Apple erweitert die Möglichkeiten seines kleinsten Smart Speakers. Der HomePod mini 2 erhält den S10-Chip, neue Farben und eine zur Musik pulsierende Beleuchtung namens Sound Glow. Zusammen mit dem neuen Apple TV 4K lässt sich erstmals ein Surround-System mit vier HomePods aufbauen. Auch am Mac soll die kleine Klangkugel künftig als Standardlautsprecher aufspielen. Der Preis liegt bei 169 Euro.
Bereits der erste Apple HomePod mini überzeugte im STEREO GUIDE-Test mit seinem angenehm warmen Klang und einem erstaunlich breiten Panorama im Stereobetrieb. Die zweite Generation erweitert nun vor allem die Einsatzmöglichkeiten: Musik im ganzen Haus, Heimkino mit Front- und Rear-Lautsprechern und ein fest eingebundener Platz auf dem Schreibtisch gehören zum angekündigten Funktionsumfang.
Mehr Rechenkunst für die Klangkugel
Im Inneren des HomePod mini 2 arbeitet der Apple S10. Der Chip übernimmt das sogenannte Computational Audio, also die digitale Signalverarbeitung, mit der Apple den Klang an Musik und Wiedergabesituation anpasst. Dazu analysiert der Lautsprecher die Musik in Echtzeit und optimiert laut Hersteller Dynamikumfang, Lautstärke und akustische Performance.
Das Grundkonzept bleibt auf eine rundum möglichst gleichmäßige Schallverteilung ausgelegt. Apple spricht von 360-Grad-Audio. Der HomePod mini 2 lässt sich einzeln verwenden, mit einem zweiten Exemplar zum Stereopaar verbinden oder in ein Multiroom-System einbinden. So kann die Musik im Wohnzimmer bleiben oder durch mehrere Räume wandern.
Vier gewinnt
Die für Heimkino-Fans wohl spannendste Neuerung ist der Ausbau auf vier Lautsprecher. Mit einem Apple TV 4K der vierten Generation können zwei HomePods vorne und zwei weitere hinten für Surround-Sound sorgen. Die Lautsprecher und die TV-Box erkennen nach Apples Angaben gemeinsam ihre Positionen im Raum. Anschließend werden Laufzeiten und Lautstärke automatisch darauf abgestimmt.

Bei der Auswahl der Lautsprecher gibt es eine klare Regel: Das vordere und das hintere Paar müssen jeweils aus identischen Modellen bestehen. Unterstützt werden der HomePod mini 2 und der HomePod der zweiten Generation. Damit ist beispielsweise auch eine Kombination aus zwei großen HomePods vorne und zwei neuen Minis hinten vorgesehen. Den großen Apple HomePod 2 haben wir bereits als Stereopaar getestet.
Für die neue Surround-Konfiguration nennt Apple ausdrücklich das Apple TV 4K der vierten Generation mit aktueller Software. Vier HomePod mini 2 kosten zusammen 676 Euro; die TV-Box kommt zusätzlich hinzu. Das neue Apple TV 4K soll ab dem 13. November erhältlich sein.
Klangzuwachs am Schreibtisch
Eine weitere Neuerung betrifft die Nutzung am Mac. Der HomePod mini 2 kann als Standardlautsprecher dienen und damit den Ton von Filmen, Spielen, FaceTime und anderen Videoanrufen übernehmen. Das funktioniert mit einem einzelnen HomePod oder einem Stereopaar.
Voraussetzung ist ein Mac mit WLAN 6E oder neuer. Wer die kleine Kugel als festen Partner für seinen Rechner einplant, sollte deshalb die WLAN-Ausstattung des Macs prüfen. Die neuen Farben eröffnen außerdem die Möglichkeit, Lautsprecher und Computer optisch aufeinander abzustimmen.
Wenn der Klang Farbe bekennt
Mit Sound Glow bekommt die beleuchtete Oberseite eine zusätzliche Aufgabe. Sie leuchtet und pulsiert im Takt der Musik und reagiert dabei in Echtzeit auf Bässe und Höhen. Die Farbgebung orientiert sich am Albumcover des gerade laufenden Titels.
Auch Klangkulissen wie Regen lassen sich mit passenden Animationen kombinieren. Wer Sound Glow per Sprache steuern möchte, benötigt laut Apple ein iPhone mit Apple Intelligence und aktueller Software. Diese Voraussetzung gilt ausdrücklich für die Sprachsteuerung der Lichtfunktion.
Smartes Zuhause auf Zuruf
Der HomePod mini 2 übernimmt weiterhin Aufgaben als Steuerzentrale für das vernetzte Zuhause. Über Siri lassen sich kompatible Leuchten, Thermostate, Rollläden oder Türschlösser bedienen. In der Home App können mehrere Geräte zu einer Szene zusammengefasst und Abläufe automatisiert werden. Als Home Hub ermöglicht der Lautsprecher außerdem den Zugriff auf das Smart Home von unterwegs.
Die Geräuscherkennung lauscht auf Alarmtöne vorhandener Rauch- und Kohlenmonoxidmelder. Erkennt sie ein entsprechendes Signal, kann sie eine Mitteilung an iPhone, iPad und Apple Watch senden. Über die Home App lässt sich anschließend in den Raum hineinhören und mit dort anwesenden Personen sprechen.
Dafür verlangt Apple die aktualisierte Home-Architektur und aktuelle Software auf allen beteiligten Apple-Geräten. Die Funktion ist als zusätzliche Benachrichtigung gedacht; Apple weist darauf hin, sich in Gefahrensituationen nicht auf sie zu verlassen.
Kompatible Videotürklingeln und Kameras können ebenfalls eingebunden werden, darunter Geräte der angekündigten Apple Home Collection. Mit HomeKit Secure Video und aktivierter Gesichtserkennung kann der HomePod melden, wer vor der Tür steht.
Siri AI kommt später
Die US-Ankündigung nennt zusätzlich Siri AI. Der überarbeitete Assistent soll natürlichere Gespräche ermöglichen und mit einem passenden iPhone oder iPad auch persönlichen Kontext nutzen. Für den HomePod mini 2 ist dafür ein späteres Software-Update vorgesehen.
Apple kündigt Siri AI zunächst auf Englisch für ausgewählte Länder an, darunter die USA, Großbritannien und Kanada. Deutschland gehört nicht zu den genannten Startmärkten. In der Ankündigung nennt Apple keinen Termin für eine deutsche Verfügbarkeit.
Datenschutz und recycelte Materialien
Zum Datenschutz erklärt Apple in der deutschen Mitteilung, Audioinhalte von Siri-Anfragen standardmäßig nicht zu speichern. Bei den Materialien setzt der Hersteller nach eigenen Angaben unter anderem auf vollständig recycelte Seltene Erden in sämtlichen Magneten. Auch Kupfer, Gold für die Beschichtung und Lötzinn in den von Apple entwickelten Leiterplatten stammen zu 100 Prozent aus recycelten Quellen. Die Papierverpackung ist faserbasiert.
Preise und Verfügbarkeit
Der HomePod mini 2 lässt sich ab dem 13. Oktober 2026 vorbestellen und kommt am Freitag, dem 30. Oktober, in den Handel. Apple bietet ihn in Rosa, Grün, Blau, Weiß und Mitternacht an. Der Stückpreis beträgt 169 Euro inklusive Mehrwertsteuer, ein Stereopaar kostet entsprechend 338 Euro. Als kompatible Software nennt Apple HomePod Software 27.2.
Zum Vergleich: Beim ersten HomePod mini lag die Preisempfehlung zum Zeitpunkt unseres Tests 2022 noch bei 99 Euro. Der neue Mini startet damit in einer deutlich höheren Preisklasse. Zu seinen wichtigsten neuen Funktionen zählen der Surround-Ausbau, die Nutzung als Standardlautsprecher am Mac und Sound Glow.SEO Angaben






