Manchmal kann man Fahrspaß regelrecht riechen. Es ist schon verdammt lange her, dass nach der Fahrt der Geruch von heißen Bremsbelägen in der Luft lag. Seit ich keine Sportwagen mit Hochdrehzahl-Saugmotor mehr in der Garage habe und auch nicht mehr immer nur Vollgas auf der Autobahn fahre, gab es nach vielen Jahren nur einmal Gelegenheit dazu. Und das war in einem Volvo Amazon im Rahmen der letztjährigen Silvretta Classic. Kein Wunder: der auf 110 PS getunte Rallye-Wagen stammte aus den sechziger Jahren das letzten Jahrhunderts und die Abfahrt der Silvretta-Hochalpen-Straße gilt gemeinhin als Härtetest für jede Bremsanlage.
Und der Oldtimer von Volvo Klassik besaß noch Trommelbremsen. Damals hätte ich nicht gedacht, diesen markanten Geruch sobald wieder in der Nase zu haben. Vor allem nicht schon wieder in einem Fahrzeug, der weniger für heiße Ritte als für Fahrsicherheit und Komfort bekannten schwedischen Marke. Noch weniger in einem Hybrid-SUV und schon gar nicht im größten und schwersten im Programm. Doch am aller wenigsten hätte ich es mir jemals nach dem Halt auf einer Bergaufpassage(!) vorstellen können. Doch es ist passiert und hat mich nachhaltig beeindruckt.
Als Liebhaber von Coupé und Cabrios wäre ein 4,95 m langes, rund zweieinhalb Tonnen schweres SUV so ziemlich das letzte Fahrzeug gewesen, dass ich mir persönlich für einen Trip in die Alpen ausgesucht hätte. Doch was tut man nicht alles für seinen Job? Immerhin gab es einen triftigen Grund, sich hinter das Volant des mit 455 PS / 335 kW Systemleistung gesegneten Familien-Transporters zu setzen.

Nicht Motor-, sondern Musikleistung im Fokus
Die Schweden spendierten dem Volvo XC90 T8 AWD PHEV ein aufwändiges Soundsystem von Bowers & Wilkins. Es stammt also von jenem Hersteller, der sich mit der Arbeit der Sound-Techniker im schwedischen Göteborg dermaßen gut ergänzt, dass gleich zwei Fahrzeuge aus dieser Kooperation die STEREO GUIDE Bestenliste anführen.
Doch der elektrische Volvo EX90 und der ebenfalls elektrische Polestar 3 setzen auf Dolby Atmos, während der Volvo XC 90 ohne immersiven Sound antritt. Das muss kein Nachteil sein. Zum einen kommt das gesamte Budget einer geringeren Zahl von Lautsprechern und Verstärkerkanälen zu Gute. Zum anderen ist das Angebot an Dolby-Atmos-Alben noch überschaubar. Im Falle des Volvo XC90 sind das 19 Lautsprecher und 1.410 Watt Systemleistung. Damit spielt der schwere Schwede mit seinem Premium-Audio-System von Bowers & Wilkins in der Oberliga dessen, was man an Sound ab Werk geboten bekommt.
Auch wenn ich aus fahrdynamischer Sicht kompakte Autos bevorzuge, muss man sagen, dass das Elektro-SUV der Idealvorstellung von einem rollenden Musikzimmer doch schon sehr nahe kommt. Die Gestaltung der mit fünf oder sieben Sitzen konfigurierbaren Fahrzeugkabine ist wie immer geschmackvoll gestaltet und mit hochwertigen Materialien wie Echtholz umgesetzt. Es gibt, woken Veganern sei Dank, die seit jeher eine gewisse Affinität zu Volvo hegen, nicht nur Sitzbezüge und -Verkleidungen aus Nappaleder. Doch das nachhaltig produzierte vegane Leder-Ersatzprodukt in meinem Testwagen dürften viele Nutzer gar nicht von echtem Leder unterscheiden können. Schließlich sind auch im Automobilbereich viele als Leder belabelte Polster keine reinen durchgefärbten Tierhäute mehr, sondern Spaltltederprodukte. Aber das ist ein anderes Thema.

Das Fahrwerk ist eine famose Luft-Nummer
Ich fühlte mich jedenfalls sehr wohl im Volvo XC90 T8 AWD PHEV, dessen Luftfederung in regelrechtes Schwebegefühl vermittelt. In Verbindung mit dem hohen Gewicht macht es was mit dem Fahrer, sofern er oder sie ein sensibles Popmeter besitzt. Das führte bei mir zu einem komplett anderen Fahrrhythmus als mit einem harten Roadster. Am ehesten kann man den Effekt als eine Art besonders relaxten Fahr-Flow veranschaulichen, der mit der hohen Masse spielt und sie in einem ausgeglichenen Fluss zu halten, versucht. Man vermeidet hartes Bremsen oder Beschleunigen und nimmt Schwung mit in die Kurve, die man mit leichter Seitenneigung in einem gleichmäßigen Radius wie auf einer Magnetschiene durchfährt.
Das hat etwas enorm Entspannendes, am ehesten würde ich das Gefühl mit einer Art fliegenden Teppich beschreiben. Dass dabei trotz allem auf den verwinkelten Bergstraßen doch offensichtlich ganz hübsche Geschwindigkeiten zu Stande kommen, spiegelt sich dann am Ende am ehesten beim Halt für eine kurze Fotopause auf dem malerisch schönen Bergpass. Bis auf den Geruch, konnte man der wie immer in heutigen Volvos perfekt dimensionierten und dosierbaren Bremsanlage nichts von ihren Strapazen anmerken.
Volvo vertraut auf Android
Was die Bedienung betrifft setzt Volvo auf eine tiefergehende Integration von Google-Diensten auf einer Android-Benutzeroberfläche. So erfolgt etwa die Navigation auf dem Zentral-Display mit 11,2-cm-Diagonale mit Google Maps und für Sprachbefehle steht Google Assistant bereit. Das sorge für einen Lacher, der mich allerdings reichlich Zeit kostete: Beim Austesten der Sprachsteuerung sagte ich „Abbruch“, um die Aktion abzubrechen. Daraufhin poppte die Adresse eines in der Nähe gelegegenen Abbruchunternehmens auf. Als ewiger Mac- und iPhone-User war ich damit während der Fahrt etwas überrumpelt und sorgte am Ende dafür, dass der Volvo XC90 das Ziel in die vom Presseteam der Schweden einprogrammierte Route geschmuggelt wurde. Das merkte ich aber erst, als ich mich vor einem Bauunternehmen wiederfand.

Bowers & Wilkins Premium Sound im Volvo XC90
Doch das waren nur Erlebnisse, die ich als Beifang bezeichnen würde. Der eigentliche Grund war die Bewertung des Premium-Audiosystems, das Bowers & Wilkins und Volvo gemeinsam entwickelten und speziell auf den XC90 abstimmten. Und schon ein Blick auf die technischen Eckdaten zeigt, dass es sich dabei nicht um ein übliches „Upgrade-Paket“ handelt, sondern um ein in sich geschlossenes, sehr aufwendig konzipiertes Car-HiFi-System, das klar den Anspruch erhebt, zur Spitze der automobilen Audiolösungen zu gehören.
19 Lautsprecher, 1.400 Watt und Dirac: der technische Aufbau
Im Volvo XC90 kommt eines der potentesten Bowers-&-Wilkins-Soundsystem zum Einsatz, das die Briten in diesem Fall gemeinsam mit Volvo für ein Serienfahrzeug realisiert haben. Herzstück ist ein 12-kanaliger Class-D-Verstärker von Harman mit einer Gesamtleistung von 1.410 Watt, der insgesamt 19 Lautsprecher ansteuert. Die Chassis stammen dabei nicht aus einem beliebigen Automotive-Baukasten, sondern greifen auf bewährte Technologien aus dem klassischen HiFi-Lautsprecherbau von Bowers & Wilkins zurück. Dazu zählen 2,5-cm-Aluminium-Hochtöner mit Nautilus-Technik sowie drei Mitteltöner mit 10-cm-Membranen plus vier weitere mit 8-cm-Mebranen aus dem Verbundwerkstoff Continuum. Wir sprechen also von Materialien und Konstruktionsprinzipien, die man sonst aus den High-End-Serien des britischen Traditions-Herstellers kennt.
Belüfteter Subwoofer und Fahrzeugstruktur als Klangkörper
Die Lautsprecherverteilung im Innenraum folgt einem klaren Ziel: eine möglichst gleichmäßige Schallverteilung auf allen Sitzplätzen, ohne den Fahrer oder Beifahrer akustisch zu bevorzugen. Neben sieben Hochtönern und sieben Mitteltönern kommen vier groß dimensionierte 17-cm-Tieftöner zum Einsatz, ergänzt durch einen Subwoofer mit 25 Zentimetern Membrandurchmesser, der in dieser Form eine selten zu findende eine Ausnahme im Automobilbau darstellt. Statt als separates Gehäuse im Kofferraum ist er fest in die Karosseriestruktur integriert und belüftet ausgeführt. Dadurch kann er deutlich mehr Luft bewegen als konventionelle Lösungen und theoretisch Frequenzen bis hinunter zu 20 Hertz reproduzieren – ein Wert, der im Fahrzeuginnenraum nicht nur ambitioniert klingt, sondern konstruktiv auch erst einmal beherrscht werden will.

Tweeter-on-Top und Continuum-Chassis: Technik aus dem High-End-Bereich
Eine besondere Rolle spielt der zentral auf dem Armaturenbrett platzierte Hochtöner für den Center-Kanal, der die von Bowers & Wilkins entwickelte Tweeter-on-Top-Technik nutzt. Diese Anordnung verbessert das Verhältnis von Direktschall zu Reflexionen, da die hohen Frequenzen nicht zunächst auf die Windschutzscheibe treffen, sondern den Hörer unmittelbarer erreichen. Gerade im akustisch schwierigen Umfeld eines Fahrzeugs verspricht diese Lösung eine offenere Hochtonwiedergabe, eine stabilere Bühnenabbildung und eine präzisere Ortung von Stimmen und Instrumenten.
Für die digitale Signalverarbeitung setzt Volvo im XC90 auf die Software von Dirac Research. Die Schweden übernehmen Laufzeitkorrektur, Phasenabgleich und die Feinabstimmung des Zusammenspiels aller Lautsprecher. Zusätzlich lassen sich verschiedene Klangprofile auswählen, die unterschiedliche Hörumgebungen simulieren – vom Aufnahmestudio bis hin zum Konzertsaal in Göteborg, der Heimat des Göteborger Symphonieorchesters. Anders als bei immersiven Systemen mit Dolby Atmos bleibt der Volvo XC90 dabei bewusst bei einem klassischen kanalbasierten Ansatz. Das gesamte Budget fließt somit in Lautsprecherqualität, Verstärkerleistung und Signalverarbeitung, statt in zusätzliche Höhenkanäle.


Drei verschiedene Sound-Systeme für die XC90-Baureihe
Das Bowers-&-Wilkins-Premium-Soundsystem bildet die höchste der drei verfügbaren Audioausstattungen im Volvo XC90 für einen Aufpreis von vergleichsweise moderaten 4.450 Euro Aufpreis. (Für die Basisversion „Core“ ist es nicht verfügbar). Darunter positioniert Volvo ein High-Performance-System mit zwölf Lautsprechern sowie eine einfache Serienlösung für das „Core“-Modell, darüber (von „Plus“ aufwärts) gibt es Audiosystem „Premium Sound by Harman Kardon“ als Grundausstattung. Schon diese Staffelung verdeutlicht, dass es sich beim Top-System nicht um ein Marketing-Gimmick handelt, sondern um ein eigenständiges Ausstattungsmerkmal für Kunden, die Musik im Auto nicht als Hintergrundrauschen verstehen.
Wie sich dieser erhebliche technische Aufwand im Fahrbetrieb auswirkt, ob die versprochene Präzision und Räumlichkeit auch auf verwinkelten Bergstraßen und bei unterschiedlichem Musikmaterial erhalten bleibt – und ob der Verzicht auf Dolby Atmos tatsächlich ein Nachteil ist oder sich klanglich sogar auszahlt –, zeigt der anschließende Hörtest.

Hörtest: Bowers & Wilkins im Volvo XC90
Schon nach wenigen Kilometern wird klar, dass das Bowers & Wilkins Soundsystem im Volvo XC90 nicht nur mit beeindruckenden Leistungsdaten glänzen will, sondern vor allem mit Kontrolle, Natürlichkeit und einer bemerkenswert stabilen räumlichen Abbildung. Besonders auffällig ist dabei, wie selbstverständlich sich der Klang in den Fahralltag integriert – unabhängig davon, ob man entspannt über Landstraßen gleitet oder sich auf verwinkelten Passagen durch die Berge bewegt.
Bedient wird das gesamte Audiosystem über die neue Infotainment-Oberfläche, die Volvo inzwischen auch für viele ältere Modelle nachrüstet. Google spielt dabei wie eingangs erwähnt eine zentrale Rolle – sowohl bei Navigation als auch beim Sprachassistenten. Die Oberfläche wirkt aufgeräumt, logisch strukturiert und größtenteils angenehm intuitiv. Das gilt erfreulicherweise auch für die Klangeinstellungen, die sich in den allgemeinen Fahrzeugeinstellungen finden lassen und ohne Umwege erreichbar sind.
Volvo bietet hier mehrere Ebenen der Einflussnahme. Wer es einfach mag, greift zum reduzierten Equalizer mit nur drei Reglern für Bass, Mitten und Höhen. Wer tiefer eingreifen möchte, kann auf einen vollwertigen Equalizer mit mehreren Frequenzbändern zurückgreifen und den Klang deutlich feiner justieren. Positiv: Beide Varianten lassen sich komplett deaktivieren – eine sinnvolle Option, denn das Grundtuning des Systems ist so ausgewogen, dass zusätzliche Eingriffe nicht zwingend nötig sind. Wie so oft gilt auch hier: Mit zu viel Regelarbeit lässt sich mehr verschlechtern als verbessern.
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Umfangreiche Sound-Einstellungen
Deutlich spannender als der klassische Equalizer sind die beiden weiteren Menüs, die maßgeblich für den Charakter der Wiedergabe verantwortlich sind. Im Fokus-Menü lässt sich die akustische Bühne gezielt ausrichten – etwa auf den Fahrer, auf alle Insassen, nur auf die Vordersitze oder auf den Fond. Besonders im Einzelfahrerbetrieb entfaltet diese Funktion ihre volle Stärke. Stimmen und Soloinstrumente lösen sich außergewöhnlich sauber von den Lautsprechern und stehen plastisch vor dem Hörer, stabil in ihrer Position und erstaunlich unabhängig von Frequenz oder Lautstärke. Diese Präzision in der Abbildung gelingt im Automobilbereich nur sehr wenigen Systemen auf vergleichbarem Niveau.
Das zweite zentrale Menü widmet sich der Bühne und damit der räumlichen Ausdehnung des Klangbildes. Neben einem klassischen Surround-Modus lässt sich hier die Intensität der Umhüllung fein dosieren – ein wichtiger Punkt, denn nicht jede Aufnahme profitiert gleichermaßen von zusätzlicher Räumlichkeit. Die getrennte Regelung von Intensität und Umhüllung erlaubt es, das System sehr gezielt an Musikstil und persönlichen Geschmack anzupassen.




Quantum Logic für Konzertsaal-Feeling nach Maß
Ergänzt wird das Ganze durch verschiedene akustische Presets, die B&W mit der von Harman entwickelten Technologie namens QuantumLogic Surround umsetzt. Dazu zählt etwa der Konzertsaal der Göteborger Konzerthalle oder ein Jazz-Club-Modus. Während solche Effekte in früheren Fahrzeuggenerationen oft künstlich oder aufdringlich wirkten, zeigt sich der Volvo XC90 hier erstaunlich ausgereift. Selbst moderne Pop- und Rockproduktionen behalten ihre Geschlossenheit und Natürlichkeit, ohne in Hall oder Effektlastigkeit zu kippen. Dass man zwischen Konzertsaal und Jazz Club nicht sofort einen klaren Favoriten ausmachen kann, spricht eher für als gegen die Umsetzung.
Unabhängig vom gewählten Modus überzeugt das System mit einer vorbildlichen Natürlichkeit von Stimmen und Instrumenten. Gesang wirkt körperhaft und glaubwürdig, akustische Instrumente behalten ihren Charakter und ihre Textur. Gleichzeitig zeigt sich der Bass von seiner besten Seite: tiefreichend, präzise und mit spürbarem Kick, ohne je aufgedickt oder dominant zu wirken. Die Integration des Subwoofers ist so gelungen, dass er sich klanglich nicht lokalisieren lässt – stattdessen entsteht der Eindruck einer großen, plastischen Bühne vor den Insassen der mit zwei oder drei Sitzreihen erhältlichen Kabine. Das gilt ganz besonders, wenn man wie ich allein unterwegs ist und den Fokus auf den Fahrersitz ausgerichtet hat.

19 Lautsprecher vs vier Zylinder: Wer hat das letzte Wort?
Hinzu kommen enorme Dynamikreserven. Auch bei höheren Pegeln bleibt das Klangbild stabil, sauber und stressfrei. Selbst komplexe Passagen mit kräftigem Tiefton und gleichzeitig feiner Detailzeichnung bringen das System nicht aus der Ruhe. Ein Klangniveau, das viele Hörer in dieser Form nicht einmal aus dem heimischen Wohnzimmer kennen dürften.
Dabei belohnt das Klangerlebnis zurückhaltenden Umgang mit dem Gas-Pedal. Der Hybridantrieb überzeugt zwar beim entspannten Gleiten mit seinem bulligen Drehmoment von über 700 Nm aus dem 310 PS starken Benziner an der Vorder- und dem 145 PS starken Elektromotor an der Hinterachse durch eine angenehme, gleichmäßige Geräuschkulisse. Wenn man allerdings die kraftvolle, gleichmäßige Beschleunigung etwa beim Einfädeln in den fließenden Verkehr oder der Kurvenhatz am Bergpass auskostet, ändert sich sprunghaft der Charakter. Dann mischt sich der durch Turbo und Kompressor aufgeladene, via 8-Gang-Automatik zugeschaltete 2-Liter-Vierzylinder ins Geschehen ein wie ein Rüpel, der im Klassikkonzert beim Pianissimo durch Zwischenrufe in Erscheinung tritt.
Doch das dürfte angesichts der ansonsten rundum gelungenen Umsetzung des Hybrid-Konzepts sicherlich einen pädagogischen Hintergrund haben um Petrol-Heads wie mich zu mäßigen. Und das gelang den Schweden nicht zuletzt dank meiner empfindlichen Ohren auch wirklich ganz gut. Meinen Durchschnittsverbrauch möchte hier trotzdem lieber nicht thematisieren.
Fazit: Volvo XC90 mit Bowers & Wilkins Soundsystem
Mit dem Bowers-&-Wilkins-Soundsystem im Volvo XC90 gelingt Volvo ein bemerkenswert ausgewogenes Gesamtkonzept, das sich klar von vielen automobilen Premium-Lösungen abhebt. Statt auf möglichst viele Effekte oder immersive Formate zu setzen, konzentriert sich das System auf klassische Tugenden: Natürlichkeit, Präzision, stabile Räumlichkeit und enorme Dynamikreserven. Dieser Ansatz zahlt sich im Alltag ebenso aus wie bei anspruchsvollem Musikmaterial.
Besonders überzeugend ist die Abbildung von Stimmen und Instrumenten. Sie wirkt glaubwürdig, körperhaft und ungewöhnlich frei von Verfärbungen – eine Qualität, die im Fahrzeug nur selten in dieser Konsequenz erreicht wird. Der Bass ergänzt dieses Bild mit Tiefe, Kontrolle und spürbarem Punch, ohne sich jemals in den Vordergrund zu drängen. Dass selbst bei höheren Lautstärken weder Härte noch Unruhe entstehen, spricht für die sorgfältige Abstimmung und die hohe Leistungsreserve des Systems.
Die umfangreichen Einstellmöglichkeiten erweisen sich dabei nicht als Selbstzweck. Wer möchte, kann den Klang sehr gezielt an Sitzposition, Musikstil und persönlichen Geschmack anpassen. Und wie überzeugend das Zusammenspiel der 19 High-End-Lautsprecher gelingt, zeigt sich spätestens beim Blick in unsere Car-HiFi-Bestenliste, die jetzt von einem Trio aus zwei Volvos und dem nächsten Verwandten des vollelektrischen EX90, dem Polestar 3 angeführt wird.
- Preis Volvo XC90: ab 81.400 Euro
- Preis B&W Sound-System: 4.450 Euro
- Weitere Infos: www.volvocars.com
STEREO GUIDE Testurteil
In Summe gehört das Bowers-&-Wilkins-Soundsystem im Volvo XC90 zu den besten derzeit erhältlichen Audioanlagen im Automobilbereich. Es richtet sich an Hörer, die Musik nicht als akustische Kulisse verstehen, sondern als festen Bestandteil des Fahrerlebnisses – und die genau darin einen wesentlichen Teil des Komforts eines großen, souveränen Reisewagens sehen.
Vorteile
- Exzellente Homogenität, herausragende Auflösung
- Große Pegelreserven, knackiger, konturierter Bass
- Herausragende Fokusierung, plastische Abbildung
- Umfangreiche Klangeinstellungen
Nachteile
- Der Verbrenner klingt nicht so harmonisch wie das Sound-System
-
Klangqualität9.2
-
Preis/Leistung Sound-System9.8






