Vom 27. bis 29. März 2026 feiert das Klangschloss Greifensee sein 20-jähriges Bestehen. Was 2006 als alternative HiFi-Messe im historischen Schloss begann, hat sich über zwei Jahrzehnte zu einem der eigenständigsten Audio-Events der Schweiz entwickelt. Im letzten Jahr besuchte STEREO GUIDE das beliebte Event in der Nähe von Zürich, um darüber zu berichten. Besonders stach dabei die einzigartige Verbindung zwischen Demonstrationen von ausgesuchten HiFi-Komponenten wie auf einer üblichen Branchenmesse mit Konzerten, die dann auch in die einzelnen Vorführräume übertragen werden. Somit können sich Audio-Enthisiasten im direkten Vergleich zwischen Live-Darbietung und Klangreproduktion machen. Mehr dazu in unserem Messbericht aus dem Vorjahr.
Initiator Markus Thomann setzt seit jeher auf ein Konzept, das sich bewusst vom klassischen Messebetrieb abhebt: Musik hören statt Messetrubel, Atmosphäre statt Hallenakustik. Das Schloss, das Landenberghaus, das Kirchgemeindehaus und das Haus des Frauenvereins werden drei Tage lang zu akustischen Erlebnisräumen.

Landenberg Sessions – Live-Aufnahmen vor Publikum
Herzstück bleiben die Landenberg Sessions, die an allen drei Tagen stattfinden. 2026 prägen drei starke Frauenstimmen das Programm:
- Stefanie Boltz (Freitag, 27. März)
- Martina Linn (Samstag, 28. März)
- Marcela Arroyo (Sonntag, 29. März)
Aufgenommen wird puristisch mit Jecklin-Scheibe direkt auf Band und HD-Recorder. Damit verfolgt das Klangschloss Greifensee ein Konzept, das die Brücke zwischen Live-Erlebnis und audiophiler Wiedergabe schlägt.
Im Anschluss folgt jeweils das Session Playback im Saal, unter anderem über Cabasse La Sphère EVO – ein unmittelbarer Vergleich zwischen Original und Reproduktion.
Sessions Stream & Schloss-Playlist
Ein besonderes Markenzeichen des Klangschlosses ist der Sessions Stream: Die erste Live-Session des Tages wird zeitversetzt in alle Ausstellungsräume übertragen – in HiRes-Qualität (24 Bit / 192 kHz). Ergänzt wird das Konzept 2026 durch eine von Ausstellern kuratierte Schloss-Playlist auf Qobuz.
Blind Date: Hören ohne zu sehen
Im Haus des Frauenvereins findet an allen drei Tagen das Format Blind Date statt. Besucher hören mit Augenbinde und beurteilen Dimension, Alter oder Preis von Anlagen – moderiert unter anderem vom blinden Audiophilen Claudio Zeni. Ein Experiment, das Erwartungen entlarvt und Hörgewohnheiten hinterfragt.

Vorträge mit Tiefgang
Das Jubiläumsprogramm wird durch mehrere Fachvorträge ergänzt:
- BBC „Thin Wall Principle“ mit Derek Hughes & Paul Graham
- Zeitrichtige Lautsprechertechnik mit Thomas Flammer
- Rock-Highlights 1976 mit Lothar Brandt
- Mechanische Musikinstrumente mit Walter Fähndrich
Die Mischung aus Technik, Musikgeschichte und Praxis spiegelt die inhaltliche Breite wider, die das Klangschloss über zwei Jahrzehnte geprägt hat.
Mehr als eine Messe
Neben den Live-Events präsentieren zahlreiche Hersteller und Vertriebe ihre High-End-Anlagen in den historischen Räumen des Schlosses . Ergänzt wird das Angebot durch die AAA-Schallplattenbörse im Landenberghaus.
Das Einheitsticket kostet 30 CHF und gilt für alle drei Tage – ein bewusst niederschwelliges Angebot für ein Event, das sich Zeit für Musik nimmt.
Nach 20 Jahren bleibt das Klangschloss das, was es immer sein wollte: kein Branchen-Marktplatz, sondern ein Ort für konzentriertes Hören.






