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STEREO GUIDE – Das HiFi-Magazin
Home » HiFi » WLAN-Stereo-Boxen » KEF LS 50 Wireless II im Test
Stereo-Aktiv-Boxen WLAN-Stereo-Boxen

KEF LS 50 Wireless II im Test

Runde Sache: Komplettes High End im Boxenpaar
Stereo GuideStereo Guide22. Oktober 2021
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Im Test: KEF LS 50 Wireless II
Die KEF LS 50 Wireless II kann eine ganze Stereo-Anlage ersetzen. (Foto: KEF)

STEREO GUIDE Testurteil

94%
94%

Die kompakte KEF LS 50 Wireless 2 ist das zur Zeit vielseitigste Streaming-Boxen-Konzept, mit App, Streaming-Modul und HDMI-Eingang.

Vorteile
  1. natürliches, sehr detailliertes Klangbild
  2. Raumabbildung Weltklasse
  3. Exzellente Raumanpassung über App
  4. enormen Zuspielmöglichkeiten und Wireless-Optionen
Nachteile
  1. Bass ist tief, aber hat nicht soviel Kraft
  2. kennt Limits bei Dynamik und Pegel
  • Klang: Natürlichkeit/Transparenz
    9.6
  • Klang: Bass/Dynamik
    8.5
  • Klang: Raumabbildung
    10
  • Praxis/Connectivity
    10
  • Preis/Leistung
    9
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Eine aktive Komplettanlage mit zahlreichen Eingängen in einem Paar Kompakt-Monitore eingebaut, bot KEF unter der Bezeichnung LS 50 Wireless schon einige Jahre an. Mit der KEF LS 50 Wireless II hat sich an der Optik und dem Konzept wenig geändert, an der Technik dagegen schon. Das betrifft vor allem die neue Fülle an Zuspiel- und Anschlussmöglichkeiten sowie der App (s. S. 2), aber auch die eigentlich relevante Klangtechnik.

Ein einziges Lautsprecherchassis pro Box übernimmt den gesamten hörbaren Frequenzbereich. Es handelt sich dabei allerdings nicht um einen Breitbändern, sondern um ein Koaxialchassis. Diese Kombination aus Tiefmitteltöner und Hochtöner, kommt dem akustischen Ideal einer echten Punktschallquelle nahe.

KEF LS 50 Wireless II: Vollaktive mit Koax-Chassis

Diesen Spezialtreiber hat die Wireless II in der Generation 12 verbaut, er entspricht damit dem Stand der passiven LS 50 Meta. Unter diesem Namen verbirgt sich ein rückwärtiges Volumen für den Hochtöner mit einer Art Labyrinth, das rückwärtigen Schall komplett ins Leere laufen lässt. Um die Beeinflussung des Hochtonschalls durch die Tiefmitteltonmembran zu vermeiden, nutzt KEF eine aufwändige Schallführung in die Mitte des Konus-Antriebs.

Getestet: KEF LS 50 Wireless II in Schwarz
Es gibt die KEF LS 50 Wireless II in Weiß. (Foto: KEF)
Review: KEF LS 50 Wireless II in Weiß
Auch in Weiß ist die Bluetooth-Box erhältlich. (Foto: KEF)
KEF LS 50 Wireless II in Grau
Auch in Grau macht die KEF LS 50 Wireless II in eine gute Figur. Foto: KEF)
KEF LS 50 Wireless II in Rot
Für Mutige gibt es den Drahtlos-Lautsprecher auch in Rot. (Foto: KEF)

Angesteuert werden beide Chassis von je einer eigenen Endstufe. KEF setzt hier auf eine leistungsstarke und wirkungsgradstarke Schaltendstufe für den Tieftmitteltöner. Für den Hochtonbereich verwenden die Entwickler eine klassische, in analoger MOSFET-Technik aufgebaute Endstufe. Diese klanglich motivierte Entscheidung und die erstaunliche Summenleistung von 380 Watt bei mit 760 Watt kräftig überdimensionierten Netzteil erklären auch den Bedarf am riesigen Kühlkörper auf der Rückseite. Bei diesem wird die Luft von unten nach oben wie in einem Heizkörper durchgeleitet. In diese Alu-Konstruktion eingelassen ist auch das Reflexrohr, was die kleine Membran tatkräftig unterstützt.

Die Schallwandform unterscheidet sich grundlegend von fast allen anderen Boxen am Markt. Sie folgt dem Ausschnitt aus einer Kugelform. Die setzt denjenigen Schallanteilen, die seitlich und nach hinten von den Chassis abgestrahlt werden, am wenigsten Hindernisse entgegen. Damit für die Gefahr von Beugung und Kantenreflexionen so weit minimiert wie möglich. Demselben Zweck dient auch die flache, wellenförmig geprägte Sicke des Konustöners.

Viele Funktionen, noch mehr Quellen, eigene App

War die analoge Signalzuspielung selbst bei modernen Streaming-Lautsprechern oft eher Regel als Ausnahme, ist sie bei der KEF erkennbar nur noch Plan B. Eine 3,5-mm-Klingenbuchse übernimmt das, falls Plattenspieler (mit Line-Out) oder andere Quellen eingebunden werden sollen. Alle sonstigen Zuspielmöglichkeiten sind digital, und so vielseitig wie bei keinem anderen uns bekannten System.

Das fängt bei den Digitalbuchsen an, neben optischem und koaxialem Digitaleingang steht ein HDMI-In zur Verfügung. Im Regelfall kann der Nutzer damit das TV-Gerät anschließen und über ARC (Audio Return Channel) mit dessen Lautstärkeregelung synchronisieren. 

Viele Wege zum Streaming

Ein Füllhorn an Möglichkeiten gibt es drahtlos oder beim Streaming über Ethernet-Kabel. So nimmt die KEF LS 50 Wireless II nicht nur Signale über das übliche Bluetooth (4.2) entgegen. Sie lässt sich auch bei Apple Airplay2 oder Google Chromecast beschicken. Streamingdienstnutzer werden sich freuen. Neben den oft vertretenen Klassikern Spotify, Tidal und Qobuz lässt sich das KEF-Set nämlich auch bei Amazon Prime und Deezer einbinden. Außerdem fungiert es in einer Umgebung mit der Streaming-Software Roon als Abspielmöglichkeit, in der höchsten Qualitätsstufe „Roon Ready“.

Viele der vorgenannten Funktionen, wie auch ein klassisches Streaming von Massenspeichern im lokalen Netzwerk, lassen sich auch über die mittlerweile ausgereifte App anwählen. KEF ließ für die LS 50 Wireless II eine komplett neue Version für iOS und Android programmieren. Sie dient auch dazu, die umfangreichen und praxisnahen Klang-Anpassungen vorzunehmen. Sehr nützlich etwa bei wandnaher Positionierung oder Tischaufstellung sowie die Höhenregelung zur Anpassung an unterschiedliche Nachhallcharakteristika des Raums. Sahnehäubchen ist die eingebaute, digitale Subwooferweiche, die sich per App anpassen läss. Sie weist einem zusätzlich anschließbaren Subwoofer (auch von Fremdfabrikaten) das richtige Signal zu. Die KEF wird zugleich zur Erhöhung der Dynamikreserven entsprechend hochpassgefiltert. 

So einfach ist die KEF LS 50 Wireless II einzurichten

Für echtes Plug&Play ist die KEF als Konzept dann doch ein bißchen zu komplex, eine Einrichtung über App (iOs oder Android) ist Pflicht. Das gilt auch für die Anmeldung entweder über Apple ID oder Google Home. Die neue kostenlose KEF Connect App (beim Vorgänger gab es noch 2 verschiedene Apps) hilft dem Nutzer jedoch selbst bei komplizierten Einrichtungsfällen Schritt für Schritt weiter und sagt dem Nutzer je nach Blinken oder Farbleuchten der Status LED an den Boxen relativ zuverlässig, was er als nächstes zu tun hat.

Ist dieser Prozess erst einmal abgeschlossen, gilt es noch, die akustische Anpassung über die App vorzunehmen. Das gelingt trotz der Komplexität der Funktionen und kleinschrittiger Anpassung (etwa bei Höhenpegel und Wall-Mode zur wandnahen Positionierung) erstaunlich gut.   

KEF LS 50 Wireless II im Test
Auf der Rückseite der KEF LS 50 Wireless II gibt es LAN- und HDMI-Buchsen und weitere Digital-Eingänge. (Foto: KEF)

Die Kopplung der zweiten Box gelingt wie von Zauberhand drahtlos, wobei KEF eine Signalübertragung bis zur Auflösung von 96/24 PCM über die Funkstrecke verspricht. Höhere Hires-Formate lassen sich über ein optionales Ethernet-Kabel bis 384/24 verlustfrei verschicken, ebenso beherrscht das Set DSD und MQA.

Wie diese Highend-Anlage der Zukunft dann betrieben wird, ist letztlich Geschmackssache des Nutzers. Man kann sie wie eine einfache Komplettanlage mit der IR-Fernbedienung steuern und zwischen den üblichen Quellen umschalten. Man kann aber auch die KEF-eigene App benutzen. Die kann auch UPnP Streaming, Internetradios und diverse Streamingdienste einbinden. Alternativ lässt sich die KEF einfach als Zonen-Renderer für eine Software wie Roon verwenden. Alle von uns untersuchten Varianten funktionierten hervorragend. Enzig beim HDMI-Input gibt es gewisse Einschränkungen. Der ARC funktioniert nicht mit allen Fernsehern und die Zuspielung von Hires-Surround-Formaten oder vom bluray-Player ist nicht vorgesehen.

Warmer Klang und superbe Raumanpassung

Wie bei Aktivboxen üblich, sollten die Ortsentzerrungseinstellungen in der App zunächst an Raumakustik und Aufstellung angepasst werden. Eine leichte Anhebung der Höhen (+1,5dB oder etwas mehr) dreht in vielen Räumen einen leicht muffigen Klang zu „perfekt ausgewogen.“ Ebenso lohnt es sich, bei freier Aufstellung auf Ständern den Extra-Bass zu aktivieren. Bei wandnaher Positionierung hilft der „Wall Mode“ Regler, hier sollte man aber vorsichtig dosieren. Solchermaßen optimiert, vertrug sich die KEF mit praktisch allen Abhörsituationen außer sehr großen Räumen, wo ihr dynamisch die Puste ausgeht.

Solchermaßen optimiert, war der Klang nur als „highendig“ zu bewerten. Egal, welche Musikrichtung die kompakten Monitore wiedergaben, sie meisterten alles mit einer Mischung aus highendiger Transparenz, unaufgeregter Seidigkeit und verblüffender Natürlichkeit. Stimmen standen dabei besonders stabil im Raum, wie überhaupt die Abbildung in jeder Beziehung eine der überragenden Stärken der KEF ist. In diesem Punkt braucht sie den Vergleich selbst mit teuersten High End Anlagen nicht zu scheuen. Große Orchester, Chöre, Bigbands – so weit in den Raum verteilt, so natürlich in der Hallwiedergabe, so ausgedehnt in Breite und Tiefe, das verdiente wahre Bestnoten. Stimmen jeder Art waren von einer ausgewiesen Klarheit und Transparenz, selbst suboptimale Aufnahmen klangen weder scharf noch unangenehm. Die KEF spielte zwar wie ein Monitor im Sinne von „unterschlägt keine Details.“ Sie ließ aber im Zweifelsfall doch eher Gnade mit schwierigen CDs walten und bremste allzu spritzige Höhenimpulse deutlich ein.

Liebt eher die leisen Töne

Pop und Rock mit satterem Bassfundament ließen einen für die Größe erstaunlichen Tiefgang erkennen, wobei Bassschläge eher trocken wiedergegeben wurden und sich unauffällig ins Klangbild einfügten, ohne allzu sehr zu „kicken“. So sehr die KEF bei Klangschönheit und Raum alle audiophilen Sinne ansprach, so wenig effekthascherisch gab sie sich allerdings dynamisch. Feindynamische Schattierung lagen ihr gut. Aggressive Blechbläser-Impulse, knallige Schlagzeug-Aufnahmen und wuchtige Orchester-Sforzati softete sie allerdings etwas ab und achtete eher auf eine ermüdungsfreie Langzeithör-Tauglichkeit als auf die letzte Effekte bei der Dynamik. Überhaupt stellte sich bei höheren Abhörpegeln eine gewisse Dynamik-Unlust ein. Die könnte insbesondere beim Hören von tiefbassstarkem Material die Ergänzung durch einen Subwoofer ratsam erscheinen lassen. Bei leisen oder mittleren Lautstärken gehört die KEF mit zu den Besten überhaupt, wenn man mit einer etwas gemächlicheren Spielfreude leben will.

Kaufempfehlung oder Alternativen zur KEF LS 50 Wireless II

Als integriertes Konzept mit App, HDMI und Streaming-Einbindung ist die KEF als Stereo-Komplettanlage völlig konkurrenzlos. Aktive Kompaktboxen mit weniger Einsatzmöglichkeiten in dieser Preislage gibt es einige. Wer mehr Tiefgang, Pegel und Höhenpfeffer will, wird etwa mit der deutlich größeren Nubert Nupro X-4000 glücklicher. Wer Surround und Wireless kombinieren will und tendenziell ein fetteres Bassfundament nicht scheut, sollte sich nach Cantons Smart Vento 3 oder Smart A45 BS umschauen. Die KEF ist dagegen nur in Stereo vernünftig nutzbar. Preislich und konzeptionell in direkter Konkurrenz wäre noch die Elac ARB-51, die mit (Roon und Bluetooth-fähigem) Wireless-Hub soviel kostet wie die KEF. Klanglich klar die größere, lautere Box, bei den Einsatzmöglichkeiten und Anpassungen aber weit dahinter. Kommt es auf die Wiedergabe von Film und elektronischer Musik an, empfiehlt sich der Betrieb mit optionalem Subwoofer KEF KC62. 

Weitere Alternativen in unserer STEREO GUIDE HiFi-Bestenliste

Technische Daten KEF LS 50 Wireless II

  • Preisempfehlung des Herstellers: 2.800 Euro
  • Abmessungen (B x H x T): 20 x 30,5 x 31,1 cm
  • Gewicht: 20,1 kg (Paar)
  • Besonderheiten: AirPlay 2, Google Chromecast, ROON Ready, UPnP, Bluetooth 4,2, HDMI (ARC), Analog Eingang Klinke
  • Mehr unter www.kef.com
  • Test: KEF LSX II mit HDMI und USB
  • KEF XIO im Test: High-End-Soundbar mit Dolby Atmos & Uni-Q MX
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