STEREO GUIDE Testurteil
Die JBL Bar 800MK2 erwies sich in unserem Test als kraftvolle Dolby-Atmos-Soundbar mit cleveren Akku-Rears, großem Raumklang und pegelfestem, satt, aber nicht sehr tocken abgestimmten Subwoofer.
Vorteile
- Sehr gute Räumlichkeit für diese Preisklasse
- Vielseitig verwendbares Set mit abnehmbaren Rears
- Kraftvoller Wirelless-Subwoofer
- Automatische Raumeinmessung
Nachteile
- Erwas weiche Basswiedergabe
- Soundbar veträgt nicht so viel Pegel wie der Subwoofer
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Natürlichkeit / Transparenz8.6
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Bass / Dynamik8.8
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Räumlichkeit9
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Praxis / Connectivity9.5
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Preis/Leistung9.8
Mit der JBL Bar 800MK2 schickt JBL die zweite Generation seiner erfolgreichen Mittelklasse-Soundbar ins Rennen. Das Konzept bleibt dabei grundsätzlich erhalten: eine vergleichsweise schlanke Dolby-Atmos-Soundbar mit abnehmbaren Akku-Rear-Lautsprechern und kräftigem Subwoofer. Damit erweist sich dieses für einen Listenpreis von 680 Euro angebotene Heimkino-Set als günstige Ausgabe der großen Bar 1300, deren erste Generation wir vor einigen Jahren getestet haben. Gegenüber seinem direkten Vorgänger, dem Bar 300 hat JBL die zweite Generation der Soundbar technisch erweitert und durch zahlreiche Funktionen ergänzt.
Die neue Bar 800MK2 arbeitet als 7.1-Kanal-System mit kabellosem 10-Zoll-Subwoofer und zwei abnehmbaren Surround-Lautsprechern, die sich für echten Rear-Surround einfach von den Seiten der Soundbar abziehen lassen. Damit bleibt JBL seinem Konzept treu, Heimkino-Surround ohne permanente Lautsprecherverkabelung möglichst unkompliziert anzubieten.
Schlanke Soundbar mit cleverem Surround-Konzept
Optisch bleibt die JBL Bar 800MK2 angenehm unauffällig. Mit knapp 1,16 Metern Breite und nur 5,2 Zentimetern Höhe passt sie problemlos vor die meisten Fernseher, ohne das Bild zu verdecken. Hinter dem schlichten Gehäuse arbeitet allerdings ein vergleichsweise aufwendiger Lautsprecheraufbau.
In der Soundbar selbst sitzen sechs sogenannte Racetrack-Treiber im Format 4,4 x 8,0 Zentimeter sowie zwei separate Hochtöner mit 2,5 Zentimetern Durchmesser. Die beiden abnehmbaren Rear-Lautsprecher verwenden jeweils eigene Racetrack-Chassis im Format 4,4 x 9 Zentimeter. Für den Tiefton ist ein separater kabelloser Subwoofer mit 10-Zoll-Treiber zuständig. JBL gibt die maximale Gesamtleistung mit 780 Watt an. Davon entfallen allein 400 Watt auf die Soundbar selbst, 300 auf den Subwoofer und 2 x 40 Watt auf die kleinen Effektlautsprecher.


Die kabellosen Rear-Speaker bleiden die Besonderheit des Systems. Sie docken magnetisch links und rechts an die Soundbar an und werden dort gleichzeitig geladen. Für Filmabende lassen sie sich einfach abnehmen und für echten Surround-Sound hinter dem Hörplatz positionieren. Schönes Detail: Zum Verdecken der Anschlüsse legt JBL magnetisch gehaltene Kappen bei. Die integrierten Akkus liefern Strom für bis zu zehn Stunden Laufzeit. Man kann die Stromversorgung aber auch dank USB-C-Buchse über ein Netzteil aus dem Zubehörhandel herstellen. Dadurch ergibt sich auch die Möglichkeit, etwa bei der kommenden Fussball WM in Kanada, Mexiko und den USA im Broadcast-Modus den Ton über die abnehmbaren Funk-Lautsprecher in einem weiteren Raum wiederzugeben – ganz ohne sich Sorgen vor leeren Akkus zu machen.



Dolby Atmos und MultiBeam 3.0
Die JBL Bar 800MK2 unterstützt Dolby Atmos und kombiniert dies mit der hauseigenen MultiBeam-3.0-Technologie. Dabei nutzt JBL gezielte Reflexionen über Seitenwände und Raumbegrenzungen, um eine breitere und räumlichere Klangbühne zu erzeugen. Zusätzlich verspricht der Hersteller eine verbesserte Dialogverständlichkeit durch PureVoice 2.0 sowie eine neue SmartDetails-Funktion, die feine Klangdetails stärker herausarbeiten soll.
Interessant ist außerdem der sogenannte „Night Listening“-Modus. Dabei spielen ausschließlich die abnehmbaren Rear-Speaker weiter, während Soundbar und Subwoofer stummgeschaltet werden. So lässt sich nachts vergleichsweise leise fernsehen, ohne komplett auf räumliche Wiedergabe verzichten zu müssen.
Streaming, App und Ausstattung
Neben klassischem Heimkinoeinsatz positioniert JBL die Bar 800MK2 auch als Streaming-System. Unterstützt werden unter anderem AirPlay 2 inklusive Multiroom-Audio, Google Cast, Spotify Connect sowie Bluetooth 5.3. Die Netzwerk-Anbindung erfolgt über entweder über eine Ethernet-Kabelverbindung oder WLAN.
Die Steuerung übernimmt die für iOS und Android angebotene JBL One App, über die sich Klangmodi, Equalizer und Firmware-Updates verwalten lassen. Außerdem lassen sich hier die automatische Kalibrierung und zahlreiche Detailfunktionen einstellen.
An Anschlüssen bietet die Soundbar HDMI eARC, einen zusätzlichen HDMI-Eingang mit Dolby-Vision- und HDR10+-Passthrough sowie optischen Eingang und Bluetooth-Audio.


Automatische Einmessung und flexible Anpassung
Wie die kürzlich getestete Bar 300MK2 verfügt auch die JBL Bar 800 MK2 über eine automatische Raumeinmessung. Anders als bei einfachen Soundbars fällt diese hier allerdings etwas aufwendiger aus, weil das System mit echten kabellosen Rear-Lautsprechern arbeitet.
Für die Kalibrierung müssen die beiden abnehmbaren Surround-Speaker zunächst von der Soundbar getrennt werden. Anschließend führt die JBL-One-App Schritt für Schritt durch den Prozess. Dabei werden die Rear-Lautsprecher zunächst ungefähr auf Hörplatzhöhe positioniert und danach hinter dem Hörplatz aufgestellt. Über integrierte Mikrofone spielt das System mehrere Messsignale ab, analysiert Raumreflexionen und passt Surroundfeld sowie 3D-Wiedergabe automatisch an die akustischen Gegebenheiten des Raums an.
Gerade bei Atmos-Systemen mit virtuellen Raumanteilen ist diese Anpassung sinnvoll, da Sitzposition, Wandabstände und Raumgröße erheblichen Einfluss auf die räumliche Wirkung haben können.
Ebenfalls praxisgerecht gelöst ist die variable Lippensynchronisation. Sie lässt sich bequem über die JBL-One-App zwischen 0 und 250 Millisekunden anpassen. Alternativ funktioniert dies auch direkt über die mitgelieferte Fernbedienung, wenn auch etwas umständlicher per Tastenkombination. Gerade im Zusammenspiel mit unterschiedlichen Fernsehern oder Zuspielern kann diese Funktion wichtig sein, um Bild und Ton sauber zu synchronisieren.
Überraschung beim Test: Erst das Firmware-Update machte den Unterschied
Eine Besonderheit ergab sich erst während des gemeinsamen Tests von STEREO GUIDE und LowBeats. Nach Abschluss der Hörsession wollte mein LowBeats-Kollege Raphael Vogt überprüfen, wie die JBL Bar 800MK2 ohne die Korrekturen der automatischen Einmessung klingt. Gute Idee. Doch anders als etwa bei Nubert lässt sich die Einmessung allerdings nicht einfach deaktivieren. Deshalb setzten wir das komplette System zurück.
Danach passierte etwas Unerwartetes: Die Soundbar zog nach dem Reset plötzlich neue Firmware aus dem Netz und startete anschließend komplett neu. Bemerkenswert daran: Vor Beginn des Tests hatten wir in der JBL One App ausdrücklich nach verfügbaren Updates gesucht. Dort wurde jedoch kein neues Softwarepaket angezeigt. Eigentlich müsste die App – wie bei vielen Konkurrenzsystemen – nach der Netzwerkeinrichtung sogar automatisch auf neue Firmware hinweisen.
Nach dem Neustart zeigte sich allerdings schnell, dass sich die neue Software deutlich bemerkbar machte. Nicht nur kamen neue Funktionen hinzu, auch die zuvor noch leicht verbesserungswürdige Klangabstimmung wirkte hörbar harmonischer und ausgewogener. Deshalb entschieden wir uns, den kompletten Hörtest noch einmal neu durchzuführen.
Neu hinzu kamen nach dem Update unter anderem eine Roon-Unterstützung inklusive Gutschein zum Ausprobieren der beliebten, allerdings die letzte Zeit durch Update-Probleme geplagten Musik-Server-Lösung (wir berichteten) sowie eine Anzeige des Ladezustands der abnehmbaren Rear-Lautsprecher-Akkus.






Flexible Heimkino-Lösung ohne Lautsprecherkabel
Das Grundkonzept der JBL Bar 800MK2 bleibt auch in der zweiten Generation ungewöhnlich praxisnah. Die abnehmbaren Rear-Speaker verbinden echtes Surround-Feeling mit hoher Alltagstauglichkeit. Gleichzeitig bleibt die Installation deutlich unkomplizierter als bei klassischen Heimkino-Systemen mit separaten Lautsprecherkabeln.
Ob JBL neben den neuen Funktionen auch beim Klang entscheidende Fortschritte gemacht hat, klärt der ausführliche Hörtest im Heimkino-Härraum von LowBeats in Worms.
Hörtest: Überraschend räumlich, aber mit klarer JBL-Handschrift
Im Hörtest zeigte die JBL Bar 800MK2 zunächst einmal sehr deutlich ihre typische JBL-Abstimmung. Schon mit der Bass-Einstellung „3“ von maximal fünf Stufen, die laut Frequenzgang-Anzeige in der App eigentlich einer linearen Abstimmung entsprechen soll, spielte der Subwoofer hörbar kräftiger und voller auf, als man es neutral erwarten würde. Der Bass wirkte satt, weich und leicht federnd abgestimmt, entwickelte dabei aber durchaus Groove und Spielfreude. Gerade bei Pop, Elektronik oder modernen Film-Soundtracks funktionierte das sehr unterhaltsam.
Allerdings zeigte sich auch schnell, dass der Woofer eher auf Effekt und Druck als auf maximale Präzision abgestimmt wurde. Bereits auf mittlerer Einstellung tendierte der Tiefton leicht ins Füllige. Bei Actionfilmen und spektakulären Effekten machte genau das durchaus Spaß. Hubschrauber, Explosionen oder tieffrequente Atmos-Effekte lagen dem Subwoofer klar besser als fein strukturierte Musikaufnahmen. Bei komplexeren Bassläufen wirkte der Tiefton dagegen gelegentlich etwas weich, leicht dröhnig und nicht immer vollkommen differenziert.
Interessant dabei: Der Subwoofer verfügt über deutlich mehr Pegelreserven als die eigentliche Soundbar. Dreht man das System weit auf, bleibt der Woofer erstaunlich souverän, während die Bar selbst irgendwann hörbar an ihre Grenzen gerät und leicht aggressiver wirkt.
Überraschend starke Räumlichkeit
Deutlich stärker präsentierte sich die JBL dagegen bei der räumlichen Abbildung. Besonders die horizontale Bühne gelang ausgesprochen breit und geschlossen. Die MultiBeam-Technologie funktionierte im LowBeats-Heimkino erstaunlich überzeugend und spannte ein großes, sehr weitläufiges Klangfeld auf.
Gerade mit angedockten Rear-Lautsprechern funktionierte dabei sogar die Virtualisierung überraschend gut. Bei Musikstücken wie „Welcome To The Pleasuredome“ von Frankie Goes To Hollywood von der Limited Super Deluxe Edition des gleichnamigen Albums (Blu-ray Audio: 2025 Steven Wilson Atmos Mix) lösten sich Effekte teilweise glaubhaft hinter dem Hörplatz. Das gelang für eine Soundbar dieser Klasse bemerkenswert überzeugend.
Die eigentliche Höhenabbildung der Atmos-Effekte wirkte dagegen etwas diffuser. Höheninformationen verteilten sich eher großflächig im Raum, statt punktgenau ortbar über dem Hörplatz zu erscheinen. Einzelne Height-Kanäle ließen sich in der App separat anheben, wobei gleichzeitig auch die jeweiligen Rear-Anteile beeinflusst wurden. Zudem muss Dolby Atmos explizit über die entsprechende Dolby-Taste aktiviert werden.
Stimmen und Musik: Vor dem Update noch etwas matt
Im ursprünglichen Software-Zustand spielte die JBL insgesamt eher warm und gefällig abgestimmt. Stimmen wirkten klar verständlich und nie unangenehm hart, allerdings fehlte es etwas an Brillanz und feiner Höhenauflösung. Gerade bei Musik klang die Wiedergabe dadurch zwar langzeittauglich, aber stellenweise auch leicht glanzlos.
Interessanterweise gefiel uns Musik im Gegensatz zu Filmton mit angedockten Rear-Lautsprechern besser als mit komplett separierter Surround-Wiedergabe. Die Klangbühne wirkte homogener und platischer.
Überraschende Wandlung nach Firmware-Update
Richtig spannend wurde es allerdings erst nach dem vollständigen Reset und dem anschließend automatisch installierten Firmware-Update. Denn danach veränderte sich die Klangabstimmung der Bar überraschend deutlich.
Plötzlich spielte die JBL hörbar brillanter, dynamischer und auflösender. Die Bühne gewann sowohl in der Breite als auch in der Höhe nochmals deutlich hinzu. Gleichzeitig wirkte die gesamte Abstimmung homogener und schlüssiger, insbesondere im Zusammenspiel zwischen Frontsystem und Rear-Lautsprechern.
Auch rhythmisch legte die Bar hörbar zu. Musik entwickelte mehr Drive und wirkte lebendiger als zuvor. Der Bass blieb zwar weiterhin eher auf der satten und weichen Seite, fügte sich nun aber besser ins Gesamtbild ein.
Ganz ohne Nebenwirkungen blieb die neue Abstimmung allerdings nicht. Stimmen wirkten nun stellenweise minimal blecherner und weniger warm als vor dem Update. Insgesamt war die neue Softwareversion klanglich aber klar die bessere und erwachsenere Abstimmung.
Fazit und Alternativen zur JBL Bar 800MK2
Unterm Strich bot die JBL Bar 800MK2 mit ihren smarten Rears und dem kraftvollen, relativ pegelfesten Subwoofer für die Preisklasse unter 900 Euro eine solide Vorstellung und überzeugte auch durch pfiffige Detaillösungen. Wer mittlere bis größere Räume beschallen möchte oder Spezialeffekte im Action-Kino mit größerer Wucht und Räumlichkeit erleben möchte, für den lohn sich zweifellos die Mehrausgabe zur ansonsten ebenfalls rundum gelungenen, tonal ähnlich abgestimmten Bar 300MK2. In den meisten Mehrfamilienhäusern dürfte es Probleme bereiten, den Unterschied im Bass richtig auszukosten – in der dreidimensionalen Raumdarstellen dagen schon.
Ein direkter Mitbewerber kommt aus Berlin: Vom Listenpreis geringfügig kostspieliger als die JBL Bar 800MK2 ist das 7.1.2-Action-Set des Teufel Cinebar 22, den wir allerdings nur in der 5.1-Basis-Version mit Flachbau-Subwoofer getestet haben.
Weitere Alternativen finden Sie in unserer HiFi-Bestenliste bei den Soundbars
Technische Daten JBL Bar 800MK2
- Preisempfehlung des Herstellers: 900 Euro
- Abmessungen (B x H x T): Suoundbar: 85,4 x 5,2 x 12,8 cm, (116,3 x 5,2 x 12,8) cm (mit Anstecklautsprechern), Rear Speaker: je 16,9 x 5,2 x 12,8 cm, Subwoofer 32,5 x 40 x 32,5 cm
- Gewicht: Soundbar: 5 kg ohne Rears, Rear Speaker: je 0,7 kg, Subwoofer 8,1 kg
- Besonderheiten: 1 x HDMI eARC, 1 x HDMI, USB A, S/PDIF (optisch), Bluetooth 5.3, AirPlay 2 mit Multi-Room-Wiedergabe, abnehmbare Wireless-Rear-Lautsprecher, Wireless-Subwoofer im Lieferumfang
- Mehr unter: https://de.jbl.com






