Ein Jahrzehnt ist im Streaming-Zeitalter eine halbe Ewigkeit. Bereits 2016 stellte Yamaha mit dem WXA-50 und dem WXC-50 zwei kompakte MusicCast-Bausteine vor. Jetzt geht das japanische Traditionsunternehmen mit dem WXA-70A und dem WXC-70A in die nächste Runde. Der eine bringt gleich die Endstufen für Passivlautsprecher mit, der andere soll vorhandene HiFi-Anlagen um aktuelle Streaming- und TV-Funktionen ergänzen.
Beide Neuheiten stecken in einem lediglich 22 Zentimeter breiten Aluminiumgehäuse und setzen auf die gleiche digitale Plattform. Dazu gehören MusicCast, AirPlay 2, Google Cast, Spotify Connect, TIDAL Connect, Qobuz Connect und die Zertifizierung als Roon Ready. Bluetooth mit SBC und AAC ist ebenfalls an Bord.
Musik und Fernsehton unter einem Dach
Gegenüber ihren Vorgängern machen der Yamaha WXA-70A und der WXC-70A vor allem beim Anschluss an den Fernseher einen großen Sprung. Beide verfügen über HDMI eARC beziehungsweise ARC und lassen sich über die Fernbedienung eines kompatiblen TV-Geräts ein- und ausschalten sowie in der Lautstärke regeln. Eine einstellbare Dialoganhebung soll Stimmen bei Filmen, Serien oder Nachrichtensendungen verständlicher hervortreten lassen.
Weitere Zuspieler finden über einen analogen Cinch-Eingang, einen optischen Digitaleingang und USB-A Anschluss. Letzterer dient sowohl zur Musikwiedergabe als auch für Firmware-Updates. Einen Phono-Vorverstärker besitzen die beiden Yamahas allerdings nicht. Ein Plattenspieler benötigt daher entweder einen eingebauten Entzerrer oder eine separate Phono-Vorstufe.
Über MusicCast lassen sich nicht nur Streaming-Dienste, sondern auch Fernsehton und angeschlossene Quellen in andere Räume übertragen. Die Bedienung erfolgt wahlweise über die MusicCast-App, die mitgelieferte Fernbedienung oder direkt am Gerät. Dafür stattet Yamaha beide Modelle mit einem OLED-Display sowie Dreh- und Funktionstasten auf der Front aus.
Yamaha WXA-70A treibt Passivlautsprecher direkt an
Der WXA-70A ist die Komplettlösung für ein kompaktes Stereo-System. Seine integrierten Endstufen leisten laut Yamaha zweimal 55 Watt an 8 Ohm und zweimal 105 Watt an 4 Ohm – jeweils bei Ansteuerung beider Kanäle über den gesamten Frequenzbereich von 20 Hertz bis 20 Kilohertz. Passive Lautsprecher lassen sich über vergoldete Schraubklemmen anschließen, für einen aktiven Subwoofer steht ein separater Ausgang bereit.
Im Inneren übernimmt ein ESS Sabre ES9039Q2M die Digital-Analog-Wandlung. Yamaha kombiniert ihn mit einem als „DAC on Pure Ground“ bezeichneten Schaltungslayout, das empfindliche Analogsignale möglichst wirkungsvoll von Störungen fernhalten soll.
Yamaha WXC-70A als Streamer und Vorverstärker
Der WXC-70A verzichtet auf eigene Endstufen und richtet sich damit an Besitzer eines vorhandenen Vollverstärkers, Receivers oder einer Endstufe. Ein Schalter auf der Rückseite erlaubt die Wahl zwischen Player- und Preamp-Modus. Im Player-Betrieb gibt der Yamaha ein festes Signal an einen Vollverstärker aus, während er im Vorverstärker-Modus selbst die Lautstärkeregelung übernimmt.
Für die Verbindung zur Anlage stehen analoge Cinch-Ausgänge sowie optische und koaxiale Digitalausgänge bereit. Auch ein Subwoofer-Ausgang gehört zur Ausstattung. Der WXC-70A verwendet den gleichen ESS-DAC wie sein verstärkender Bruder.
YPAO zieht ins kompakte Streaming-HiFi ein
Bemerkenswert ist die bei beiden Modellen serienmäßige Raumkorrektur. Das mitgelieferte Messmikrofon erfasst die akustischen Verhältnisse am Hörplatz. YPAO passt daraufhin den Frequenzgang an, während YPAO R.S.C. frühe Raumreflexionen berücksichtigen soll, die Abbildung und Klarheit beeinträchtigen können. YPAO Volume übernimmt zusätzlich eine lautstärkeabhängige Klangkorrektur.
Für die Integration in aufwendigere Haussteuerungen bieten WXA-70A und WXC-70A unter anderem Control4-Kompatibilität, eine Einrichtung über den Webbrowser, einen IR-Eingang und einen 12-Volt-Trigger-Ausgang. WLAN und Bluetooth lassen sich bei Bedarf unabhängig voneinander deaktivieren.
Beide Geräte messen 220 x 73 x 267 Millimeter und werden in Schwarz oder Silber angeboten. Der WXA-70A wiegt 2,6 Kilogramm, der WXC-70A kommt ohne Endstufen auf 1,9 Kilogramm.
Preise und Verfügbarkeit
Auf den europäischen Yamaha-Seiten werden der WXA-70A und der WXC-70A bereits als Neuheiten geführt. Preise und ein konkreter Liefertermin für Deutschland wurden bislang jedoch nicht genannt. In den USA sollen beide Modelle im November 2026 erscheinen. Dort liegt die unverbindliche Preisempfehlung bei 1.299,95 US-Dollar für den WXA-70A und 999,95 US-Dollar für den WXC-70A.
Weitere Informationen: Yamaha WXA-70A | Yamaha WXC-70A | Ankündigung von Yamaha USA






