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STEREO GUIDE – Das HiFi-Magazin
Home » Bluetooth-Lautsprecher » Home/Indoor » JBL Grip im Test: Klein, robust und klanglich etwas eigenwillig
Home/Indoor Mobil/Outdoor

JBL Grip im Test: Klein, robust und klanglich etwas eigenwillig

Doppelt Slim: Schlankes Design trifft schlanken Bass
Stefan SchickedanzStefan Schickedanz2. März 2026
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STEREO GUIDE Testurteil

75%
75%

Sehr kompakter, robuster Bluetooth-Lautsprecher mit klarer Stimmenwiedergabe und moderner Auracast-Konnektivität. Im Mittel- und Hochton überzeugend sauber, im Bass jedoch deutlich limitiert. Ideal für Podcasts und Hintergrundmusik – weniger für druckvolle Beats.

Vorteile
  1. Klein und leicht
  2. Saubere, klare Stimmwiedergabe
  3. Ideal für Hörbücher und Hintergrundbeschallung vom Handy
  4. Bis zu 14 Stunden Akkulaufzeit, sehr guter Schutz gegen Wasser und Staub
Nachteile
  1. Sehr schwache Basswiedergabe
  2. Schwer erkennbare Tasten auf der Oberseite
  • Natürlichkeit /Transparenz
    7.1
  • Bass / Dynamik
    5.5
  • Praxis / Connectivity
    8.5
  • Preis/Leistung
    9

Man kann JBL vieles vorwerfen, aber sicher nicht mangelnde Modellvielfalt. Mit dem Grip schieben die Amerikaner nun einen besonders kompakten Bluetooth-Lautsprecher unterhalb des beliebten Flip 7 ins Portfolio, der sich optisch irgendwo zwischen Energy-Drink-Dose und Outdoor-Gadget einordnet. Ambient Light auf der Rückseite, IP68-Zertifizierung (lesen Sie mehr zu den IP-Schutzklassen), Auracast – alles da. Doch wie schlägt sich der in sieben Farben (Blau, Schwarz, Rot, Camouflage, Pink, Purple und Weiß) erhältliche Winzling klanglich im Alltag?

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Konzept und Technik

Der Grip setzt auf einen einzelnen 43 x 80 Millimeter großen Vollbereichstreiber mit 16 Watt RMS Leistung. Der angegebene Frequenzgang reicht laut Datenblatt des Herstellers von 70 Hz bis 20 kHz (-6 dB) . Eine Passivmembran sucht man vergeblich – das unterscheidet den Grip deutlich von größeren JBL-Modellen wie dem Flip 7. Vom großen Bruder erbte der Newcomer im JBL-Programm, das sich sonst durch schier endlose Neuauflagen bestehender Bestseller auszeichnet, den KI-Sound-Boost. Künstliche Intelligenz analysiert also in Echtzeit das Musiksignal, um den Breitband-Lautsprecher so anzusteuern, dass er möglichst laut und kraftvoll bei kleinstmöglichen Verzerrungen aufspielen kann.bBluetooth 5.4 inklusive Multipoint sowie Auracast-Kopplung sind an Bord.

Der 2.600-mAh-Lithium-Ionen-Akku (10,01 Wh) ermöglicht laut Hersteller bis zu 12 Stunden Wiedergabe, mit Playtime Boost sogar bis zu 14 Stunden.

JBL Grip Test
JBL Grip Test
JBL Grip Test
Die Tasten auf der Oberseite sind sehr schlecht zu erkennen. Auf der Rückseite gibt es nur einen USB-C-Anschluss zum Aufladen. Mit seiner kleinen Schlaufe lässt sich der nicht nur in Rot, sondern auch in Purple und fünf weiteren Farben angebotene Bluetooth-Speaker aufhängen. (Fotos: Stefan Schickedanz)

Bedienung und App

Die Tasten sitzen auf Oberseite und Front. Funktional ist das Konzept, ergonomisch weniger: Die kleinen Bedientasten auf der Oberseite sind farblich kaum abgesetzt und schlecht ertastbar. Die Lautstärke-Buttons und die Multifunktionstaste sind größer und erhaben, sprich ertastbar ausgeführt, bleiben aber ebenfalls im Gehäusefarbton.

In der für iOS und Android verfügabren JBL Portable App lassen sich Firmware-Updates installieren, das Ambient Light in Helligkeit und Farbe anpassen und der Klang über einen 7-Band-Equalizer anpassen. Zusätzlich stehen vier Klangprofile bereit: „JBL Signature“, „Chill“, „Energetic“ und „Voice“. Interessant ist dabei, dass ausgerechnet die werkseitige „JBL Signature“-Abstimmung nicht zwingend die beste Wahl darstellt – dazu gleich mehr. Der zuschaltbare „Playtime Boost“ reduziert zugunsten längerer Laufzeit hörbar den Tieftonbereich.

JBL Grip mit Portable App im Praxistest
JBL Grip mit Portable App im Praxistest
JBL Grip mit Portable App im Praxistest
JBL Grip mit Portable App im Praxistest

Soundtest: So klingt der kleine Bluetooth-Speaker

Schon bei den ersten Takten wird klar: Der JBL Grip ist kein verkappter Mini-Flip. Das kompakte Gehäuse und der Verzicht auf Passivmembranen setzen physikalische Grenzen, die sich nicht wegoptimieren lassen. Das gilt nicht nur in den Höhen, die mit einem Breitbänder nicht so filigran und feinauflösend wie mit den Kalotten der 2-Wege-Systeme erklingen. Gerade im Bass empfand ich den Grip doch schon etwas enttäuschend. Ein Vergleich mit dem Flip 7 oder gar dem noch erwachsener klingenden Charge 6 verbietet sich daher, auch wenn es dank Google-Algorithmus sicher für ein paar Klicks gut wäre. Die beiden spielen in einer anderen Liga, was sich nicht nur in Größe und Preis niederschlägt.

Mit akustischen Titeln wie „Liberty“ von Anette Askvik zeigt der Lautsprecher allerdings, dass er im Mittel- und Hochton innerhalb seiner Klasse durchaus Qualitäten besitzt. Die Stimme steht frei im Raum, wirkt sauber artikuliert und löst sich erstaunlich gut vom Gehäuse. Feinheiten im Atem oder leichte Hallanteile bleiben nachvollziehbar. Lediglich eine gewisse tonale Kühle schleicht sich ein – die Wiedergabe wirkt analytischer als emotional.

Problematischer wird es im Grundton- und Bassbereich. Bei elektronisch geprägten Titeln wie „Enjoy the Silence“ von Depeche Mode fehlt es dem tiefen Synthie-Bass klar an Substanz. Die Beats wirken schlank, fast unterernährt. Das Klangbild verliert an Fundament, wodurch die gesamte Produktion dünner erscheint, als man es von größeren JBL-Modellen kennt. Das kann gerade bei höheren Lautstärken dazu führen, dass der Grip die akustische Bodenhaftung verliert und dünn und spitz wirkt.

Laufzeitverlängerung erfordert Kompromisse

Interessanterweise ist diese Zurückhaltung nicht primär eine Frage der maximalen Lautstärke. Auch bei moderaten Pegeln bleibt das Tieftonfundament limitiert. Der Energiesparmodus „Playtime Boost“ verändert das Klangbild nur marginal – was schlicht daran liegt, dass der Bass bereits im Normalbetrieb sehr zurückhaltend agiert.

Der JBL Grip hat auf der Rückseite ein Ambiente-Licht, das sich über die App konfigurieren lässt. Die Formgebung erinnert sonst an den Flip 7, aber ohne dessen seitliche Bass-Radiatoren und auch die Abmessungen sind kaum größer als eine Dose Energy Drink. (Foto: Stefan Schickedanz)

Im weiteren Verlauf des Tests zeigt sich jedoch, dass das Preset „JBL Signature“ maßgeblich zu dieser Charakteristik beiträgt. Wechselt man auf „Chill“, wird die Mittenpräsenz leicht reduziert, wodurch die Balance etwas harmonischer wirkt. Wirklich empfehlenswert ist jedoch die Einstellung „Energetic“. Hier gewinnt der Bass hörbar an Gewicht, das Klangbild wird geschlossener und deutlich stimmiger. Erst in dieser Abstimmung kann sich der Grip klar vom kleineren Tribit Stormbox Micro 2 absetzen.

Für bassbetonte Genres wie Hip-Hop oder House bleibt der Lautsprecher dennoch nur eingeschränkt geeignet. Für Podcasts, Hörbücher oder Webradio hingegen spielt er seine Stärken aus: klare Sprachverständlichkeit, gute Feinauflösung und ein Klang, der sich gut vom Lautsprecher löst.

JBL Grip: Fazit und Alternativen

Der JBL Grip ist weniger ein Party-Lautsprecher als ein robuster Alltagsbegleiter mit Lichtambitionen. Er überzeugt mit anständiger Stimmenwiedergabe, hoher Mobilität und moderner Konnektivität. Wer allerdings Druck und Tiefgang erwartet, sollte sich in der nächsthöheren Klasse umsehen. Der Aufpreis für den JBL Flip 7 ist dann sehr gut angelegt. Allerdings findet man bei weniger populären Marken wie JBL für den gleichen Listenpreis schon deutlich größere Lautsprecher mit besseren Bass-Voraussetzungen. Dazu zählt ganz besonders der Tronsmart Mirtune S100 (Listenpreis 80 Euro), der neben einem größeren Gehäuse nicht nue 2-Wege-Systeme mit einer Gesamtleistung von 50 Watt, sondern auch seitliche Bass-Radiatoren auffährt. Damit lässt er dem kleinen Grip bei Drums und Beats nicht die Spur einer Chance. Allerdings lässt er sich nicht mal einfach in die Handtasche stecken.

Unserer besonderer Tipp: Gegen einen Aufpreis kann man den Grip auch direkt bei JBL mit seinem individuellen Foto – in diesem experimentellen Beispiel mit dem STEREO-GUIDE-Logo – bestellen. Was Individualität betrifft, ist der Grip in dieser Variante natürlich unser Design-Favorit in seiner Klasse…

Weitere Alternativen finden Sie in unserer Bluetooth-Lautsprecher-Bestenliste

JBL Grip Test – Individuelles STEREO GUIDE DESIGN

Technische Daten: JBL Grip

  • Preisempfehlung des Herstellers: 86 Euro
  • Abmessungen (B x H x T): 6.4 x 15.3 x 6.5 cm
  • Gewicht: 0,385 kg
  • Akkulaufzeit bis zu 12 Stunden, bis zu 14 Stunden mit PlayTime Boost
  • Besonderheiten: Bluetooth 5.4, wasser/staubdicht gemäß Schutzklasse IP68, JBL Auracast Multi Speaker Connection, Stereo-Pairing, Equalizer, Schlaufe zum Aufhängen
  • Mehr unter: .jbl.com
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Akkubetrieb App-Steuerung Bluetooth Bluetooth-Lautsprecher JBL Klein
Stefan Schickedanz, STEREO GUIDE
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Der Chefredakteur von STEREO GUIDE testet seit über drei Jahrzehnten als HiFi-Experte für Print- und Online-Magazine wie AUDIO, stereoplay, LowBeats oder FAZ Kaufkompass. Neben gepflegter Musikwiedergabe mag er schnelle Autos – gerne auch Oldtimer – mit sattem Sound. Über dieses Thema berichtet er ebenfalls regelmäßig, nicht zuletzt auf dieser Plattform.

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