängt dabei wie üblich von Lautstärke, Verbindungstyp, Umgebungstemperatur und weiteren Faktoren ab. In unserem Test lag das Durchhaltevermögen bei um die 20 Stunden.
Interessant ist die langfristige Auslegung des Konzepts: Sonos setzt auf einen austauschbaren Akku und verspricht damit eine höhere Nachhaltigkeit sowie eine längere Nutzungsdauer des Lautsprechers. Den wechsel kann man mit einem Ersatzakku-Kit danke beiligendem Spezialwerkzeug selbst durchführen.
Zum Lieferumfang gehört eine Ladeschale, die dem Play im Heimgebrauch einen festen Platz zuweist. Sie dient gleichzeitig als komfortable Ladestation. Ein passendes USB-C-Netzteil mit mindestens 18 Watt Leistung muss allerdings separat erworben werden.
Praktisch für unterwegs: Über den USB-C-Anschluss kann der Lautsprecher auch als Powerbank fungieren und beispielsweise ein Smartphone mit Energie versorgen.
Konnektivität für unterschiedliche Anwendungen
Bei den Verbindungsoptionen zeigt sich der Sonos Play ausgesprochen vielseitig. Im Heimnetzwerk funkt der Lautsprecher per WLAN und unterstützt aktuelle WiFi-6-Netzwerke im 2,4- und 5-GHz-Bereich.
Für den mobilen Einsatz steht Bluetooth 5.3 zur Verfügung. Musik kann damit von praktisch jedem Bluetooth-fähigen Smartphone, Tablet oder Computer gestreamt werden.
Darüber hinaus unterstützt der Lautsprecher Apple AirPlay 2 sowie Spotify Connect. Die Steuerung erfolgt wahlweise direkt über die jeweilige Streaming-App, die Sonos-App oder per Sprachsteuerung.
Der USB-C-Port übernimmt mehrere Aufgaben gleichzeitig. Neben dem Laden externer Geräte kann über optionales Zubehör auch eine kabelgebundene Audioquelle angeschlossen werden. Mit einem weiteren Adapter lässt sich sogar eine Ethernet-Verbindung realisieren.

Flexibles Konzept
Mit dem Play verfolgt Sonos einen interessanten Ansatz. Statt einen klassischen Bluetooth-Lautsprecher oder einen reinen Multiroom-Speaker zu entwickeln, verschmelzen beide Welten wie schon beim Roam 2 und dem Move 2. Dabei fand Sonos beim Play mit seiner praktischen Gummischlaufe den richtigen Kompromiss aus Mobilität zur Nutzung unterwegs und Autorität beim Einsatz im Wohnzimmer.
Im heimischen WLAN arbeitet der Lautsprecher wie jedes andere Sonos-Modell und lässt sich in bestehende Multiroom-Installationen integrieren. Unterwegs wechselt er auf Bluetooth-Betrieb, ohne dabei auf typische Sonos-Komfortfunktionen vollständig verzichten zu müssen.
Besonders hervorzuheben ist die neue Möglichkeit, mehrere Sonos Play oder Move 2 auch außerhalb des WLANs miteinander zu gruppieren. Dazu wird ein Lautsprecher per Bluetooth mit dem Smartphone verbunden, anschließend können weitere kompatible Lautsprecher über die Play/Pause-Taste synchronisiert werden. Damit erweitert Sonos sein Ökosystem erstmals über die eigenen Netzwerkgrenzen hinaus.
Der Hersteller sieht den Play daher nicht nur als mobilen Lautsprecher, sondern als flexiblen Baustein eines wachsenden Audiosystems, das sowohl zu Hause als auch unterwegs genutzt werden kann. Wie gut dieses Konzept in der Praxis funktioniert und ob die Klangqualität den hohen Erwartungen gerecht wird, muss der Hörtest zeigen.

Bedienung und App
Nach der viel diskutierten App-Krise des Jahres 2024 hat Sonos in den vergangenen Monaten erhebliche Anstrengungen unternommen, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. Zahlreiche Updates sollen die größten Schwachstellen beseitigt haben. Da ich eine ganze Weile kein Sonos-Produkt mehr im Test hatte, war ich sehr gespannt, wie sich die aktuelle App in der Ptaxis präsentieren würde?
Abgesehen davon, dass ich bisher persönlich von Problemen mit der für iOS und Android erhältlichen Sonos App verschont blieb, funktionierte auch dieses Mal alles vorbildlich. Und zwar nicht nur bei der Installation der beiden Lautsprecher – ja, Sonos hatte uns ein Paar Plays geschickt – als auch im Betrieb. Während ich beim ersten noch das WLAN-Passwort eintippen und einige zusätzliche Bedienschritte vornehmen musste, ging beim zweiten Play alles noch etwas einfacher und schneller.
Auch wenn Sonos nach allem, was ich mitbekommen habe, seine App in allen möglichen Punkten auf Vordermann gebracht hat, so blieb über einen langen Zeitraum offenbar alles beim Alten, wenn es um Sprachsteuerung geht. Für die Sonos-eigene On-Board-Sprachverarbeitung gibt es auch mehr als drei Jahre nach meinem Tests des Era 100 und Era 300 nur zwei Sprachen: Englisch und Französisch. Wer also Wert auf höchste Datensicherheit oder die Nutzung auch ohne Internetverbindung seines Sonos Play im mobilen Bluetooth-Betrieb legt, sollte eine der Sprachen zumindest rudimentär beherrschen. Sonst kann er sich die Installation der entsprechenden Sparchpakte sparen. Als Alternetive kann man aber auch den Sonos Play mit seinem Amazon-Account verbinden und zur Sprachsteuerung Alexa verwenden.






Spotify Connect wird unterstützt
Bei den Streaming-Diensten zeigt sich Sonos weiterhin selektiv. Spotify Connect wird unterstützt, sodass sich die Musikwiedergabe direkt aus der Spotify-App starten lässt. Qobuz-Nutzer wie ich müssen dagegen weiterhin den Umweg über die Sonos-App oder AirPlay 2 nehmen. Eine native Unterstützung von Qobuz Connect bietet der Play derzeit nicht.
Was Klangeinstellungen betrifft, gibt es beim Sonos Play wie üblich eine simple Bass- und Höhenregelung sowie die zuschaltbare dynamische Loudness, die allerdings in der App suboptional und vor allem unnötigerweise mit „Lautstärke“ überstetzt wird.
Ebenfalls nicht ganz optimal finde sich die Bedienung auf der gummiartigen Oberseite des mobilen Wireless-Lautsprechers. Statt zwei Skip-Tasten in die unifarbene Oberfläche zu integrieren, überfrachten die Entwickler die Play/Pause-Taste des Play mit einer Mehrfachfunktion: Einmal Klicken während der Wiederhabe, stoppt den Musikstream, zweimal drücken springt zum nächsten Titel, dreimal zum vorangegangenen.
Es scheint sich um die Auswirkungen frei drehender Designer zu handeln, denn in ihrem Minimalismus sparten sie sich nicht nur die farbliche Kennzeichnung der Bedientasten oben auf dem robust anmutenden Kunststoffgehäuse, sondern auch auf der Rückseite. Dort sitzt der große Button zum An- und Ausschalten, die Pairing-Taste für Bluetooth-Verbindungen und der Schiebeschalter zum hardwareseitigen Abschalten des Mikrofons für die Sparchsteuerung. Allerdings kann man sich die Funktion der wenigen Tasten schon nach kurzem Gebrauch einprägen und sie auch ohne eine grundsätzlich wünschenswerte Kennzeichnung zielsicher zuordnen.
Sound-Test: So groß klingt der kleine Sonos Play
Damit sind wir auch schon mitten im Sound-Test, der natürlich gleichzeitig als Praxistest fungiert. Die Funktionalität und Nutzerführung der Sonos App ist ausgereift, die Stabilität im Betrieb ist ebenfalls kein Thema. Da uns Sonos zwei Play zur Verfügung stellte, konnte ich sowohl Multiroom-Betrieb als auch Stereo-Pairing ausprobieren. Auch hier lief alles zur vollen Zufriedenheit, obwohl ich mir gewünscht hätte, Qobuz Connect statt wegen fehlender Unterstützung AirPlay 2 zum Streamen unserer STEREO GUIDE Playlists zu verwenden.
Beginnen wir mit dem Klang des Sonos Play als One-Box-Audio-System. Wie schon vielfach in Tests und auch privat bei einer Nachbarin mit Sonos-Multiroom-Netzwerk erlebt, schafft es der US-Streaming-Spezialist einmal mehr, aus einem sehr kompakten Lautsprecher ein homogenes Klangbild mit einem satten und sauberen Tiefton-Fundament zu erzeugen. Ganz gleich, welche Musik ich über den Sonos Play abspielte, stets klang es gerade auch im entscheidenden Mitteltonbereich sehr homogen. Wie üblich bewegte sich der mobile Funk-Lautsprecher auf der warmen angenehmen Seite der Natürlichkeit. Hier steht ein stimmiger Spielfluss über grell beleuchteten Details oder auffallend spritzigen Höhen.
Bass erstaunt
Die Basswiedergabe übertrifft wie bei Sonos üblich die Erwartungen, die ein so kompakter Lautsprecher weckt. Das gilt sowohl für den Tiefgang als auch für Punch und Präzision. Ob gezupfte E-Bass-Linien wie in Thomas Dolbys „Budapest By Blimp“, elektronische Bassbeats auf Depeche Modes „Remixes 81 > 04“ oder akustische Drums in „Urgent“ von Foreigner mit dem 21st Century Symphony Orchestra & Chorus: Der Sonos Play meistert alle diese Disziplinen gleichermaßen souverän.
So brillierte etwa der Denon Home 200 kürzlich im Test ebenfalls im Bass-Bereich, wo er nicht zuletzt durch mehr Gehäusevolumen und größeren Treiber den kleinen Play klar übertraf. Doch seine raue Mittenwiedergabe sorgte dafür, dass man mit vielen Tracks ganz schnell weiterskippen wollte.
Man könnte beim Sonos Play einzig bei Transparenz und Maximalpegel mit moderater Kritik ansetzen. Die bewährte Sonos-Abstimmung ist perfekt für stundenlanges Musikhören quer durch alle Genres, was man in diesem Umfeld nicht allen Lautsprechern attestieren kann.


Paar-Beratung: So klingen zwei Sonos Play in Stereo
Angesichts der Klangperformance und Vielseitigkeit könnte sich mancher fragen, ob man mit einem Paar Sonos Play wonöglich die Stereo-Anlage im Wohnzimmer ersetzen kann? Nachdem wir die beiden Testgeräte via WLAN zu einem Stereo-Lautsprecher-Paar verbunden und ausgiebig gehört haben, können wir die Frage mit einem klaren „Ja“ beantworten. Das Paaring geht geht in der Sonos App ganz einfach von der Hand. Nach der Koppelung via WLAN ist die Stereo-Wiedergabe über zwei Sonos Play übrigens auch mit Bluetooth möglich. Dazu muss man mit seinem Smart-Device die Bluetooth-Verbindung zu einem der beiden Lautsprecher aufbauen und kann darüber den zweiten Speaker mit dem Audio-Signal des anderen Kanals versorgen.
Was die beiden Sonos Play im Stereo-Verbund an Klangfülle und Räumlichkeit aufbauen, dürfte für viele Musikhörer mit kleinen und mittelgroßen Wohnzimmern eine klassische HiFi-Anlage überflüssig machen. Die Bluetooth-Box für die Terrasse gleich mit. Es gibt allerdings einen entscheidenden Kniff: Die Lautsprecher müssen leicht auf den Hörplatz angewinkelt werden. Erst dann rasten Bühne und Stimmen präzise ein. Ohne diese Ausrichtung verliert die Wiedergabe deutlich an Fokussierung und Plastizität, die Abbildung wirkt flach und diffus. Wer diese einfache Regel beachtet, wird eine klassische Stereoanlage kaum vermissen – vorausgesetzt, man kann oder muss sich beim Maximalpegel aufgrund der Wohnsituation etwas zurückhalten.
Fazit und Alternativen: Sonos Play
Wer mit einem Wireless-Lautsprecher eine ganze Reihe von Anwendungen abdecken möchte, der bekommt mit der Sonos Play eine Art Schweizer Taschenmesser für Audio-Anwendungen. Man kann damit Musik oder Podcasts in verschiedenen Räumen ebenso wie im Garten oder auf der Terrasse hören. Zwei Play machen sogar als Stereo-Paar eine kleine HiFi-Anlage überflüssig. Gemessen an den Möglichkeiten und der guten Verarbeitung ist der Preis angemessen. Apropos Preis: Der Denon Home 200 steht ebenfalls mit 350 Euro in der Liste. Und er legt im Bass mit mehr Punch und Tiefgang ebenso wie in der Transparenz noch eine Schippe drauf. Aber er kann gerade in Sachen Natürlichkeit von Stimmen nicht ganz mithalten. Und unterwegs gibt er ohne Steckdose gar keinen Mucks von sich.
Die eigentliche Konkurrenz kommt aus dem eigenen Haus: Wem der Play zu teuer ist, der bekommt vergleichbare Flexibilität bei verminderter Klangfülle, Auflösung und Transparenz mit dem deutlich kleineren Sonos Roam 2. Und wer noch mehr Klangvolumen und Pegelfestigkeit erwartet, macht mit dem größeren Sonos Move 2 vermutlich den besseren Move.
Weitere Alternativen in unserer STEREO GUIDE HiFi-Bestenliste
Technische Daten: Sonos Play
- Preisempfehlung des Herstellers: 350 Euro
- Abmessungen (B x H x T): 19,2 x 11,3 x 7,7 cm
- Gewicht: 1,3 kg
- Besonderheiten: 2-Wege, Stereo-Pairing, Bluetooth, WLAN, bis zu 24 Stunden Akkubetrieb, Sonos S2 App kompatibel, TruePlay-Raumeinmessung, Ladestation mit 2 m langen USB-C-Kabel liegt bei
- Mehr unter www.sonos.com






