STEREO GUIDE Testurteil
Die dritte Generation des Beosound A1 bleibt der ikonischen Form treu, bietet nun längere Laufzeit und ein Nachhaltigkeits-Zertifikat. Im Hörtest überzeugt er mit außergewöhnlich neutralem Klang, detailreichen Höhen und erstaunlicher Tiefton-Präzision – Premium bleibt Premium.
Vorteile
- neutrales und hochauflösendes Klangbild
- lange Aukku-Laufzeit
- servicefreundlicher Akku
Nachteile
- kein Alexa mehr
- relativ hoher Preis
-
Natürlichkeit / Transparenz8.5
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Bass / Dynamik7
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Praxis / Connectivity8.6
-
Preis/Leistung8.2
Premium bleibt Premium: Auch die dritte Generation des kompakten Design‑Lautsprechers Bang & Olufsen Beosound A1 bleibt der ikonischen Alu‑„Puck“-Form mit Lederriemen zum Aufhängen treu. Jetzt punktet der Däne mit längerem Atem und deutlich mehr Fokus auf Nachhaltigkeit. Das offizielle Zertifikat Cradle to Cradle Certified Bronze (v4.1) bescheinigt dem A1 Gen. 3 verifizierte Zirkularität und Servicefähigkeit (unter anderem Akkutausch, Rezyklateinsatz), insgesamt aber noch Ausbaupotenzial bei Materialgesundheit und sozialer Verantwortung. Gültig bis 29. April 2028. Doch die neue Generation bietet nicht nur Nachhaltigkeit, sondern auch Ausdauer: Offiziell gibt B&O bis zu 24 Stunden Laufzeit an. Das entspricht einer Steigerung von 30 Prozent gegenüber dem Vorgänger. Vielseitigkeit zählt ebenfalls. Die Farbpalettte umfasst unter anderem Natural Aluminium, Honey Tone (die Farbe unseres Test-Geräts), Eucalyptus Green oder Warm Granite – je nach Region.
Design & Verarbeitung
Rund, flach, perlgestrahltes Aluminium mit Lederband: Der Beosound A3 blieb gegenüber dem vor einigen Jahren von uns getesteten A1 der 2. Generation optisch praktisch unverändert und weiterhin nach Schutzklasse IP67 gegen Staub und Wasser gewappnet. Das Gehäuse wirkt edel, ist aber nicht völlig immun gegen Outdoor‑Macken. Doch demonstrierte Bang & Olufsen bei einem Besuch im Hauptquartier im dänischen Struer am Beispiel einer Reihe von Bildern, dass man sich schon beim Design Gedanken über das Thema Alterung gemacht hat. Die Metallteile sind nicht nur robust, sondern auch so ausgelegt, dass sie durch kleine Kratzer und Dellen mit der Zeit wie hochwertiges Leder eine Art Patina bekommen. Das Gewicht legte auf 576 Gramm (Gen 2: 558 Gramm) zu. Die Abmessungen der 3. Generation entsprechen aber den Vorgängern.

Technik & Ausstattung – was die 3. Generation wirklich nachlegt
Im Kern bleibt der Beosound A1 auch in der 3. Generation ein echter kleiner 2-Wege‑HiFi‑Lautsprecher. Statt eines Kompromiss‑Breitbänders arbeitet innen eine 2‑Wege‑Bestückung aus 3,25-Zoll‑Woofer und 0,6-Zoll‑Tweeter. Das Tandem wird befeuert von zwei jeweils 30 Watt starken Class‑D-Verstärkern. Der Hersteller hebt nicht umsonst den Durchmesser des Tief-Mitteltöners als Highlight seiner Klasse hervor. Den eigenen technischen Daten nach schrumpfte allerdings der Durchmesser gegenüber dem Vorgänger geringfügig von 3,5 auf 3,25 Zoll, was 8,25 Zentimetern nach zuvor 8,89 Zentimetern entspricht.
Auf dem Papier bringt die neue Abstimmung spürbar mehr Tiefton‑Autorität: Der Bass‑SPL steigt auf 64 dB @1 m (Gen 2: 62 dB), die untere Grenzfrequenz rückt auf 54 Hz (–10 dB) vor (Gen 2: 55 Hz). Der Maximal‑Schalldruck bleibt mit 92 dB unverändert – genug Reserven, um für die Größe erstaunlich erwachsen aufzuspielen.
Gesteigerte Konnektivität
Auch der Energiespeicher wächst. Der Akku fasst nun 3.300 mAh (zuvor 3.000 mAh) und soll bei „typischer“ Lautstärke bis zu 24 Stunden durchhalten. Geladen wird komfortabel über USB‑C mit 5 V/3 A, die Ladezeit liegt bei rund 3 Stunden – praxisgerecht für einen Tageswechsel.
Bei der Konnektivität setzt B&O weiterhin auf Bluetooth 5.1 inklusive AAC und aptX Adaptive sowie Multipoint-Verbindungen für zwei gleichzeitige Zuspieler. Allerdings bedeutet Version 5.1 weiterhin kein Auracast für einen Party-Modus. Das fällt in der Praxis allerdings eher selten ins Gewicht. Neu hinzu kam die digitale USB‑C‑Audio‑Funktion: Der A1 kann nun auch direkt als USB‑Lautsprecher am Laptop dienen. Für eine größere Bühne lassen sich zwei dieser kleinen Bluetooth-Boxen zudem für Stereo-Wiedergabe koppeln – und zwar nicht nur Gen 3 mit Gen 3, sondern cross‑gen auch mit einem A1 der 2. Generation.
Für Telefonie und Sprachaufnahmen sitzt ein 3‑Mikrofon‑Array mit Fern-Feld‑Erfassung unter dem Alu‑Gitter. Wichtig für Umsteiger: Alexa ist bei der 3. Generation nicht mehr integriert (die Gen 2 hatte den Assistenten noch an Bord) – Freisprechen bleibt dennoch erhalten.

Der Nachhaltigkeit verpflichtet
Spannend schließlich der Blick auf Nachhaltigkeit und Service: Der A1 Gen 3 trägt das Siegel Cradle to Cradle Certified (Bronze) und ist reparaturfreundlicher aufgebaut. Die Batterie lässt sich im Rahmen eines Services tauschen. Wer den Speaker in der App registriert, kann je nach Region zudem die Garantie auf bis zu 5 Jahre (BeoCare) verlängern. Das ist wirklich ein starkes Signal in dieser Geräteklasse. Allerdings waren der Akkutausch – für versierte sogar in Eigenregie, siehe Video-Anleitung von B&O – und die Garantieverlängerung auch schon mit der letzten Generation in Zeiten ohne das hervorgehobene Umweltsiegel möglich.
Bedienung & App
Die Grundbedienung bleibt minimalistisch über Seitentasten, die seit der 2. Generation zwar einen vernünftigen Druckpunkt aufweisen, aber immer noch sehr klein und nicht gut erkennbar gekennzeichnet sind. In der Bang & Olufsen App für iOS und Android stehen nach der zwingend notwendigen Registrierung mit Angabe der E-Mail-Adresse EQ‑Presets/Custom‑EQ, Pairing und Stereo‑Modus bereit; Fast‑Pair‑Standards (Apple/Google/Microsoft) werden unterstützt. Cross‑Gen‑Stereo mit einem Beosound A1 der Vorgängergeneration lässt sich app‑geführt oder manuell aktivieren.
Zudem gibt es nützliche Funktionen wie eine Umschaltung für den Audio-Modus zwischen besonders störunanfälliger Wireless-Verbindung und höchstmöglicher Audio-Qualität. Beim Equalizer vertraut Bang & Olufsen wie üblich nicht auf einzelne, für Laien schwer einzuordnende Frequenzbänder. Die Dänen nutzen statt dessen einen Kreis mit bestimmten Klangprioritäten (siehe Abbildung).






Sound-Test: So klingt der Beosound A1 (3. Gen.)
Dass Bang & Olufsen Stereo-Koppelung zwischen den beiden letzten Generationen zulässt, sagt im Grunde alles über die Abstimmungsphilosophie des neuen Bluetooth-Lautsprechers. Schließlich macht das nur Sinn, wenn beide Boxen weitgehend gleich abgestimmt sind. Leider hatte ich keinen Vertreter der letzten Generation zu Hand, nur einen A1 der ersten Generation. Der klang zwar etwas fülliger, aber nicht so präzise, mit klar konturiertem Kick im Bass. Und auch im Mittel-Hochtonbereich fehlten etwas Transparenz und Auflösung, was aber im Grunde nur im direkten Vergleich auffiel.
Der kleine runde Beosound A1 zeigt auch in der dritten Generation seine Stärken im Hörtest. Ausgewogenheit, Feinheit und Auflösung suchen unter den mobilen Bluetooth-Speakern ihresgleichen. Wer zwei davon koppelt, hat schon fast eine kleine mobile HiFi-Anlage im Rucksack, die dann auch ein entsprechend weites und räumliches Klangbild liefert. Ein einzelner dieser Bluetooth-Lautsprecher klingt dementsprechend ziemlich punktförmig. Der Bass ist für die Verhältnisse kleiner Bluetooth-Lautsprecher kräftig und präzise. Dem B&O fehlt die sonst verbreitete Betonung im Oberbass um 80 Hz, die Beats etwas prägnanteren Punch verleiht, dafür aber Präzision kostet und tiefere Frequenzen verdeckt.
Etwas Boost gefällig? Mit diesem Trick gelingt es
Für besonders satten Bass mit etwas Boost, empfehle ich den Beosound A1 wie auf dem unten stehenden Foto aufzuhängen. Dadurch entsteht eine kleine Ecke zwischen Tür und Zarge, die ähnlich wirkt, als wenn man eine Lautsprecherbox in eine Raumecke stellt. Allerdings können bassreiche Titel bei gehobener Lautstärke den Lautsprecher dabei in Bewegung versetzen, was zu Geräuschen führen kann. Hier hilft: Probieren geht über studieren.


Sehr schön ist aber vor allem jene für diese Klasse äußerst bemerkenswerte Neutralität in mittleren Tonlagen. So unverfärbt, so natürlich hört man Frauen- wie Männer-Stimmen in diesem Umfeld sonst nicht. Auch die feine Hochton-Auflösung erkaufen die Dänen nicht durch Schärfe oder Zischelneigung. Das ist wirklich ein außergewöhliches Klangnieveau – sozusagen HiFi für die Handtasche. Dass der Preis bei gleichem Klangniveau gegenüber dem ohnehin nicht als Sonderangebot bekannten Vorgänger nochmals zulegte, muss man unter dem wichtigen Punkt Nachhaltigkeit verbuchen. Bio-Gemüse und besonders Bio-Fleisch kauft man schließlich auch nicht nur wegen des natürlichen Geschmacks. Man macht es eben auch wegen der Verantwortung für die Umwelt.
Bang & Olufsen Beosound A1 3. Generation: Fazit und Alternativen
Der Beosound A1 von Bang & Olufsen gilt seit Jahren als Ikone unter den kompakten Bluetooth-Speakern. In der dritten Generation wächst die Ausdauer auf bis zu 24 Stunden, der Aufbau wird nachhaltiger – inklusive Cradle-to-Cradle-Zertifizierung. Klanglich bleibt der dänische Beau eine Ausnahmeerscheinung. Er spielt neutral, detailreich, mit fein aufgelösten Höhen und kräftigem, präzisem Bass – und bietet im Stereo-Doppelpack fast schon HiFi für unterwegs.
Wem den Aufpreis für das gute Umweltgewissen zu hoch erscheint, der kann sich immerhin an einer möglichen Garantieverlängerung auf 5 Jahre – ziemlich einmalig in diesem Umfeld – und an der von bis zu 18 auf bis 24 Stunden verlängerten Betriebsdauer mit Akku erfreuen. Da hat der Bestseller JBL Flip 7 außer dem, im Vergleich günstigen Preis und dem Auracast-Partymodus zur Verbindung unzähliger Bluetooth-Speaker für mehr Pegel nicht viel entgegenzusetzen. Allerdings ist der Beosound A1 inzwischen so teuer, dass man dafür mit dem JBL Charge 6 den Sprung in die Mittelklasse machen könnte.
Unterschiede im Überblick. Bang & Olufsen Beosound A1 3. Gen. vs 2. Generation
| Merkmal | Beosound A1 Gen. 2 | Beosound A1 Gen. 3 |
|---|---|---|
| Modell | Bang & Olufsen Beosound A1 (2. Generation) | Bang & Olufsen Beosound A1 (3. Generation) |
| Abmessungen (B×H×T) | 133 × 46 × 133 mm | 133 × 46 × 133 mm |
| Gewicht | 558 g | ≈ 576 g |
| Schutzart | IP67 | IP67 |
| Bestückung | 3,5″-Woofer + 0,6″-Tweeter (2‑Wege) | 3,25″-Woofer + 0,6″-Tweeter (2‑Wege) |
| Verstärkerleistung | 2 × 30 W Class‑D | 2 × 30 W Class‑D |
| Max. SPL @1 m | 92 dB | 92 dB |
| Bass-SPL @1 m | 62 dB | 64 dB |
| Frequenzbereich (–10 dB) | 55–20.000 Hz | 54–20.000 Hz |
| Akku-Kapazität | 3000 mAh | 3300 mAh |
| Akkulaufzeit (typisch) | bis zu 18 h | bis zu 24 h |
| Ladezeit (USB‑C) | ca. 3 h (5 V/3 A) | ca. 3 h (5 V/3 A) |
| Bluetooth-Version | Bluetooth 5.1 | Bluetooth 5.1 |
| Audio-Codecs | AAC, aptX Adaptive | AAC, aptX Adaptive |
| Multipoint (Geräte) | Ja (2) | Ja (2) |
| USB‑C‑Audio (digital) | Nein | Ja |
| Sprachassistent | Amazon Alexa integriert | — (kein Assistent integriert) |
| Mikrofon-Array | 3-Mikrofon-Array (Far‑Field) | 3-Mikrofon-Array (Far‑Field) |
| Stereo-Pairing | Stereo mit A1 Gen. 2 | Stereo mit A1 Gen. 3 **und** Gen. 2 |
| Auracast | Nein | Nein |
| App-Funktionen | EQ-Presets, Custom-EQ, Stereo-Pairing | EQ-Presets, Custom-EQ, Stereo-Pairing, Fast Pair |
| Nachhaltigkeit/Service | — | Cradle to Cradle Bronze; Batterie tauschbar (Service) |
| Unverbindliche Preisempfehlung (ca.) | ca. 250 € | ca. 349 € |
Technische Daten Bang & Olufsen Beosound A1 3. Generation
- Preisempfehlung des Herstellers: 350 Euro
- Abmessungen (B x H x T): 13,3 x 4,6 x 13,3 cm
- Gewicht: 576 g
- Akkulaufzeit bis zu 24 Stunden, Ladedauer ca. 3 Stunden
- Besonderheiten: wasserdicht gemäß Schutzklasse IP67, Stereo Pairing, Mikrofon, 1,2 m langes USB-C-Kabel mit Textilummantelung in Farbe des Speaker im Lieferumfang enthalten.
- Mehr unter: www.bang-olufsen.com






