STEREO GUIDE Testurteil
Die JBL PartyBox Encore 2 ist ein konsequent auf Spaß und Vielseitigkeit getrimmter Party-Allrounder. Sie überzeugt mit erstaunlichem Pegel, lebendiger Dynamik und einem druckvollen Bass. Gleichzeitig zeigt sich die Abstimmung klar effektbetont. Die umfangreiche Ausstattung mit Funkmikrofon, Lichtshow und App macht sie zur flexiblen Lösung für Karaoke, kleine Events und spontane Partys.
Vorteile
- Kann für ihre Gewichtsklasse sehr laut und kraftvoll spielen
- Gut zu transportieren
- Funk-Mikrofon, integriertes Netzteil
- App mit vielen Sound- und Lichteffekten für Partys
Nachteile
- Etwas aufgeblähter Oberbass
- Relativ harsche Stimmenwiedergabe
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Natürlichkeit / Transparenz8
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Bass / Dynamik8.3
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Praxis / Connectivity9.8
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Preis/Leistung9.4
Die JBL PartyBox Encore 2 besetzt als zweite Generation der beliebten Serie eine spannende Nische. Sie ist deutlich vielseitiger als ein klassischer Bluetooth-Lautsprecher, bleibt aber kompakter und flexibler als die großen PartyBox-Modelle. Innerhalb der JBL-Familie positioniert sie sich klar über einfachen tragbaren Speakern, aber unterhalb größerer Systeme wie PartyBox 320 oder 520, die vor allem auf maximale Lautstärke und Flächenbeschallung ausgelegt sind. Dafür punktet die Encore 2 mit ihrer Kombination aus Mobilität, integrierter Lichtshow und dem direkt mitgelieferten Mikrofon, das sie besonders für Karaoke-Anwendungen attraktiv macht.
Im Vergleich zum Vorgänger fällt vor allem die modernisierte Konnektivität mit Bluetooth 5.4 und Auracast auf, wodurch sich mehrere Lautsprecher einfacher miteinander verbinden lassen. Auch die App-Steuerung wurde weiter ausgebaut und integriert Licht- und Soundsteuerung noch umfangreicher. Zudem kam der aus anderen JBL-Bluetooth-Lautsprecher-Tests der jüngeren Zeoit bekannte AI Sound Boost mit KI-Unterstützung an Bord.
Alternativen außerhalb der JBL-Welt setzen häufig entweder stärker auf Klangqualität oder auf Pegel und Party-Features, selten jedoch auf die Kombination aus beidem. Genau hier liegt die Stärke der Encore 2: Sie ist kein Spezialist in nur einer Disziplin, sondern ein vielseitiger Entertainer, der Musik, Interaktion und visuelle Effekte zusammenführt.

Technik und Ausstattung: Solide Basis mit Fokus auf Dynamik
Im Inneren arbeitet ein klassisches Zwei-Wege-System, bestehend aus einem 13,5-Zoll-Tief-Mitteltöner (5,25 Zoll) und zwei 2-cm-Hochtönern (0,75 Zoll). Die Ausgangsleistung liegt bei 100 Watt RMS, was für die kompakte Bauform mehr als ausreichend ist, um auch größere Räume oder kleinere Outdoor-Szenarien zu beschallen.
Der Frequenzgang reicht laut Hersteller von 40 Hz bis 20 kHz, womit die PartyBox Encore 2 auch im Bassbereich vergleichsweise tief hinabreicht. Unterstützt wird das Klangkonzept durch den sogenannten AI Sound Boost. Diese Technologie analysiert jetzt auch in diesem Modell wie schon beim Charge 6 oder Xtreme 4 mit küsntlicher Intelligenz das Signal in Echtzeit, um Verzerrungen zu reduzieren. Mit dieser KI-Lösung will JBL auch bei höheren Lautstärken eine möglichst klare Wiedergabe zu gewährleisten.
Als Energiequelle dient ein Lithium-Ionen-Akku vom Typ JBL Battery 200 (7,4 V/4.722 mAh), der je nach Nutzung bis zu 15 Stunden Laufzeit ermöglichen kann. Praktisch: Der Akku lässt sich in 3,5 Stunden bei ausgeschaltetem Lautsprecher relativ schnell laden. Optional kann durch eine ohne Werkzeug zu öffnende Klappe an der Rückwand ein für rund 60 Euro erhältlicher Ersatzakku eingesetzt werden, um die Spielzeit zu verlängern.


Praxisgerechte Anschlussmöglichkeiten
Bei den Anschlüssen, die über dem Akkuschacht unter einer Gummiabdeckung vor Feuchtigkeit und Schmutz geschützt werden, zeigt sich die Encore 2 ebenfalls flexibel. Auf dem beleuchteten Anschlussfeld stehen ein AUX-Eingang und eine USB-C-Buchse für Musikwiedergabe von Speichermedien in den Formaten FAT16 oder FAT32. Bei eingesclatetem Lautsprecher lässt sich über den USB-Anschluss das Smartphone oder Tablet wie an einer Powerbank aufladen. Darüber hinaus steht ein Eingang für Mikrofon und Gitarre zur Verfügung. (Kondensatormikro sind allerdings wegen der fehlenden Phantomspeisung nur mit externem Preamp sinnvoll). Letzterer verfügt über eine Gain- und Pegel-Regelung, sodass sich der Lautsprecher sogar für kleine Live-Setups eignet.
Die JBL PartyBox Encore 2 bietet sich damit auch als Lautsprecher für Musiker an, die mit Backing Tracks oder Play-Along-Aufnahmen üben. Dabei wird die Begleitmusik per Bluetooth oder AUX zugespielt, während Gesang oder Instrument über die Eingänge live beigemischt werden. Gerade für Gitarristen oder Sänger, die mit Karaoke-Versionen ohne Gesang arbeiten, ist das eine praktische All-in-One-Lösung. Hervorheben möchte ich in diesem Zusammehang die variable Tonhöhe, mit der sich das Tempo der Backing Tracks an die Stimme anpassen lässt.
Ein weiteres Highlight ist die Unterstützung von Auracast. Über den Funkstandard lassen sich mehrere kompatible Lautsprecher kabellos koppeln. So kann die Encore 2 entweder im Stereo-Verbund mit einer zweiten kompatiblen Bluetooth-Box oder als Teil eines größeren Systems betrieben werden.



Karaoke und Mikrofon: Durchdachtes Detail für den Praxisbetrieb
Ein zentrales Element der PartyBox Encore 2 ist das beiliegende kabellose Mikrofon mit einer Reichweite von bis zu 30 Metern. Die Kopplung erfolgt nach dem Einschalten automatisch, sodass keine zusätzliche Einrichtung nötig ist – ein klarer Pluspunkt für den spontanen Einsatz.
Praktisch ist auch die mitgelieferte Halterung, die mithilfe eines Gummibands flexibel auf der Rückseite des Bassreflex-Gehäuses befestigt werden kann – wahlweise links oder rechts. So ist das Mikrofon immer griffbereit verstaut und gleichzeitig sicher fixiert.
In der Anwendung zeigt sich die Karaoke-Funktion überraschend vielseitig. Der Stimme lässt sich stufenlos Echo beimischen, während ein zweiter Regler den Mikrofonanteil unabhängig von der Musiklautstärke steuert. Dadurch kann man den Gesang gezielt in den Mix einfügen – von dezent im Hintergrund bis klar im Vordergrund. Gerade für Karaoke oder Moderation ist das eine praxisnahe und gut gelöste Umsetzung.









Bedienung und App: Volle Kontrolle über Sound und Licht
Die Steuerung erfolgt direkt am Gerät oder über die JBL PartyBox App für Android und iOS. Mit der normalen JBL One App ist die Encore 2 wie ihre größeren Brüder Club 120, Stage 320 oder PartyBox 520 nicht kompatibel. Über die Bedienelemente auf der Oberseite lassen sich grundlegende Funktionen wie Lautstärke, Wiedergabe oder Lichtsteuerung schnell erreichen.
Die App erweitert den Funktionsumfang deutlich. Hier lassen sich nicht nur Playlists steuern, sondern auch Klangeinstellungen über Presets oder 7-Band-Equalizer anpassen, Soundeffekte wie Hupen oder „Hands-up“-Rufe abfahren und die Lichtshow konfigurieren. Letztere reagiert dynamisch auf die Musik und sorgt mit verschiedenen Modi und Effekten für die passende visuelle Untermalung.
Im Alltag erweist sich die App als sinnvolle Ergänzung, da sie den Zugriff auf alle Funktionen ermöglicht, ohne direkt am Gerät stehen zu müssen. Das ist besonders praktisch, wenn die Party bereits läuft.
Wenn sich – wie es mir im Test mit dem iPhone trotz aktueller Software oft passierte – die JBL PartyBox App nicht zuverlässig verbindet oder Funktionen ausfallen, lohnt ein Blick auf den Energiesparmodus. Ist dieser aktiv, kann iOS Hintergrundprozesse und Bluetooth-Kommunikation einschränken. Die Lösung ist simpel, wenn man sie erst mal wie ich nach einigen gescheiterten Lösungsversuchen gefunden hat: Energiesparmodus des iPhone deaktivieren – danach läuft die Verbindung in der Regel stabil.
Sound-Test der PartyBox Encore 2
Angesichts ihrer vergleichsweise kompakten Abmessungen liefert die kleine Partybox eine fast schon spektakuläre Show. Sie kann nicht nur sehr laut spielen, sie wirkt dabei auch sehr lebendig und gibt Dynamiksprünge ohne die von kleineren Bluetooth-Boxen bekannte Kompression wieder.
Allerdings kann das sehr lebendige Spektakel, das sich gerade bei Tracks aus den Bereichen Rock, Pop oder Hip-Hop einstellt, geschulte Ohren nicht darüber hinwegtäuschen, dass JBL zu einem bewährten Trick greift: Die Amerikaner setzen auf eine Oberbass-Betonung, um gerade bei elektronischen Beats für einen zünftigen Punch zu sorgen. Der Sound ist sehr stimmungsfördernd in Szene gesetzt und eignet sich hervorragend, um die Leute auf der Party auf die Tanzfläche zu bringen.
Der geschilderte Effekt lässt sich gut mit Tracks wie „Enjoy the Silence“ vom Remixes 81>04 von Depeche Modenachvollziehen. Allerdings fällt selbst dabei auf, dass es um das Differenzierungsvermögen in den unteren Oktaven nicht ganz so gut bestellt ist wie um die Pegelfestigkeit. Auch der Tiefgang kann mit größeren PartyBoxen naturgemäß nicht mithalten. Das zeigt sich umso deutlicher, wenn man akustische Instrumente wie gezupften Kontrabass oder echte Bassdrums hört.


Spaßbetonte Abstimmung
Das dürfte im typischen Einsatzbereich zwar selten relevant sein, dennoch ist die spaßbetonte Abstimmung mit dem aufgeblähten Bass auch bei elektronischer Popmusik klar erkennbar. Je nach Aufnahme und Musikgeschmack lässt sich der Bass-Boost in zwei Stufen noch oebendraufsetzen. Das verstärkt den Effekt noch mal, macht den Sound der PartyBox je nach Einstellung und Musikrichtung noch eidnrucksvoller oder noch übertriebener.
Wenn man allerdings bedenkt, wie kompakt der Lautsprecher ist, wie laut er spielen kann und welchen Druck er bei tiefen Frequenzen dabei bis in aberwitzig hohe Pegelregionen erzeugt, wirkt dieser Ansatz durchaus konsequent. Auch die spritzige Höhenwiedergabe macht auf Partys eine gute Figur, selbst wenn es etwas an Sanftheit fehlt. An dieser effekthascherischen Grundtendenz ändern auch die Sound-Presets im Kern wenig. Das gilt ebenso für die teils zur Schärfe neigende Stimmenwiedergabe.
Immerhin überzeugt der für die Größe beeindruckende Dynamikumfang, der Musik hörbar atmen lässt, auch wenn die Klangfarbentreue nicht vollständig mithalten kann. Das führt dazu, dass akustische Instrumente tonal nicht ganz authentisch wirken, aber in ihrer Intensität und Attacke durchaus überzeugen. Das macht die PartyBox Encore 2 auch für Nutzer interessant, die Begleitinstrumente für Übungen oder kleinere Live-Einsätze wiedergeben möchten.
Fazit und Alternativen: JBL PartyBox Encore 2
Die JBL PartyBox encore 2 überzeugt nicht durch hervorstechende Leistungen in einzelnen Disziplinen. Was sie auszeichnet, ist ihre insgesamt gelungene und dabei überaus Praxisgerechte Mischung. Das beginnt mit der Konnektivität, die sie auch gerade für Karaokeabende oder Live Auftritte prädestiniert, umfasst die tolle Ausstattung mit dem beiliegenden, Funktionen Funkmikrofon und ihre ausgesprochen kräftige, parttaugliche Spielweise. Und das Ganze für einen, gerade für JBL-Verhältnisse günstigen Preis. Zwar gibt es etwa bei Sharp mit der XParty Street Beat (PS-949) das gleiche Geld schon viel größere Party-Lautsprecher, doch darf man nicht vergessen, das für viele Nutzer auch gerade die Mobilität und Flexibilität im Einsatz zählt. Und in diesem Punkt macht der JBL so schnell keiner etwas vor, ganz besonders nicht mit vergleichbaren Leistungsumfang. Mit ihrem flexiblen Griff auf der Oberseite, ihren kompakten Abmessungen und ihrem überschaubaren Gewicht lässt sie sich toll transportieren.
Weitere Alternativen finden Sie in unserer Bluetooth-Lautsprecher-Bestenliste
JBL PartyBox Encore 2: Technische Daten
- Preisempfehlung des Herstellers: 350 Euro
- Abmessungen (B x H x T): 38,5 x 38,5 x 35 cm
- Gewicht: 9,15 kg
- Akkulaufzeit bis zu 15 Stunden
- Akkuladezeit: ca. 3,5 Stunden
- Besonderheiten: Bluetooth 5.4, spritzwassergeschützt gemäß Schutzklasse IPX4, 2-stufiger Bass Boost, integriertes Netzteil, Klinkeneingang (Mikrofon/Instrument), austauschbarer Akku
- Mehr unter: jbl.com






