STEREO GUIDE Testurteil
Der Audio Pro ist einer der vielseitigsten Wireless-Speaker auf dem Markt, und überzeugt mit satten Beats ebenso wie mit HiFi-tauglichen Klängen und überragender Connectivity.
Vorteile
- Natürliche Klang-Abstimmung mit feiner Auflösung
- Satter, kräftiger Bass, mit Einmessung anpassbar
- Überragende Streaming- und Bedienmöglichkeiten
- Tolles Bedienkonzept, kompatibel mit mehreren Apps
Nachteile
- Man hört, dass es ein Mono-Speaker ist
- Für portable Anwendung etwas breit gebaut
-
Klang: Natürlichkeit / Transparenz8.8
-
Klang: Bass / Dynamik8.4
-
Praxis / Connectivity9.9
-
Preis/Leistung9
Preist eine Firma einen Lautsprecher als „drahtlos“ an, fragen sich viele potentielle Käufer unwillkörlich: „Bluetooth oder WLAN?“ und „Stromanschluss oder Akku?“. Warum eigentlich nicht alles in einem? Das dachten sich wohl auch die Entwickler der skandinavischen Firma Audio Pro, als sie den A15 W konzipierten. Wenn es eine Audiokomponente gibt, die das Siegel „vielseitig“ zurecht trägt, dann dieser.
Der A15W hat einen eingebauten Akku für bis zu 19 Stunden Spielzeit, ist für unterwegs ein einfach zu verbindender Bluetooth-Speaker, lässt sich aber genauso im Indoor-Betrieb ins heimische WLAN einbinden. Dabei bringt er nicht nur eine erstaunlich breite Kompatibilität zu diversen Streamingprotokollen mit, sondern lässt sich auch in mehrere beliebte Multiroom-Umgebungen einbinden, von Apple Home über Google Home bis WiiM Home, wie das Kürzel „W“ im Namen andeutet.
Letzteres dürfte denn auch für viele das Killerargument sein. Denn die WiiM Home App ist momentan das aus unserer Sicht technisch führende Ökosystem, es ermöglicht auch eine Einbindung verschiedenster Geräte in die Streaming-Umgebung im ganzen Haus. Diese Flexibilität ist anderen Speaker, die Bluetooth und WLAN kombinieren, verwehrt, wie dem Sonos Move 2 oder dem JBL Charge 5 Wi-Fi.
Gehäuse und Konzept

Der Spagat zwischen Indoor und Outdoor gelingt Audio Pro vorbildlich. Das wohnliche, rundum mit Stoff bespannte Querformat ohne Ecken und Kanten dürfte Freunden des eher unauffälligen skandinavischen Designs zusagen. Mit Schwarz, Dunkelgrau und Hellgrau stehen dann auch eher dezente Farbvarianten zur Verfügung. Mit gut 28 Zentimetern baut der A15 W relativ breit, was ihn nicht zur ersten Wahl für Camping und Mobileinsatz im Rucksack machen dürfte. Mit IPX2 ist er auch nur rudimentär gegen leichten Regen geschützt, was aber im typischen Betrieb auf Balkon, Terrasse oder im Garten absolut ausreicht.
Die Oberseite ist mit einer Aluplatte gehalten, mit erstaunlichen vielen Bedientasten und einigen LED-Anzeigen. Dahinter verbergen sich einige Funktionen wie die sechs Preset-Tasten, die einen Betrieb völlig ohne App und smarte Devices ermöglichen. Eine Funktionalität, mit der einst die Bose Soundtouch-Reihe Erfolge feierte, bevor Bose diese Möglichkeiten deaktivierte. Der A15 W ersetzt damit auch Küchenradio und Radiowecker im Schlafzimmer.
Ein spannendes Detail zum Thema Nachhaltigkeit fanden wir auf der Unterseite des A15 W: Hinter einer kleinen, verschraubten Klappe befindet sich der Akku, der sich auch austauschen lässt. Das ist zwar bei einem Speaker, der meist am Stromkabel betrieben werden dürfte, nicht allzu oft notwendig, aber das gute Gefühl, hier im Zweifelsfall bei nachlassender Kapazität ein Ersatzteil verbauen zu können, dürfte so manchem Nutzer ein paar Euro mehr wert sein.
Obwohl es keinen Trageriemen gibt, lässt sich der A15W in der Praxis gut transportieren: Hinten am Gehäuse ist eine Griffmulde, mit der man ihn leicht von einem Raum zum anderen bringen kann.
Überzeugende Konnektivität

Bei den Verbindungsoptionen zeigt er sich ausgesprochen vielseitig. Unterwegs arbeitet der Lautsprecher wie ein klassischer Bluetooth-Speaker und empfängt Musik kabellos via Bluetooth 4.2, oder alternativ über seinen analogen Klinkeneingang.
Zuhause wird der kompakte Aktiv-Lautsprecher dagegen zum vollwertigen Netzwerkplayer. Der A15 W unterstützt eine Vielzahl moderner Streaming-Protokolle und Multiroom-Systeme, darunter: Spotify Connect, Apple AirPlay 2, Google Cast, Tidal Connect, Roon oder Audio Pro Multiroom.
Wer viel von Streaming-Diensten aus hört, findet eine Vielzahl entsprechender Möglichkeiten. Über die App stehen Streamingdienste wie Amazon Music, Deezer und Qobuz zur Verfügung, Tidal und Spotify laufen über das jeweils eigene Connect-Protokoll. Mehrere kompatible Lautsprecher lassen sich zu einem Multiroom-System gruppieren; zwei A15 W können gemeinsam ein echtes Stereo-Paar bilden. Auch die Zusammenarbeit mit anderen Audio-Pro-Modellen und Komponenten aus dem WiiM-Umfeld ist vorgesehen. Wer den Audio Pro im WiiM-Ökosystem betreibt, hat damit noch weitere Zuspielmöglichkeiten, wie das hervorragend gemachte WiiM Radio.

Chassis und Aufbau
Technisch orientiert sich der A15 W stärker an einem klassischen Aktiv-Lautsprecher als an einem typischen Bluetooth-Speaker. Für den Tieftonbereich arbeitet ein 4,5 Zoll großer Woofer, der von einem eigenen 30-Watt-Verstärker angetrieben wird. Unterstützt wird er von einem Bassreflexsystem, das für kräftige Bässe und dynamische Mitten sorgen soll. Das Reflexrohr endet verdeckt in der rückwärtigen Tragemulde, was sogar einen leichten Regenschutz nach Klasse IPX2 möglich macht.
Den Hochtonbereich übernimmt eine Gewebekalotte mit separatem 10-Watt-Verstärker. Audio Pro verspricht sich davon eine besonders transparente und ausgewogene Wiedergabe.
Wer mehr Leistung benötigt, kann mehrere Lautsprecher gruppieren oder zwei A15 W zu einem echten Stereo-Paar kombinieren. Darüber hinaus lässt sich sogar ein kabelgebundener Subwoofer anschließen, um größere Räume mit zusätzlichem Tiefgang zu beschallen.
Für die akustische Anpassung stehen zudem Equalizer- und Einmessfunktionen zur Verfügung, die von App zu App etwas variieren. Am besten gefiel uns die RoomFit-Einmessung der WiiM Home App, weshalb wir auch den ganzen Test darüber laufen ließen.



Mit WiiM App oder ohne Smartphone?
Ein interessantes Detail des A15 W sind die sechs frei belegbaren Preset-Tasten auf der Oberseite. Sie können mit Internetradiostationen, Playlisten, Podcasts oder anderen Quellen verknüpft werden.
Damit lässt sich Musik auch ohne Smartphone und App mit nur einem Tastendruck starten. Gerade in Küche, Schlafzimmer oder Bad erweist sich dieses Konzept im Alltag oft als überraschend praktisch. Darüber hinaus stehen haptische Tasten für Lautstärke, Wiedergabe, Titelsprung und Quellwahl zur Verfügung. Schön gemacht sind auch die LED-Anzeigen, die sowohl Auskunft über den Batterie-Ladezustand, wie auch den gerade aktiven Eingang geben.
Im Regelfall dürfte aber die Steuerung per Streaming-App erfolgen, oder der A15W in eine Multiroom-Umgebung eingebunden werden. Die WiiM Home App erschien uns dabei trotz ihrer Leistungsfähigkeit und der vielen durchdachten Funktionen als erstaunlich intuitive Lösung.
Sie dient nicht nur der Einrichtung und Gruppierung von Zonen in einer Multiroom-Umgebung, sondern auch als Fernbedienung und Quellensteuerung des Audio Pro. Neben dem Zugang zu diversen Streamingdiensten, die kein Connect-Protokoll anbieten (bzw. nicht kompatibel sind), sind auch mehrere Internetradio-Tuner in der App integriert.









Praxis Einrichten und Streamen
Die WiiM Home App erkannte den A15 W auf Anhieb als kompatibles Device, und nach der Übergabe des WiFi-Passwortes stand sofort ein Firmware-Update zur Verfügung, dass sich flüssig und schnell installierte.
Eine besondere Stärke der WiiM Home App sind die Klanganpassungsmöglichkeiten. Wir entschieden uns nach einem ersten Klangcheck (s.u.) für die Mikrofon-Einmessung namens RoomFit, die den Benutzer sehr gut durch den Einmessprozess mit dem Smartphone führt. Für Audio-Profis ist noch ein zusätzlicher parametrischer Equalizer zur Anpassung vorhanden, der keine Wünsche offen lässt. Etwas verwirrend: Beide sind an verschiedenen Stellen der App zu finden, einmal im Play-Menu und einmal in der Einrichtung des Devices, lassen sich aber auch kombiniert betreiben.
Ist der A15 W mit dem Stromnetz verbunden, klappte auch die Standby-Funktion gut: Sowohl eine Bluetooth-Verbindung als auch ein Airplay2-Stream weckten Speaker auf, bei Google Cast kam es gelegentlich zu Streams, die nicht starten wollten. Die WiFi-Verbindung im Akkubetrieb funktionierte ebenso, allerdings sollte man bedenken, dass es hier kein echtes Standby gibt. Einige Sekunden die Ein/Aus-Taste drücken ist zwingend notwendig, woraufhin sich der Audio Pro erst einmal einige Zeit gönnt, die Verbindung mit dem örtlichen Netzwerk wiederherzustellen und dies mit einem Signalton zu quittieren. Erst dann erscheint er auch wieder als Airplay- bzw Google-Cast-Zone.
Sound-Test: Audio Pro A15 W
Schon nach wenigen Takten beim ersten Hörtest im Wohnzimmer war klar: Der A15 W klingt um Dimensionen größer, als es das unauffällige und elegante Gehäuse vermuten lässt. Besonders Schlagzeug und E-Bass bei Jazz und Rock, wie Marcus Millers „People Make The World Go Round“ stellte er mit Vehemenz und Nachdruck in den Raum, als wäre hier eine großvolumige Anlage an Werke. Die Bassdrum Sounds gerieten ihm dabei eine Spur zu voluminös, was bei elektronischen Beats schon einmal ins Dominante und Schwammige kippen kann. Aber das hatte trotzdem noch genug Anschlagdynamik und Power.
Stimmen, wie auf Peter Gabriels genialer Single „What Lies Ahead“, bot er mit erstaunlich audiophiler Detailauflösung, allerdings auch einer guten Portion übertriebener Brillanz. Für den Indoor-Betrieb versuchten wir es mit einem kurzen Dreh am Equalizer in der WiiM-App, und reduzierten den unteren Bass genauso wie den Brillanzbereich um 4kHz. Derart gezähmt, entpuppte sich der A15 W als Allrounder mit HiFi-Qualitäten, der weder vor komplexer Klassik, noch suboptimal aufgenommenen Rock-Oldies zurückschreckte.
Fit für den Raum
Noch besser geht es freilich mit der RoomFit-Einmessung, die über die Einstellungsseite in der WiiM-App verfügbar ist. Nach einigen Verrenkungen mit dem Smartphone-Mikrofon, mit dem verschiedene Messungen durchgeführt wurden, generierte die App eine Korrekturkurve für den Audio Pro A15W. Danach war er klanglich kaum wiederzuerkennen: Die etwas vorlauten Brillanzen waren einer ausgewogenen, fast warmen Stimmwiedergabe gewichen. Der Bass wirkte immer noch satt, in manchen Beats ein wenig weich und voluminös, aber nicht durchdringend oder wummernd.
Einziger Wermutstropfen: dass es ein lupenreiner Mono-Speaker ist, hörte man besonders bei Rock, Jazz und Klassik. Obwohl in einigen Webshops etwas vom „360 Grad Sound“ zu lesen ist, versuchte der A15W erst gar nicht, künstliche Räumlichkeit oder Weite zu erzeugen. Das macht dynamisch und von den knalligen Impulsen her absolut Sinn. Wer richtig HiFi damit hören will, muss zwei Exemplare erstehen, und in der App zum Stereo-Paar zusammenkoppeln.
Im Freiluft-Betrieb änderte sich das Bild wiederum: Hier fiel naturgemäß die Mono-Darstellung nicht negativ auf, und die berechnete EQ-Kurve wurde auch wieder deaktiviert. Die Tendenz des Audio Pro, Bässe etwas satter darzustellen und Stimmen etwas mehr Brillanz mitzugeben, erwies sich insbesondere beim Betrieb im Garten oder im Park als Vorteil, auf Terrasse und Balkon klang er ein wenig zu vordergründig. Neben seiner Fähigkeit, sich gerade bei einigen Metern Hörentfernung gut durchzusetzen, gefiel uns besonders der druckvolle und satte Bass. Beim Anwählen der Lautstärke muss man allerdings etwas Vorsicht walten lassen, denn naturgemäß kennt ein so kompakter Lautsprecher Leistungsgrenzen, und überschlägt sich dann bei Tieftonimpulsen etwas.
Fazit und Alternativen: Audio Pro A15 W
Multiroom-Lautsprecher mit Akkubetrieb und optionalem Einsatz fernab des eigenen WLANs gibt es verhältnismäßig wenige auf dem Markt. Der Audio Pro nimmt unter diesen wiederum eine Sonderstellung ein. Er ist einer der wenigen seiner Art, der alle wichtigen Protokolle beherrscht und zudem mit der WiiM Home App kompatibel ist, und sich in ein WiiM-Multiroom-Setup einbinden lässt. Mit dieser mächtigen Software im Rücken, überholt er in punkto Bedienung, Connectivity und Einsatzmöglichkeiten sogar die gut ausgestattete Konkurrenz von Sonos, Denon und Co.
Klanglich spielt er in seiner Klasse vorne mit. Er kann sowohl satte Bässe und durchsetzungsfreudige Partysounds im Garten, wie auch ausgewogene Stimmen und natürliche Klangfarben im Wohnzimmer. Einzige kleine Kritikpunkte: der etwas weichere Bass, und im Indoor-Betrieb die Gewissheit, dass es trotz des breiten Gehäuses ein Mono-Speaker ist. Hier kommt der etwas teurere Sonos Move 2 mit zumindest ansatzweisem Stereo-Sound und etwas trockenerem Bass, allein noch ein Stückchen weiter.
Weitere Alternativen in unserer STEREO GUIDE HiFi-Bestenliste
Technische Daten: Audio Pro A15 W
- Preisempfehlung des Herstellers: 400 Euro
- Abmessungen (B x H x T): 28,5 x 20,5 x 13,7 cm
- Gewicht: 2,1 kg
- Besonderheiten: Stereo-Pairing, Bluetooth, WLAN, bis zu 19 Stunden Akkubetrieb, 3,5-mm-Klinke, Subwoofer-Out, Multiroom-fähig, WiiM-Home-kompatibel, IPX2 Regenschutz
- Mehr unter www.audiotra.de




