STEREO GUIDE Testurteil
Die JBL Bar 300MK2 überzeugte Im Test mit kraftvollem Klang. Sie lieferte zünftige Dynamik und Raumklang, auch wenn die 3D-Effeke mit Dolby-Atmos-Inhalten die Bühne nicht spürbar anheben konnten. Die JBL Soundbar bietet mit gelungener Einbindung beliebter Streaming-Dienste in die JBL One App auch einen besonders hohen Nutzwert.
Vorteile
- Ausgewogener Klang für Musik und Filmton
- Für eine Solo-Soundbar satter Bass
- Beliebte Streaming-Dienste lassen sich direkt aus der JBl App steuern
- Multiroom-Betrieb via AirPlay 2 und Google Cast
Nachteile
- Keine Anschlussmöglichkeit für Subwoofer oder Rear-Speaker
- Bei höheren Laustärken stößt der Bass an seine Belastungsgrenzen
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Natürlichkeit / Transparenz8.5
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Bass / Dynamik8.1
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Räumlichkeit8.2
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Praxis / Connectivity9.4
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Preis/Leistung9.6
In diesem Sommer brachte JBL fünf neue Soundbars heraus. Uns interessierte im Programm 2025, das von 400 bis 1500 Euro reicht, vor allem die Einstiegs-Lösung, die Bar 300 MK2. Sie liegt für viele Heimkino-Fans noch in einer für viele erschwinglich Preisklasse. Trotz einer ganzen Reihe von Verbesserungen und neuer Features blieb der Listenpreis gegenüber dem Vorgänger unverändert. Dafür wuchsen die Abmessungen der dezenten schwarzen JBL Soundbar von 82 auf 94 cm.
Doch auch im Inneren des schwarzen Kunststoffgehäuses gibt es zahlreiche Neuerungen. Da wäre etwa die Leistungssteigerung von 260 auf stramme 450 Watt. Sie stehen jetzt fünf statt bisher vier ovalen Racetrack-Treibern (4,2 x 8 Zentimeter) und der doppelten Anzahl von Hochtönern (0,75 Zoll respektive 2 cm) zur Verfügung.

JBL setzt auf Wireless-Konnektivität
Die MK2-Version der Soundbar 300 unterstützt via WLAN moderne Streamingdienste und enthält deutlich erweiterte Plattformanbindungen. Spotify Connect, Tidal Connect oder auch Qobuz, Amazon Music und einige andere lassen sich mit der JBL One App verknüpfen und dann ebenso nahtlos wie drahtlos aus einer zentralen App heraus nutzen. Alternativ lassen sich Audio-Streams aber auch via Bluetooth 5.3, Apple AirPlay 2 sowie Google Cast an den Heimkino-Lautsprecher senden. Mit AirPlay und Chromecast ist auch Multi-Room-Wiedergabe mit iOS- oder Android-Geräten möglich.
Die neue Baureihe nutzt Technologien wie „MultiBeam 3.0“, „PureVoice 2.0“ sowie Virtual-Height/Atmos-Effekte. Doch was steckt hinter dem griffigen Marketing-Sprech? MultiBeam 3.0 soll eine breite Klangbühne mit immersivem Sound für Kinofeeling am Fernseher schaffen.
Die PureVoice-2.0-Funktion setzt auf automatische Sprach-Optimierung, damit man Dialoge auch in lauter Umgebung besser versteht. Zudem soll das SmartDetails-Feature für bessere Verständlichkeit subtiler Soundeffekte wie beispielsweise das Knarren von Dielen sorgen.

Automatische Einmessung für optimale Raumanpassung
Mit den integrierten Mikrofonen kann sich die JBL Soundbar aber auf Befehl auch automatisch auf den Raum kalibrieren. Dazu gibt sie eine kurze Sequenz von Mess-Signalen wieder, mit denen sie die Raumreflexionen erkennen und den 3D-Sound an den Raum anpassen kann.
Besonders sinnvoll, um nicht zu sagen, ein Muss bei Heimkino-Lautsprechern wie der JBL Bar 300MK2, ist die variable Lippensynchronisation. Die lässt sich in der App bequem per virtuellem Slider zwischen 0 ms und 250 Millisekunden anpassen. Das Ganze klappt aber auch über die mitgelieferte Infrarot-Fernbedienung, ist dann allerdings etwas umständlicher. Man muss sich die Tastenkombination einprägen und zunächst drei Sekunden auf „TV“ und dann auf „+“ drücken. Anschließend kann man innerhalb von fünf Sekunden über die Buttons „+“ und „–“ Bild und Ton synchronisieren. Schließlich kann es sonst je nach Fernseher und Programmquelle zu störenden Verzögerungen zwischen Bild und Tonspur kommen.

Einen Dolby-Atmos-Decoder gab es auch schon beim Vorgänger. Die Bar 300MK2 hat jetzt zwar mehr Lautsprecher-Chassis, doch bleibt es bei virtuellen 3D-Höhen-Effekten. Die JBL Soundbar eignet sich zum Betrieb auf einem Sideboard oder Regal ebenso wie zur Wandaufhängung. Zu diesem Zweck legt JBL eine Bohrschablone und Wandhalterungen bei.
Nur Digital-Ein- und Ausgänge
Was die Konnektivität über Kabel betrifft, bleibt es wie bei der bisherigen Bar 300 auch bei der Bar 300MK2 bei einem HDMI-Eingang und einem Ausgang mit Enhanced Audio Return Channel (eARC). Alternativ lässt sich ein Blu-ray-, DVD- oder CD-Player auch über den optischen Toslink-Digital-Eingang anschließen. Schade: Die USB-A-Buchse lässt sich indes nur bei der US-Version der Soundbar zur Audio-Wiedergabe nutzen. Bei allen anderen sei USB nur für den Service vorgesehen, heißt es dazu von JBL.
Eine andere Einschränkung betrifft alle Regionen: Auch die MK2-Variante des Bar 300 muss ohne separaten Subwoofer auskommen. Sie bleibt eine 5.0-Kanal-Lösung.Außerdem hat JBL keine Surround-Erweiterung über diskrete Rear Speaker vorgesehen. Sie bleibt den größeren Soundbars der Serie vorbehalten.









Bedienung mit und ohne App
Wie schon die vor einiger Zeit getestete JBL Bar 1300 vertraut die neue Einsteiger-Soundbar auf die JBL One App, die man auf Google Play oder im Apple App Store kostenlos herunterladen kann. Damit lassen sich viele Einstellungen, die über Lautstärke- und Quellenwahl hinaus gehen, nicht nur bequemer abrufen. Es gibt auch neben der bereits erwähnten Integration beliebter Streaming-Dienste noch ein paar Goodies. Dazu zählt etwa die Möglichkeit, eingespeichertes Meeresrauschen, Regengeprassel oder den Sound des Waldes abzuspielen. Dazu heißt es einladend: Lasse Dich von den beruhigenden Melodien des Waldes verzaubern“ (O-Ton in der App).
Wer nur mal schnell für etwas mehr Wumms für den Action-Film oder weniger Stress mit den Nachbarn den Bass anpassen möchte, kann das über eine separate Taste auf der Fernbedienung schnell und bequem erledigen. Wer Wert auf eine gezielte Klanganpassung legt, findet dazu in der JBL One App einen grafischen 7-Band-Equalizer.
Für die Nutzung mit der Fernbedienung muss ein simples Display hinter dem Lautsprechergrill genügen, das bei der Befehlseingabe via Abkürzungen eine Rückmeldung liefert und sich dann wieder abschaltet, um nicht den Bildgenuss zu stören.

Sound-Test: So klingt die JBL Bar 300MK2
Im Sound-Test machte die JBL Bar. 300 MK, zwo ganz schnell vergessen, dass sie eigentlich das kleinste Gerät ihrer Baureihe ist. Sie spielte enorm stimmig, ganz gleich, ob man ihr nur Musik in Stereo oder einen Actionfilm wie Mad Max „Fury Road“ mit Dolby Atmos Soundtrack vorsetzte. So klang Trompeter Till Brönner gemeinsam mit der eidgenössischen Elektro-Band Yello sehr klar und die Synthesizer Bassläufe von Boris Blank wirkten enorm satt. Allerdings durfte man es dabei nicht mit dem Pegel übertreiben, sonst ging der Bass etwas in die Knie und verlor an Präzision.
Und bei Mad Max konnte die kleinste JBL Soundbar zwar keine Surround Effekte hinter oder auch nur neben den Zuhörern auf der Couch platzieren. Was ihm aber sehr überzeugend gelang, war eine ordentlich breite Bühnendarstellung. Was die Dolby-Atmos-Effekte des Endzeit Abenteuers mit Tom Hardy und Charlize Theron betrifft, hatte man nicht wirklich das Gefühl, dass Phantom Schallquellen in die Höhe wuchsen. Doch insgesamt löste sich der Sound sehr gut vom Lautsprecher.

Dann holte mein Freund und Kollege Raphael Vogt vom Online-Magazin LowBeats in unserem gemeinsamen Soundbar-Test eine Aufnahme von Lindsey Stirling („Beyond The Veil“) heraus. Dabei fiel auf, dass die Streicher relativ hell ertönten, aber niemals harsch wirkten. Mit dieser Abstimmung sollten sich auch gelegentliche Abstecher in die Klassik ohne Frust bewältigen lassen.
Beim zweiten Teil des Piloten Epos „Top Gun“ verblüfften uns die erstaunlich tiefen und druckvollen Soundeffekte im Bass. Wenn Tom Cruise die Triebwerke der Mach 10 schnellen „Dark Star“ ans Limit brachte, hatte der Soundtrack mächtig Qualm (O-Ton in meinen Aufzeichnungen) und es entstand eine bemerkenswert breite Klangbühne. So lässt sich für 400 Euro ohne klobige Lautsprecherboxen zu Hause schon sehr anständig Kino genießen.

JBL Bar 300MK2: Fazit und Alternativen
JBL hat seine Bar 300MK2 gerade auch durch die bessere Integration von Streaming Diensten sinnvoll aufgewertet. Obwohl die virtuellen 3D-Klänge mit Dolby Atmos im wörtlichen Sinne kein höheres Level erreichen, verbreitet diese ebenso platzsparende wie erschwingliche Kino-Lösung tolle Film Atmosphäre zu einem durchaus angemessenen Preis, der sich erfreulicherweise nicht vom Vorgänger unterscheidet. Man kann mit dem schlichten schwarzen Klangbalken genauso gut Musik wie Filme genießen. In Mehrfamilienhäusern und kleinen bis mittelgroßen Räumen durfte so schnell auch nicht der Wunsch nach einem externen Subwoofer aufkommen. JBL holt wirklich mit seinen fünf Race-Track-Treibern ein Maximum an Bass aus einem unauffällig unter dem Fernseher platzierbaren All-in-One-Lautsprecher.
Die Bedienung mit Fernbedienung und der JBL One App hat keinen Anlass zu Kritik. Mit seinen zwei HDMI-Anschlüssen kann die relativ günstige Soundbar sogar die Funktion eines Video-Hubs übernehmen. In seiner Preisklasse ist sie für uns derzeit das interessanteste Angebot. Doch in Zeiten, in denen viele Menschen sparen müssen, könnte die JBL trotzdem manchen zu teuer sein. Wenn es wirklich nur darum geht, eine bessere Dialog-Verständlichkeit und etwas sattere Bässe als vom Fernseher selbst ins Wohnzimmer zu bringen, wäre der sehr knapp kalkulierte, nur für Basis-Anforderungen konzipierte Amazon Fire, TV, Soundbar 2.0 noch eine Überlegung wert. Ebenfalls interessant für alle mit kleinem Busget: Zur Zeit unseres Tests lässt sich der Vorgänger der Bar 300MK2 mit deutlichem Preisabschlag auch Direkt bei JBL erwerben. Wer dagegen mehr Geld zur Verfügung hat und zumindest mit einer späteren Erweiterung durch einen Subwoofer liebäugelt, für den empfehlen wir, sich mal die Bose Smart Soundbar 600 mit Subwoofer-Ausgang und drahtloser Rear-Speaker-Erweiterungsmöglichkeit anzuhören.
Technische Daten JBL Bar 300MK2
- Preisempfehlung des Herstellers: 400 Euro
- Abmessungen (B x H x T): 94 x 5.05 x 10,4 cm
- Gewicht: 2,9 kg
- Besonderheiten: HDMI-In, HDMI (eARC), WLAN, Bluetooth 5.3, Wandaufhängung/Bohrschablone
- Mehr unter: jbl.com






