Alle Welt überbietet sich derzeit mit immer größeren Displays im Cockpit. Selbst Traditionsmarken wie Ferrari kommen beim neuen Elektro-Ferrari Luce nicht mehr ohne digitale Bildschirm-Landschaften aus. Ausgerechnet Bugatti geht nun den umgekehrten Weg und bringt gemeinsam mit dem österreichischen Luxus-TV-Spezialisten C SEED ein High-End-Display samt Soundsystem ins Wohnzimmer. Das Ergebnis hört auf den Namen C SEED BUGATTI N1 und dürfte preislich wie technisch eher in der Liga eines Hypersportwagens als eines Fernsehers spielen.
137 Zoll MicroLED statt Bildschirm-Flut im Cockpit
Der neue C SEED BUGATTI N1 entsteht aus einer Kooperation zwischen dem französischen Hypercar-Hersteller Bugatti und dem österreichischen Display-Spezialisten C SEED. Angeboten wird das System in Bildschirmgrößen von 110 und 137 Zoll. Statt klassischer OLED- oder LCD-Technik setzt der N1 auf moderne MicroLED-Technologie mit 4K-Auflösung.
Besonders spektakulär: Im ausgeschalteten Zustand wirkt der N1 eher wie ein luxuriöses Sideboard als wie ein Fernseher. Erst auf Knopfdruck entfaltet sich der Bildschirm innerhalb von rund 45 Sekunden aus dem Möbelstück heraus. Anschließend verwandelt sich die Skulptur in einen riesigen Heimkino-Bildschirm.



Design inspiriert vom Bugatti Tourbillon
Gestalterisch orientiert sich der N1 am neuen Bugatti Tourbillon. Vor allem die charakteristische „C-Line“, die seit Jahrzehnten die Seitenansicht vieler Bugatti-Modelle prägt, findet sich auch im Design des Fernsehers wieder. Bugatti spricht von einer Verbindung aus „Art, Forme, Technique“, also Kunst, Form und Technik.
Im Gegensatz zu vielen großen Fernsehern soll der N1 nicht dauerhaft den Raum dominieren. Vielmehr verschwindet die Technik bei Nichtbenutzung vollständig und integriert sich als Designobjekt in die Wohnumgebung.
Soundsystem fährt auf Knopfdruck aus
Zum Heimkino-Erlebnis gehört nicht nur das riesige Display. Der C SEED BUGATTI N1 verfügt außerdem über ein integriertes Soundsystem, das gemeinsam mit dem US-Spezialisten Wisdom Audio entwickelt wurde. Die Lautsprecher fahren beim Einschalten automatisch aus dem Gehäuse heraus und verschwinden nach dem Ausschalten wieder unsichtbar im Möbel.
Laut Hersteller kommen dabei planarmagnetische Treiber zum Einsatz, die hohe Präzision, geringe Verzerrungen und eine besonders gleichmäßige Wiedergabe ermöglichen sollen.
HDR10+, Carbon und 180-Grad-Drehung
Technisch kombiniert der N1 seine MicroLED-Technologie mit HDR10+, einer speziellen entspiegelten Bildschirmoberfläche und einer von C SEED entwickelten Adaptive Gap Calibration (AGC). Dadurch sollen selbst die Übergänge zwischen den einzelnen Bildschirmsegmenten praktisch unsichtbar werden.
Für zusätzliche Flexibilität lässt sich der Bildschirm um bis zu 180 Grad drehen. Carbon-Elemente unterstreichen den technischen Anspruch und sollen gleichzeitig Gewicht sparen. Produziert wird der N1 vollständig in Österreich. Käufer können zwischen verschiedenen Oberflächen, Farben und Materialien wählen, darunter Original-Materialien des Bugatti Tourbillon.
Luxusobjekt statt Fernseher
Interessant ist dabei die Positionierung. Weder Bugatti noch C SEED sprechen von einem Fernseher im klassischen Sinn. Vielmehr soll der in den Farben Palomino, Atlantic Blue, Liquid Silver und Aventurine erhältliche N1 die Grenzen zwischen Möbelstück, Kunstobjekt, Heimkino und Luxusprodukt verschwimmen lassen.
Ob man dafür tatsächlich einen 137-Zoll-MicroLED-TV benötigt, dürfte jeder selbst entscheiden. Beeindruckend ist das Konzept allemal. Und während viele Autohersteller derzeit versuchen, das Wohnzimmer ins Auto zu holen, bringt Bugatti nun ein Stück Automobil-DNA ins Wohnzimmer.






