In den vergangenen Monaten sorgte Bose mehrfach für Wirbel. Auf die kontrovers diskutierte Abschaltung der SoundTouch-Plattform – wir berichteten – folgte zuletzt die Übernahme des Streaming-Spezialisten StreamUnlimited. Nun deutet sich der nächste strategische Schritt an: Der Audiohersteller will offenbar selbst zum Akteur in der Medien- und Musikbranche werden.
Wie das Wirtschaftsmagazin Business Insider berichtet, gründet Bose mit „Bose Studios“ eine eigene Content-Sparte und will sich damit deutlich breiter aufstellen als bisher. Geplant sind neben einem eigenen Musiklabel namens „Bose Records“ auch Podcasts, YouTube-Formate, Live-Events sowie Film- und Fernsehproduktionen.
Bemerkenswert ist dabei die Ausrichtung des neuen Labels. Laut Business Insider sollen Künstler ihre Masterrechte behalten dürfen. Bose wolle zudem nicht an Streaming-Erlösen oder Musikverkäufen partizipieren. Stattdessen versteht das Unternehmen Bose Records offenbar als Plattform zur Künstlerförderung und Markenbildung.
Audio allein war gestern
Der Bericht über die Pläne rund um Bose Studios kommt keinesfalls aus dem Nichts. Erst vor wenigen Tagen gab das Unternehmen die Übernahme des österreichischen Streaming-Spezialisten StreamUnlimited bekannt. Bose will damit nach eigenen Angaben seine Audio-Technologien stärker als Plattformgeschäft etablieren und künftig in einer größeren Bandbreite vernetzter Produkte und Ökosysteme präsent sein. Zusammen mit dem Aufbau eigener Medien- und Musikangebote zeichnet sich damit eine strategische Neuausrichtung ab, die weit über das traditionelle Hardwaregeschäft hinausgeht.
Bose-Marketingchef Jim Mollica erklärte gegenüber Business Insider, dass das Unternehmen künftig stärker Teil der Musikkultur werden wolle, anstatt ausschließlich Audioprodukte zu verkaufen. Damit verfolgt Bose eine Strategie, die eher an Medien- und Lifestylemarken erinnert als an einen klassischen HiFi-Hersteller.
Eine offizielle Pressemitteilung zu Bose Studios oder Bose Records liegt bislang allerdings nicht vor. Die Informationen stammen derzeit ausschließlich aus dem Interview mit Business Insider.
Fest steht dennoch: Nach der kontrovers diskutierten SoundTouch-Abschaltung und der jüngst bekanntgegebenen Übernahme des Streaming-Spezialisten StreamUnlimited setzt Bose seinen Wandel konsequent fort. Der traditionsreiche Audiohersteller scheint sich zunehmend zu einem Unternehmen entwickeln zu wollen, das nicht nur Geräte für Musikliebhaber baut, sondern selbst Teil der Musik- und Medienbranche wird.






