Marshall erweitert seine Heimkino-Reihe: Mit der Heston 60 Soundbar und dem passenden Heston Sub 200 will die britische Kultmarke auch Wohnzimmer mit kleinerem Platzangebot in Konzertbühnen und Kinosäle verwandeln. Der Hersteller verspricht immersiven Klang mit Dolby Atmos, flexible Aufstellung und das typische Marshall-Design – doch was steckt wirklich hinter den neuen Modellen?
Heston 60: Kompakte Soundbar im Retro-Look
Optisch bleibt der neue Heston 60 ganz der Linie des großen Bruders Heston 120 treu. Die Front ziert ein gewebter Stoff in Salz-und-Pfeffer-Optik, dazu gibt es ein PU-Leder-Finish und ein magnetisches Marshall-Logo, das sich je nach Montageposition versetzen lässt. Auch das Bedienfeld kann gewendet werden, falls die Soundbar nicht auf dem Board, sondern direkt an der Wand hängt. Mit seinen kompakten Abmessungen richtet sich der Heston 60 an Nutzer, die weniger Platz haben, aber nicht auf massiven Klang verzichten wollen.
Die Soundbar soll dank Dolby Atmos für ein dreidimensionales Klangbild sorgen – der Sound soll nicht nur seitlich, sondern auch von oben erlebbar werden. Wie groß dieser Effekt ohne zusätzliche Rear-Speaker tatsächlich ausfällt, bleibt abzuwarten. Immerhin setzt Marshall auf speziell entwickelte Waveguides und angewinkelte Frontlautsprecher, um die Abstrahlung auch in kleineren Räumen zu optimieren.

Technik und Konnektivität
Bei den Anschlüssen gibt sich Marshall modern: Neben HDMI für den TV stehen WLAN mit AirPlay, Google Cast, Spotify Connect und TIDAL Connect bereit. Dazu kommt Bluetooth Auracast, das neue Broadcast-Feature, mit dem sich mehrere Geräte gleichzeitig koppeln lassen. Der Heston 60 unterstützt außerdem verschiedene Sound-Modi:
- Movie für mehr Effekte bei Action-Szenen
- Music für ausgewogene Musikwiedergabe
- Voice für klare Dialoge
- Night mit reduzierten Spitzenlautstärken
Die Marshall App ermöglicht Feintuning: EQ-Anpassungen, Presets oder die Kalibrierung auf den Raum. Außerdem lassen sich dort Streamingdienste direkt verknüpfen, sodass ein Druck auf die Preset-Taste reicht, um Spotify oder Internetradio zu starten.
Heston Sub 200: Bass zum Nachrüsten
Parallel zur Soundbar bringt Marshall den Heston Sub 200 auf den Markt. Der Subwoofer im klassischen Marshall-Look (wahlweise Schwarz oder Cream) verbindet sich kabellos mit den Soundbars und nutzt dabei bereits die neue Bluetooth LE Audio-Technologie. Vorteil: freie Platzierung ohne Kabelsalat.
Der Hersteller verspricht „Bass, der in den Bauch geht“ – und das unabhängig vom Aufstellungsort. In der Praxis dürfte es auf den Raum ankommen, wie tief der Subwoofer tatsächlich spielt. Immerhin erlaubt die Marshall App, den Basspegel flexibel anzupassen und ihn ins Setup mit einer oder zwei Heston-Soundbars einzubinden.
Marshall inszeniert den Heston 60 als Alleskönner: stylisch, flexibel platzierbar und dank Dolby Atmos angeblich für echtes 3D-Heimkino geeignet. Ob eine einzelne, kompakte Soundbar diesen Anspruch in der Praxis einlösen kann, bleibt fraglich – ohne zusätzliche Rear- oder Deckenlautsprecher ist das Atmos-Erlebnis meist eher subtil.
Auch der Heston Sub 200 soll für donnernde Tiefen sorgen. Hier wird es interessant sein, ob der kabellose Bass mehr liefert als bloß vibrierende Möbel. Immerhin kann er wie die Soundbar repariert werden – ein Pluspunkt in Zeiten, in denen viele Geräte nach wenigen Jahren im Elektroschrott landen.
Preise und Verfügbarkeit
- Marshall Heston 60: 599 Euro (ab 23. September auf Marshall.com, ab 30. September im Handel)
- Marshall Heston Sub 200: 499 Euro (gleicher Termin)






