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STEREO GUIDE – Das HiFi-Magazin
Home » HiFi » Plattenspieler » Test VPI Player (Version 2025) – Plattenspieler mit Kopfhörer-Verstärker
Plattenspieler

Test VPI Player (Version 2025) – Plattenspieler mit Kopfhörer-Verstärker

Platte mal anders
Stefan SchickedanzStefan Schickedanz27. September 2025
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VPI Player Test
Selbst stromhungrige Kopfhörer wie der Beyerdynamic T5p lassen sich am VPI Player zu hohen Lautstärken anspornen. (Foto: Stefan Schickedanz)

STEREO GUIDE Test-Urteil

91%
91%

Der VPI Player verbindet Plug & Play mit High-End-Klang: integrierter Phonoamp, VPI-Shirley-Tonabnehmer-System, massiver Teller. Damit ist er perfekt für Vinyl-Einsteiger.

Vorteile
  1. Sehr homogener Klang
  2. Plug&Play aus dem Karton
  3. Erfordert keinen spezifischen Phono-Eingang
  4. Hochwertiger Kopfhörer-Ausgang integriert
Nachteile
  1. Drehzahländerung durch wechseln der Übersetzung
  • Klang
    8.8
  • Praxis / Connectivity
    9.4
  • Preis/Leistung
    9

Nanu, was macht denn ein rein analoger Plattenspieler im Test eines Future-Fi Portals wie STEREO GUIDE? Rufen wir jetzt etwa wieder dazu auf, eine klassische HiFi-Kette mit vielen Komponenten ins Wohnzimmer zu hieven? Wohl kaum. Denn der US-amerikanische Hersteller VPI verspricht mit dem schlicht „Player“ genannten Spieler nicht nur, musikbegeisterte Menschen der jüngeren Generationen wieder zum Plattenhören zu bringen – wofür in erster Linie der eingebaute Kopfhörerverstärker mit sichtbar plaziertem Lautstärkeregler auf dem Chassis spricht.

Das zweite Zukunftselement ist der „Plug&Play“ Ansatz, den wenige High-End-Plattenspieler wirklich erfüllen. Der Player soll Plattenspielen, ohne Auflegen des Tellers, ohne komplizierte Justage, ohne dass man sich durch Foren und Anleitungen zum Thema Antiskating oder Auflagekraft wühlen muss. Auspacken, anschließen, Platte auflegen – und Musik genießen. Viele HiFi-Hersteller liefern zwar vormontierte Spieler mit Tonabnehmer und eingebautem Verstärker, Teller, Riemen und Gegengewicht müssen aber meist händisch montiert werden, bis dieser spielt. Das liegt vor allem an schweren Tellern und empfindlichen Tellerlagern.

VPI Player Test – Lautstärkeknopf
Direkt neben dem Kopfhörer-Anschluss findet sich der Lautstärkeknopf. (Foto: Stefan Schickedanz)

Born in the USA

Der VPI Player besitzt solide Mechanik und ist komplett „Made in USA“, kommt aber absolut spielfertig aus dem Karton, inklusive Tonabnehmer und justiertem Gegengewicht. Für die ausgeklügelte und hochwertige Mechanik mit vielen Präzisionsteilen zahlt man natürlich etwas mehr, aber immer noch deutlich weniger als für ein gewöhnliches Audio-Equipment, das Einsteigern den Zugang zum High-End erleichtert.

Der deutsche Vertrieb Audio Reference sandte uns die allerneueste Version zum Test, die seit diesem Jahr (2025) ausgeliefert wird. Aufregenste äußere Neuerung: Das Chassis ist wahlweise in weiß erhältlich, neben dem klassischen Schwarz.

Das ist neu am VPI Player anno 2025

VPI Player Test – Tonarm mit VPI Shirley
Der Player kommt mit VPI-Tonarm und VPI-Shirley-MM-System. (Foto: Stefan Schickedanz)

Vormontiert und justiert ist hier ein hauseigener MM-Tonabnehmer namens VPI Shirley, der deutlich exklusiver ist als die Standardware auf anderen Spielern. Probleme bei Wartung und Dauerbetrieb sind nicht zu erwarten. Selbst im Falle einer Beschädigung oder Abnutzung der Nadel lässt sich der Nadeleinschub für geringe Münze (ca. 80 Euro) als Ersatzteil ordern, und ohne Neueinstellung mit einem „Klick“ austauschen.

Die zweite Neuerung betrifft die Tonarmbasis und Lagermontage im matt lackierten Holzchassis. Beide wurden neu konstruiert und sind jetzt mit deutlich größeren Schraubkonstruktionen im Chassis verankert, was dem Spieler auch bei unsanfter Behandlung durch Paketdienste oder Versandhändler einen Nimbus von Unzerstörbarkeit verleiht.

Längere Tonarme haben unter Highendern den Ruf, durch geringere Skating-Effekte und weniger Spurfehlwinkel auch besser zu klingen. VPI stattet den Player 2025 deshalb mit einem sehr hochwertigen 10-Zoll-Arm aus eigener Produktion aus, dessen Rohr aus einer speziellen Aluminiumlegierung gefertigt wird. Eine Besonderheit ist die Abwesenheit von Antiskating. Für Anfänger klingt das nach Verzicht, ist aber bei dieser Arm/Abnehmer-Kombi nicht notwendig und beseitigt die zweite große Unsicherheit bei der Justage.

VPI Player Test – Tonarm mit VPI Shirley
Der 10-Zoll-Tonarm kommt ohne Antiskating aus. (Foto: Stefab Schickedanz)

So erkennt man die aktuellste 2025er Version des VPI Player

Wer sich allein anhand der Beschreibung jetzt für den „Player“ begeistern kann, wird vermutlich nach Tests und technischen Beschreibungen googeln (oder die KI befragen), und entsprechend verwirrt zurück bleiben. Über die Jahre hat VPI den Kopfhörer-Plattenspieler nämlich in verschiedenen Varianten ausgeliefert, darunter auch einige mit nicht unbedingt preisadäquaten Tonabnehmern (die dann wieder nach Tuning oder Upgrade rufen, wie das typische grüne VM95E von Audio Technica). Selbstredend, dass Klangbeschreibungen mit anderen Tonabnehmern nicht übertragbar sind, und Tuning/Upgrade-Tipps nur für die jeweilige Version gelten.

An diesen Merkmalen erkennt man die aktuellste Version Player 2025:

  • Tonabnehmer VPI Shirley (schwarz) vormontiert
  • runde Tonarmbasis auf dem Chassis
  • getrennte Kabelführung aus dem Tonarm heraus ins Chassis
  • Schrauben zur Justage der beiden Rohrteile zueinander (Azimuth)
  • Chassislackierung schwarz oder weiß

Vorverstärker und Kopfhörerteil

Klassische High-End-Plattenspieler benötigen praktisch immer einen speziellen Phono-Verstärker, um die schwachen Signale des Tonabnehmers auf Line-Level zu hieven. Der VPI Player ist hier gleich eine doppelte Ausnahme: Er besitzt einen integrierten, speziell auf das MM-System abgestimmten Phono-Vorverstärker, der an den RCA/Cinch-Ausgängen immer Line-Pegel zur Verfügung steht. Damit kann der Player an jedem gängigen Verstärker oder System mit Analogeingang betrieben werden kann, auch wenn dieser keinen speziellen Phono-Eingang besitzt.

Zum anderen ist ein zusätzlicher Kopfhörerverstärker mit Lautstärkeregelung verbaut. Dieser kann einen kabelgebundenen Kopfhörer mit 3,5-mm-Klingenstecker auf der vorderen linken Chassisecke direkt antreiben, was im Test mit verschiedenen Exemplaren einwandfrei funktionierte. Das Rauschen erschien uns sehr gering, die gelieferte Spannung wiederum recht hoch zu sein, so dass man auch IEMs und schwierigere Planarhörer in Betracht ziehen kann.

Wer den Player alternativ im Kopfhörerbetrieb oder mit der HiFi-Anlage hören will, aber einen hochwertigen Phonoverstärker bereits besitzt, kann die interne Signalführung vom Händler des Vertrauens umstecken lassen. Zwar ist der Player ein Plug&Play Gesamtpaket, kann aber später mit den HiFi-Ansprüchen durchaus noch mitwachsen.

VPI Player Test – Pulley
Eine Geschwindigkeitsregelung gibt es icht am Player. Man muss den Riemen umlegen, um zwischen 33,3 und 45 U/Min zu wechseln. (Foto: Stefan Schickedanz)

Laufwerk und Konstruktion

Auch sonst begeisterten uns Mechanik und Verarbeitung. Das Chassis besteht aus einem etwa drei Zentimeter dicken MDF-Korpus, solide verschraubt und mit einer matten Lackoberfläche versehen. Im Inneren sitzen Netzteil und Elektronik geschützt unter einer Metallabdeckung. Anders als bei vielen fragilen Leichtgewichten in dieser Preisklasse bringt der Player spürbare Masse mit – und das ist für Laufruhe und Autorität beim Klang entscheidend.
Der Plattenteller wiegt stolze drei Kilogramm, besteht aus Aluminium mit eingelassener Bronze-Lagerbuchse und gedämpfter Innenseite. Er läuft auf einem invertierten Lager mit kräftiger Achse – eine Konstruktion, die sonst erst in teureren Klassen zu finden ist. Als Antrieb dient ein Synchronmotor mit Riemen, der per Pulley die Drehung überträgt. Die Umschaltung von 33 auf 45 U/min erfolgt manuell, indem man den Riemen umlegt. Bei Liebhabern von Singles und Maxis wird hier ein wenig Retro-Feeling aufkommen, das tut dem Vinyl-Spaß aber keinen Abbruch.

Klang – Gewicht mit Autorität

Und wie klingt er nun, dieser Player? Kurz gesagt: erwachsen und vollständig, mit durchzugstarkem Bass und einer herausragenden Homogenität über alle Frequenzbereiche. Er beflügelte unseren Beyerdynamic T5p (2nd Gen) geradezu zu neuen Spielfreude-Höhen. Die massive Konstruktion überträgt sich auf den Klang. Da ist Autorität, Tiefe, Gewicht im Bass, das man von typischen Einsteigermodellen schlicht nicht kennt. Der Player baut ein stabiles Fundament im Tiefton auf, kombiniert es mit fülligen Mitten und einer runden, nie aggressiven Höhenwiedergabe. Stimmen klingen körperhaft und präsent, Instrumente haben Substanz und Autorität.

Der Tonabnehmer klingt hörbar nach spielfreudigem MM und verzichtet auf übertriebene Detailorgien oder silbriges Ziselieren der Höhen. Damit passt er ideal zu Kopfhörern, die ab Werk eine gewisse Auflösung und Präzision mitbringen. Dass er zwar auf Homogenität ausgelegt ist, aber auch extrem sauber spielen kann, bewies er am studio-erprobten Kopfhörern wie dem Sennheiser HD-820: mehr transparenter Genuss als Analyse, das ganze auf deutlich höherem Niveau als wir es von einem MM-System erwartet hätten. Hier spielt der VPI-eigene Kopfhörerverstärker mit perfekter Präzision und Detailauflösung seine Stärken aus.

VPI Player Test – Plattenspieler mit Kopfhörer
Der integrierte Kopfhörer-Ausgang liefert genug Leistung für anspruchsvolle Kopfhörer wie den Beyerdynamic T5p. (Foto: Stefan Schickedanz)

Dasselbe gilt, wenn man die Kombination aus VPI-Laufwerk, eigenem Tonarm und firmenexklusivem, passenden Tonabnehmer mittels Cinch-Ausgangen an jede beliebige HiFi-Anlage anschließt. Der Phono-Verstärker ist ja, wie erwähnt, eingebaut, und er macht seine Sache einfach besonders stimmig. Sie vermittelt Spielfreude, Leichtigkeit und erwachsene Klangdimensionsn, ohne in Hektik oder Schärfe zu verfallen.

VPI hat mit dem Player einen echten Türöffner ins High-End für diejenigen geschaffen, die so einfach wie möglich und so flexibel wie nötig Vinylklang genießen wollen. Wer den Zauber der schwarzen Scheiben erleben will, ohne zum Bastler zu werden, findet hier den einfachsten Einstieg ohne Tüftelarbeit, Justage und Kombinieren von verschiedenen Komponenten.

Fazit und Alternativen: VPI Player

Der VPI Player spielt ohne komplizierte Einstellungen, an der HiFi-Anlage, am All-In-One-System wie auch am Kopfhörer. Und er spielt auf einem Niveau, das ihn klar von günstigeren Spielern unterscheidet. Massive Bauweise, cleverer Tonarm, vormontierter Tonabnehmer, integrierter Kopfhörerverstärker – das gibt es sonst kaum am Markt. Als einziger ernstzunehmender Konkurrent fiele uns der ähnlich teure Clearaudio Concept ein, der einen noch flexibleren Kopfhörerverstärker eingebaut hat. Ein Klangvergleich war leider nicht möglich, aber nach Würdigung der Konstruktion würden wir sagen, dass sich jeder LP-Liebhaber hier vor allem für die ihm zusagende Klangphilosophie des jeweiligen Tonabnehmers entscheiden sollte. Der Player 2025 mit seinem Shirley-System klingt dabei wie ein klassischer HiFi-Plattenspieler für Musikliebhaber, nicht wie ein Kompromiss oder wie ein auf High-End-Gefitzel optimiertes Hörtestinstrument.

Technische Daten: VPI Player

  • Preisempfehlung des Herstellers: 2500 Euro
  • Abmessungen (B x H x T): 47 cm × 34 cm × 10 cm
  • Gewicht: 5,9 kg
  • Besonderheiten: Riemenantrieb, Hochpegelverstärker mit Line-Ausgang, optionale Erdungsschraube, Kopfhörerverstärker mit regelbarer Lautstärke, in Schwarz oder Weiß erhältlich
  • Mehr unter: https://www.audio-reference.de/
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Schwarz VPI Weiß
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Der Chefredakteur von STEREO GUIDE testet seit über drei Jahrzehnten als HiFi-Experte für Print- und Online-Magazine wie AUDIO, stereoplay, LowBeats oder FAZ Kaufkompass. Neben gepflegter Musikwiedergabe mag er schnelle Autos – gerne auch Oldtimer – mit sattem Sound. Über dieses Thema berichtet er ebenfalls regelmäßig, nicht zuletzt auf dieser Plattform.

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