STEREO GUIDE Testurteil
JBL Xtreme 5 im Test: Tiefer Bass, natürliche Stimmen und souveräner Klang selbst bei hohen Pegeln. Dazu kommen USB-Audio-Wiedergabe, Auracast-Partymodus, Stereo-Pairing und bis 28 Stunden Laufzeit mit Playtime-Boost. Diese Energiesparfunktion ist allerdings nur für Podcasts zum empfehlen. Doch 24 im Normalbetrieb sind auch nicht zu verachten..
Vorteile
- Sehr tiefer, kräftiger und für die Größe erstaunlich differenzierter Bass
- Natürliche, klare und ausgewogene Stimmenwiedergabe
- Spielt auch bei hohen Pegeln ausgewogen, souverän und relaxt
- IP68-Schutz und robuste Konstruktion
Nachteile
- Kein analoger Eingang
- Kein USB-Netzteil im Lieferumfang
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Natürlichkeit / Transparenz8.1
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Bass / Dynamik9
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Praxis / Connectivuty8.5
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Preis/Leistung9.2
Bei einem mobilen Bluetooth-Lautsprecher gelten größere Abmessungen und höheres Gewicht zunächst nicht unbedingt als Fortschritt. Beim neuen JBL Xtreme 5 lässt sich der Wachstumsschub allerdings nicht übersehen. Und schon gar nicht überhören. Gegenüber dem bereits sehr leistungsfähigen Vorgänger hat JBL nicht nur die akustische Konstruktion grundlegend überarbeitet, sondern auch bei Leistung, Tiefgang und Ausstattung nachgelegt.
Mit 34,6 Zentimetern Breite überragt die fünfte Generation den Xtreme 4 um fast fünf Zentimeter. Gleichzeitig wuchs das Gewicht von 2,1 auf 2,9 Kilogramm. Das entspricht einem Plus von rund 800 Gramm oder knapp 40 Prozent. Damit gehört der Xtreme 5 zwar weiterhin zu den mittelgroßen Bluetooth-Lautsprechern, bewegt sich bei Gewicht und Klangvolumen aber bereits ein gutes Stück in Richtung der größeren Kaliber.
Zum Glück gehört ein längenverstellbarer Schultergurt zum Lieferumfang. Seine stabilen Karabinerhaken lassen sich einfach in die beiden Ösen des Gehäuses einhängen. So stellt auch der Transport des stattlichen Wireless Speakers kein ernsthaftes Problem dar. Für die kleine Tasche ist der Xtreme 5 ohnehin nicht gedacht. Er möchte lieber sichtbar über der Schulter getragen werden.



Robuste Konstruktion mit neuer Lichtshow
Beim Design bleibt JBL seiner bekannten Linie treu. Das Gehäuse ist mit einem robusten Gewebe überzogen, während Gummierungen an den Seiten und der Unterseite für Schutz und einen sicheren Stand sorgen. An beiden Stirnseiten arbeiten die für JBL typischen Passivradiatoren, deren Bewegung den kräftigen Bass auch optisch unterstreicht.
Gegenüber dem nach IP67 geschützten Xtreme 4 legt der Nachfolger mit IP68 noch einmal nach. Er ist damit staubdicht und gegen zeitweiliges Untertauchen geschützt. JBL bezeichnet die Konstruktion zudem als stoßfest. Damit eignet sich der Xtreme 5 nicht nur für Wohnzimmer und Terrasse, sondern ebenso für Garten, Strand, Pool oder Festival.
Auch beim Thema Nachhaltigkeit führt JBL den mit dem Vorgänger eingeschlagenen Weg fort. Der Lautsprecher verwendet recycelten Kunststoff und Stoff sowie einen recycelten Treibermagneten. Die PVC-freie Verpackung besteht aus FSC-zertifiziertem Papier und wird mit Sojatinte bedruckt.
Der auffälligste Design-Unterschied zeigt sich allerdings direkt nach dem Einschalten. Zwei LED-Bänder ziehen sich am oberen und unteren Rand über die Vorderseite. Die Ambient-Beleuchtung signalisiert nicht nur Betriebszustand, Bluetooth-Kopplung, Akkustand und Auracast-Verbindung. Sie pulsiert auch passend zur Musik und lässt sich innerhalb gewisser Grenzen nach dem persönlichen Geschmack anpassen.
Mir gefiel besonders der Neon-Effekt mit seiner satt bläulichen Beleuchtung, die zwischen Mittelblau und Türkis verläuft. Damit setzt JBL einen klaren optischen Akzent, ohne gleich die komplette Lightshow einer Partybox aufzufahren. Wer beim Musikhören lieber im Dunkeln sitzt, kann die Beleuchtung natürlich auch abschalten.

Neue Technik mit 130 Watt Leistung
Im Inneren blieb kaum ein Stein auf dem anderen. Während der Xtreme 4 zwei 70-Millimeter-Tieftöner und zwei 20-Millimeter-Hochtöner verwendete, setzt JBL beim Xtreme 5 auf einen einzelnen ovalen Tieftöner mit 98 × 145 Millimetern sowie zwei 20-Millimeter-Tweeter.
Die Nennleistung steigt im Netzbetrieb von insgesamt 100 auf 130 Watt RMS. Davon entfallen 90 Watt auf den Tieftöner und jeweils 20 Watt auf die beiden Hochtöner. Im Akkubetrieb stehen 60 Watt für den Bass sowie zweimal 15 Watt für die Höhen zur Verfügung. Daraus ergibt sich eine Gesamtleistung von 90 Watt gegenüber 70 Watt beim Vorgänger.
Passend dazu erweitert sich der angegebene Frequenzgang am unteren Ende von 44 auf 40 Hertz. Vier Hertz mögen auf dem Papier nicht nach einem Quantensprung klingen. Im Tiefbassbereich können sie bei einem kompakten Lautsprecher aber bereits einen erheblichen Unterschied machen, wie der Hörtest noch zeigen sollte.
Den bereits vom Xtreme 4 bekannten KI-Sound-Boost übernimmt JBL in einer weiterentwickelten Form. Der Algorithmus analysiert das Musiksignal in Echtzeit und soll die Auslenkung der Treiber sowie die verfügbare Verstärkerleistung möglichst vollständig ausnutzen, ohne störende Verzerrungen zu erzeugen. Vereinfacht gesagt handelt es sich um eine adaptive DSP-Regelung, die den Lautsprecher möglichst lange im optimalen Arbeitsbereich hält.
Bluetooth 6.0, Auracast und USB-Audio
Für die Funkübertragung verwendet der JBL Xtreme 5 aktuelles Bluetooth 6.0. Als Audio-Codecs nennt der Hersteller SBC, AAC und LC3. Über Auracast lassen sich zwei Xtreme 5 zu einem Stereopaar verbinden. Alternativ können mehrere kompatible JBL-Lautsprecher gemeinsam im Party-Modus spielen.
Ältere PartyBoost-Modelle bleiben allerdings weiterhin außen vor. Bereits beim Wechsel vom Xtreme 3 zum Xtreme 4 hatte JBL auf Auracast umgestellt. Wer noch ein bestehendes PartyBoost-System besitzt, kann die neue Generation daher nicht darin integrieren.
Der analoge AUX-Eingang kehrt ebenfalls nicht zurück. Dafür unterstützt die USB-C-Buchse nun neben dem Laden und der Powerbank-Funktion auch eine verlustfreie digitale Audiowiedergabe von kompatiblen Zuspielern. Ein passendes USB-Kabel gehört allerdings ebenso wenig zum Lieferumfang wie ein Netzteil.
Das ist gegenüber dem Xtreme 4 ein kleiner Rückschritt. Wer die maximale Leistung im Netzbetrieb abrufen und den Akku schnell laden möchte, benötigt einen ausreichend kräftigen USB-PD-Adapter. Über den USB-C-Ausgang lassen sich umgekehrt Smartphones oder andere Mobilgeräte aus dem Lautsprecherakku aufladen.

Austauschbarer Akku, aber weniger Playtime Boost
Die Kapazität des austauschbaren Lithium-Ionen-Akkus bleibt mit 68 Wattstunden beziehungsweise 9444 Milliamperestunden unverändert. JBL verspricht bis zu 24 Stunden Musikwiedergabe. Mit aktiviertem Playtime Boost sollen weitere vier Stunden möglich sein. Aus meiner Testerfahrung ist das bei moderater Abhörlautstärke ein recht realistischer Wert. Während des stundenlangen Hörtests fiel die Akkuleistung nicht einmal um 10 Prozent, obwohl ich die Beleuchtung die ganze Zeit aktiviert ließ und aus guten Grund auf Playtime Boost verzichtete (mehr dazu in der Klangbeschreibung).
Damit hält der Xtreme 5 im normalen Betrieb nominell genauso lange durch wie sein Vorgänger. Im Sparmodus fällt das Plus allerdings von sechs auf vier Stunden. Angesichts der deutlich höheren Ausgangsleistung und der zusätzlichen Beleuchtung erscheint das dennoch respektabel. Die tatsächliche Laufzeit hängt wie immer stark von Lautstärke, Musikmaterial und gewähltem Lichtmodus ab.
Eine vollständige Ladung soll mit einem geeigneten 20-Volt-Netzteil rund dreieinhalb Stunden dauern. Zehn Minuten am passenden Schnellladegerät reichen laut JBL für bis zu zwei weitere Stunden Wiedergabe.

Bedienung: Große Tasten, kurze Wege
Die Bedienung folgt dem bewährten JBL-Konzept. Auf der Oberseite sitzt ein großzügiges Tastenfeld für Ein- und Ausschalten, Bluetooth, Auracast, Lautstärke und Wiedergabesteuerung. Die Schaltflächen sind hinterleuchtet und besitzen deutlich fühlbare Konturen.
Bei unserem schwarzen Testgerät heben sich die besonders häufig verwendeten Tasten für Lautstärke und Play/Pause farblich kaum vom Gehäuse ab. Durch ihre Größe und die deutliche Erhöhung lassen sie sich aber auch bei schwachem Licht noch gut erkennen und vor allem auch gut ertasten.
Die zentrale Wiedergabetaste startet und pausiert die Musik. Durch mehrfaches Drücken sind außerdem Titelsprünge möglich. Nach kurzer Eingewöhnung lässt sich der Xtreme 5 deshalb weitgehend bedienen, ohne auf das Tastenfeld schauen zu müssen.
Eine kleine Verwirrung verursacht allerdings die App-Zuordnung. Im Datenblatt verweist JBL noch auf die JBL Portable App. Da ich dort erst nach der Einrichtung unsers Testgeräts reinschaute, hatte ich es aus Versehen problemlos über die auf meinem iPhone installierte JBL One App konfiguriert. Dort lassen sich genau wie in der JBL Portable App Software-Updates installieren, die Beleuchtung anpassen und verschiedene Klangabstimmungen auswählen. Die Unterschiede zur anschließend verwendeten Portable App liegen aber im Grunde nur in der Gestaltung.
Neben einem frei regelbaren 7-Band-Equalizer stehen die bereits vom Vorgänger bekannten Presets „JBL Signature“, „Chill“, „Energetic“ und „Voice“ zur Verfügung. Außerdem lässt sich in der App der Playtime Boost aktivieren.








Smart EQ ohne Schalter
Im Datenblatt ist zusätzlich von einem neuen Smart-EQ-Modus die Rede. JBL zufolge analysiert eine KI das laufende Programm und unterscheidet zwischen Musik und Sprache. Anschließend soll der DSP die Klangabstimmung automatisch in Echtzeit anpassen – etwa für bessere Sprachverständlichkeit bei Podcasts und einen kräftigeren Klang bei Musik.
In der App findet sich allerdings weder ein eigener Smart-EQ-Menüpunkt noch ein Schalter zum Aktivieren oder Deaktivieren. Die Bezeichnung „Modus“ führt deshalb etwas in die Irre. Nach allem, was JBL dazu veröffentlicht hat, arbeitet die Funktion automatisch im Hintergrund.
Ein direkter Vergleich mit und ohne Smart EQ war somit nicht möglich. Welchen Anteil die Funktion an der bemerkenswerten Stimmenwiedergabe besitzt, lässt sich daher nicht zweifelsfrei bestimmen. Das Ergebnis kann sich allerdings hören lassen.
Sound-Test: JBL Xtreme 5: Erstaunlich erwachsen
Im Hörtest war ich vom ersten Titel an schlicht begeistert. Das hatte im Wesentlichen zwei Gründe. Der erste ist die ausgesprochen neutrale und natürliche Stimmwiedergabe. Stimmen klangen unabhängig von Musikrichtung und Aufnahme sehr klar und deutlich, ohne sich künstlich in den Vordergrund zu drängen.
Dabei vermied der Xtreme 5 sowohl eine unangenehme Schärfe als auch jene verfärbte Wärme, mit der manche Bluetooth-Lautsprecher einen vermeintlich gefälligen Klang erzeugen wollen. Sängerinnen und Sänger wirkten präsent, in sich stimmig und erstaunlich unverfälscht. Das besitzt in puncto Ausgewogenheit bereits echte HiFi-Züge.
Der zweite Grund für die spontane Begeisterung war der für diese Gewichtsklasse extrem tiefe und satte Bass. Viele kompakte Lautsprecher konzentrieren sich auf den Oberbass, weil sich damit bereits bei kleinen Treibern ein eindrucksvoller Punch erzeugen lässt. In den unteren Oktaven können sie jedoch kaum noch zwischen unterschiedlichen Tonhöhen und Strukturen differenzieren.
Der JBL Xtreme 5 ging deutlich weiter. Er lieferte nicht nur viel Bass, sondern ließ auch Abstufungen und Konturen erkennen, die man einem tragbaren Bluetooth-Lautsprecher dieser Größe kaum zutrauen würde.

Peter Gabriel mit Gänsehaut-Faktor
Ich ertappte mich deshalb dabei, über den Xtreme 5 sogar anspruchsvolle Titel wie „The Rhythm of the Heat“ von Peter Gabriel in der Live-Version vom WOMAD-Festival anzuhören. Solche Aufnahmen hebe ich mir gewöhnlich für die Stereoanlage oder das Auto mit seinem Harman-Kardon-Soundsystem auf.
Doch es machte nicht nur richtig Spaß, die mächtigen Bassdrums über die kompakte JBL-Box zu hören. An einigen Stellen bekam ich sogar Gänsehaut. Das ist ein ziemlich großes Kompliment für einen Lautsprecher, den man sich am Ende des Hörtests einfach über die Schulter hängen kann.
Dabei lebte die Wiedergabe nicht allein von schierer Bassmenge. Der Xtreme 5 stellte die unterschiedlichen Trommeln erstaunlich differenziert dar und verband ihre Wucht mit einer klaren, natürlich wirkenden Wiedergabe der übrigen Instrumente. So entstand nicht der Eindruck einer künstlich aufgepumpten kleinen Box, sondern der eines deutlich größeren Lautsprechers.
Beim Bass entscheidet die Aufstellung
Bei aller Begeisterung muss man allerdings sachlich festhalten, dass der Tiefton in Innenräumen empfindlich auf die Positionierung reagieren kann. Abhängig von Wandabstand, Stellfläche und Raumakustik verlor der Bass mit manchen Aufnahmen bei einzelnen Frequenzen etwas an Kontur und schrammte bei mittleren bis hohe Pegeln hart an der Wummergrenze vorbei.
Das dürften vor allem verwöhnte Testerohren bemerken, und durch eine veränderte Aufstellung ließ sich der Effekt meist deutlich reduzieren. Vor allem wurde der Klang nie richtig breiig. JBL bekam mit seiner Abstimmung immer noch elegant die Kurve.
Ohnehin braucht der Xtreme 5 sowohl bei der Quantität als auch bei der Qualität seines Bassfundaments in dieser Größenklasse so schnell keine Konkurrenz zu fürchten. Das zeigte sich auch mit elektronischer Musik.
Beim „DJ-Kicks“-Mix von Kruder & Dorfmeister konnte ich immer wieder nur darüber staunen, wie erwachsen und satt dieser mittelgroße Bluetooth-Lautsprecher aufspielte. Die Beats besaßen Druck und Tiefgang, ohne Stimmen oder elektronische Klangflächen unter sich zu begraben. Auch der Punch war auf dem Punkt.
Das erinnert an weit größere Boxen, wenn auch mit einem entscheidenden Unterschied: Viele Partylautsprecher spielen im Bass gefühlt nur eine einzige Note und neigen bei Stimmen oder in den Höhen zu unangenehmer Schärfe. Der Xtreme 5 verband seine enorme Tieftonenergie dagegen mit Differenzierungsvermögen und einer bemerkenswert ausgewogenen Mittel- und Hochtonwiedergabe.
Besonders überzeugend war, wie lange er diese Balance auch bei hohen Pegeln aufrechterhielt. Viele kompakte Bluetooth-Lautsprecher beginnen bereits deutlich vor ihrer maximalen Lautstärke, den Bass per DSP kräftig zurückzunehmen. Dadurch verschiebt sich die Klangbalance zu den Mitten und Höhen, während die Wiedergabe zunehmend angestrengt und bissig wirkt.
Der Xtreme 5 konnte dagegen richtig laut spielen, ohne dass sein DSP gleich das Bassfundament beschnitt. Auch bei hohen Pegeln blieb er erstaunlich ausgewogen, souverän und relaxt. Er wirkte weder gepresst noch hektisch, sondern behielt seinen satten, erwachsenen Charakter. Genau das machte richtig Laune und verführte dazu, den Lautstärkeregler noch ein Stück weiter aufzudrehen.
Die Musik machte so viel Spaß, dass der JBL beim Verfassen dieser Zeilen weiterhin lief – und zwar nicht gerade leise.
Die besten Höhen sind jene, über die man nicht nachdenkt
Fällt Ihnen etwas auf? Über die Höhen habe ich bisher kaum ein Wort verloren. Das lässt sich in diesem Fall als Kompliment verstehen. Es war einfach alles vorhanden, was die jeweilige Aufnahme an Obertönen und Details enthielt.
Der Xtreme 5 löste sauber auf und wirkte frisch, ohne seine Brillanz plakativ auszustellen. Es gab weder eine störende Schärfe noch einen dumpfen Schleier. Die Höhen fügten sich so selbstverständlich in das Gesamtbild ein, dass man gar nicht erst begann, über einzelne Frequenzbereiche nachzudenken.
Eine Ausnahme bildete allenfalls der bemerkenswerte Bass. Der arbeitet durchaus mit einer gewissen Portion Effekthascherei. Doch angesichts des Formats und des Einsatzzwecks gehört ein wenig Show zum Konzept. Entscheidend ist, dass JBL die Balance nicht aus den Augen verliert.
Klang-Presets und Playtime Boost
Von den Klang-Presets gefiel mir wie üblich „JBL Signature“ am besten. Diese Abstimmung verband den tiefreichenden Bass mit klaren Stimmen und ausgewogenen Höhen. Sie funktionierte mit sehr unterschiedlichen Musikrichtungen und machte zusätzliche Eingriffe am Equalizer weitgehend überflüssig.
Das Preset „Energetic“ hob den Kickbass stärker hervor. Dadurch wirkte der Xtreme 5 zunächst noch etwas anspringender, büßte aber Tiefgang und Volumen ein. Für eine Party mag das funktionieren, auf Dauer erschien mir „JBL Signature“ jedoch deutlich ausgewogener.
Den Playtime Boost würde ich wie schon beim Xtreme 4 wirklich nur für Hörbücher oder Podcasts verwenden. Die Energiesparfunktion reduzierte das Bassfundament deutlich und ließ die gesamte Klangbalance etwas quengelig erscheinen. Für vier zusätzliche Stunden Laufzeit wäre mir dieser Preis beim Musikhören zu hoch.
Fazit: JBL Xtreme 5
Mit dem Xtreme 5 gelang JBL einer der besten mittelgroßen Bluetooth-Lautsprecher, die wir bisher gehört haben. Er verbindet ein für seine Abmessungen außergewöhnlich tiefes und differenziertes Bassfundament mit einer sehr natürlichen Stimmenwiedergabe und perfekt eingebundenen Höhen.
Gerade diese Ausgewogenheit hebt ihn von vielen auf Effekte und maximalen Pegel getrimmten Partylautsprechern ab. Der Xtreme 5 kann richtig Druck machen und sehr laut spielen, ohne dass sein DSP sofort den Bass zusammenstreicht. Selbst bei hohen Pegeln bleibt er ausgewogen, souverän und erstaunlich relaxt. Er beherrscht aber ebenso anspruchsvollere Musik, bei der Klangfarben, Natürlichkeit und Differenzierungsvermögen zählen.
Gegenüber dem bereits sehr guten Xtreme 4 legt der Nachfolger vor allem beim Tiefgang, bei der Leistung und bei der Natürlichkeit der Stimmen zu. Hinzu kommen Bluetooth 6.0, verlustfreies USB-Audio, IP68, die neue Ambient-Beleuchtung und der automatisch arbeitende Smart EQ.
Die Kehrseite sind die gewachsenen Abmessungen und ein Gewicht von 2,9 Kilogramm. Außerdem reagiert der mächtige Bass in Innenräumen mitunter empfindlich auf die Aufstellung. Dass JBL das Netzteil trotz unveränderter Preisempfehlung nicht mehr mitliefert, wirkt ebenfalls etwas kleinlich.
Der beiliegende Schultergurt hält den Xtreme 5 dennoch ausreichend mobil. Wer nicht den kleinsten, sondern den derzeit vielleicht erwachsensten noch bequem tragbaren JBL-Lautsprecher sucht, bekommt eine erstaunliche Kombination aus Outdoor-Tauglichkeit, Partydruck und echten HiFi-Qualitäten.
Übrigens: Wenn der Preis mehr zählt, als kompakte Abmessungen, kommt die Hama Canton UltiMate Pro mit einer UVP von 250 Euro noch als klanglich ebenfalls besonders ausgewogene Alternative ins Spiel – sie ist allerdings fast doppelt so groß und doppelt so schwer.
Weitere Alternativen finden Sie in unserer Bluetooth-Lautsprecher-Bestenliste
Technische Daten: JBL Xtreme 4
- Preisempfehlung des Herstellers: 350 Euro
- Abmessungen (B × H × T): 34,6 × 16,5 × 15,5 cm
- Gewicht: 2,9 kg
- Akkulaufzeit bis zu 24 Stunden, bis zu 28 Stunden mit PlayTime Boost
- Ladedauer: rund 3,5 Stunden mit geeignetem Netzteil
- Farben: Schwarz, Blau und Camouflage
- Lieferumfang: JBL Xtreme 5, Kurzanleitung und Sicherheitsunterlagen
- Besonderheiten: Bluetooth 6.0 mit SBC, AAC, LC3, wasser/staubdicht gemäß Schutzklasse IP69, JBL Auracast Multi Speaker Connection, Powerbank-Funktion, Equalizer, Schultergurt,
- Mehr unter: https://de.jbl.com






