Warum ausgerechnet Elektro? Nach meiner traumatischen Erfahrung vor über fünf Jahren schien mir das lange keine gute Idee zu sein. Damals fuhr ich mit einem elektrischen Testwagen zu einem Termin in der Redaktion des F.A.Z. Kaufkompass. Die Reise entwickelte sich zum Abenteuer. Zwar lieferte sie snschließend reichlich Lesestoff, zog sich aber auch endlos hin. Allerdings hat sich seitdem nicht nur die Batterie-Technik weiterentwickelt. Vor allem die Lade-Infrastruktur ist ein ganzes Stück weiter. Aber deshalb gleich mit einem BEV über die Alpen nach Südtirol fahren?
Genau vor dieser Entscheidung stand ich. Für eine Reportage über eine Manufaktur für Marmorlautsprecher – Stone & Harmony – wollte mir die Redaktion des WALTER Magazins ein exotisches Elektro-SUV aus Fernost zur Verfügung stellen. Gleichzeitig hatte ich aber noch eine Wildcard im Ärmel. Vor meiner Haustür stand nämlich ein Audi A6 e-tron Performance mit 360 PS beziehungsweise 270 kW Leistung, per Launch Control sogar 280 kW. Dazu kam ein Bang & Olufsen Premium 3D-Soundsystem. Audi hatte mir den Wagen für zwei Wochen zum Test bei STEREO GUIDE bereit gestellt. mir zwei Wochen für meinen Test auf STEREO GUIDE zur Verfügung stand. Und das Gefährt überzeugte die WALTER-Redaktion.
Mit dem elektrischen Gleiter nach Südtirol
Schließlich startete ich an einem Montag voller Pioniergeist und Neugier nach Laas in der Nähe von Bozen, wo die Marmormanufaktur quasi an der Quelle sitzt. In den Bergen wird nämlich ein Marmor abgebaut, der zwar nicht so bekannt wie der toskanische Konkurrent Carrara ist, ihn aber an Festigkeit sogar noch übertrifft. Ohne die Reportage für das WALTER Magazin hätte ich den batterieelektrischen Audi e-tron sicherlich nur über die schwäbische Alb gescheucht und darauf geachtet, dass ich mich dabei stets vom Anfang bis zum Ende der Tour innerhalb der möglichen Reichweite des 100-kWh-Akkus bewegte. Inzwischen gibt es nämlich quasi direkt vor der Haustür diverse Lade Möglichkeiten, was gegenüber meinem alten E-Auto-Praxistest von 2020 einen deutlichen Komfort Vorteil darstellt. Doch mit meiner Tour nach Südtirol würde ich auf keinen Fall um Ladestopps herumkommen. Die Distanz in der Audi App lag nämlich bei über 400 Kilometern und der fast vollständig geladene Akku zeigte zu Hause eine Reichweite von 350 Kilometern an.
Allerdings hatte mir der Kurierfahrer, der den Testwagen von Ingolstadt nach Stuttgart überführte, versichert, er sei aber auch auf der Autobahn schnell gefahren und die Kalkulation würde darauf basieren. Trotzdem ging ich nicht nur wegen der Berge von mindestens einem Ladestopp aus und hatte deshalb für meine Reportage insgesamt drei Tage angesetzt, damit mindestens jeweils ein halber Tag für an und Abreise blieb.

Weniger ist mehr: Displays und Assistenzsysteme bis zum Abwinken
Nachdem es in einer Baustelle bereits beim Aufstieg aus dem Kessel in der Neuen Weinsteige einen Frontkollisions-Alarm gab, nahm ich mir erst einmal die ganzen Assistenzsysteme vor, um sie auf ein erträgliches Maß zurechtzustutzen. Danach fuhr sich der A6 e-tron Performance trotz bunter Bildschirme, die über die gesamte Breite des Cockpits reichten, wie seine konventionellen Brüder – bis auf eine Ausnahme: Um den cW-Wert zu verbessern und für meine Begriffe auch, um den viertürigen Kombi mit seiner evolutionär verfeinerten Form etwas futuristischer wirken zu lassen, verpassten ihm die Ingolstädter kleine Kameraausleger statt Rückspiegeln. Für einen reichlich analogen Autofahrer wie mich war es sogar noch gewöhnungsbedürftiger als der Umstieg vom im Hinblick auf Langstreckentauglichkeit pflegeleichten Verbrenner auf Elektroantrieb.
Analoger Fahrer soll heißen: Wenn ich in der Stadt nicht aus Bequemlichkeit zu Fuß gehe, dann nehme ich lieber den Oldtimer als mein, für ein viersitziges Coupè reichlich groß und schwer geratenes, modernes Auto mit all seinen elektronischen Helfern. Die machen nämlich immer ein ziemliches Theater, wenn ich damit rückwärts in meine enge Garagenbox fahre und hauen mir auch bisweilen eine Notbremsung rein.



Deshalb verzichte ich meistens auf so genannte Segnungen der modernen Technik wie Rückfahrkamera und schalte das ganze Gepiepe genervt ab, um nach alter Väter Sitte mit den Rückspiegeln zu fahren. Dabei wähne ich mich in gewisser weise in einer Seelenverwandtschaft mit dem französischen Autor Antoine de Saint-Exupéry, der laut Überlieferung seine für Mitte der 40er-Jahre hochmoderne Lockheed P38 Lightning mit offener Kanzel flog, um das Fluggefühl aus seiner Zeit mit Doppeldeckern wie im Roman „Der kleine Prinz“ zu erhaschen.


Bildschirm-Abeitsplatz
Und dann der Kulturschock: Im Audi e-tron liefert man sich dagegen komplett den Gadgets der digitalen Welt aus. Man muss auf die Kamerabilder der beiden Rückspiegel und die Panorama-Darstellung auf dem Zentral Display aus der Vogelperspektive Vertrauen. Für jemanden wie mich das schiere Grauen. Je nach Lichtverhältnissen empfand ich das Bild in den kleinen „Rückspiegel“-Monitoren auch nicht zuletzt wegen der gänzlich anderen Perspektive als vorsichtig gesagt, wenig hilfreich.
Auch beim Spurwechsel vertraue ich ganz altmodisch neben Rückspiegeln tatsächlich auf den Schulterblick. Doch beim audi e-tron liegen die Monitore unterhalb der Fensterlinie. Deshalb muss man also erst nach unten in den Spiegel gucken und dann bei der Kopfdrehung nach oben schauen. Darin sehe ich ehrlich gesagt keinen Fortschritt. Allerdings muss ich sagen: Abgesehen von Spiegelungen in der Windschutzscheibe durch das Zusammenspiel von Tunnelbeleuchtungen und dem Schacht für das Head-up Display, waren das auch schon meine einzigen Kritikpunkte.
Kommen wir also zu den ansonsten durchaus positiven Eindrücken des elektrischen Gleiters. Mit jedem Meter, dem ich meinem Ziel in Südtirol näher kam, verwandelte sich der Frust, dass die Redaktion für den Reisebericht unbedingt ein Elektroauto wollte, in Freude, dass ich nicht durchsetzen konnte, mit meinem Oldtimer auf den Spuren der eigenen Vergangenheit die Reise anzutreten. Spätestens auf dem Alpenfernpass, den ich im Laufe der Jahrzehnte mit allen möglichen sportlich geprägten Autos unter die Räder genommen hab, wurde mir klar: Der Audi e-tron Performance ist das perfekte Auto für die Tour. Daran konnte auch die kurze Ladepause in Österreich nichts ändern.



Famose Luftnummer
Was mich sehr begeisterte, war das perfekt abgestimmte Luftfahrwerk. Es ließ den elektrischen Avant einerseits sehr komfortabel über die Straße schweben, befähigte gleichzeitig in Verbindung mit der leichtgängigen, aber sehr präzisen Lenkung das immerhin 2,25 Tonnen schwere BEV Serpentinen zu sehr sportlichem Fahrverhalten.
Ich vermisste überraschenderweise zu keiner Zeit einen kompakten Sportwagen. Im Gegenteil: Wenn man derart flink, doch zugleich entspannt durch die Berge flitzen kann, ist das ein ganz besonderes Fahrerlebnis. Und zwar, um ehrlich zu sein, nicht trotz Elektroantrieb, sondern gerade deswegen. Der Audi A6 e-tron Performance überkommt die wie ich finde größte Schwachstelle der Baureihe, die mir bei zwei Fahrten mit A6-Avants negativ auffiel. Ber der Fahrt mit einem A6-Leihwagen störte mich vor einigen Jahren das leichte Heck, das auf der Bremse – sagen wir – sehr lebendig wurde. Klar soll man bei flotter Fahrt nur bremsen, wenn die Lenkung gerade steht. Doch gibt es zahlreiche bestens balancierte Autos von anderen süddeutschen Marken, mit denen man sich das schnell abgewöhnt.
Diese Gewohnheit führte bei einem kurzen Ausritt mit dem knapp 800 PS starken MTM RS6 R zu meinem schnellsten Drift bei nahezu Formel-1-Tempo über alle vier Räder. Einen nicht zu unterschätzenden Anteil daran hatte die typische Audi-Architektur: Ein erheblicher Teil des längs eingebauten Motors ragt über die Vorderachse hinaus.
Audi mal anders – mit Hinterradantrieb
Diese Massenverteilung sorgt bei hohem Kurventempo für eine ausgeprägte Last auf der Vorderachse, während die Hinterachse durch die dynamische Achslastverschiebung vergleichsweise leichter wird. Gleichzeitig erhöht der weit vorne platzierte Motor das Trägheitsmoment um die Hochachse – der RS6 lenkt weniger spontan ein und schiebt stärker über die Vorderachse.
Das Ergebnis dieses „Stunts“ war zum Glück nur ein spektakuläres Video, das man besser nicht öffentlich zeigen sollte. Und die Erkenntnis, dass man mit dem Audi A6 gerade bei scharfer Fahrweise auch besser nicht in die Kurve hineinbremsen sollte. Doch dann kam der A6 e-tron und pulverisierte fast alle Audi-Erfahrungen. Der Kombi hat einen Hinterradantrieb und der Elektromotor sitzt direkt vor der Hinterachse. Das fördert nicht nur die Gesamtbalnce, sondern auch den fahrdynamisch erstrebenswerten tiefen Schwerpunkt. Die zwischen den Achsen unter dem Fahrzeugboden verbauten Bateriezellen tun ein übriges in dieser Hinsicht.





Alles nur geträumt?
In der Folge musste ich mich ständig kneifen, um glauben zu können, wirklich in einem Audi A6 zu sitzen, als ich in den Serpentinen der diversen Bergstraßen immer später und wilder in die Kurven und Spitzkerhen hineinbremste. Klammern wir den, von Lamborghini inspirierten Mittelmotorsportwagen R8 mal aus, kenne ich kein Auto aus Ingolstadt, das sich auch nur annähernd so anfühlt. Am Ende wünschte ich mir sogar Schneemassen, um mit diesem raren hinterradgetriebenen Audi auf dem Parkplatz ein paar Donuts zu driften.
Und noch etwas stach fahrdynamisch heraus: Das Luftfahrwerk machte einen tollen Job in den Bergen. Selbst in den Spitzkehren sah ich keinen Grund, von „Balanced“ in den Sportmodus zu wechseln. Und das, obwohl ich urspründlich unbedingt meinen Oldie mit dem knallharten Bilstein-Sportfahrwerk für die Reise nach Südtirol nehmen wollte, die ich mit dem gleichen Wagen schon mal Ende der 90er-Jahre angetreten hatte. Auch wenn viele Sportwagenfans zu schwergängigen Lenkungen tendieren, die sie mit Präzision gleichsetzen, mochte ich die leichtgängige, aber durchaus präzise Lenkung des A6 e-tron.
Kurvenwunder aus Ingolstadt
Was mich besonders beeindruckte, war das Schwebegefühl eines fliegenden Teppichs, das sich aus der Verbindung von Luftfederung und den stattlichen 2,25 Tonnen Leergewicht (für einen so großen Elektro-Kombi allerdings fast schon eine Art Leichtbau) ergab. Der Wagen vermied kontraproduktive Wankbewegungen – er schien vielmehr gelenkig um die Kurven zu tanzen. Trotz Verzicht auf den für Audi-typischen Allrad-Antrieb überzeugte die hohe Traktion beim Herausbeschleunigen aus den Kurven, obwohl ich bei freier Bahn hart auf dem „Gaspedal“ stand. Daran hatte aber sicher auch die feine, schnelle Regelung der Traktionskontrolle ihren Anteil. Der ansatzlose, gleichmäßige Schub des E-Antriebs war beim Herausbeschleunigen aus engen Kehren Verbrennern haushoch überlegen.
Was könnte einen Kombi mit besagten Qualitäten besser ergänzen, noch dazu auf einer ausgedehnten Reise vor Postkartentauglichen Berg Panoramen als eine adäquate Beschallung aus bestem Hause? Bang & Olufsen begann die Zusammenarbeit mit Audi bereits Mitte der Nullerjahre. Ich war bei der Präsentation des ersten Soundsystems für den A8 dabei und kenne daher die Geschichte der Zusammenarbeit zwischen Ingolstadt und Struer in Dänemark. Auslöser war damals auch der gemeinsame Premium-Anspruch und die Verwendung von Aluminium für den Space Frame der auch von Linken-Politiker*innen geschätzten Staatslimousine, die Audi übrigens nach einem Bericht von Autobild auslaufen lässt. Bang & Olufsen setzt nämlich auch auf das Leichtmetall und hat eine eigene Aluminium-Veredelung im Hause.



Das Bang & Olufsen Premium Soundsystem im Audi A6 e-tron: 3D-Sound und Anpassungsfähigkeit
Im Audi A8 inzenierten die beiden Partner die musikalische Performance noch durch die ausfahrbaren akustischen Linsen für die vorderen Hochtöner des linken und rechten Kanals. Auf derartige Show-Effekte verzichtet das Audio-System des A6 e-tron. Allerdings handelt es sich bei der Top-Ausstattungs-Option in dieser Baureihe nicht um ein Advanced-Audio-System, sondern um die Premium-Option zum Aufprreis von knapp 2.200 Euro. Die technische Basis umfasst 16 Lautsprecher, darunter spezielle 3D-Height-Speaker in der A-Säule, einen Centerspeaker sowie einen separaten Subwoofer. Ein 16-Kanal-Verstärker stellt dabei eine Leistung von bis zu 705 Watt bereit.
Allerdings lassen sich bei der Konfiguration für rund 500 Euro noch je zwei Surround-Lautsprecher für die vorderen Kopfstützen auf Basis der Fraunhofer-Technologie Symphoria hinzufügen. Die Systemleistung des daraus resultierenden 20-Kanal-Soundsystems steigt dann auf stramme 830 Watt an. Die kopfnahen Zusatzlautsprecher sorgen nicht nur für besonders räumliche Surround-Wiedergabe aus verschiedenen Quellen. Sie werden auch für Telefonie und Navigationsanweisungen verwendet, die sich damit auf den Fahrersitz fokussieren lassen und Mitreisende weiniger stören.
Im täglichen Einsatz passt sich das Soundsystem über eine geschwindigkeitsabhängige Lautstärkeanpassung sowie eine kontinuierliche Anpassung des Klangbilds an die aktuelle Geräuschkulisse stets automatisch an. Diese Vehicle Noise Compensation (VNC) sorgt dafür, dass der Klang auch bei wechselnden Fahrbedingungen (zum Beispiel Autobahn oder Stadtverkehr) möglichst stabil und ausgewogen bleibt. Ein weiteres optisches Detail: Die beleuchteten Bang & Olufsen Logos in den vorderen Lautsprechergittern, die besonders bei Nachtfahrten einen dezenten Akzent setzen.
Functions on Demand: Da geht noch was
Optional sind über „Functions on Demand“ weitere Soundfunktionen buchbar. Hierzu zählt ein Paket mit Bass-Intensivierung, Musik-Revitalisierung (Optimierung für komprimierte Formate wie MP3) sowie automatischer Pegelanpassung unterschiedlicher Audioquellen. Ergänzend lässt sich das Feature „virtuelle Umgebungen“ aktivieren, das via Algorithmus verschiedene Raumakustiken simuliert. Das bietet die Möglichkeit, den Klangcharakter je nach Geschmack an unterschiedliche Hörsituationen wie etwa Konzertsaal oder Wohnzimmer anzupassen.
Hörtest Audi A6 e-tron mit B&O Premium 3D-Soundsystem
Das Gesamtkonzept des Systems zielt darauf ab, neben der ausgesprochen neutralen Grundabstimmung auch eine individuelle Klanganpassung zu ermöglichen und vor allem vorn ein sehr räumliches, differenziertes Hörerlebnis zu liefern. Mit meinem iPhone via Apple CarPlay mit dem Fahrzeug verbunden, spielte ich vor allem Songs von unseren öffentlichen STEREO GUIDE Playlists, die ich vor der Fahrt heruntergeladen hatte. So wollte ich Aussetzer in den Bergen und vor allem auch in den zahlreichen Tunnels vermeiden. Ich muss zugeben, dass auf diesem ausgiebigen Hörtest-Trip das Auge mithörte. So war es beinahe unmöglich die Bilder der Berge im Sonnenuntergang von der musikalischen Untermalung zu trennen.
Wenn man in dieser alpinen Umgebung etwa Pink-Floyd-Klassiker wie „Echoes“ oder „Time“ hört, dann lässt sich die Gesamtwirkung nicht einmal mit einer Anlage im Wohnzimmer zum vielfachen Preis vergleichen. Doch auch nüchtern bewertet, etwa auf einer deutschen Autobahn oder mit geschlossenen Augen an der Ladestation überzeugte die Performance. Das B&O Premium 3D-Soundsystem erzeugt einen ausgewogenen, weiträumigen und detailreichen Klang mit einem soliden Bassfundament.
Dabei vermeidet die homogene Grundabstimmung Show-Effekte: Weder der tiefreichende, konturierte Bass noch die Höhenwiedergabe treten isoliert in Erscheinung. Es ergibt sich vielmehr ein harmonisches Zusammenspiel, bei dem man in die Musik eintauchen kann, ohne über die hörtestspezifischen isolierten Betrachtungen einzelner Frequenzbereiche nachzudenken. Damit eignet sich das B&O-Soundsystem für Musikarten wie Rock, Pod oder Jazz gleichermaßen gut.




Umfangreiche Klangeinstellungen
Wer etwa für Hip Hop den Bass boosten möchte, der findet neben der normalen Bass-Regelung noch einen separaten Slider in den Klangeinstellungen für den Subwoofer. Die Räumlichkeit lässt sich sowohl über die drei zuschaltbaren 3D-Sound-Presets „gering“, „mittel“ und „hoch“ in der Umhüllung als auch durch die Fokus-Presets etwa für alle Plätze oder nur für die Vordersitze optimieren. Weitere Individualisierung ist noch über einen Slider für die Intensität der Surround-Effekte und von der Fokussierung über eine Fader/Balance-Regelung möglich (siehe Fotos) möglich. Bis auf eine sehr weiträumige, aber etwas diffuse Bühnenabbildung gab es absolut nichts zu kritisieren.
So kam ich enstspannt und gut gelaunt mit einer kurzen Ladepause am Ziel an. Was hatten mich noch am Tag vor der Fahrt für Schreckensbilder geplagt. Im Worst-Case-Szenario sah ich mich gar nachts einsam mit leerem Akku gestrandet auf einem Bergpass ohne Handyempfang auf die wundersame Rettung durch die Bergwacht warten. Nichts davon trat ein. Der eine Ladestopp am Fuße des Fernpasses war schnell erledigt – abgesehen davon, dass ich verpeilt hatte, die extra für den Test bestellte Audi Charging Card in der Audi App mit dem Testwagen zu verknüpfen.
Als es mir in den Bergen zu frisch wurde, drehte ich allerdings nicht die Heizung hoch. Ich hielt an und holte meinen Armani Range Externder aus dem Kofferraum. Mit der warmen Designer-Weste überm Rollkragenpullover konnte ich die Temperatur sogar noch etwas herunterdrehen.


Fazit: Audi A6 e-tron mit B&O Premium 3D-Soundsystem
Wenn man bereit ist, kleine Abstriche in der Präzision der Abbildung und der Attacke zu akzeptieren, bekommt man mit dem B&O Premium 3D-Soundsystem des Audi A6 e-tron eine solide Klanglösung mit entspanntem Langzeithörvergnügen auf langen Strecken für einen angemessenen Preis. Die Advanced Soundsysteme – etwa im Audi S8 – haben zwar mehr Punch, Autorität und eine präzisere Fokussierung als die relaxt und etwas diffus aufspielende Premium-Lösung. Doch sie kosten auch deutlich mehr. Und gerade auf meiner ingesamt rund 900 Kilometer langen Tour, die mich auf der Rückreise von Südtirol noch zur Wiener Lautsprecher Manufaktur (WLM) nach Innsbruck führte, kam eine gepflegte musikalische Untermalung der Fahrt letztlich sogar besser, als eine Urgewalt, die mit ihrer ungestümen Wucht alles dominiert.
Das Fazit zum Fahrzeug selbst fällt mir nicht so leicht wie bei der Anlage. Ich lernte auf meiner Alpentour den exzellenten Fahrkomfort, der nicht zu Lasten der aktiven Fahrfreude geht, zu schätzen. Die Mischung aus bequemer, aber dennoch für flotte Fahrweise geeigneter Luftfederung, bequemen Sitzen und der niedrigen Geräuschkulisse überzeugt ebenso wie die famose Balance, mit der man die Reiselimousine durch enge Kurven jagen kann. Nur schade, wenn man diese Fähigkeiten wirklich ausnutzt und sich wie ich auf dem Weg von Innsbruck nach Stuttgart zwei Ladestopps einfängt, weil man auf der leeren Autobahn zu später Stunde das gemütliche Cruisen im Bereich des auf 210 km/h begrenzten Topspeeds ausgekostet hat. Schade, dieses Auto wäre sonst die perfekte Lösung für Langstreckenfahrer.
Warum es beim A6 unbedingt E-Antrieb sein sollte
Es wäre auf den ersten Blick naheliegend, allen im Außendienst einen A6 mit Verbrenner zu empfehlen. Der hat dann auch normale Rückspiegel statt kleiner Monitore. Doch jenes geniale Gefühl des Gleitens, jene exzellente Balance und die niedrige Geräuschkulisse hängen für mich untrennbar mit dem Elektro-Antrieb zusammen. Mein Traum-Audi wäre deshalb genau dieser A6 e-tron mit einem kleinen SMR zum Nachladen des Akkus im Kofferraum. Allerdings sind Small Modular Reactors derzeit weder klein noch kofferaumtauglich. Bis dahin bleibt nur die Hoffnung auf den nächsten großen Sprung in der Akku-Technologie.
- Preis Audi A6 e-tron: ab rund 63.000 Euro
- Preis Bang & Olufsen Premium 3D-Soundsystem: 2.175 Euro (2.665 Euro inklusive 4 Kopfstützen-Lautsprechern)
- Mehr Infos: audi.com
STEREO GUIDE Testurteil
Komfortabler Elektro-Gleiter mit beeindruckender Balance aus Fahrdynamik, Ruhe und Langstreckenkomfort. Das Bang & Olufsen Premium 3D-Soundsystem spielt entspannt, angenehm und langzeittauglich.
Vorteile
- Ausgewogene Klangabstimmung
- Weiträumige Klangverteilung
- Umfangreiche Klangeinstellungen
- Leiser Antrieb und Luftfederung sorgen für Lounge-Feeling
Nachteile
- Etwas diffuse Abbildung
- Manche Klang-Funktionen nur on demand gegen Aufpreis
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Klangqualität8.6
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Preis/Leistung Sound System9.4






