STEREO GUIDE Testurteil
Der Teufel Rockster 2 setzte im Test Ausrufezeichen bei Pegelfestigkeit und Bass-Volumen. Die große Partybox mit Bluetooth 5.3, 440 Watt Leistung, wechselbarem Akku, Mikrofonanschluss überzeugte trotz eher spartanischer App im Praxistest. Mit ihrem hohen Gewicht von 44 kg und ihren stattlichen Abmessungen sind der Mobilität allerdings trotz der mitgelieferten Rollen Grenzen gesetzt.
Vorteile
- Druckvoller Klang
- Sehr gute Verarbeitung
- Praktische Powerbank-Funktion
- DMX-Lichtanlagensteuerung
Nachteile
- App könnte vielseitiger sein, z.B. Equalizer
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Natürlichkeit / Transparenz9
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Bass / Dynamik10
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Praxis / Connectivity9.5
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Preis/Leistung9.4
Jetzt ist Saison für den Teufel Rockster 2! Ob im Kleingarten, am Pool oder der Terrasse, mit dem „Event-Bluetooth-Speaker“, wie die Berliner ihren größten und schwersten Mobil-Lautsprecher einordnen, setzen Sie sich durch. Versprochen. Und nicht nur dort. Ideal geeignet ist der Teufel Rockster 2 auch für vielfältige Veranstaltungen, etwa im Vereinsheim, dem Jugendhaus oder der Schulaula. Je nach Größe dürfen es dann auch zwei, maximal aber „nur“ 100 Teufel Rockster 2 sein (für den Fall, dass Sie in Versailles aufspielen).
Reichlich Anschlüsse und solide Verarbeitung
Das neue „Monster“ (knapp 44 kg schwer) ist der Nachfolger der Ur-Rockster, die seit 2016 im Programm war. Eine Seltenheit im Segment der Bluetooth-Lautsprecher, allerdings ist ein Rockster auch nicht mit herkömmlichen „Lautsprecherchen“ zu vergleichen und wird nicht mal so nebenbei, sondern sehr bewusst auf den Einsatzzweck hin angeschafft (siehe oben). Der Neue kommt mit vier Rollen, von denen zwei mit Bremsen versehen sind, die man auch nutzen sollte. Denn der Teufel Rockster 2 produziert solche Bassgewalten, dass er sich bei entsprechend leicht laufendem Untergrund auch gern in Bewegung versetzt …


Äußerst Pegelfest, aber nicht besonders Wasserfest
Technisch setzt Teufel beim Rockster 2 auf ein vergleichsweise schlichtes, aber äußerst pegelfestes Lautsprecherkonzept. Für den Hochtonbereich arbeitet ein 35-Millimeter-Kompressionstreiber mit Polypropylen-Membran, während ein gewaltiger 38-Zentimeter-Tieftöner aus wasserabweisender Zellulose den Bassbereich übernimmt. Angetrieben wird das Gespann von einer Class-D-Endstufe mit einer Leistung von 440 Watt RMS. Laut Hersteller erreicht die Partybox einen maximalen Schalldruck von beeindruckenden 126 dB in einem Meter Entfernung und deckt einen Frequenzbereich von 36 bis 20.000 Hertz (-6 dB) ab. Schon auf dem Papier wird damit deutlich, dass der Rockster 2 weniger als klassischer Bluetooth-Lautsprecher, sondern vielmehr als mobile Beschallungsanlage für größere Veranstaltungen konzipiert wurde.
Ob Karaoke-Party oder Disco, der Rockster 2 macht alles mit, auch wenn es draußen mal ein wenig feucht wird. Er ist nach IPX2 zertifiziert, was laut Norm bedeutet, dass dieser gegen schräg fallendes Tropfwasser bis 15° Neigung geschützt ist. Wer auch immer diese Normen festlegt, zum Baden ist der Teufel aus Berlin jedenfalls nicht geeignet und auch Extrem-Wacken-ähnliche Events (Starkregen und Matsch) sind nicht so sein Ding. Perfekt ist er zum Druck machen (oh ja, sehr gut!), dazu mehr weiter unten und er ist ausgesprochen anschlussfreudig. Die Verarbeitung ist einwandfrei, da knarrt nichts, das vordere Lochblech macht auch beim Klopftest einen mehr als soliden Eindruck.



Das Gedeck auf der Rückseite des Rockster 2 ist vielseitig: Instrumente wie E-Gitarre oder Keyboard können über eine 6,3-mm-Klinkenbuchse angeschlossen werden. Für Moderation oder Karaoke steht zusätzlich ein XLR-Mikrofoneingang bereit. Daneben bietet die Partybox einen zusätzlichen Line-Eingang via Cinch an, wenn etwa ein Tapedeck, oder CD-Spieler ran muss. Auch an einen Kopfhörerausgang inklusive Lautstärkeregelung hat Teufel gedacht. Über den integrierten USB-Port lassen sich Smartphones laden, während ein weiterer Rockster 2 per XLR-Ausgang verbunden werden kann.
Class-D-Endstufe von TI
Was steckt drin? Über die Leistung sprachen wir schon, die wird aktuell von einer Class-D-DSP-Endstufe von Texas Instruments bereitgestellt. Für den guten Ton sind darüber hinaus ein 38 cm Tieftöner mit Waveguide und ein Kompressionshochtöner mit Hochtonhorn verantwortlich. Neben den oben aufgeführten Anschlüssen kann der Teufel Rockster 2 auch mit Bluetooth (Version 5.3)-Geräten Kontakt aufbauen, integriert sind gleich zwei Empfänger, die sich mit AAC verstehen, was heißt, dass zwei Smartphones parallel verbunden werden können, unterstützend dazu gibt es auch einen Regler für die Quellen-Balance. Der mitgelieferte und wechselbare 99 Wattstunden (Wh) leistende Akku soll laut Hersteller bis zu 15 Stunden bei mittlerer Lautstärke durchhalten. Den Anschluss von einer Autobatterie wie beim Vorgänger hat man eingespart, ein zusätzlicher Akku schlägt aber mit den aufgerufenen 120 Euro moderat ins Budget. Ein Burner für „Rudis rollende Disco“ & Co. ist DMX-Control, mit dem sich entsprechende Lichtanlagen steuern lassen.


Praktisches Detail: iPad-Halterung
Die Bedienung ist nahezu selbsterklärend. Der Rockster 2 meldet sich nach dem Einschalten mit dem Teufel typischen „Blobb“. Das Feld zur Steuerung befindet sich unter einer stabilen Klappe, eine orangefarbene Gummilippe ist zum Festklemmen eines iPads gedacht. Das ist praktisch. Das Bedienfeld selbst erlaubt die Steuerung von zwei Teufel Rockster 2, was sehr wahrscheinlich häufig der Fall sein wird. Die Berliner bieten das Duo zudem vergünstigt an. Sehr gut ist der Mikrofoneingang im Zusammenspiel mit eingeschaltetem Voice Clarity“, das die Sprachverständlichkeit verbessert.
Teufel Go App
Ja, es gibt eine App für den Teufel Rockster 2 und sie heißt „Teufel Go“. Wenn Sie selbst hinter der Höllenmaschine als DJ stehen, brauchen Sie sie nicht und auch sonst wohl nicht allzu oft. Aber ja, wenn Sie sich mal an die Bar verdrücken, können Sie auch via iPad die Bedienung am Gerät sperren und aus der Ferne die Lautstärke regeln, den ECO-Modus einschalten und das Mikrofon dazuschalten, wenn Karin vom Kegelklub eine Durchsage machen möchte, während Sie sich noch einen Cola-Rum bestellen. Auch die DMX-Lichtsteuerung ist über die App regelbar. Etwa die Effekte „Lebhaft“ und „Sanft“. Je nach Stimmung und Musikmaterial eben. Auch ein Durchwechseln der Farbschemata alle 15 Minuten lässt sich aktivieren.



Sound-Test: Druck bis zum Abwinken
Die Leistung: Der große Teufel lässt sich nicht lumpen. Ich habe den Leibhaftigen in der Box herausgefordert, und den Rockster 2 unter anderem mit Prince‘ „This Could Be Us“ aus dem Album „Hitnrun Phase One“ gefüttert. Bereits bei nur recht geringer Lautstärker im 80 qm² großen Hörraum wehte mir ein kühlender Wind aus dem rückseitigen Bassreflexkanal um die Hosenbeine. Zur Veranschaulichung, was da rausgepustet wird, platzierte ich zwei Zuckertütchen in der Öffnung, um für Sie zu demonstrieren, welche Kräfte dort wirken. Die Tüten kommen jedenfalls gut in Schwung (siehe Bildsequenz). Freude machte auch Nina Hagens Interpretation von „Seemann“ (Apocalyptica) und selbst Hermann van Veens „Weg da!“ in der eine Tuba den Takt angibt, macht ordentlich Druck.



Ja, die Höhen kommen mitunter etwas scharf, in den Mitten ginge noch ein wenig mehr Feinzeichnung. Des Weiteren müssen wir dem Teufel Rockster 2 einen minimalen Hang zum Nasalen unterstellen. Hey, aber locker bleiben, das ist Jammern auf hohem Niveau. Wir reden hier von einer Partybox für das große Gedeck zur Feier im Freien. Wer HiFi will, soll HiFi kaufen und vom Sofa aus lauschen. Ein Feintuning ist zudem stets gut über die Höhen-, Mitten und Bassregler möglich. Die Kür wären hier womöglich frei definierbare Equalizer-Presets innerhalb der App gewesen, das ist jedoch nicht vorgesehen. Teufel selbst schweigt auch nicht zu dem Thema und schreibt: „Den Klangcharakter des ROCKSTER 2 passt du nicht in der App an, da dir am ROCKSTER 2 dazu für die verschiedenen Kanäle jeweils separate Regler für Bass, Mitten und Höhen zur Verfügung stehen.“ Kann man so stehenlassen.
Fazit und Alternativen: Teufel Rockster 2
Die Berliner haben ihren Rockster auf die nächste Leistungsstufe gehoben. Nicht nur vom Gewicht her, der Vorgänger wog „nur“ 32 kg, der „Zweier“ kommt auf 44 kg. Das spürt man an allen Ecken und Kanten. Der Teufel Rockster 2 ist bestens verarbeitet, klingt deutlich besser als die Erstausführung und der wechselbare Akku hält länger durch, damit steigt auch der Nutzwert um ein Vielfaches. Die Anschlussmöglichkeiten lassen keine Wünsche offen und die Pegelfestigkeit lässt Ihren HNO letztmalig aufhorchen (besonders, wenn Sie den Teufel im Doppelpack kaufen).
Der Rockster ist nicht die größte, aber die schwerste Partybox aus unseren Tests. Die geringfügig höhere Sony ULT Tower 10 ist mit unter 30 Kilogramm zwar ein gutes Stück leichter und fiel im Test durch geradezu aberwitzige Pegelfestigkeit auf. Doch der fehlende Akku fesselt sie ans Stromnetz. Von daher wäre sie nur für den Partykeller eine Alternative zum gleichen Preis. Von der kleineren Sony ULT Tower 9AC (Listenpreis 700 Euro) gibt es für 300 Euro Aufpreis aber auch eine mobile Version mit integriertem Akku. Allerdings konnte uns die japanische Partybox besonders durch den brummigen, weichen und unkontrollierten Bass klanglich nicht überzeugen.
Das direkte Gegenstück zum Rockster 2 von JBL haben wir bisher auf STEREO GUIDE noch nicht getestet. Die über einen Meter hohe, knapp 40 Kilogramm schwere Partybox Ultimate liegt preislich gleichauf und verspricht auf Grund des technischen Konzepts und des Gehäusevolumens ebenfalls Bassgewalt und Pegel bis zum Abwinken. Die von uns getestet JBL Partybox 520 ist zwei Nummern kleiner, dürfte aber für den Einsatz im Partykeller in den meisten Fällen ausreichen, um Schalldruck, Bass und Stimmung zu produzieren, zumal man für den empfohlenen Verkaufpreis des Teufel Rockster 2 schon fast zwei dieser dank Trolley-Konzept mit Rollen und ausziehbarem Griff für ihre Größe sehr mobilen Party-Boxen für richtige Stereo-Wiedergabe bekommt.
Weitere Alternativen finden Sie in unserer HiFi-Bestenliste
Technische Daten: Teufel Rockster 2
- Preisempfehlung des Herstellers: 1.200 Euro (im Doppelpack: 2.280 Euro)
Abmessungen (B x H x T): 52,4 x 98 x 59,5 cm - Gewicht: 43,79 kg
- Akkulaufzeit bis zu 15 Stunden
- Besonderheiten: Eingänge: 2x XLR, 1x Cinch-Stereo, 1x 3,5mm Klinke, 1x 6,3mm Klinke, Instrumenteneingang (Gitarre/Keyboard o.ä.); Ausgänge: 1x XLR, 1x 3,5mm Kopfhörerausgang, USB-C (zum Laden/Verbinden); DMX-Steuerung, Bluetooth 5.3 (mit aptX, AAC); Akku: Wechselbar, 99,84 Wh
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