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STEREO GUIDE – Das HiFi-Magazin
Home » Kopfhörer » True Wireless » Sony WF-1000XM6 im Test: Ist der TWS In-Ear besser als der XM5?
In-Ears Noise-Cancelling True Wireless

Sony WF-1000XM6 im Test: Ist der TWS In-Ear besser als der XM5?

Audiophile ANC-In-Ears für Feature-Fans
Stereo GuideStereo Guide11. September 2026
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Sony WF-1000XM6 Test
Ist der Sony WF-1000XM6 besser als der günstigere XM5? (Foto: Stereo Guide)

STEREO GUIDE Testurteil

92%
92%

Von der Funktionalität her etwas überladener, aber sehr natürlich klingender True-Wireless mit exzellentem ANC und bester Sprachverständlichkeit. 

Vorteile
  1. audiophil-neutrale Wiedergabe, exzellent bei Stimmen
  2. Präzise Abbildung und Transparenz
  3. effektive, aber natürliche Lärmdämpfung mit und ohne ANC
  4. enormer Funktionsumfang der App, Top-Equalizer
Nachteile
  1. dynamisch etwas beschränkt, nicht so spielfreudig
  2. Bass könnte druckvoller/knalliger sein
  3. halten nur bei hohem Druck im Gehörgang, nicht so bequem
  • Klang: Natürlichkeit / Transparenz
    9.5
  • Klang: Bass / Dynamik
    9
  • Praxis / Connectivity
    9.3
  • Preis / Leistung
    8.8
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Mit den WF-1000XM6 steht seit Beginn des Jahres die mittlerweile sechste Generation der Premium-True-Wireless-Serie von Sony am Start. Die grundlegend überarbeiteten Earbuds folgen auf die WF-1000XM5 (hier geht es zu unserem Test), die beim aktiven Noise Cancelling und dem Funktionsumfang der App Maßstäbe setzten, für Audiophile und spaßbetonte Hörer aber noch Luft nach oben gelassen haben.

Das ANC wollen die Japaner weiter verbessert haben, mit nun acht Mikrofonen pro Paar. Das soll eine Art Beamforming bei der Richtcharakteristik erlauben und damit auch der Sprachqualität zugute kommen, die bei Earbuds zuweilen zu wünschen übrig lässt.

Der Listenpreis wurde kaum verändert, von 320 auf 300 Euro. Sicher freuen wir uns über alle Produkte, die etwas günstiger statt teurer werden. Ehrlicherweise muss man aber auch feststellen, dass in den vergangenen 3 Jahren seit dem XM5-Test das Preisniveau für TWS Earbuds allgemein sehr gesunken ist, und auch in der Klasse unter 160 Euro mittlerweile eine Klangqualität möglich ist, die damals noch den Premium-Inears vorbehalten war.

Neue Formen, neue Technik, alte Werte

Dass Sony am Grundkonzept wenig ändern würde, ist angesichts des langjährigen Erfolgs der Serie nicht verwunderlich. Die Farbvarianten Schwarz und mattes Silber wurden beibehalten. Wasserschutz nach IPX4 genügt für Regen, leichten Schweiß beim Joggen und Co.

Formen und Größe haben sich aber von der 5. zur 6. Generation doch merklich entwickelt. Die XM6 bauen erkennbar dicker aus dem Ohr heraus, bauen schwerer, und sind höher als die XM5, dafür etwas schmaler. Die nun mattere Oberfläche scheint leichte Vorteile bei der Griffsicherheit zu bieten.

Das Ladecase wirkt schwerer, weniger ergonomisch, sondern kantiger und etwas dicker, was wir nicht unbedingt als Fortschritt beschreiben würden. Dafür spricht der japanische Hersteller von einem größeren Treiber, der nun 8,4 Millimeter Membrandurchmesser hat und entsprechend mehr Volumen benötigt.

An der Akkulaufzeit hat sich wenig geändert: laut Sony beträgt diese bis zu acht Stunden mit aktivem Noise Cancelling bzw. 12 Stunden ohne, im Ladecase wird noch einmal Energie für zwei volle Ladungen vorgehalten. Bis zu 24 Stunden mit ANC bzw. 36 ohne, sind damit fernab einer Steckdose möglich.

Sony spricht von einer um 25 Prozent verbesserten Geräuschunterdrückung gegenüber dem Vorgänger. Möglich machen soll das unter anderem ein neues Zusammenspiel aus den acht Mikrofonen, dem HD-Noise-Cancelling-Prozessor QN3e und dem Integrated Processor V2.

Neben der reinen Anzahl setzt Sony auf eine adaptive Optimierung, die Umgebungsgeräusche und Tragebedingungen in Echtzeit analysieren soll. Ziel ist eine stabilere Dämpfung insbesondere im mittleren und oberen Frequenzbereich, also dort, wo Alltagsgeräusche wie Stimmen oder Büroatmosphäre dominieren. Wie groß der Fortschritt im Alltag tatsächlich ausfällt, wird sich im Praxistest zeigen müssen.

Sony WF-1000XM6 Test

Bluetooth mit LDAC und AAC, aber kein Apt-X

Bluetooth 5.3 ist erfahrungsgemäß ein Garant für eine stabile Verbindung. Bei den Codecs stellt Sony erwartungsgemäß den Hires-fähigen Codec LDAC heraus, der aber nur von einzelnen Smartphones angeboten wird. Neben diesem gibt es noch AAC und den Standard SBC. Codecs der aptX-Familie, die einen speziellen Chip voraussetzen, fehlen dagegen. Gerade Besitzer von Android-Phones sollten deshalb überprüfen, dass ein hochwertiger Codec wie AAC unterstützt, und in der Praxis auch gesendet wird, denn ein Rückfall auf den SBC kostet erfahrungsgemäß ordentlich Klangqualität.

Auch klanglich verspricht Sony eine Weiterentwicklung. Die interne Signalverarbeitung erfolgt nun mit 32 Bit statt 24 Bit, ergänzt durch einen überarbeiteten Treiber mit modifizierter Membranstruktur. Hi-Res Audio Wireless über LDAC bleibt ebenso an Bord wie DSEE Extreme zur Hochskalierung komprimierter Dateien.

Darüber hinaus unterstützen die WF-1000XM6 360 Reality Audio, Headtracking und bieten einen anpassbaren 10-Band-Equalizer in der Sony-App.

Sony Headphones Connect App mit Funktions-Overload

Die Sony Headphones Connect App für iOS und Android kannten wir schon vom Vorgänger. Der Funktionsumfang ist noch einmal so stark gewachsen, dass es auch nach einer längeren Testphase noch überbordend kompliziert erscheint. Dazu trägt man auch bei, dass Funktionen nicht so intuitiv in Untermenus eingeordnet sind, man muss manchmal eine Weile suchen.

Ein Übersichtsscreen zeigt an, welche Geräte gerade verbunden sind und was über den Sony WF-1000XM6 spielt. Die Anzeige des aktiven Codecs ist besonders praktisch, da Besitzer von Android-Geräten so dauerhaft kontrollieren können, ob ein hochwertiger Codec wie AAC das Signal überträgt.

Um das ANC und andere Einstellungen wirklich sinnvoll nutzen zu können, sollte man verschiedene Nutzungsszenarien definieren, die der Sony WF-1000XM6 dann selbständig erkennt: Sitzt man zuhause, bewegt man sich, betreibt man Sport? Von der teils putzigen Übersetzung abgesehen, ist das ein durchdachtes System, das aber etwas Einarbeitung benötigt, und der Software Zugriff auf die Ortungsfunktionen abverlangt.

Das Gleiche gilt für die individuelle Einstellung der Noise-Cancelling-Funktionen. Während das ANC sich auf eine adaptive Steuerung ge nach Außengeräuschen verlässt, kann man den Transparenzmodus für Durchsagen und Warnsignale feinjustieren.

Screenshot
Screenshot

Equalizer zur individuellen Klanganpassung

Der Equalizer zur Klanganpassung wurde auf 10 oktavische Bänder erweitert, was besonders für Musiker und Hörer mit Tontechnik-Grundkenntnissen hervorragend ist. Es lassen sich auch verschiedene Equalizerkurven speichern, miteinander vergleichen und schnell umschalten, so dass die App hier nur Bestnoten verdient. Die Voreinstellungen können weitgehend ignoriert werden, zumal die putzige Übersetzung wie „schwer“ hier eher für Verwirrung sorgt.

Ein weiterer Bereich der App dient der Individualisierung der Steuerung. So können nicht nur die Touchbefehle der linken und rechten Kapsel weitgehend belegt werden. Auch Kopfgesten, Sprachsteuerung und automatischer Standby beim Herausnehmen oder beim Beginnen einer Konversation lassen keine Wünsche offen beim individuellen Anpassen an die Bedürfnisse des Benutzers.

Wir sind so beeindruckt und auch etwas überfordert ob der Funktionsvielfalt. Einige dieser unendlichen Möglichkeiten entdeckten wir erst im Verlauf des Testprozesses, und nicht jeder Nutzer wird jedes Feature auch wirklich verwenden. Herausragend praktisch sind die Anleitung und Überprüfung zum richtigen Einsetzen der Earbuds, und zur Dichtigkeitsprüfung. Den Hörmodus „Hintergrundmusik“, eine Art virtuelle Raumsimulation, schalteten wir sogleich wieder ab. Bei der Soundoptimierung DSEE für geringere Datenraten, sowie dem 360 Grad Sound, haben wir unsere Zweifel, aber ausprobieren kann es ja jeder selber.

Sprachsteuerung, Gestenerkennung und KI-Einbindung sind gewiss nicht jedermanns Sache, aber für Tech-Nerds gibt es das gute Gefühl, hier in punkto innovativer Features mindestens auf Apple-Niveau zu liegen, wenn man sie nutzt. Eher darüber.

Sony WF-1000XM6 Test
Das Zubehör des WH-1000XM6 umfasst ein USB-Ladekabel sowie insgesamt vier Ohradapter in verschiedenen Größen. (Foto: Stereo Guide)

Effektives Noise-Cancelling und genaues Einsetzen

Beim Noise-Cancelling gab sich der Sony WF-1000XM6, auch im Vergleich zum maßstabsetzenden Vorgänger XM5, keine Blöße: das neben Bose effektivste Noise Cancelling am Markt klang überraschend natürlich, filterte den Krach einer vielbefahrenen Straße oder Flugzeugkabine effektiv heraus, ohne unangenehmen Druck oder das Gefühl totaler Isolation zu erzeugen. Das gelang aber nur bei wirklich korrekt eingeführten Earbuds, die absolut dicht sitzen müssen, was sich erfreulicherweise über die App mit einigen Testtönen überprüfen lässt. Ergeben sich im Non-ANC-Modus Unterschiede im Bass zwischen linkem und rechtem Ohr, oder stellt sich ein phasiger Effekt ein, sitzt einer der Stöpsel nicht richtig. Im ANC-Modus fällt das weniger auf, hier scheint der Sony deutlich zu kompensieren. Ansonsten blieb er in Noise-Cancelling-Betriebsart erstaunlich ruhig, damit ist auch ein Kritikpunkt am Vorgänger, das vernehmbare ANC-Rauschen in leiser Umgebung, gelöst.

Im Lieferumfang bietet der Hersteller Ohrkanal-Adapter in vier Größen. Alle sind aus dünnem Memoryfoam gefertigt, der etwas härter erscheint als bei anderen In-Ears mit Schaumstoff. Das Einsetzen verlangt eine leichte Schraubbewegung, plus ordentlichen Druck, bis der Ohrkanal wirklich ausreichend dicht geschlossen ist. Bei kleineren Gehörgängen, oder eng geformten Ohrmuschel, kann das durchaus zum Problem werden, wir empfehlen dringend vorheriges Ausprobieren.

Obwohl die Sonys nicht direkt im Ohr drücken, merkt man doch nach längerem Tragen, wir dicht sich die Foam-Dichtungen in den Gehörgang pressen. Die genaue Auswahl der Größe ist entscheidend, die Dichtheit sollte unbedingt in der App einige Minuten nach dem Einsetzen geprüft werden, denn klanglich bemerkt man einen falsch eingesetzten Earbud nicht sofort.

Die Bluetooth-Verbindung und das Koppeln mit der App gelangen blitzschnell und problemlos, wenn man den Kopplungs-Button auf dem Ladecase drückte und die App bereits im Bereitschaft hatte.

Der Sony WF-1000XM6 (link) im Vergleich mit dem WF-1000XM5, der durch ein ergnomomischeres Ladecase und höherwertige Anmutung punkten kann. (Foo: Stereo Guide)

Klangtest Sony WF-1000XM6

Bei Hörern mit einem derart effektiven ANC und genauer Klanganpassung in der App stellt sich natürlich die Frage, ob das ANC den Klangcharakter beeinflusst. Wir würde sagen: Ja, und zwar beim WF-1000XM6 etwas stärker als beim Vorgänger Sony WF-1000XM5. Der Bass von Peter Gabriels „Put The Bucket Bown“ wirkte im ANC-Modus fetter und satter, im normalen Modus bleibt er etwas kraftloser.

In beiden Fällen ist der Tiefton ausgewogen, natürlich eingebunden und trifft die goldene Mitte zwischen zu fettem und zu trockenem Bass.

Tonal und charakterlich bleibt der WF-1000XM6 nahe bei seinem Vorgänger: perfekte Neutralität, natürlich und feinsinnig besonders bei Sprache und Gesang, klingt er ausnehmend natürlich. Er löste bei R.E.M.s „At My Most Beautiful“ die Höhen mit überragender Transparenz und Seidigkeit auf, wie man es von einem perfekten Studiokopfhörer erwarten würde. Bei manchem Stimmen ist der Grundtonbereich eher schlank, aber das lässt sich ziemlich gut mit dem hervorragenden Equalizer in der App korrigieren. Wir würden dem WF-1000XM6 eine besonders gute Langhörtauglichkeit bescheinigen, sein Klang ist auch bei älteren Aufnahmen oder affektüberladenem Pop überraschend ermüdungsfrei.

Kompakte Abbildung, Gemütlichkeit statt Dynamik

Der Vergleich mit Studiowandlern ist auch auf die Raumabbildung zu beziehen: Stimmen sind hervorragend genau platziert, und man hört Hallfahnen sehr genau, allerdings bleibt die Bühne auch sehr kompakt, und Stimmen erscheinen je nach Aufnahme zuweilen mit ausgeprägter In-Kopf-Lokalisation.

Bei dynamischem Pop, Hiphop oder elektronischer Musik blieb der Sony dem audiophilen Monitorcharakter treu: alle Details waren da, die Bässe tief und substanziell. Doch sie blieben in den Impulsspitzen auch etwas weich, ein richtig harter Beat wollte sich bei Kraftwerks „Der Katalog“ nicht so recht einstellen. So werden besonders Clubgänger etwas Spielfreude und dynamische Härte im Klangbild vermissen, für die könnte der WF-1000XM6 durchaus mehr zulangen.

Am besten passte er zu ruhigerem Pop und Rock, älteren Aufnahmen sowie Jazz, Folk, kleinbesetzter Klassik und allen der Entspannung dienenden Klängen.

Test-Fazit und Alternativen zum Sony WF-1000XM6

Der Sony WF-1000XM6 punktet bei recht hohem Preis mit überragendem Noise-Cancelling und einer sehr detaillierten App mit geradezu unglaublichem Funktionsumfang. Klanglich bleibt er mit besonders natürlicher, transparenter und dynamisch eher zurückhaltender Wiedergabe seinem Vorgänger treu, der zu einem günstigeren Preis weiterhin erhältlich ist. Der WF-1000XM5 dürfte deshalb für die meisten Musikhörer vom Preis/Leistungsverhältnis und dem Tragekomfort her die bessere Wahl bleiben, auch wenn der neue eine XM6 Spur audiophiler und sauberer klingt und bei der Sprachverständlichkeit Klassenbester ist.

Wer eine noch dynamischere und im Bass beeindruckende Wiedergabe will, kommt mit dem günstigeren Cambridge Audio A100 oder dem ähnlich gepreisten Bose Quiet Comfort Ultra Earbuds 2 weiter. Räumlichkeit bei Klassik und Jazz bietet der Vorgänger Sony WF-1000 XM5 noch überzeugender. Den aktuellen Sennheiser Momentum True Wireless 5, der in der Praxis der Hauptkonkurrent des Sony sein dürfte, hatten wir bisher noch nicht im Test.

Weitere Alternativen finden Sie in unserer Kopfhörer-Bestenliste

Technische Daten Sony WF-1000XM6

  • Preisempfehlung des Herstellers: 300 Euro
  • Bauart: In-Ear
  • Wandlerprinzip: Dynamisch
  • Gewicht: je 6,5 g, Case 47 g
  • Besonderheiten: Adaptives Noise-Cancelling mit Transparenzfunktion, wasserabweisend nach IPX4, App-Steuerung, Dichtheitserkennung in der App, 10-Band-EQ, Headtracking
  • Mehr unter: www.sony.de

Mehr News und Testberichte zu Sony auf STEREO GUIDE

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