STEREO GUIDE Test-Urteil
Mit dem nuGo! ONE+ verfeinert Nubert sein Erfolgsrezept: Die Klangsignatur der Bluetooth-Box mit DAB+ bleibt typisch Nubert – jetzt noch praktischer dank Tragegriff und Equalizer.
Vorteile
- trockener, konturierter und für die geringe Größe enorm tiefreichender Bass
- ausgewogene Klangabstimmung, auch sehr gut für Klassik geeignet
- klingt auch mit DAB+ sehr breitbandig und spritzig
- serienmäßiges Netzteil, hochwertige Ausführung
Nachteile
- Trotz Griff eingeschränkte Outdoor-Tauglichkeit, sollte vor Schmutz und groben Stößen geschützt werden
- gewöhnungsbedürftige Bedienung wegen fehlender Touch-Funktion des Farb-Displays
- Pegelregler nicht mit Handy synchronisiert, Regler indirekt übersetzt
- Display im grellen Sonnenlicht schlecht ablesbar
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Natürlichkeit / Transparenz7.9
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Bass / Dynamik7.9
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Praxis / Connectivity8.9
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Preis/Leistung9
Nubert schickt seinen beliebten portablen Lautsprecher in die zweite Runde: Der nuGo! ONE+ will alles, was den Vorgänger so erfolgreich gemacht hat, beibehalten – und gleichzeitig alltagstauglicher werden. Äußerlich sofort zu erkennen: der neue Tragegriff. Klingt unspektakulär? In der Praxis macht das Upgrade mehr aus, als man zunächst denkt. Denn der Henkel dient nicht nur der Mobilität, er hat auch eine interessante Zusatzfunktion, die sich erst im Laufe des Test ergab.
Erster Eindruck: Das gleiche, nur praktischer
Beim Auspacken wirkt alles vertraut: Das kantige, massiv wirkende Gehäuse, der Metall-Drehknopf, das kleine Farbdisplay mit klarer Darstellung. Doch diesmal findet man im Karton neben USB-C-Kabel und -Netzteil noch den neuen Bügel, der den Lautsprecher nicht nur mobiler macht, sondern auch eine schräge Aufstellung erlaubt. Ideal, wenn der nuGo! ONE+ als Küchenradio oder Nachttisch-Beschallung dient.
Auch farblich hat Nubert nachgelegt. Das neue Modell kommt komplett in Schwarz und wirkt dadurch eine Spur eleganter und wohnraumfreundlicher als der Vorgänger mit seinen graumelierten Stoffbezug und silbernem Drehknopf. Verarbeitung und Haptik bleiben tadellos – nichts klappert, nichts wirkt billig. Zur Montage des soliden Haltebügels legt Nubert in der Tradition eines skandinavischen Möbelhauses einen kleinen Inbus-Schlüssel bei.

Ausstattung: Bekanntes Innenleben
Technisch bleibt alles beim Alten, und das ist durchaus eine gute Nachricht. Schließlich war der nuGo! ONE auch bisher schon klanglich eines der besten Geräte seiner Klasse. Nubert vertraut also weiterhin auf zwei Breitband-Lautsprecher, für deren Ansteuerung 2 x 36 W Impulsleistung zur Verfügung stehen. Unterstützung m Bass bekommen die beiden Treiber mit ihren 6,6 cm durchmessenden Nomex-Membranen durch Passiv-Radiatoren auf beiden Seiten des Gehäuses. Und typisch für den Schwäbischen Ingenieurstolz: Die technischen Daten geben stramme 55 Hz untere Grenzfrequenz an.
Der nuGo! ONE+ kombiniert DAB+ und UKW-Radio, Bluetooth 5.0 mit sbc, aptX, aptX HD und AAC, einen analogen AUX-Eingang, einen optischen Digitalausgang (in die 3,5-mm-Klinkenbuchse integriert) und lässt sich sogar als Radio-Wecker verwenden. Der Akku hält bis zu 24 Stunden durch und lädt per USB-C. Praktisch: Ein USB-Netzteil liegt bei. Das spritzwassergeschützte Gehäuse (IPX5) macht den tragbaren Bluetooth-Lautsprecher fit für Terrasse, Bad oder Garten.

Der einzige seiner Art
Allerdings blieben beim Update die kleinen Eigenheiten und Schwachstellen erhalten. So hat Nubert auch beim neuen nuGo die Lautstärkeregelung am Gerät nicht mit der Quelle synchronisiert. Sprich, der große, gut in der Hand liegende Drehknopf arbeitet unabhängig von der Regelung des Smartphones, was ziemlich umständlich ist. Zudem muss man eifrig drehen, um den Pegel zu erhöhen. Ebenfalls gewöhnungsbedürftig: Die Bedienung erfolgt fast ausschließlich über den zentralen Knopf, der auch noch eine Drückfunktion hat. Unterstützung gibt es nur durch eine Funktion zum Zurückspringen in den Menüs auf dem 2,9-Zoll-Farbdisplay, die Nubert auf den Ein/Ausschalter gelegt hat.
Obwohl ich den nuGo noch aus dem alten Test kannte, dauerte es eine Weile, die Bedienlogik erneut zu verinnerlichen. Gegen den Trend verzichten die Schwaben auf eine App-Steuerung und man kann auch die Bluetooth-Wiedergabe nicht über den nuGo! starten, anhalten oder Titelsprünge ausführen.
Der nuGo! gibt sich etwas lichtscheu
Dem Display fehlt eine Touch-Funktion und die edel wirkende transparente Oberfläche spiegelt unter freiem Himmel sehr stark, während gleichzeitig der Anzeige im grellen Tageslicht reichlich Leuchtkraft fehlt. Insofern gewinnt die Outdoor-Tauglichkeit durch den ebenso soliden wie schicken lederbezogenen Griff nur bedingt. Der nuGo! ONE+ ist eher ein kleines, feines Entertainment-System, das man innerhalb der Wohnung in unterschiedliche Räume mit nehmen kann. Und wer auf dem Balkon oder der Terrasse den Tag mit Musik ausklingen lassen will, kann nach Sonnenuntergang auch das Display perfekt ablesen.
Will ja nicht pingelig sein, aber was mir diesmal noch auffiel: In Ruhestellung blockiert die Radio-Antenne die Abdeckung über dem Anschlussfeld. Man merkt der Mischung aus DAB+/UKW-Tuner und Bluetooth-Lautsprecher im Detail an, dass die vor 50 Jahren in Schwäbisch Gemünd vom versierten Tüftler Günther Nubert gegründete Firma vor dem nuGo nur HiFi-Boxen und Soundbars gebaut hat. Auf der anderen Seite macht das den in China gefertigten ONE+ so einzigartig. Dort plumpsen unter allen möglichen Markennamen unzählige Klons beliebter JBL- oder Sony-Boxen vom Band. Doch ein Unikum wie den nuGo! ONE+ gibt es nur einmal.



Klang: Unverändert gut
Beim Klang hat Nubert glücklicherweise ebenfalls nichts verändert. Der nuGo! ONE+ spielt klar, neutral und erstaunlich erwachsen. Stimmen klingen natürlich, Instrumente sind sauber voneinander getrennt.
Der Bass reicht für diese Größe beachtlich tief hinunter, bleibt dabei trocken und kontrolliert. Für einen kompakten Bluetooth-Lautsprecher ist das beachtlich – Partybeschallung kann man ihm nicht abverlangen, aber bis zu mittleren Lautstärken spielt er druckvoll und unverzerrt.
Die Dynamik bleibt eine der Stärken. Akustische Musik profitiert von der schnellen Ansprache, Pop und Rock haben Punch, ohne dass der Bass überbetont wäre. Und man kann mit dem nuGo( ONE+ auch für Bluetooth-Boxen-Verhältnisse ungewöhnlich gut Klassik oder Jazz goutieren. Deshalb beerbt er auch in unserem beliebten Test-Ratgeber „Beste Bluetooth-Boxen für Klassik und Jazz“ den Vorgänger.
Die leichte Richtwirkung im Hochtonbereich geht auf die großen Breitband-Lautsprecher zurück, die prinzipbedingt zu hohen Frequenzen hin bündeln. Sie gibt es, wenn man mit dem ONE+ bewußt zuhören möchte einen Sweet Spot, der aber nicht ins Gewicht fällt, wenn man auf größere Distanz einfach nebenbei gepflegte Musik-Wiedergabe genießen möchte.
Die neue „stabile Seitenlage“ durch den Bügel macht den nuGo! ONE+ nicht nur hübscher. Sie verändert auch die Abstrahlung leicht – aber nicht zum Guten hin. Der Klang wirkt in geneigter Position stumpfer und gepreßter. Und wenn man den nuGo! ONE+ umdreht, damit die aktiven Treiber nicht auf die Unterlage gerichtet sind, steht das Display auf dem Kopf. Letztlich bietet die neue Ausstellungsmöglichkeit nur Vorteile in Bezug auf den Style und die Ablesbarkeit des Displays, ohne dass man sich über das Gerät beugen muss.
Radioempfang: Gut, aber standortabhängig
Wie schon beim Vorgänger ist der Empfang von DAB+ und UKW gut, aber nicht überragend. In Ballungsräumen gibt es keine Probleme, in ländlichen Regionen kann man mit der ausziehbaren Antenne noch das Letzte herauskitzeln. Praktisch: Senderspeicher und automatischer Suchlauf sind schnell eingerichtet.
Nubert nuGo! ONE+: Fazit und Alternativen
Der nuGo! ONE+ ist kein revolutionäres Update, aber ein sehr gelungenes. Nubert hat das Gerät nicht neu erfunden, sondern sinnvoll weiterentwickelt: mehr Mobilität, mehr Komfort, mehr Flexibilität bei der Aufstellung. In Bereich der One-Box-Lautsprecher-Systeme, die sich innerhalb der Wohnung und auf dem Balkon flexibel nutzen lassen, fällt uns vor allem das Motiv Go Voice von Teufel mit der Funktionalität eines Smart Speakers ein. Der Berliner Wireless-Lautsprecher ist auch von Größe, Preis und Anfassqualität vergleichbar. Doch hier gilt es, auf den Tuner-Teil mit DAB+ und UKW zu verzichten. Das kann man aber zumindest im Bereich eines WLAN-Netzwerks durch Internet-Radio ausgleichen. Flexibler bleibt aber der Nubert, der sich mit seinem Bügel auch besser tragen lässt.
Technische Daten Nubert nuGo! ONE+
- Preisempfehlung des Herstellers: 295 Euro
- Abmessungen (B x H x T): 25 x 14,1 x 7,8 cm (ohne Henkel)
- Gewicht: 1,6 kg
- Batterielaufzeit: Bis zu 24 Stunden, Ladezeit 2,5 Stunden
- Besonderheiten: USB-Netzteil, UKW/DAB+ Tuner, bis 24 Stunden Akkulaufzeit, Display, Tragegriff
- Mehr unter: www.nubert.de






