Der Audiospezialist JBL erweitert sein Portfolio um gleich zwei neue Modelle im Bereich der offenen Kopfhörer. Mit den Soundgear CLIPS und dem Sense PRO setzt das Unternehmen auf Style, Komfort und ein neu interpretiertes Open-Ear-Erlebnis. Während die Marketingunterlagen von „kraftvollem Bass“ und „ganztägigem Tragekomfort“ sprechen, bleibt die spannende Frage, ob die Technik im Alltag hält, was sie verspricht.
JBL Soundgear CLIPS: Ohrclips als modisches Accessoire
Die Soundgear CLIPS sind leichte Earclips, die außen am Ohr sitzen und mit JBLs sogenannter OpenSound-Technologie arbeiten. Musik soll hörbar bleiben, ohne den Gehörgang zu verschließen – ein Vorteil für alle, die ihre Umgebung beim Musikhören weiterhin wahrnehmen möchten. Das Design wirkt eher wie ein Lifestyle-Accessoire: fünf semi-transparente Farben mit Metallic-Touch sollen vor allem Modebewusste ansprechen.

Die Key-Features der JBL Soundgear Clips:
- bis zu 32 Stunden Akkulaufzeit (8 h in den Clips, 24 h über das Ladecase),
- vier Mikrofone mit KI-Algorithmus für klare Telefonate,
- IP54-Zertifizierung gegen Staub und Spritzwasser,
- Schnellladefunktion (3 Stunden Spielzeit nach 10 Minuten).
Preislich liegt das Modell bei 129,99 Euro. Die CLIPS sollen ab Oktober 2025 verfügbar sein.

JBL Sense PRO: Technik für Anspruchsvolle
Ein zweites Modell zielt stärker auf ambitionierte Nutzergruppen ab: Der Sense PRO arbeitet mit großen 16,2-mm-Treibern aus diamantähnlichem Karbon und ist für Hi-Res Audio Wireless zertifiziert. JBL verspricht detailreiche Höhen, druckvolle Bässe und zusätzlich Spatial Sound für Filme und Gaming.
Besonderheiten sind:
- Adaptive-Bass-Boost, der sich dynamisch anpasst,
- Voice-Pickup-Sensoren plus vier Mikrofone für klare Sprache,
- KI-basierte Filterung von Wind- und Umgebungsgeräuschen,
- Multipoint-Konnektivität für die parallele Nutzung von Smartphone und Laptop.
Optisch kombiniert der Sense PRO Metallic-Elemente mit weichem Flüssigsilikon. Ein Bügel aus Titanlegierung soll für geringes Gewicht und angenehmen Sitz sorgen. Auch hier stellt sich die Frage: Bleibt der versprochene Komfort auch nach Stunden erhalten?
Einordnung: Trend zu offenen Kopfhörern
Beide Modelle bedienen einen Trend: Open-Ear-Audio. Statt klassisch ins Ohr zu gehen, setzen sie auf Luftleitung, um das Hören angenehmer und sicherer zu machen – etwa im Straßenverkehr oder beim Sport. Ähnliche Konzepte gibt es bereits von Herstellern wie Shokz oder Bose. JBL versucht nun, das Segment durch Bass-Betonte Abstimmungen und auffälliges Design breiter im Markt zu positionieren.

Erste Einschätzung
Die Datenblätter klingen vielversprechend: lange Laufzeiten, moderne Mikrofontechnik, flexible Steuerung per App. Allerdings zeigen Erfahrungswerte, dass gerade Open-Ear-Modelle beim Bass und bei der Isolation nicht immer überzeugen können. Ob JBLs SonicArc-Design und die Adaptive-Bass-Algorithmen wirklich neue Maßstäbe setzen, wird sich erst im Praxistest zeigen. Immerhin war der JBL SoundGear Sense der bisher überzeugendste Open-Ear-Kopfhörer, den wir bisher im Test hatten. Vor allem ließ er direkte Mitbewerber im Bass hinter sich.






