Neues PCCM Plus für vier Porsche-Baureihen
Porsche bietet das neue PCCM Plus in zwei modellspezifischen Ausführungen an. Eine ist für den 911 der Baureihe 997 II sowie Boxster und Cayman des Typs 987 II aus den Modelljahren 2009 bis 2013 vorgesehen. Die zweite passt in den 911 des Typs 991 I sowie Boxster und Cayman der Baureihe 981 aus den Modelljahren 2012 bis 2016.
Zentrale Bedienoberfläche ist ein hochauflösender 7-Zoll-Touchscreen. Anders als viele universelle Nachrüstlösungen beschränkt sich das PCCM Plus jedoch nicht auf den Radioschacht. Sofern im Fahrzeug vorhanden, lässt es sich auch über das Multifunktionslenkrad bedienen. Navigationshinweise und Musiktitel erscheinen weiterhin im Kombiinstrument, persönliche Fahrzeugeinstellungen bleiben erhalten. Ab Werk montierte Soundsysteme, Parkassistent und Rückfahrkamera werden je nach Modell und Ausstattung ebenfalls eingebunden.
Damit liegt der eigentliche Reiz weniger in der bloßen Bildschirmgröße als in der tiefen Integration. Ein Zubehör-Radio kann Smartphone-Apps oft günstiger ins Auto bringen. Es muss sich aber erst daran messen lassen, wie vollständig es Lenkradtasten, Fahrzeuganzeigen, Assistenzfunktionen und die vorhandene Audioanlage übernimmt und wie stimmig es im Interieur aussieht.
Apple CarPlay und Android Auto jetzt kabellos
Apple CarPlay und Android Auto verbinden sich beim neuen PCCM Plus drahtlos über Bluetooth und WLAN. Alternativ steht eine USB-Schnittstelle zur Verfügung, die beide Systeme kabelgebunden unterstützt und kompatible Smartphones schnell laden kann. Musik lässt sich außerdem direkt per Bluetooth streamen; Titel und Interpret zeigt das System dabei als Metadaten an.
Für Radioempfang sind in Europa DAB+ sowie ein FM-/AM-Doppeltuner vorgesehen. In Nordamerika tritt HD Radio an die Stelle von DAB+. Ein Nano-SIM-Steckplatz mit 4G-Unterstützung, Anschlüsse für externe Medien und ein internes wie auch ein externes Mikrofon komplettieren die Konnektivität. Porsche nennt bislang allerdings weder unterstützte Bluetooth-Codecs noch Angaben zu Ausgangsleistung oder Signalverarbeitung. Das PCCM Plus ist somit in erster Linie ein modernes Quell- und Bediensystem für die vorhandene Audioanlage – kein neues Soundsystem.
Videos von YouTube darf das PCCM Plus abhängig von den gesetzlichen Vorgaben des jeweiligen Landes im Stand wiedergeben. Das virtuelle Fahrzeug auf dem Display lässt sich sogar in der passenden Porsche-Außenfarbe darstellen. Eine Spielerei, gewiss, aber eine mit Sinn fürs Detail.



Over-the-Air-Navigation nimmt lieber Kurven
Kartenupdates müssen bei der integrierten Navigation nicht mehr ausschließlich über eine separat gekaufte SD-Karte ins Auto gelangen. Besteht eine Internetverbindung, erhält das System sie over the air. Hinzu kommen Satellitenbilder, Tempolimits auf Basis der Kartendaten und die Funktion „Scenic Roads“. Sie sucht gezielt nach kurvenreichen Panoramastraßen – eine Routenoption, die zu einem Porsche besser passt als die Jagd nach der letzten gesparten Minute.
Im Trip-Menü lassen sich unter anderem Öltemperatur und Öldruck abrufen. Bei Boxster und Cayman ergänzt das PCCM Plus die bislang rein akustische Einparkhilfe um eine grafische Abstandsanzeige. Welche Funktionen tatsächlich verfügbar sind, hängt allerdings von Modell, Ausstattung und Land ab; für Online-Dienste ist eine aktive Internetverbindung erforderlich.


Vom ersten PCCM Plus bis Dolby Atmos
Die Idee eines originalgetreuen Infotainment-Upgrades ist bei Porsche nicht neu. Bereits 2020 konnte unser Autor Stefan Schickedanz das damalige Porsche PCCM Plus in einem Boxster 986 ausführlich testen. Schon dieser erste Anlauf überzeugte mit stimmiger Cockpit-Integration, DAB+, Bluetooth sowie Apple CarPlay und Android Auto. Die Smartphone-Anbindung funktionierte damals jedoch nur per USB, die Porsche-Navigation bezog ihre Karten von einer separat erhältlichen SD-Karte. Kabellose Projektion, 4G und Online-Kartenupdates markieren deshalb einen klaren Generationssprung.
Porsche hält allerdings nicht nur seine Klassiker digital fit. Wie weit die Strategie bei aktuellen Modellen reicht, zeigt unser Bericht über das Porsche-PCM-Update mit Dolby Atmos: Schnellere Hardware, ein erweitertes App Center und 3D-Audio modernisieren dort 911, Taycan, Panamera und Cayenne.
Parallel arbeitet Porsche auch bei der Audio-Hardware am nächsten Schritt. Gemeinsam mit Burmester soll ab 2027 Galliumnitrid-Technik die Stromversorgung eines 400-Watt-Subwoofer-Verstärkers effizienter, kompakter und leichter machen. Vom originalgetreuen Nachrüst-Radio bis zum High-End-Soundsystem verfolgt Porsche damit denselben Ansatz: Die digitale Technik soll nicht schneller altern als das Auto, in dem sie steckt.
Preis und Verfügbarkeit des neuen Porsche PCCM Plus
Die beiden neuen PCCM-Plus-Versionen sind ab sofort weltweit über Porsche Zentren erhältlich. Porsche empfiehlt den fachgerechten Einbau bei einem Markenpartner. Einen Preis nennt der Hersteller in seiner Ankündigung nicht.
Zum Vergleich: Das 2020 bei LowBeats getestete PCCM Plus für Porsche 996 und Boxster 986 kostete damals rund 1.600 Euro. Dieser historische Preis lässt sich wegen der umfangreicheren Technik und der anderen Fahrzeugintegration jedoch nicht auf die neuen Geräte übertragen; hinzu kommen gegebenenfalls Montagekosten. Interessenten müssen deshalb ein konkretes Angebot ihres Porsche Zentrums einholen.
Weitere technische Informationen bietet die Porsche-Classic-Seite zum PCCM und PCCM Plus.






