STEREO GUIDE Testurteil
WiiM Bar und Sub Pro punkten mit hervorragender Sprachverständlichkeit, fein aufgelösten Stimmen und nahtlos eingebundenem, präzisem Tiefbass. Die Stereo-Bühne bleibt kompakt, der Surround-Eindruck eher frontlastig. Vielseitiges Streaming und die Erweiterbarkeit auf 5.1.2 ergänzen das Paket.
Vorteile
- Hervorragende Sprachverständlichkeit
- Neutrale, fein aufgelöste Stimmwiedergabe und sehr gute Durchhörbarkeit
- Nahtlos eingebundener Subwoofer mit präzisem, tiefem Bass
- Vielseitiges Streaming, Multiroom und Erweiterbarkeit auf 5.1.2
Nachteile
- Begrenzte Stereo-Bühnenbreite, etwas centerlastig
- Selbst mit Sub nicht das lauteste Heimkino
- Kein Apple AirPlay
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Natürlichkeit / Transparenz8.9
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Bass / Dynamik9
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Räumlichkeit8.8
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Praxis / Connectivity9.8
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Preis/Leistung9.2
Nachdem der mit Touchscreen-Steuerung ausgestattete Smart Speaker WiiM Sound die Multiroom-Welt quasi im Sturm erobert hatte, munkelte so mancher Brancheninsider, in welchen Segmenten die junge Brand Platzhirsche wie Sonos wohl als nächstes angreifen würde. Die Antwort folgte in Form der WiiM Bar – der einzigen uns bekannten Dolby-Atmos-Soundbar mit Touchscreen-Steuerung auf dem Markt.
Der runde, zentrale Screen, der der ansonsten sehr flachen Bar ihre charakteristische Form mit Buckel gibt, erinnerte uns an diverse Armaturenbretter im Luxusauto-Segment. Und in der Tat, wenn man ihn nicht zur Steuerung benutzt, kann er neben Covers auch VU-Meter und diverse Uhren darstellen. So fügt sich die ansonsten in matten Schwarz oder weiß gehaltene Bar unauffällig, aber doch stilvoll ins Wohnzimmerambiente ein.
Die Bar selbst konnten wir bereits auf der HIGH END Vienna 2026 kurz hören. Zum Test orderten wir jetzt das Set mit dem WiiM Sub Pro. Nicht nur, dass kraftvolle Bassunterstützung der doch recht flachen Bar für echtes Heimkinoerlebnis gut zu Gesicht steht: Wir waren auch beeindruckt von der WiiM Home App, die eine besonders einfache drahtlose Einbindung von weiteren Lautsprechern und Subwoofern ins Surround-Setup bietet. Für die Soundbar nennt der deutsche Vertrieb eine unverbindliche Preisempfehlung von 499 Euro. Der hier verwendete WiiM Sub Pro wird im deutschen WiiM-Shop für 529 Euro angeboten. Damit liegt die Kombination bei 1.028 Euro. Dafür gibt es Raumklang mit diskreten Höhenlautsprechern für Dolby Atmos, durch die Bar erzeugten Surround-Sound, und kräftigen Tiefton aus dem Subwoofer.
Eine Bar mit Tiefgang und vielen Chassis
Im Gehäuse der Bar sitzen acht aktive Chassis. Nach vorne strahlen drei Tiefmitteltöner und drei Hochtöner; zwei nach oben gerichtete Breitbandtreiber übernehmen die Höheneffekte. Vier Passivradiatoren unterstützen den Tieftonbereich. WiiM beziffert die maximale Systemleistung der Bar mit 135 Watt. Die 1,06 Meter breite Soundbar wiegt laut Hersteller fünf Kilogramm.
Die Höhenkanäle nutzen die Reflexion über die Zimmerdecke. Entsprechend sollten die nach oben gerichteten Treiber frei abstrahlen können, und die Decke nicht allzu starke Bedämpfung aufweisen. Für die Aufstellung auf dem TV-Möbel oder die Montage unter dem Bildschirm sind Wandhalterungen im Lieferumfang vorgesehen.




Touchscreen statt Blindflug
Ein Blickfang ist das runde, 2,1 Zoll große Farb-Touchdisplay auf der Front. Es zeigt unter anderem Albumcover und Wiedergabeinformationen an und erlaubt den Zugriff auf Quellen, Klangregelung und gespeicherte Favoriten. Auch Uhr-Darstellungen gehören zu den Anzeigemöglichkeiten. Wer Musik hört, bekommt damit Informationen direkt am Gerät.
Die WiiM Home App übernimmt Einrichtung, Streaming-Verwaltung und weitere Klangeinstellungen. Zusätzlich liegt eine Fernbedienung bei. Sie arbeitet per Bluetooth, wird über USB-C geladen und bietet Alexa-Sprachsteuerung auf Tastendruck. Für deren Nutzung ist die Anmeldung bei Alexa über die App erforderlich. Über HDMI-CEC lässt sich die Lautstärke auch mit der Fernbedienung des Fernsehers steuern.
Wer nur mal schnell die Lautstärke anpassen oder die Quelle wechseln will, muss das nicht über Smartphone, Fernbedienung oder Touchscreen tun, sondern kann die oben in der Bar unauffällig eingelassenen Touchflächen erledigen. Die sind im Normalfall verborgen, leuchten aber auf, wenn man sich ihnen mit der Hand nähert.
Das steckt technisch im WiiM Sub Pro
Der WiiM Sub Pro übernimmt die tiefen Frequenzen mit einem 8-Zoll-Tieftöner und einer Class-D-Endstufe, für die WiiM 250 Watt kontinuierliche Leistung angibt. Mit einer unteren Grenzfrequenz von 35 Hz soll der Sub laut Hersteller für Musik tief genug hinabreichen, bei Actionfilmen mit heftigem Grummeln ist das allerdings knapp bemessen.
Mit rund 16 Kilogramm bringt der Subwoofer deutlich mehr Gewicht mit als die Bar. Seine Einbindung erfolgt drahtlos über die WiiM Home App. Die Tonübertragung kann im WiiM-System ebenfalls drahtlos erfolgen; außerdem besitzt der Sub Pro Ethernet und einen Mono-Cinch-Eingang für Geräte mit analogem Subwoofer-Ausgang, was durchaus Sinn macht, wenn man noch eine konventionelle HiFi-Anlage neben der WiiM-Installation betreibt.


Fernsehton trifft Streaming
Für den TV-Anschluss ist HDMI eARC der zentrale Eingang. Zu den unterstützten Formaten gehören Dolby Atmos, Dolby TrueHD, Dolby Digital Plus, DTS und DTS:X. Hinzu kommen ein optischer Digitaleingang und ein analoger Stereo-Cinch-Eingang. Ein CD-Player oder ein Plattenspieler mit geeigneter Phono-Vorstufe findet damit ebenfalls Anschluss. WiiM führt außerdem USB-Anschlussmöglichkeiten auf.
Ins Heimnetz gelangt die Bar über Wi-Fi 6E oder Ethernet. Bluetooth steht für weitere drahtlose Verbindungen bereit. Bei der Musikwiedergabe bietet die Plattform unter anderem Spotify Connect, Tidal Connect, Qobuz Connect, Amazon Music Cast, Google Cast sowie DLNA/UPnP und Roon. Über die WiiM Home App lässt sich die Bar mit weiteren kompatiblen Geräten für Multiroom-Musik gruppieren. In der App finden sich noch mehrere Möglichkeiten, Internetradiostationen einzubinden. Das einzige, was hier in punkto Connectivity wirklich vermisst haben, ist die Möglichkeit, mit AirPlay zuzuspielen.

Die mächtige Multiroom-App: WiiM Home
Die WiiM Home App ist die Schaltzentrale für Einrichtung, Quellenauswahl, Streaming und Klangabstimmung. Musikdienste, Internetradio und eigene Musik im Netzwerk laufen hier zusammen. Spotify Connect, Tidal Connect und Qobuz Connect erlauben außerdem die Steuerung aus den jeweiligen Anbieter-Apps. Google Cast, Amazon Music Cast, DLNA/UPnP und Roon erweitern die Möglichkeiten. Lieblingssender und Playlists lassen sich als Presets ablegen, sodass die musikalischen Dauerbrenner schnell wieder erreichbar sind. Für den direkten Zugriff auf Wiedergabe, Quellen und Presets muss dabei nicht immer das Smartphone herhalten: Auch das Touchdisplay der Bar bietet entsprechende Bedienmöglichkeiten.
Mit WiiM Radio bringt die App zudem einen eigenen Internetradio-Zugang mit, der Stationen aus aller Welt unter anderem nach Genres sortiert. Für Qobuz-Nutzer kommt die Qobuz-Radiofunktion hinzu. Gapless-Wiedergabe ermöglicht einen nahtlosen Übergang zwischen den Titeln – besonders angenehm bei Live-Alben oder durchkomponierten Werken, deren musikalischer Fluss unter erzwungenen Pausen leiden würde.
App-solut vielseitig
Ihre Möglichkeiten reichen über das Wohnzimmer hinaus. Mehrere kompatible Geräte lassen sich zu Multiroom-Gruppen zusammenfassen oder in verschiedenen Räumen mit unterschiedlichen Musikprogrammen versorgen. Dabei verwaltet die App auch die jeweiligen Klangeinstellungen. Der Verbund ist inzwischen markenübergreifend: Neben WiiM-Komponenten können kompatible Modelle aus der W-Serie von Audio Pro und passende Streaming-Komponenten von Pro-Ject eingebunden werden. So muss die Wahl der Lautsprecher im Arbeitszimmer oder auf der Terrasse nicht vom Herstellerlogo der Soundbar abhängen.
Für das Heimkino übernimmt die App außerdem die Zuordnung kompatibler Geräte zu den rückwärtigen Kanälen und die Einbindung des Sub Pro. Mit zwei zusätzlichen Surround-Lautsprechern wächst die Kombination aus Bar und Subwoofer vom hier besprochenen 3.1.2-Set zum 5.1.2-System. Multiroom-Musik und die Erweiterung um echte Filmtonkanäle sind damit zwei unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten derselben Plattform.









RoomFit in der App: Individuelle Anpassung
Die automatische Raumkorrektur RoomFit nutzt das Mikrofon des Smartphones oder ein geeignetes externes Mikrofon zur akustischen Messung. Bei der Bar werden die Kanäle links, rechts und Center nacheinander erfasst und korrigiert. Im Gegensatz zu anderen Systemen geht das nicht nur mit iPhones, sondern auch Android-Geräten, bei denen die Mikrofone weniger genau kalibriert sind. Dafür muss man die Bar einmal im Nahfeld messen, was eine grobe Kalibration des Smartphone-Mikrofons ermöglicht.
Der Sub Pro besitzt eine eigene RoomFit-Funktion für den Bassbereich. Eine gemeinsame Einmessung von Bar und Sub Pro unterstützt die aktuelle Herstelleranleitung allerdings noch nicht. Der mehrbändige Equalizer in der App, mit zahlreichen parametrischer Funktionen, lässt sich zusätzlich zur generierten Einmesskurve ändern und aktivieren, so kann man die grafisch gut dargestellte Korrekturkurve noch an den eigenen Hörgeschmack anpassen.



Hörtest WiiM Bar als Solist
Die WiiM Bar macht im Musik-Hörtest ihre Stärken bei Stimmen besonders deutlich. Gesang jedweder Art gibt sie neutral und fein aufgelöst wieder. Die gute Durchhörbarkeit erleichtert es, Details und einzelne Bestandteile der Aufnahme nachzuvollziehen. Das Klangbild wirkt übersichtlich und sauber gegliedert. Im Grundton hält sich die Bar etwas zurück. Stimmen und Instrumente bekommen dadurch eine eher schlanke Kontur, ihre körperhafte Fülle fällt etwas knapper aus. Die neutrale Stimmwiedergabe und die feine Auflösung bleiben dabei erhalten.
In Stereo gelingt die Ortung einzelner Schallquellen ordentlich. Die räumliche Ausdehnung bleibt jedoch begrenzt: Die Bühne entfaltet sich nur mit eingeschränkter Breite und entwickelt wenig Tiefe. Die Bar zeichnet das musikalische Geschehen nachvollziehbar, staffelt es aber eher kompakt vor dem Hörer.
Bei Film mit Surround-Effekten einschließlich Dolby Atmos vermittelt die Bar einen erstaunlich breiten und hohen Klangeindruck. Der Eindruck bleibt allerdings stärker nach vorne orientiert, mit zugefügtem Raumeffekt, als es die Vorstellung einer rundum geschlossenen Klangkulisse mit echten Rear-Speakern erwarten ließe.
Beim Fernsehton fällt die hervorragende Sprachverständlichkeit auf. Dialoge treten deutlich hervor und lassen sich mühelos verfolgen. Die Wiedergabe rückt das Gesprochene stark ins Zentrum des Geschehens.
Hörtest im Duo: WiiM Bar und WiiM Sub Pro
Umso überzeugender fügt sich der Sub Pro ein, und zwar unabhängig vom Quellmaterial. Der Übergang zwischen Soundbar und Subwoofer gelingt nahtlos, was besonders bei rhythmisch aufgenommener Musik wie Rock, Funk, Disco und groovendem Jazz in einer audiophil unerwartet hohen Liga spielt. Der Bass reicht bei Musik tief, wirkt präzise und verleiht entsprechend aufgenommenen Alben einen satten Groove, ohne ins Wummern abzurutschen. Das kräftige Tieftonfundament und der etwas zurückgenommene Grundton bleiben dabei als unterschiedliche Eigenschaften der Abstimmung erkennbar.
Der Sub Pro ergänzt auch bei Filmen ein präzises, tief reichendes Fundament. Seine hervorragende Einbindung sorgt dafür, dass Bar und Subwoofer als zusammenhängendes System auftreten und die Effekte vielleicht nicht ganz so grollen wie bei anderen Subwoofer-Kombis, aber gerade mit Musik umso realistischer klingen. Die Höreindrücke beziehen sich auf diese Kombination; die Erweiterung mit hinteren Lautsprechern zu 5.1.2 ist eine zusätzliche Ausbaumöglichkeit.
Damit empfiehlt sich das Gespann vor allem für Musik- und Filmfreunde, die klare Stimmen, kontrollierten Bass und die Einbindung ins WiiM-System schätzen. Wer eine besonders weitläufige Stereo-Bühne oder eine stark umhüllende Surround-Kulisse sucht, sollte diese Grenzen bei der Auswahl berücksichtigen.
Fazit und Marktumfeld WiiM Bar
Die Kombination aus Dolby Atmos mit diskreten Höhenkanälen und Touchscreen-Steuerung ist im Soundbar-Segment einzigartig, insofern ist die WiiM Bar praktisch ohne Konkurrenz. Sie spielt auch ohne Subwoofer-Unterstützung erstaunlich ausgewogen und klar, allerdings sind dem Heimkinoton im Bass Grenzen gesetzt. Sie hebt sich durch echtes Atmos, den Touchscreen und etwas feiner aufgelöste Höhen von Konkurrenten wie der Sonos Beam 2 ab, vollbringt aber auch keine dynamischen Wunder.
Der Funktionsumfang des WiiM Ökosystems bei Streaming und App-Steuerung sind aus unserer Sicht führend am Markt und lassen selbst etablierte Konkurrenten wie Sonos und Bluesound hinter sich.
Wer neben Actionfilmen auch mal bassreichere Musik wie Hiphop, Elektronisches oder modernen Rock auflegt, wird die Mehrausgabe für den Subwoofer als absolut lohnend empfinden. Auch, wenn größere Konkurrenten wie die JBL Bar 800MK2 mehr Surroundeffekte und heftigeres Bassgrollen erzeugen können – in punkto Verständlichkeit, Ausgewogenheit und Basspräzision bleibt die WiiM-Kombi Sieger.
Weitere Alternativen finden Sie in unserer HiFi-Bestenliste bei den Soundbars
Technische Daten WiiM Bar + WiiM Sub Pro
- Preisempfehlung des Herstellers: 500 Euro (Bar), 530 Euro (Subwoofer)
- Abmessungen (B x H x T): 1,06 x 7,4 x 10,3 cm (Bar), 30,1 x 39,9 x 32,2 cm (Subwoofer)
- Gewicht: 5kg (Bar), 16 kg (Subwoofer)
- Besonderheiten: LAN, WLAN, HDMI eARC, optischer Eingang, analoger Cinch-Eingang, Bluetooth 5.3; Sprachsteuerung, Funkfernbedienung, unterstützt Chromecast, Spotify Connect, TIDAL Connect, Qobuz Connect, DLNA
- Mehr unter www.wiim-audio.de




