Wer einmal die Software Roon ausprobiert hat, kann sich der Faszination dieser Musikbibliothek mit Multiroom-Playerfunktion schwer entziehen. Auch, wenn das Abo nicht ganz billig ist: Es lohnt sich aus unserer Sicht wirklich, denn Roon bedeutet eine komplett neue Art, Musik zu entdecken. Aber: Roon benötigt zum Betrieb des Roon Core, des Musikservers, erhebliche Computer-Resourcen. Das gilt auch dann, wenn man keine lokale Musiksammlung hat, sondern sich nur eine virtuelle Sammlung aus dem Angeboten der Streamingdienste Tidal oder Qobuz zusammenstellt.
Roon mit besserer Performance Version 2.65, aber schwieriger Installation
Für das erste Ausprobieren nutzen die meisten Roon-Neulinge oft den hauseigenen PC oder Mac oder lassen Roon Core auf einem ausrangierten Mini-Mac laufen. Seit der Software Version 2.65 Build 1653, die im April 2026 veröffentlicht wurde, gibt es aber strengere Mindestanforderungen an das Betriebssystem. Das schließt besonders Macs mit älterem MacOS 11 Big Sur oder älter, vom Betrieb des Roon Servers aus (Update: 28.April 2026). MacOS 12 Monterey ist also das absolute Minimum.
Wenn dann noch der PC oder Mac für Updates herunterfährt oder ein Computerspiel die Ressourcen auffrisst, kommt der Gedanke: Ein eigener Server für Roon muss her. Und zwar ein zukunftssicher ausgestatteter mit ausreichend Reserven für zukünftige Roon-Versionen.
Nun gibt es von Roon selbst und von anderen Herstellern dezidierte Musikserver. Doch der Spaß ist nicht ganz billig, und wer schon einen Server ins Haus bringt, denkt schnell auch über andere Anwendungen wie Fileserving, Backups, Videostreaming oder die Aufzeichnung von Überwachungsdaten nach.
Beides lässt sich mit handelsüblichen netzwerkbasierten Servern sehr gut kombinieren. Unter dem Stichwort NAS – Network-Attached-Storage – bieten viele IT-Hersteller abgespeckte Mini-Computer, deren Funktionsumfang sich vor allem auf Speichern und Netzwerken konzentriert. Und die in vielen kleineren Firmen und Haushalten 24/7 laufen und für einfache Musikserver-Anwendungen wie einen UPnP/DLNA Server ohnehin vorkonfiguriert sind.
Sind zudem Windows oder Linux als Betriebssysteme installiert, liegt es nahe, darauf auch den Roon Server, den Core, zu installieren. Doch Vorsicht: Nicht jedes NAS ist dafür geeignet, und schnell stößt man an Grenzen eines System aufgrund des Leistungshungers der Serversoftware von Roon. Welche Vor- und Nachteile Roon auf einem NAS hat und welche Systeme wirklich funktionieren, sagt dieser Ratgeber.
Das besten NAS-Server für roon kaufen
Vorteile und Nachteile eines NAS als Roon Server
„Warum sollte das jemand wollen?“ fragt Roon selbst auf der eigenen Webseite zum Thema Roon auf einem NAS. Diese Vorteile hat ein Netzwerkserver als roon Core:
- Günstiger und vielseitiger als ein reiner roon Server wie der Nucleus
- Auf 24/7 Verfügbarkeit ausgelegte Hardware, immer am Netz (etwa für Roon ARC praktisch)
- Sehr gute Massenspeicher-, Datensicherheit und Backup-Möglichkeiten
- Umfangreiche Möglichkeiten zur Fernsteuerung
Diese Nachteile hat ein NAS beim Einsatz im Musikstreaming, insbesondere bei roon:
- Lüftergeräusch und Kopfgeräusche bei HDD oft laut
- Installation auf vielen NAS nur noch per Docker Container
- Vorkenntnisse und Aufwand beim Administrieren/Updaten gefordert
- fährt langsamer hoch als andere Rechner
Die Probleme mit Betriebsgeräuschen und der begrenzten Leistung lassen sich durch Auswahl entsprechender Hardware vollständig eliminieren. Dass ein eigener Netzwerkserver weder „Plug & Play“ noch wartungsfrei ist, sollte man sich um Vorfeld klarmachen. Für jeden mit Anfängerkenntnissen im Bereich Computer und Netzwerk ist das aber unserer Erfahrung nach beherrschbar. Selbst das für die Bedürfnisse von Webhostern, Systemadministratoren und Co ausgerichtete Betriebssystem von QNAP verlangt vielleicht alle vier Wochen Aufmerksamkeit in Form von Updates.
Die idealen Spezifikationen eines NAS für roon
Entscheidung Nr. 1: Welcher Server-Hersteller?
Die wohl wichtigste Frage bei der Anschaffung eines NAS oder der Umwidmung eines vorhandenen Servers für den Einsatz mit Roon ist: Welcher Hersteller und welches Betriebssystem? Theoretisch kommt jeder Server (oder auch ein umgewidmeter Desktop-PC) infrage, auf dem Windows oder Linux laufen und ein geeigneter 64Bit-Prozessor verbaut ist (etwa Intel oder AMD). In der Praxis sind Installation und Anpassung bei Windows-basierten Rechner problemlos. Bei Linux sollte man sich auf unterstützte Betriebssystem-Derivate verlassen, wenn man nicht selbst der absolute Linux-Crack ist. Achtung: das Projekt RoonOnNAS zur einfachen Installation von Roon Server als App mit einem Klick, wird von einigen Betriebssystemen nicht mehr unterstützt! Die entsprechende Webseite enthält noch veraltete Informationen und Links, die nicht mehr gültig sind.
Roonlabs selbst sehen für alle Installation auf NAS-Geräten mittlerweile die Einrichtung eines Docker Containers vor. Hier gibt es den Link zur Einführung von Roon auf NAS, nur in Englisch. Angepasste Möglichkeiten dafür gibt es für die folgenden NAS-Systeme:
- Asustor
- Synology
- QNAP
- Unraid
- TrueNAS
- Linux allgemein
Alle kommerziell erhältlichen NAS haben ein eigenes Betriebssystem mit eigener Benutzeroberfläche und ihre spezifischen Vor- und Nachteile, insbesondere bei der Installation und dem Einrichten der richtigen Ordner für Roon im Container. Sich damit vertraut zu machen, hilft ausdrücklich bei der Auswahl, und jeder hat seine persönlichen Vorlieben. So empfinden viele das DSM-System von Synology als vergleichsweise intuitive für die Docker Installation gilt das aber erst ab DSM7.2 mit dem sogenannten Container Manager.
QNAP mit ihrem Betriebssystem QTS hat eine ähnliche Applikation namens Container Station, die bedienerfreundlich ist. Leider ist hier die Einrichtung der Ordnerstrukturen etwas fehleranfälliger, wir haben aber für QNAP-Nutzer bereits eine Installationsanleitung für Roon im Docker Containers geschrieben. Für absolute NAS-Anfänger ohne helfenden Rat empfehlen wir das aber nicht.
Gretchenfrage Nr. 2: Prozessorleistung der Roon-NAS
Wer andere Musikbibliotheken, Streamingapps und Player gewohnt ist, wird sich vielleicht wundern, wieviel Ressourcen der Roon-Server benötigt. Gerade Funktionen wie der typische Coverflow bei größeren Musiksammlungen, die Kompositionslisten, das Umrechnen von Hires-Streams, DSP-Funktionen und das Analysieren von Musikdaten – all das bringt selbst einen leistungsstarken PC-Prozessor an seine Grenzen oder heizt ihn zumindest so auf, dass der Lüfter auf hohen Touren läuft.
Viele Heim-NAS sind dagegen mit schlanken Prozessoren, veralteten CPUs oder Budget-Modellen mit wenig Abwärmeentwicklung ausgestattet. Man bekommt zwar roon darauf zum Laufen, sofern es sich um einen 64Bit-Prozessor von Intel oder AMD handelt. Aber mit steigender Größe der Musiksammlung kommen die schnell an Grenzen. Seit dem jüngsten Software-Update Roon 2.65, sind die Anforderungen an Arbeitsspeicher und Prozessorspeed erst einmal wieder gesunken, so dass Roon auch smooth auf weniger leistungsstarken NAS-Systemen laufen sollte.
Roon selbst gibt nur vage Empfehlungen bzgl. des Prozessors, und verbaut in den eigenen Nucleus-Servern einen älteren Intel Core i3 bzw. einen i7 im großen Nucleus+. Diese Empfehlung hilft für NAS-Systeme nicht, und die Empfehlung ist auch ziemlich ungenau, da es viele Generationen dieser Prozessoren gibt, die sich in der Leistung stark unterscheiden.
Wir haben deshalb in einschlägigen Benchmarklisten (wie dem cpubenchmark.net von Passmark Software) verglichen, welche in erhältlichen NAS Servern verbauten Prozessoren Leistungswerte haben wie ein nicht zu alter i3 oder i5 Prozessor (8. Generation oder jünger). Hier zählt nicht nur der Gesamtbenchmark, sondern auch die Performance einzelner Arbeitsstränge, sogenannter Threads, bzw. eines einzelnen Kerns. Denn die rechenintensiven Operationen laufen bei Roon meist nur auf einem Kern.
Für kleine Musiksammlungen (weniger als 25.000 Titel respektive 2000 Alben, wobei lokal gespeicherte Tracks für die Roon Datenbank genauso zählen wie solche aus dem eigenen Netzwerk oder vom Streamdingdienst) und ohne große Anforderungen an Multiroom-Streams und DSP-Operationen genügen oft auch einfachere Prozessoren wie die in vielen günstigen NAS verbauten Intel Celeron Dualcore-Prozessoren. Wir raten aber dazu, es nicht unter dem Intel Celeron J4125 zu machen.
Sobald die Sammlung größer wird, man mehrere Musikzonen bedienen will oder ein wirklich flüssiges Bedienerlebnis erwartet, sollte man aber gleich ein NAS mit einem dafür geeignetem Prozessor anschaffen. In der gehobenen Klasse der Heim-NAS haben wir zum Beispiel Intel Celeron 5095 gefunden. Die versehen bis zu mittleren Sammlungen (bis 100.000 Titel beziehungsweise 10.000 Alben) oder moderaten Anforderungen an mehrere Multiroomstreams, Echtzeit-DSP ihren Dienst zuverlässig und schnell.
Erst bei darüber hinausgehenden Sammlungen kommen solche Computer an Grenzen, und man sollte über ein Profi-NAS mit entsprechender Rechenleistung nachdenken. Oder lieber einen dezidierten, schnellen Roon Core anschaffen, der die Musikdaten von einem anderen Server holt, der dann wiederum einfach ausgestattet sein kann.
RAM oder: wieviel Arbeitsspeicher ist notwendig?
Tipp zum Anfang: Roon gibt zwar andere Mindestanforderungen an, aber 4 GB Arbeitsspeicher ist selbst für kleinere Sammlungen das Minimum. Wird die Sammlung oder die Multiroom-Umgebung größer, kommt man damit schnell an Grenzen. Mit 6 für kleine bzw. 8 GB für mittlere ist man in den allermeisten Fällen gut ausgestattet. Nur bei sehr großen Sammlungen, vielen Multiroom-Operationen oder zeitgleich stattfindenden Prozessen wie 4K Videostreaming sollte man 16 GB haben.
Tipp 1: Maximale RAM-Kapazität des NAS beim Kauf beachten!
Unbedingt sicherstellen, dass ein NAS die 6 oder 8 GB (beziehungsweise 16 GB bei hohen Anforderungen) auch kann, sowohl von der Seite des Prozessors als auch der RAM-Steckplätze. Viele kompakte und günstige NAS-Modelle sind bei 1 oder 2 GB begrenzt oder haben gar nur einen On-Board-Arbeitsspeicher, der nicht zu erweitern ist. Andere wiederum haben zwar zwei Speicherplätze, benötigen dann aber auch in der Kapazität identische RAM-Riegel.
Woran merke ich, dass Prozessorleistung oder RAM nicht genügen?
Die meisten NAS-Systeme erlauben ein Monitoring des RAM-Verbrauchs der Prozesse, und je nach Sammlungsgröße und -struktur genehmigt sich Roon unserer Erfahrung nach zwischen 1,5 und 6GB RAM (Bei riesigen Sammlungen noch mehr). Allerdings zeigen die NAS nicht an, wenn das RAM an Grenzen kommt und auf die Massenspeicher ausgelagert wird. Dann werden die Prozesse wie Roon einfach langsamer oder stocken unerwartet. Über 75% RAM Auslastung sind aber ein starker Hinweis darauf, dass man zusätzliche „Riegel“ einstecken sollte, weil der Arbeitsspeicher am Ende ist.
Im praktischen Betrieb von Roon sind es vor allem die rechenintensiven Prozesse, die deutlich verlangsamt werden: Starten von Hires-Streams oder Streams mit Crosscoding (DSD zu PCM mit DSP-Operation z.B.), Anzeigen der Kompositionslisten von Komponisten mit vielen Werken, Aufrufen von Alben aus dem Coverflow heraus. Stellt sich dabei eine Wartezeit von mehreren Sekunden jeweils ein bei genügen Arbeitsspeicher, sollte man davon ausgehen, dass der Prozessor überfordert ist. Die Steueroberfläche der NAS Systeme erlaubt auch ein Live-Monitoring der Prozessorauslastung. Besonders sinnvoll ist es, die Auslastung einzelner Kerne (Cores) zu beobachten, falls möglich.
Wieviele Bays und die Gretchenfrage: HDD oder SSD?
Schauen wir uns zunächst an, für welche Zwecke man welche Massenspeicher benötigt:
- Speicherung von lokaler Musik
- roon Datenbank
- Backup
1.) Zur Musikspeicherung: Wer eine große Sammlung bereits hat, sollte sie auch auf einem zentralen Massenspeicher im oder am Roon Server vorhalten. Core und Fileserver zu trennen, funktioniert bei entsprechend kraftvoll ausgelegter Netzwerkhardware problemlos, benötigt aber auch entsprechende Freigaben und Anmelderoutinen.
Wieviele Terabyte Massenspeicher notwendig sind, kann jeder anhand der eigenen Musikdaten selbst ausrechnen. Und ob es vertretbar ist, hierfür SSD-Speicher zu finanzieren, oder ob man lieber auf eine gute, alte Harddisk setzt. Auch hier gilt: Überdimensionieren ist immer eine gute Idee. Gerade magnetische Festplatten laufen reibungsloser, wenn man 20 oder 25% des Speichers freilässt für interne Operationen. Und die Erfahrung sagt, dass die Sammlung immer weiter wächst.
SSD sind heute bis 4TB (M.2 Slot-Karte) oder 8TB (2,5Zoll-Gehäuse) problemlos von den großen Herstellern zu erstehen. Alles darüber wird erfahrungsgemäß unverhältnismäßig teuer. Gute magnetische Festplatten (HDD) kosten deutlich weniger pro Terabyte und sind bis 30TB problemlos zu haben.
Speicherplatz halbieren für Sicherheit? So geht RAID1
Ist die eigene Sammlung unersetzbar und denkt man langfristig, ist ein RAID1-System dringend anzuraten. Das bedeutet: 2 identische Speicher oder Festplatten werden vom NAS-System verkuppelt und die Daten sind doppelt vorhanden. Das halbiert den effektiv nutzbaren Speicherplatz, sorgt aber für Redundanz im Falle eines Defekts und sogar für einen schnelleren Zugriff.
Umgekehrt gilt: Wer nur eine kleine Sammlung hat, die sowieso noch einmal auf einem anderen Rechner liegt, oder ausschließlich eine „virtuelle Sammlung“, bei der die Daten von einem Streamingdienst wie Tidal oder Qobuz kommen, kann sich das RAID und den großen Massenspeicher im Terabyte-Bereich vielleicht sparen.
2.) Die Roon Datenbank: Der Roon-Server hält Meta- und Verknüpfungsdaten für eine schnellere Operation auf einer ausgelagerten internen Datenbank bereit. Die hat nichts mit dem Arbeitsspeicher zu tun, muss aber genauso schnell verfügbar sein wie selbiger. Je nach Umfang der Musiksammlung benötigt Roon dafür 10 bis 30 GB schnellen Speichers, bei extremen Sammlungen über 100.000 Tracks auch mehr. Dies auf einer magnetischen Festplatte laufen zu lassen, ist eine sehr schlechte Idee. Man muss mit Verzögerungen im Betrieb rechnen und die Platte rattert sich bei häufiger Nutzung schnell ihrem Lebensende entgegen.
Im Idealfall wählt man deshalb ein NAS, was einen freien Schacht für eine SATA-SSD hat, oder noch besser einen speziellen M.2 Schacht für kompakte SSD-Riegel. Hier kann man dann Roon im Container auf dem schnellsten Speicher laufen lassen, und im Container die zeitkritische Datenbank von Roon.
Hat man also beide Bays (Einschübe) des NAS bereits mit zwei magnetischen Platten belegt (RAID-System, siehe Punkt 1), muss man sich für die Datenbank etwas überlegen.
Noch ein Tipp: Backup-Platte physisch vom Roon-NAS trennen!
Es empfiehlt sich dringend, die Backup-Platte, ob extern oder Einschubfestplatte, vom NAS zu trennen und an einem anderen Ort zu lagern. Denn ein Blitzschlag, Brand, Rauch, Hitze-, Wasserschaden etc. kennen keine Partitionen und sollen auch schon mehrere Festplatten in einem Server auf einmal dahingerafft haben. Dies muss bei der Einrichtung des Containers entsprechend berücksichtigt werden.
Auf jeden Fall klappt es damit:
Unsere Top-Empfehlungen Die besten Roon-NAS-Server
Wir haben aus dem schier unglaublichen Angebot an NAS Systemen diejenigen identifiziert, die mit Roon gut laufen und die für bestimmte Anforderungen am besten geeignet sind. Das bedeutet nicht, dass andere NAS Systeme nicht laufen, aber gerade bei Einsteigermodellen der zugelassenen Marken Asustor und Synology hat man ein hohes Risiko, in punkto Arbeitsspeicher und Prozessorleistung mit zuwenig dazustehen. Bei QNAP-NAS sowie Synology-Modellen mit älteren Betriebssystemen (DSM7.1 oder früher) ist die aktuelle App-Version des Roon Servers zudem inkompatibel. Wir haben deshalb QNAP-Modelle oder ältere Synology-Modelle aus unseren Empfehlungen entfernt.
Königslösung mit 2 Bays plus 4 SSD-Steckplätzen: Asustor AS-5402T
Aus unserer Sicht die beste Lösung unter den günstigen Aufsteiger-NAS: Der erst im Jahr 2023 auf den Markt gebrachte Asustor AS-5402T setzt sich nicht nur mit seinem Intel Celeron N5105 Prozessor an die Spitze seiner Klasse in punkto Rechenleistung im Multiroom-Betrieb, er erlaubt auch die Erweiterung des Arbeitsspeichers von 4GB werkseitig auf 8, 12 oder 16GB mit Standard-Riegeln (DDR4).
Sein hervorstechendes Merkmal sind aber neben den beiden 3,5Zoll-Schächten, in denen man auch auch große magnetische Harddiscs hoher Kapazität installieren kann, sage und schreibe 4 (!) zusätzliche M.2 Slots für kompakte SSD. So lässt sich nicht nur ein extrem schneller SSD für das Handling der Roon-Datenbank intern installieren, man könnte sogar theoretisch 4x 4TB SSD plus 2x HDD in das kompakte Gehäuse stecken und sage und schreibe 60TB Speicherplatz nutzen. Die Konnektivität ist mit drei USB3.2, einem HDMI und 2x 2.5Gbit Ethernet ebenfalls vorbildlich und absolut zukunftsfähig.
Maximale Leistung zum kleinsten Preis – wo ist nun der Haken? In der Performance gibt es keinen, allerdings produziert das kompakte System auch eine gute Portion Wärme und lässt entsprechend oft den Lüfter laufen. Dazu hört man die Kopfgeräusche bei der Verwendung klassischer magnetischer HDDs doch recht deutlich, weswegen wir den Einsatz im Wohnzimmer nicht empfehlen würden.

Hochleistungs-NAS mit Komfort-System: Synology DS723+ oder DS923+
Synology hat viele günstige 2Bay-NAS im Programm, die vom Prozessor her mit Roon nicht klarkommen oder ärgerliche Beschränkungen beim Arbeitsspeicher aufweisen. Wir sehen daher das DS723+ als sinnvolle Minimalausstattung für alle, die das bedienerfreundliche und wartungsarme SMD System der Konkurrenz von Asustor und QNAP vorziehen. Der AMD Ryzen Prozessor läuft sehr flüssig, gerade wenn nicht allzu viele Multiroom-Streams gleichzeitig gefordert sind. Es lassen sich zudem 2 x 8GB oder 2 x 16 GB RAM einstecken, was Roon selbst riesige Sammlungen in guter Bedienerqualität beherrschen lässt. Zusätzlich bietet das System zwei M.2 Slots für SSD, das alte Roon-Problem mit einem schnellen Speicher für das Handling der internen Datenbank ist also schnell lösbar. Ein Nachteil sollte auch nicht verschwiegen werden: Es gibt nur einen einzigen USB 3.2 Anschluss für externe Festplatten bei 2-Bay-Modell.
Professionelle Server haben oft vier oder noch mehr Festplatteneinschübe. Wer also viel, viel Speicherplatz für die lokale Sammlung braucht, bekommt mit dem ansonsten baugleichen, nur breiteren Synology DS923+ noch eine 4-Bay-Version.
Und dafür gibt es auch bei Roon gute Gründe. Denn Roon empfiehlt eine solche 4-Bay-Konfiguration: Zwei oder drei große magnetische Festplatten (je 22TB, wer richtig Speicher benötigt) als redundantes RAID-System, eine kleine SSD für die Datenbank (die hier in einen M.2 Slot kann) sowie eine zusätzliche magnetische Platte als Backup. Sicherer geht es nicht! Aber das Setup gehört dann nicht ins Wohnzimmer, sondern in einen gut belüfteten Raum, wo die Geräusche niemanden stören.
Die großen Lüfter beider Synologys bleiben im Normalbetrieb schön unauffällig, man könnte sich auch einen Betrieb in einer entfernten Ecke des Wohnzimmers vorstellen. Aber wenn der Prozessor auf Hochtouren viel Abwärme produziert oder die Festplatten munter ratteren, sind sie alles andere als leise.

Stilles NAS fürs Wohnzimmer, aber Roon nur mit Klimmzügen: QNAP Silent NAS HS-264-8GB
Viel Rechenleistung und trotzdem leise dank lüfterlosem Gehäuse? Findet man selten, und die HS-264 von QNAP ist ein Geheimtipp für alle, die Multimedia-Anwendungen wie Roon-Server im Wohnzimmer betreiben wollen.
Einziger Pferdefuß: Es gibt keinen M.2 Slot und nur 2 Bays. Der Hersteller empfiehlt zudem die Verwendung von Festplatten mit geringerer Hitzeentwicklung. Professionelle Server-Platten im 3,5-Zoll-Format scheiden aufgrund ihrer lauten Kopf- und Rotationsgeräusche ohnehin aus, aber auch die meisten größeren Platten von 10TB und mehr werden auf Dauer für das flache NAS zu heiß oder drehen zu schnell, was Vibrationen erzeugen kann. Es empfehlen sich die Seagate Iron Wolf Modelle bis 8TB oder die WD Red (Plus) mit 10, 12 oder 14 T mit niedrigerer Stromaufnahme. Aber selbst die könnten ohne Lüftung im Dauerbetrieb heiß laufen. Das verkürzt ihre Lebensdauer nicht unerheblich, so dass wir nicht empfehlen, das mit HDDs ausgerüstete Silent NAS mit 24/7 Daueraufgaben wie der Aufzeichnung von Überwachungskamerastreams zu belasten.
Für Roon empfiehlt es sich daher, in einen Schacht eine SSD zu installieren für Datenbank und Anwendung, und in den anderen eine magnetische Festplatte für größere Musiksammlungen. Damit scheidet allerdings die Nutzung von RAID1 aus, und wir raten zu mehreren und sehr zeitnahen Backups.
Die teurere, aber komfortablere Lösung lautet also, auf den ohnehin nicht ganz billigen NAS noch einmal das Budget für SSD-Speicher draufzulegen. 4TB oder 7,5TB im 2,5-Zoll-Format sind die heute auch in den Produktserien einiger großer Hersteller erhältlich. Das erlaubt auch RAID1 und spart den Stunt mit dem zusätzlichen USB-Stick, der für die Roon-Datenbank ansonsten unerlässlich ist.
Teure, stabile Alternative: Dedizierter Roon Server, ROCK, Nucleus und Co.
Die Alternative zu auf Serveraufgaben optimierten Betriebssystemen wieDSM, ADM oder Windows Server lautet: ROCK, Roons eigenes OS. Das ist ein auf Linux basierendes Betriebssystem von Roon, was nichts anderes tut als die Basis für den Roon Server auf einem Rechner zur Verfügung zu stellen. Damit ist ein Server nicht mehr so flexibel wie die oben genannten NAS Systeme, sondern kann nur eines: Roon.
Dieser Artikel wird laufend aktualisiert, da sich die Installationsmöglichkeiten von Roon Server auf NAS Systemen mit dem Update im April 2026 geändert haben (Stand: 12.Mai 2026).




