STEREO GUIDE Testurteil
Für rund 600 € erhält man ein ausgewogenes Klangpaket, das für Musik- und Filmfans gleichermaßen interessant ist – besonders dann, wenn man auch im Stereo-Setup Wert auf Tieftonfundament legt.
Vorteile
- Klarer, breiter Stereo-Sound
- Kräftiger, kontrollierter Bass durch Subwoofer
- Solide Dynamik bei Musik und Film
- 2 HDMI-Anschlüsse
Nachteile
- Keine App-Steuerung oder native Streaming-Integration
- Atmos-Effekte ohne echte Höhen-Treiber
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Natürlichkeit / Transparenz8.6
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Bass / Dynamik9
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Räumlichkeit8.4
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Praxis / Connectivity8.5
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Preis/Leistung9.5
Soundbars sind inzwischen nicht nur einfache TV-Lautsprecher, sondern ausgewachsene Klangzentralen für Wohnraum und Musik-Setup. Mit der neuen Teufel Cinebar 22 bringt der Berliner Direktversender ein Modell auf den Markt, das für rund 600 Euro ein kräftiges, räumliches Klangbild mit Dolby Atmos-Fähigkeiten bieten will – und das nicht nur im Heimkino, sondern auch im Stereo-Alltag mit Musik. Wir haben das 5.1-Set mit dem kompakten Tiefton-Kollegen T 6 ausführlich geprüft, uns speziell auf Stereo-Wiedergabe und Bass-Performance konzentriert und verraten, wie sich die Kombi in der Praxis schlägt.
Design und Verarbeitung – Understatement trifft praktische Form
Die Cinebar 22 ist optisch zurückhaltend: ein sauber verarbeitetes Gehäuse mit mattschwarzer oder weißer Lackierung und dezentem Metallgitter. Die Soundbar ist knapp einen Meter breit und fügt sich unauffällig unter Flatscreens ein. Der externe Bassreflex-Subwoofer T 6 mit seinem 6-Zoll-Tieftöner (16,5-cm-Zellulose-Membran) ist ebenfalls kompakt gehalten. Er kann sowohl stehend als auch liegend positioniert werden – praktisch, wenn der Platz unter dem Sofa begrenzt ist.
Die Verarbeitung wirkt solide, ohne jedoch über das Niveau der Preisklasse hinauszugehen. Alle Elemente sitzen sauber, Spaltmaße sind gleichmäßig, und das schlicht gehaltene Design passt gut in moderne Wohnzimmerumgebungen.
Verschiedene Soundbar-Sets für unterschiedliche Ansprüche
Teufel bietet die Cinebar 22 in mehreren, klar abgestuften Sets an, die unterschiedliche Raumgrößen und Ansprüche adressieren. Der Einstieg erfolgt mit dem 5.1-Set, bei dem der Klangbalken vom kabellosen Subwoofer T 6 unterstützt wird. Dieses Paket kostet 600 Euro und bildet auch die Grundlage unseres Tests. Laut Hersteller richtet sich diese Kombination an Heimkino- und Gaming-Setups in Räumen bis rund fünfunddreißig Quadratmeter.
Für Anwender mit größerem Raum oder ausgeprägterem Basshunger steht alternativ die Power Edition zur Wahl. Hier wird die Cinebar 22 mit dem deutlich potenteren zehn Zoll großen Subwoofer T 10 kombiniert, was den Preis auf siebenhundert Euro erhöht. Wer zusätzlich eine ausgeprägtere Surround-Kulisse wünscht, kann zum 7.1-Set greifen, das neben dem Subwoofer T 6 auch zwei kabellose Effect 2 Rear-Speaker umfasst. Dieses Paket ist für 900 Euro erhältlich.
Auch das 7.1-Dolby-Atmos-Set wird als Power Edition angeboten. In dieser Ausführung ersetzt der 15,6 Kilogramm schwere T 10 Subwoofer den flachen T 6 und sorgt für nochmals mehr Tiefgang und Dynamik im Bassfundament.


Features & Konnektivität – Solide, aber fokussiert
Teufel setzt bei der Ausstattung klare Prioritäten: Das Cinebar-Set kommt mit HDMI-eARC, Bluetooth, einem optischen sowie einem analogen Eingang. Eine App-Steuerung oder direkte Integration von Streaming-Diensten wie Spotify oder Tidal gibt es nicht – wer Musik kabellos streamen will, ist auf Bluetooth 5.3 mit AAC und SBC angewiesen.
Technik unter der Haube – Ausgewogener Allrounder
Dolby Atmos und DTS-Virtual:X sind an Bord, auch wenn die Cinebar 22 keine dedizierten Hochlautsprecher nach oben aufweist. Stattdessen arbeitet sie mit seitlich abstrahlenden Breitband-Treibern und nutz auch Raumklang-Technologien wie Dolby Atmos, DTS Virtual:X und Dynamore, um ein weiträumiges, teils „dreidimensionales“ Klanggefühl zu erzeugen.
Auf dedizierte, nach oben abstrahlende Höhenlautsprecher verzichtet das System, setzt stattdessen aber auf eine aufwendig aufgebaute Front mit mehreren spezialisierten Chassis. Insgesamt arbeiten drei 1-Zoll-Hochtöner mit Aluminiumkalotten für eine saubere, präzise Hochtonauflösung, ergänzt durch drei sogenannte Racetrack-Mitteltöner im Format 4 × 2 Zoll.
Diese ovalen Chassis erlauben trotz der flachen Bauform eine vergleichsweise große Membranfläche und damit ein souveränes Grundtonfundament – ein Konstruktionsprinzip, das sich bei Soundbars seit Jahren bewährt hat. Zusätzlich strahlen die bereits erwähnten seitlich angeordneten 5-Zentimeter-Breitbänder Schallanteile in den Raum ab und unterstützen so die räumliche Abbildung. Eine Besonderheit ist der koaxial aufgebaute Center-Kanal, bei dem Hoch- und Mittelton auf einer Achse arbeiten. Diese Konstruktion sorgt für eine sehr stabile Ortung von Stimmen und Dialogen, unabhängig vom Sitzplatz, und zahlt direkt auf die Sprachverständlichkeit ein – ein entscheidender Faktor im TV- und Filmalltag.
Leistung satt
Unterstützt wird das ingesamt 175 Watt starke 5.1-Heimkino-System durch den externen T 6-Subwoofer mit 60 Watt Leistung, der für den Bass zuständig ist.
Die Fernbedienung ist funktional und gut beschriftet. Ein kleines LC-Display informiert über die gewählten Eingänge und Lautstärke – allerdings leidet die Lesbarkeit bei seitlichem Blickwinkel ein wenig.
Praxis – Einfache Einrichtung, klare Grenzen
Die Einrichtung ist unkompliziert: Soundbar per HDMI-eARC mit 4K-Pass-Through am Fernseher anschließen, Subwoofer per Knopfdruck koppeln – fertig. Die Bedienung über die Fernbedienung ist eingängig, und Klangmodi wie „Musik“, „Sprache“ oder „Nacht“ helfen, die Wiedergabe je nach Inhalt anzupassen.
Kleine Abstriche gibt es bei fehlenden Smart-Features: Eine App oder direkte Streaming-Anbindung wäre für Musik-Fans ein echter Mehrwert, den andere Modelle dieser Klasse bereits bieten. Auch Dolby Atmos per Bluetooth ist nicht möglich – hier bleibt eARC der einzige Weg für echten 3D-Klang.


Klang im Stereo-Test – Breite Bühne, klare Stimmen
Im Stereo-Musikbetrieb macht die Kombination aus Soundbar und Subwoofer eine gute Figur. Stimmen kommen klar und deutlich, Instrumente werden sauber getrennt dargestellt und die Stereo-Basis wirkt überraschend breit. Besonders bei Rock-, Pop- und elektronischen Tracks vermittelt das System viel Raum und Spielfreude.
Im Hochtonbereich zeigt sich die Soundbar ausgesprochen lebendig. Elektronische Feinheiten wie die präzisen Hi-Hat-Sequenzen in „Game of Love“ von Daft Punk werden klar herausgearbeitet und verleihen der Wiedergabe eine angenehme Frische. Auch Sprachverständlichkeit, Durchzeichnung und Auflösung bewegen sich insgesamt auf einem überzeugenden Niveau.
Leichte Einschränkungen zeigten sich lediglich bei der Stimmabbildung, abhängig von Produktion und gewähltem Klangmodus. Mit aktivierten Raumklang-Algorithmen können Stimmen stellenweise etwas an tonaler Ausgewogenheit verlieren. Wer bei Stereo-Material auf Dynamore und andere Virtualisierungen verzichtet, erhält die stimmlich neutralste Wiedergabe. Zwar wirkt die Bühne dann weniger weit aufgefächert und rückt näher an die Soundbar heran, dafür bleiben Stimmen über unterschiedliche Aufnahmen und Tonlagen hinweg konsistenter und natürlicher.
Bässe setzen kraftvoll ein, ohne zu überzeichnen. Der T 6-Subwoofer ergänzt die Soundbar genau dort, wo sie allein nicht mehr weiterkommt: bei tiefen Kick-Drums oder synthlastigen Bassläufen sorgt der Subwoofer für Druck und Tiefgang, ohne unkontrolliert zu wirken. Für Musikliebhaber, die Wert auf druckvolle Tieftöne legen, ist diese Kombination ein echter Gewinn.
Gerade bei Stereo-Szenen merkt man: Die Cinebar 22 spielt homogen. Trotz virtuellem Raumklang bleibt die Klangbühne natürlich und unterstützt das Musikhören, statt es zu verfremden – ein Unterschied zu vielen Soundbars, die stark auf Effekte setzen, anstatt klare Stereo-Qualitäten zu liefern.


Filmton mit kräftigen Sound-Effekten im Bass
Natürlich profitieren auch Filme vom kräftigen Bass und der breiteren Bühne. Die Atmos-Unterstützung wirkt zwar nicht so eindrucksvoll wie bei Systemen mit echten Höhen-Lautsprechern, aber virtuelle Effekte und die seitlichen Breitbandtreiber sorgen für eine spürbare Räumlichkeit. Explosionen und Umgebungsgeräusche wirken lebendig, Stimmen bleiben jedoch immer verständlich im Zentrum des Geschehens.
Besonders beim Kinoton überzeugt das Zusammenspiel von Soundbar und Subwoofer: Der Tieftonbereich legt eine solide Basis für Effekte, während die Soundbar selbst Dialoge und Details sauber transportiert. Gerade in dieser Preisklasse ist das Ergebnis in Sachen Dynamik und Präzision beeindruckend.
Subwoofer-Performance – Kompakt, kräftig, unauffällig
Der T 6-Subwoofer eignet sich hervorragend für Räume bis ca. 30–35 m². Er lässt sich flexibel positionieren, reagiert auf Raumecken und Möbel, und liefert dabei erstaunlich kräftige Tiefbässe. Seine flache Bauform erlaubt zudem eine unauffällige Integration ins Wohnumfeld – unter dem Sofa oder Sideboard.
In Kombination mit der Cinebar 22 ergibt sich ein rundes Klangbild: Der Subwoofer legt einen druckvollen, kontrollierten Bassfundament, der auch anspruchsvollere Musikstücke und Filmsoundtracks glaubwürdig umsetzt. Er unterstützt die Soundbar optimal, ohne sich selbst in den Vordergrund zu drängen.
Fazit und Alternativen: Teufel Cinebar 22 als 5.1-Set
Die Teufel Cinebar 22 mit Subwoofer ist ein überraschend kräftiger Allrounder: im Stereo-Musikbetrieb mit breiter Klangbühne und sauberer Separation der Instrumente, im Heimkino mit dynamischem Ton und druckvollem Bass. Sie setzt genau dort an, wo viele Soundbars in dieser Preisklasse Abstriche machen, und bietet klanglich deutlich mehr, als man ihrem kompakten Äußeren zutraut. Wer allerdings auf Annehmlichkeiten wie App-Steuerung oder gar Integration von Streaming-Diensten mehr Wert als auf einen externen Subwoofer legt, findet mit der JBL Bar 300MK2 eine mit dem Internet vernetzte Alternative.
Technische Daten: Teufel Cinebar 22
- Preisempfehlung des Herstellers: 600 Euro
- Abmessungen (B x H x T): 100 x 7,8 x 14,7 cm (Soundbar), 12,5 x 42 x 42 (Subwoofer, ohne Füße)
- Gewicht: 5,1 / 7,7 kg (Soundbar / Subwoofer)
- Besonderheiten: virtuelles Surround und Dolby Atmos, HDMI-Eingang plus HDMI-eARC, drahtlose Rear/Sub-Kanäle koppelbar
- Mehr unter www.teufel.de






