Die nächste Auflage der beliebten HiFi-Messe im Kongresszentrum Darmstadtium sah 2026 einen erneuten Wechsel der Trägerschaft: Das Online-Magazin LowBeats tat sich mit der High End Society zusammen, um die Messe auszurichten. Eine Umbenennung gab es auch gleich noch: Aus den „Deutschen HiFi Tagen“ wurde die „Finest Audio Show“. Hatte das Auswirkungen auf den Besucherandrang?
Unsere Einschätzung nach: kaum. Die Vorführräume im hervorragenden Ambiente des Darmstadtiums waren durchweg prall gefüllt, und auch die Aussteller schätzten die hohe Qualität der Gespräche. Hier und dort hörte man Stimmen über weniger Andrang im Kopfhörerbereich und von jüngeren Besuchern, aber im Großen und Ganzen können wir die Behauptungen der Veranstalter bestätigen, dass die Besucherzahl in etwa gleich geblieben ist gegenüber 2025.
Mehr Journalistenkollegen waren definitiv anzutreffen, und viele Firmen schickten auch hochkarätigere Vertreter, richtete sogar eigene Pressekonferenzen und Events während der Messe aus. Aus unserer Sicht erfreulich: Immer mehr Aussteller fuhren nicht das ganz teure Gedeck auf, dafür jede Menge kleines, feines HiFi. Und auch die Zahl der bezahlbaren Setups und Wireless-Streaming-Anlagen stieg gegenüber den letzten Ausgaben noch einmal an.
Best Sound of the Show 1 – Burmester

Burmester brachte erneut die Reference Line mit der großen Standbox nach Darmstadt – dieses Jahr mit überragendem Ergebnis! Die BX100 mit der charakteristischen Verjüngung rund um den AMT-Hochtöner verkörperte alles, was High End Faszination ausmacht: ultimativ transparent, kraftvoll im Volumen, dreidimensional und dynamisch mitreißend.
Best Sound of the Show 2 – Perlisten, Magnetar and Trinnov

Das große Heimkino im hinteren Saal ist in Darmstadt eine Institution – 2026 klang das komplexe Setup mit Lautsprechern von Perlisten und Elektronik von Trinnov derart audiophil und homogen, dass wir erstmalig für eine Dolby-Atmos-Demo die Trophäe für den besten Sound der Show vergeben.
Aktivlautsprecher und Streaming
Yamaha NX-70A

Eine voll ausgestattete Streaming-Aktivbox mit Display zeigte Yamaha erstmalig auf der HIGH END 2026. In Darmstadt konnte man die NX-70A denn auch in Ruhe hören, wenn auch im akustisch etwas ungewöhnlichen Kellergeschoss des großen Atriums. Dennoch war schon zu erahnen, dass hier ein besonders dreidimensional und hervorragend aufgelöster Speaker spielt.
Cambridge Audio L/R X und Spira

Geradezu winzig und minimalistisch wirkten die Cambridge Audio L/R X im großen Foyer des Darmstadtiums. Es handelt sich aber um die größten Lautsprecher der neuen Aktivserie, und sie spielten ziemlich kraftvoll und im Bass mit überzeugender Autorität. Den neuen, günstigen Plattenspieler Spira konnten wir noch nicht hören, aber dass die Farbe zu den Boxen passt, dürfte ein echtes Designargument werden.
Aktiv, aber günstig: Audio Pro

Einen Hauch skandinavische Ausblicke brachten die Schweden von Audio Pro ins Darmstadtium: Die Standlautsprecher A48W sind nicht nur mit eingebauten Verstärkern ausgestattet, sondern bieten auch eine unglaubliche Vielfalt bei Connectivity und Steuerung, von HDMI-eARC über WiiM-Kompatibilität bis zur Einbindung diverser Streamingdienste.
Avantgarde Acoustics Opus One

Ein kompakter Hornlautsprecher von Avantgarde Acoustics, vollaktiv, und in dieser Version mit mattvergoldeten Trichtern auch noch richtig schick: Die neue Opus 1 active war zugleich Aktiv-Highlight und Design-Anziehungspunkt.
XXL-Monitor: Genelec 8380A

Genelecs neue Aktivmonitore 8380A muteten mit ihrem Profi-Look und wuchtigem Auftreten (der Konus da unten ist ein 15-Zoller!) den Design-Fans auf der Messe einiges zu. Mit besonders tiefem, federndem Bass und überragender Raumabbildung machten sie sich aber viele Freunde.
B&M und KS Digital

Die mit Spannung erwartete große, aber extrem schlanke B&M BMLine 35 (schwarz, außen) feierte in Darmstadt eine mehr als gelungene Premiere: sie lieferte das ganz große Rockkonzert mit unverschämt mitreißendem Bass ab. Eine für B&M-Preisverhältnisse ungewöhnliche Premiere dagegen die kleine KS Digital C-55 Reference (weiß, Mitte) – trotz nicht optimaler Positionierung war herauszuhören, dass hier ein echter Preis/Leistungs-Champion unter den Aktivlautsprechern spielte.
Kopfhörer und Überraschendes
High-End-Hörbar: Stax

An der Bar ging es elektrostatisch zu: In der abgeteilten Kopfhörerlounge hatte ATR, der Vertrieb von Stax, zahlreiche Modelle der Japaner zum Probehören aufgebaut. Was von den Freunden feiner Kopfhörerklänge hervorragend angenommen wurde.
Cayin befeuert Kopfhörer mit Röhren

Einen günstigen Kopfhörerverstärker mit Röhren zeigte Cayin: Der HA-1A Mk3 kostet nur 1300 Euro und bietet dennoch Triodenverstärkung und symmetrische Ausgänge. Klang erstaunlich fein und dennoch dynamisch.

Mit Mini-Komponenten wie dem Kopfhörerverstärker OOR, dem DAC WANDLA oder dem Hybrid-Netzteil HYPSOS zielt die junge Marke aus aus Pruszków bei Warschau auf Kopf-Hörer*innen, die hochwertige Hörer wie dem ebenfalls vom headphone.shop aus Heidelberg vertriebenen Over-Ears ein Maximum an Klang holen wollen.

Ohne Worte.
myHRTF

„myHRTF erschafft einen akustisch optimalen digitalen „Raum“ – abgestimmt auf Dein Gehör und Dein individuelles Kopfhörermodell“ sagt das auf Software für virtuelle Räunlichkeit aus Kopfhörern über sich selbst. Nach unserem kurzen Selbsversuch zu urteilen gelingt das myHRTF Stereo un dem drauf aufbauenden myHRTF Immersive überraschend gut.
Design Highlights
Elipson zum Ersten

Der französische Hersteller mit jahrzehntelanger Tradition ist seit kurzem bei ATR im Vertrieb. In der Ausstellung im oberen Foyer wurde das breite Spektrum der Boxenformen gezeigt, vom kantigen Retro-Monitor bis zur unauffälligen Lampenform.
Avantgarde Farbenfroh

Die Hessen bietet ihre Hornlautsprecher in verschiedensten Lackoberflächen und -farben an – und auf Wunsch auch in besonders künstlerischem Design, wie hier die teilaktiven „Duo“.
Alles in einem Dali

Beim Wettstreit um das beste All-In-One System schicken die Dänen von Dali das Vega in den Ring: unauffällige Formgebung trifft auf ein auffällig großes Lautstärke- und Steuerrad.
Elipson zum Zweiten

Mitten im Foyer war wieder eine Art Museum besonders interessant geformter HiFi-Geräte aufgebaut. Hier die Elipson BS50 Tribute. Die museumswürdige Form wird seit 1953 gebaut.
Eversolo mit Bildschirmshow

Eversolo geht bei der Nutzung der großen Displays auf den Geräten definitiv einen Schritt über VU-Meter und Coveranzeigen hinaus: Der neue Streaming-Transport T10 nutzt sein großes Display etwa für Lagerfeuer-Atmosphäre.
Sonoro

Der 2-Wege-Multiroom-Lautsprecher Sonoro Atron soll laut Hersteller auch größere Räume standesgemäß beschallen.
AVM-Klassiker

Die kleine, feine deutsche HiFi-Schmiede AVM demonstrierte im Foyer direkt hinterm Eingang des Darmstadtiums Live Style wie in einem modernen Wohnzimmer.
Inklang macht schlank

Angesichts der schlanken Lautsprecherformen und des durchsetzungsfreudigen Klanges im riesigen Foyer vermuteten wir bei Inklang Aktivboxen am Werke. Doch weit gefehlt, hier waren die passiven Ceterra 50R am Werk. Beeindruckend der Bass, etwas vorlaut brillant die Höhen.
Highlights des klassischen High Ends
Canton und Rotel Michi

Ganz groß und ziemlich klein fuhren Canton in ihrem großen, aber gewohnt überfüllten Raum auf: Die gigantische Reference Alpha 2 stand neben der schon fast zierlich wirkenden Vento 101. Sound? Gewohnt entspannt, groß und audiophil.
Wilson Audio, Dan D´Agostino und dCS

Wilson Audio war nach zwei Jahren Pause zurück auf in Darmstadt – und zwar mit einem Paukenschlag. Die neueste Version des Klassikers Watt/Puppy spielte am Dan D´Agostino Momentum Integrated und dem dCS Lina DAC X. Der Bass war ein Gedicht, die Spielfreude zuweilen etwas zuviel des Guten.
Avantgarde Acoustic Trio

Die „Trio“ dürfte mit ihren drei Hörnern das bekannteste Modell von Avantgarde Acoustic sein, und spielte in auffälligem Grün auf der Finest Audio Show 2026. Erstaunlich entspannte und räumliche Klänge, bar jeder Lästigkeit, dabei aber mit der Souveränität von unendlich Hubraum.
Dali und NAD

Dali dekorierte seinen Vorführraum passend zu seiner Corporate Identity und demonstrierte sein neues Lautsprecher-Flaggschitt Eoikore 11 an Top-Elektronik aus der NAD Masters Serie.
Sonus Faber und McIntosh

Audio Components, der deutsche Vertrieb von Sonus Faber und McIntosh, ließ eine ungewöhnliche, aber umso faszinierende Kette aufspielen: die Sonus Faber Olympica G3 Model V spielte an Mono-Röhrenendstufen von McIntosh, den MC275 VI.
People und Stories
Jens Dittenhauser mit Yamaha Aktivboxen

Jens Ditenhauser freute sich über den Neuzugang unter den Yamaha-Boxen. Die NX-70A spielte vor historischer Kulisse, Resten, ders in Darmstadtium integrierten alten Stadtmauer – die hier allerdings durch ein riesiges Werbebanner verdekct wurde.
Richard Menzel mit Schallplatten-Raritäten

Wie im letzten Jahr war die ungewöhnliche Kombination aus Zingali-Lautsprechern und Cayin-Röhrenverstärkern eines der klanglichen Highlights der Messe. Im nicht gerade kleinen Foyer des Darmstadtiums sprang die Spielfreude nicht nur von den Hornboxen, sondern auch von der Begeisterung des Vorführers Richard Menzel voll aufs Publikum über.
Stefan Schickedanz beim konzentrierten Probehören

Die letzte Amtshandlung von Chefreadakteur Stefan Schickedanz vor dem Aufbruch nach Darmstadt war die News vom neuen T+A Solitaire T Pro. Da ahnte er noch nicht, dass er ihn keine 24 Stunden später „live“ erleben konnte. Erster Eindruck: Edle Anmutung, gelungende Klangabstimmung und tolles Headtracking.
Pullover-Paul

Richard Menzel hat offensichtlich ein Herz für Tiere. So hüllte er Paul in eine Strickweste, in der sich der Hund des HiFi-Händlers aus Horb sichtlich wohl fühlte. Zugleich setzte er damit modische Akzente, an die so schnell kein anderer Vierbeiner herankommt.
HiFi-Zeile

Ingo Müller von der HiFi-Zeile aus Worpswede sorgte mit einem Aufgebot an Vintage-Revox-Geräten bei vielen der vorwiegend älteren Besucher für leuchtende Augen.
Markus Brogle bei Magnepan und Musical Fidelity

Einer der unermüdlichsten Botschafter im Auftrag des guten Klangs: Markus Brogle von Reichman Audiosysteme unterhielt sein Publium einmal mehr mit eine Kette von Magnepan-Flechenwandlern, Musical-Fidelity-Elektronik und ausgesuchten Schallplatten, die er mit Hilde eines Platine-Verdier-Plattenspielers zelebrierte. Und wie üblich konnte er zu jeder Aufnahme einige Anekdoten zum Besten geben.
Johannes Siegler von B&M

Mittlerweile ein Youtube-Star mit Kompetenzen aus Pro Audio und High End: Johannes Siegler von Backes&Müller und KS Digital lieferte Erklärungen zu Aktivlautsprechern, Signalverarbeitung und Akustik, die man schon fast als Fortbildung bezeichnen darf.
Kopfhörerberater: Jens Duvendack

Mit Stax und Final gab Jens Duvendack an der Kopfhörer-Bar von ATR Audio Distribution eine gerüttelte Runde Musik aus.
Genelec ist Mitglied des High End Society e.V.

Auf der Messe durfte sich Eric Horstmann im Namen des finnischen Aktivboxenspezialisten zusammen mit Vorstandsmitglied Mansour Mamaghani (l.) und Messe-Geschäftsführer Ali Ibrahim (r.) über die Mitgliedschaft im edlen Club freuen.






